Winkelhaid (Windsbach)

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Koordinaten: 49° 12′ 50″ N, 10° 50′ 18″ O

Winkelhaid
Stadt Windsbach
Höhe: 404 (401–424) m ü. NN
Fläche: 5,62 km²
Einwohner: 115 (25. Mai 1987)[1]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91575
Vorwahl: 09871
Die Marienkapelle

Die Marienkapelle

Winkelhaid ist ein Ortsteil der Stadt Windsbach im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Dorf fließt der Bremenwiesbach, der ab Winkelhaid auch Weihersbach genannt wird und dann als rechter Zufluss in den Erlbach mündet, der wiederum ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat ist. Unmittelbar nordöstlich beginnt das Waldgebiet In den Fuchsen, ca. 0,5 km nordöstlich das Waldgebiet Plann. Südöstlich liegen die Lüßäcker und ca. 0,5 km südwestlich das Lehenfeld.[2] Der Ort ist geprägt von der Dorflinde und dem großen Weiher am Ortsrand.[3]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gersbach Kugelmühle Untereschenbach
Mitteleschenbach Nachbargemeinden Wassermungenau
Bremenhof Thonhof Wernfels

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermutlich wurde Winkelhaid schon vor dem 12. Jahrhundert gegründet. Erhalten geblieben ist ein Stein der ersten Kirche mit der Inschrift des Baujahres 1103. 1404 wurde der Ort, der aus zwei Höfen bestand, im Eichstätter Salbuch aufgeführt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Winkelhaid zerstört. Die 1875 errichtete Marienkapelle wurde 2001 saniert. Sie steht auf dem Grund der ersten, im Jahr 1802 wegen Baufälligkeit abgerissenen Kirche. Eine alte Linde ist als Naturdenkmal eingetragen.

In dem Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1804) wird der Ort folgendermaßen beschrieben[4]:

„ein im Ansbachischen Oberamte Windsbach 2 Stunden nordwestlich von Spalt über Deulnburg hinaus zwischen Wassermungenau und Mitteleschenbach gelegener nach Windsbach evangelisch gepfarrter Weiler von 16 Unterthanen, wovon 4 Eichstättisch und 2 derselben zum oberländischen Pfleg- und Kastenamte Wernfels Spalt, die andern 2 aber zum fürstlichen Steueramte der Kollegiate in Spalt gehörig sind.
Die Aemter Wernfels und Windsbach haben da, wie zu Wassermungenau laut Vertrages den Kirchweyhschutz und den Gemeinfrevel mit einander gemein.
Dieser Weiler hat sowohl gegen Mitteleschenbach als Wassermungenau hin schöne Hölzer. Mitten durch den Weiler fließt [Sp. 265] der Bach, welcher von den dem Käsehof zu gelegenen Weihern herkömmt, und unter der Kugelmühle in den Gersbach fällt.“

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jh.) wurde Winkelhaid eine eigenständige politische Gemeinde, zu der der Thonhof und Grünthalhof gehörten.[5] Im Zuge der Gebietsreform wurde sie am 1. Juli 1972 nach Windsbach eingemeindet.[6]

Bauernhaus Nr.6

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haus Nr. 2: Bauernhaus, zweigeschossiger Satteldachbau, Fassadengliederung mit späthistoristischen Elementen, Anfang 20. Jahrhundert.
  • Haus Nr. 6: Bauernhaus, zweigeschossiger Satteldachbau, mit kurzem Schopf, Sandsteinquader, teilweise verputzt, bezeichnet 1782; Nebengebäude, eingeschossiger Satteldachbau, mit Ladeluke, Sandsteinquader, wohl um 1800.
  • Haus Nr. 36: Wohnstallhaus, eingeschossiges Gebäude mit Steildach, Sandsteinquader, mit Trockenluken, bezeichnet 1860.
  • Ein Kriegerdenkmal des Ersten Weltkriegs, mit bekrönender nackter Kriegerfigur, um 1925.[7]

Siehe auch: → Liste der Baudenkmäler in Windsbach#Winkelhaid

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1832[8] 1867[5] 1871[9] 1890[10] 1910[11] 1925[12] 1933[12] 1939[12] 1946[10] 1961[13] 1970[13] 1987[1]
Einwohnerzahl 140* 158 161 157 127 154 143 128 231 124 110 115*

* ohne Thonhof

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Andreas (Wassermungenau) gepfarrt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winkelhaid liegt an der Kreisstraße AN 59/RH 10, die nach Mitteleschenbach bzw. die B 466 kreuzend nach Wernfels führt. Über eine Gemeindeverbindungsstraße gelangt man nach Bremenhof.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Geographisches statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 6. Stettinische Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364301, Sp. 264 f.
  • Karl Dunz: Windsbach - Heimat und Kulturgeschichte der Stadt mit allen Ortsteilen. Neuendettelsau 1985, S. 294–298.
  • Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. (Nachdr. der Ausg. Nördlingen, Beck, 1879). Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 482.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Winkelhaid (Windsbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Verein für Computergenealogie e. V., Winkelhaid
  2. Bayern Atlas, Winkelhaid
  3. Ortsteil Winkelhaid, Windsbach.de
  4. Bundschuh, Sp. 264f.
  5. a b Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern, Sp. 1044. 1867 wird dort der Grünthalhof noch als Ortsteil aufgeführt.
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 421.
  7. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
  8. Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, Band 2, S. 1104
  9. Ergebnisse der Volkszählung im Königreiche Bayern vom 1. Dezember 1871 nach einzelnen Gemeinden, S. 149
  10. a b K. Dunz, S. 298.
  11. Gemeindeverzeichnis.de, Bezirksamt Schwabach
  12. a b c Verwaltungsgeschichte.de, Stadt und Landkreis Schwabach
  13. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 704.