Ismannsdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ismannsdorf
Stadt Windsbach
Koordinaten: 49° 14′ 2″ N, 10° 46′ 29″ O
Höhe: 405 m ü. NHN
Einwohner: 81 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91575
Vorwahl: 09871
Ismannsdorf
Ismannsdorf

Ismannsdorf ist ein Ortsteil der Stadt Windsbach im Landkreis Ansbach, Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Dorf fließt der Erlbach (Oberlauf bis Ismannsdorf als Baumbach und Mittellauf als Mühlbach bezeichnet), der ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat ist. Im Ort mündet der Eschenbach von rechts ein. Ca. 0,5 km östlich beginnt das Seeleinshölzlein, ca. 0,5 km nordöstlich das Waldgebiet Prünst. Im Südosten erhebt sich der Bummerberg.[2]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reutern Sauernheim Neuses
Wolframs-Eschenbach Nachbargemeinden Elpersdorf
Adelmannsdorf Selgenstadt Speckheim

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname enthält den germanischen Personennamen Iswold oder Isibold, der der Grundherr der Siedlung war. Der Ort soll zu den ältesten Siedlungen dieser Gegend zählen.[3]

1154/57 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, als dem Kloster Heilsbronn dort Güter veräußert wurden.[4] 1157/61 wird der Ort bei weiteren Veräußerungen als Isiboldesdorf erwähnt.[5] Von 1338 bis 1396 erwarb das Kloster vier Höfe. 1396 hieß der Ort Ißwoltzdorff. Insgesamt wurden fünf Anwesen heilsbronnisch.[6]

Durch Ismannsdorf führte die Heer- und Handelsstraße Nürnberg – Windsbach – Dinkelsbühl – Straßburg.

Im Jahr 1764 entstand in Ismannsdorf eine Schule, die auch Schüler der Orte Sauernheim und Speckheim besuchten. 1964 wurde sie geschlossen und die Schüler in den Schulverband Windsbach eingegliedert.

In dem Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1801) wird der Ort folgendermaßen beschrieben: „Weiler im ehemaligen Ansbachischen Oberamte Windsbach mit 10 dahin gehörigen Unterthanen; einer ist fremdherrisch“.[7]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Ismannsdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sauernheim zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Sauernheim an.[8] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) löste sich Ismannsdorf mit Speckheim von Sauernheim und bildete eine Ruralgemeinde. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 wurde Ismannsdorf von dem Bezirksamt Heilsbronn verwaltet, seit 1880 von dem Bezirksamt Gunzenhausen (ab 1938: Landkreis Gunzenhausen) und dem Rentamt Gunzenhausen (ab 1920: Finanzamt Gunzenhausen). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Heilsbronn, seit 1880 beim Amtsgericht Gunzenhausen. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 3,922 km².[9] Im Zuge der Gebietsreform wurde Ismannsdorf am 1. Juli 1972 in die Stadt Windsbach eingemeindet.[10] Im Jahr 1978 wurde mit der Flurbereinigung begonnen.

Ismannsdorf gehört kirchlich zur Pfarrei Windsbach, die Einwohner besuchten schon 1575 den Gottesdienst in Windsbach, obwohl sie erst 1685 dorthin gepfarrt wurden.[11]

Bau- und Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auf dem Kirchsteig von Ismannsdorf nach Windsbach steht ein sogenannter Sühnestein.
  • Etwas südwestlich (ca. 400 m) befindet sich ein Bodendenkmal mit Grabhügeln vorgeschichtlicher Zeitstellung.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Ismannsdorf

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 161 171 186 191 190 193 184 176 168 174 173 180 182 187 172 182 185 190 174 261 233 209 208 180
Häuser[12] 32 30 34 33 34 34 35 36
Quelle [13] [14] [15] [15] [16] [15] [17] [18] [18] [19] [18] [18] [20] [18] [18] [18] [21] [18] [18] [18] [22] [18] [9] [23]

Ort Ismannsdorf

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 85 88 92 86 84 89 119 111 97 81
Häuser[12] 16 16 18 19 18 18 19 18
Quelle [24] [14] [16] [17] [19] [20] [21] [22] [9] [23] [1]

Söhne und Töchter des Dorfes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Wilhelm Spaeth (* 1786 in Ismannsdorf; † 1854 in Nürnberg), Techniker, Erfinder und Gründer der ersten Nürnberger Maschinenfabrik im 19. Jahrhundert

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Margareta (Windsbach) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach St. Nikolaus (Mitteleschenbach).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2220 führt von Windsbach über Ismannsdorf nach Wolframs-Eschenbach. Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen nach Speckheim und Sauernheim.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Ißmannsdorf. In: Geographisches, statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 37 (franconica.uni-wuerzburg.de).
  • Karl Dunz: Windsbach – Heimat und Kulturgeschichte der Stadt mit allen Ortsteilen. Neuendettelsau 1985, S. 258–260.
  • Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Band 2. Michael Laßleben, Kallmünz 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8, S. 872, 996–997.
  • Hansgeorg Klauss u. a. (Hrsg.): Der Landkreis Gunzenhausen. Verl. f. Behörden u. Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1966, DNB 456843604, S. 217.
  • Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 451 (Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ismannsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 333 (Digitalisat).
  2. Ismannsdorf im BayernAtlas
  3. H. Klauss, S. 217.
  4. M. Jehle, Bd. 1, S. 372.
  5. G. Muck, Bd. 1, S. 47.
  6. G. Muck, Bd. 2, S. 451.
  7. J. K. Bundschuh, Bd. 3, Sp. 37.
  8. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 963.
  9. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 785–786 (Digitalisat).
  10. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 477.
  11. Ortsteil Ismannsdorf, Windsbach.de
  12. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  13. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 45 (Digitalisat).
  14. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 148 (Digitalisat).
  15. a b c Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 174, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  16. a b Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1042, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  17. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. ... mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1208, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat). Im Original: 284 E. Beide Orte ergeben aber nur 184 E.
  18. a b c d e f g h i j k Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 173, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  19. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, ... sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1131 (Digitalisat).
  20. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1199 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1237 (Digitalisat).
  22. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern - Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1069 (Digitalisat).
  23. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 172 (Digitalisat).
  24. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 43 (Digitalisat).