Ismannsdorf

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Koordinaten: 49° 14′ 2″ N, 10° 46′ 29″ O

Ismannsdorf
Stadt Windsbach
Höhe: 405 m ü. NN
Fläche: 3,91 km²
Einwohner: 81 (25. Mai 1987)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91575
Vorwahl: 09871
Ismannsdorf

Ismannsdorf

Ismannsdorf ist ein Ortsteil der Stadt Windsbach im Landkreis Ansbach, Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Dorf fließt der Erlbach (Oberlauf bis Ismannsdorf als Baumbach und Mittellauf als Mühlbach bezeichnet), der ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat ist. Im Ort mündet der Eschenbach von rechts ein. Ca. 0,5 km östlich beginnt das Seeleinshölzlein, ca. 0,5 km nordöstlich das Waldgebiet Prünst. Im Südosten erhebt sich der Bummerberg.[2]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reutern Sauernheim Neuses
Wolframs-Eschenbach Nachbargemeinden Elpersdorf
Adelmannsdorf Selgenstadt Speckheim

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name kommt von dem Grundherren Iswold oder Isibold; im Jahr 1396 hieß der Ort Ißwoltsdorff. 1157 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1396 gehörten vier Höfe zum Kloster Heilsbronn, im Laufe der Zeit kamen alle Höfe durch Stiftungen in den Besitz des Klosters. Durch Ismannsdorf führte die Heer- und Handelsstraße Nürnberg – Windsbach – Dinkelsbühl – Straßburg.

Im Jahr 1764 entstand in Ismannsdorf eine Schule, die auch Schüler der Orte Sauernheim und Speckheim besuchten. 1964 wurde sie geschlossen und die Schüler in den Schulverband Windsbach eingegliedert.

In dem Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1801) wird der Ort folgendermaßen beschrieben: „Weiler im ehemaligen Ansbachischen Oberamte Windsbach mit 10 dahin gehörigen Unterthanen; einer ist fremdherrisch“.[3]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Ismannsdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sauernheim zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Sauernheim an.[4] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) löste sich Ismannsdorf mit Speckheim von Sauernheim und bildete eine Ruralgemeinde. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 wurde Ismannsdorf von dem Bezirksamt Heilsbronn verwaltet, seit 1880 von dem Bezirksamt Gunzenhausen (ab 1938: Landkreis Gunzenhausen) und dem Rentamt Gunzenhausen (ab 1920: Finanzamt Gunzenhausen). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Heilsbronn, seit 1880 beim Amtsgericht Gunzenhausen. Im Zuge der Gebietsreform wurde Ismannsdorf am 1. Juli 1972 in die Stadt Windsbach eingemeindet.[5] Im Jahr 1978 wurde mit der Flurbereinigung begonnen.

Ismannsdorf gehört kirchlich zur Pfarrei Windsbach, die Einwohner besuchten schon 1575 den Gottesdienst in Windsbach, obwohl sie erst 1685 dorthin gepfarrt wurden.[6]

Bau- und Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auf dem Kirchsteig von Ismannsdorf nach Windsbach steht ein sogenannter Sühnestein.
  • Etwas südwestlich (ca. 400 m) befindet sich ein Bodendenkmal mit Grabhügeln vorgeschichtlicher Zeitstellung.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Ismannsdorf

Jahr 1818[7] 1846[8] 1856[9] 1867[10] 1875[11] 1900[12] 1910[13] 1925[14] 1933[15] 1939[15] 1950[16] 1961[17] 1970[18]
Einwohner 161 171 259 190 184 182 172 185 190 174 233 208 180
Wohngebäude 32 30 40 34 34 34 35 36

Ort Ismannsdorf

Jahr 1846[8] 1856[9] 1867[10] 1875[11] 1900[12] 1925[14] 1950[16] 1961[17] 1970[18] 1987[1]
Einwohner 85 107 88 92 84 89 119 111 97 81
Wohngebäude 16 16 19 18 18 19 18

Söhne und Töchter des Dorfes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Wilhelm Spaeth (* 1786 in Ismannsdorf; † 1854 in Nürnberg), Techniker, Erfinder und Gründer der ersten Nürnberger Maschinenfabrik im 19. Jahrhundert

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2220 führt von Windsbach über Ismannsdorf nach Wolframs-Eschenbach. Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen nach Speckheim und Sauernheim.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Ißmannsdorf. In: Geographisches, statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 37 (franconica.uni-wuerzburg.de).
  • Karl Dunz: Windsbach – Heimat und Kulturgeschichte der Stadt mit allen Ortsteilen. Neuendettelsau 1985, S. 258–260.
  • Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Band 2. Michael Laßleben, Kallmünz 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8, S. 872, 996–997.
  • Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. (Nachdr. der Ausg. Nördlingen, Beck, 1879). Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 451.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ismannsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 333 (Digitalisat).
  2. Bayern Atlas, Ismannsdorf
  3. J. K. Bundschuh, Bd. 3, Sp. 37.
  4. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 963.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 477.
  6. Ortsteil Ismannsdorf, Windsbach.de
  7. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 45 (Digitalisat).
  8. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 148 (Digitalisat).
  9. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Brügel’sche Officin, Ansbach 1856, S. 181 (Digitalisat).
  10. a b Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1042, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  11. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. ... mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1208 (Digitalisat). Im Original: 284 E. Beide Orte ergeben aber nur 184 E.
  12. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1199 (Digitalisat).
  13. Gemeindeverzeichnis.de, Bezirksamt Gunzenhausen
  14. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1237 (Digitalisat).
  15. a b Geschichte-on-Demand.de, Landkreis Gunzenhausen
  16. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern - Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1069 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 785–786 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 172 (Digitalisat).