Windsbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Windsbach
Windsbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Windsbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 15′ N, 10° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Höhe: 383 m ü. NHN
Fläche: 68,11 km2
Einwohner: 6094 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91575
Vorwahlen: 09871, 09876Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 226
Stadtgliederung: 29 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 15
91575 Windsbach
Webpräsenz: www.windsbach.de
Bürgermeister: Matthias Seitz (SPD)
Lage der Stadt Windsbach im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-Ries Ansbach Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Fürth Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Unterer Wald Lehrberg Adelshofen (Mittelfranken) Bechhofen (Mittelfranken) Bruckberg (Mittelfranken) Buch am Wald Burk Colmberg Dentlein am Forst Diebach Dietenhofen Dinkelsbühl Dombühl Ehingen (Mittelfranken) Feuchtwangen Flachslanden Gebsattel Gerolfingen Geslau Heilsbronn Insingen Langfurth Leutershausen Lichtenau (Mittelfranken) Merkendorf (Mittelfranken) Mönchsroth Neuendettelsau Neusitz Oberdachstetten Ohrenbach Petersaurach Röckingen Rothenburg ob der Tauber Rügland Sachsen bei Ansbach Schillingsfürst Schnelldorf Schopfloch (Mittelfranken) Steinsfeld Unterschwaningen Wassertrüdingen Weidenbach (Mittelfranken) Weihenzell Weiltingen Wettringen (Mittelfranken) Wieseth Windelsbach Windsbach Wittelshofen Wörnitz (Gemeinde) Wolframs-Eschenbach Wilburgstetten Ornbau Mitteleschenbach Herrieden Dürrwangen Burgoberbach Aurach (Landkreis Ansbach) Arberg Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Die Rezat bei Windsbach

Windsbach (ugs. Winschba[2]) ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windsbach liegt im Rangau, 20 km östlich der Kreisstadt Ansbach und 40 km südwestlich von Nürnberg. Die Fränkischen Rezat, durchquert die Stadt und das Gemeindegebiet von Nordwest nach Südost. Der Erlbach mündet im Süden hinein. Im Nordosten fließt auch die Aurach auf ihrem Weg zur Rednitz durch die Gemeinde.[3]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windsbach hat 29 Ortsteile:[4]

Der Hauptort Windsbach gliedert sich in die Obere und Untere Vorstadt und das Industriegebiet Fohlenhof.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuendettelsau Heilsbronn Kammerstein, Rohr
Lichtenau Nachbargemeinden Abenberg
Wolframs-Eschenbach Mitteleschenbach Spalt

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windsbach wurde 1138 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1278 die Stadtrechte verliehen. Die Burggrafen von Nürnberg erwarben 1292 erste Güter in Windsbach und konnten ihren Besitz im Ort 1400 vergrößern. Bis zum Übergang an Bayern im Jahr 1806 blieb Windsbach im Besitz der späteren Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. Ab 1500 war die Markgrafschaft ein Teil des Fränkischen Reichskreises. Während und nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt und ihr Umland zu einem wichtigen Ansiedlungsraum evangelischer Glaubensvertriebener aus Österreich, die hier eine neue Heimat fanden und deren Nachkommen bis heute hier ansässig sind.[5]

Nach dem Gemeindeedikt gehörte Windsbach ab 1803 zum Landgericht Heilsbronn[6] (ab 1862 Bezirksamt), das 1880 in das Bezirksamt Ansbach, den späteren Landkreis, überging.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Windsbach hatte vor der Gebietsreform in den 1970er Jahren die Ortsteile Schwalbenmühle und Wernsmühle (teilweise). Im Zuge dieser Reform fanden folgende Eingemeindungen statt:

Ehem.
Gemeinde
Einwohner
(1970)
Eingemeindungs-
datum
Bemerkungen
Bertholdsdorf 252 01.05.1978[7]
Brunn 260 01.01.1972[8] mit Leipersloh und Kettersbach
Elpersdorf bei Windsbach 122 01.01.1972[8] mit Kugelmühle
Hergersbach 096 01.07.1972[8]
Ismannsdorf 180 01.07.1972[8] mit Speckheim
Moosbach 117 01.01.1972[8]
Retzendorf 095 01.01.1972[8] mit Wolfsau und Hölzleinsmühle
Sauernheim 131 01.01.1974[7] mit Hopfenmühle
Suddersdorf 144 01.07.1973[7] mit Waldhaus
Untereschenbach 171 01.07.1972[8]
Veitsaurach 382 01.05.1978[7] mit Lanzendorf und Buckenmühle
Wernsbach bei Windsbach 372 01.01.1972[8] Eingliederung von Neuses und des Restes von Wernsmühle (238 der 372 Einwohner), Umgliederung des Ortes Wernsbach nach Neuendettelsau
Winkelhaid 110 01.07.1972[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt Windsbach mit eingemeindeten Ortsteilen:

Jahr 1939 1950 1961 1970 1979 1991 1995 2003 2005 2010 2015
Einwohnerzahl 3777 5831 5201 5167 5158 5343 5825 6187 6182 6039 6094

Stadt Windsbach ohne eingemeindete Ortsteile:

Jahr 1910[9] 1933 1939[10] 1961[7] 1963 1970[7] 1987[11]
Einwohnerzahl 1645 1708 1711 2877 2910 2869 2847

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erster Bürgermeister: Matthias Seitz (SPD)
  • Zweiter Bürgermeister: Norbert Kleinöder (Umland)
  • Dritter Bürgermeister: Karl Schuler (SPD)

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat hat einschließlich des Ersten Bürgermeisters 21 Mitglieder:

Partei Sitze
SPD / Unabhängige Wähler 5
CSU / Engagierte Bürger 5
Wählergemeinschaft Windsbach-Umland 5
Grüne 2
Freie Wähler / Windsbacher Bürgerblock (WBB) 3

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten; vorne geviert von Silber und Schwarz, hinten in Rot ein silberner Schrägwellenbalken. Der gevierte Zollernschild steht für die Burggrafen von Nürnberg, die ab 1292 begannen, Güter in Windsbach zu erwerben. Der Schrägwellenbalken steht für die Fränkische Rezat.

Windsbach führt seit dem 14. Jahrhundert ein Wappen. In einem Siegel von 1610 erscheint es erstmals als Doppelwappen, das Markgraf Joachim Ernst von Brandenburg-Ansbach 1614 mit einem Wappenbrief bestätigte: Rechts die Vierung und links in Rot ein schräglinker grüner Wellenbalken. Seit der Bürgermeistermedaille von 1819 stehen beide Wappen in einem Schild und der Wellenbalken in Silber.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windsbach ist Endpunkt der Regionalbahnstrecke R71 von Wicklesgreuth über Petersaurach und Neuendettelsau nach Windsbach. In Wicklesgreuth besteht Anschluss an die Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim (R7). Der Bahnhof in Windsbach wurde 1894 erbaut.

Die sechs Kilometer nördlich vorbeilaufende Autobahn A 6 (E 50) ist über die Anschlussstellen Lichtenau (AS 53) und Neuendettelsau (AS 54) zu erreichen. Die B 14 führt in einer Entfernung von zwölf, die B 13 von zehn und die B 466 von sechs Kilometern vorbei.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberes Tor
Markgrafenbrücke

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knabenchor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1946 gründete Hans Thamm in Windsbach den inzwischen international bekannten Windsbacher Knabenchor in der Tradition des Dresdner Kreuzchors. Von 1978 bis Januar 2012 wurde der Chor von Karl-Friedrich Beringer geleitet. Seit Februar 2012 ist Martin Lehmann Chorleiter.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den ehemals fünf Türmen und der Stadtmauer stehen nur noch das Obere (Schwabacher Tor) und das Untere Tor (Brückentor) sowie Teile der Stadtbefestigung. Um den Stadtturm aus dem 13. Jahrhundert, der auf Voranmeldung als Aussichtsturm bestiegen werden kann,[12] erkennt man die zweite Verteidigungsanlage, die Amtsburg. Am Kirchplatz steht die ehemalige dritte Verteidigungsanlage, die Kirchenburg. Die Stadtkirche St. Margareta, erbaut 1730, ersetzte die Vorgängerkirche aus der Zeit um 800.

Das Rathaus, das von 1748 bis 1752 erbaut wurde, bildet den Mittelpunkt der historischen Altstadt. Daneben befand sich das alte Schloss, das 1736 abgerissen wurde. In den Jahren 1737 und 1738 wurde an dieser Stelle das Rentamt gebaut. Die Pläne stammten von dem Hofbaudirektor Leopoldo Retti und dem jungen Landbauinspektor Johann David Steingruber. Das Gebäude diente als Finanzamt und Sitz der Amtmänner. 2003 und 2004 wurde das Rentamt grundlegend restauriert. Zurzeit wird das Gebäude unter anderem von der Musikschule Rezat-Mönchswald genutzt.

Ein besonderes Kleinod ist die Gottesruhkapelle, erbaut um 1400 vom Amtmann Ritter von Hellberg, mit Freskenmalereien um 1430.

Von 1790 bis 1792 wurde eine Gewölbebrücke aus Sandstein über die Fränkische Rezat errichtet, die sogenannte Markgrafenbrücke. 1992 wurde dieses Baudenkmal grundlegend saniert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maria Tabea Armanski-Dauscher: Die Straße meiner Kindheit, 1995, 2. Auflage 2000
  • Hansjörg Dodenhöft: Von der städtischen Lateinschule zum Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium, 475 Jahre höhere Schulbildung in Windsbach. Hrsg.: Förder- und Freundeskreis des JSBG. Windsbach 2012.
  • Karl Dunz: Schicksal der Juden in Windsbach. Freimund-Druckerei, Neuendettelsau 1947.
  • Karl Dunz: Windsbach – Heimat und Kulturgeschichte der Stadt mit allen Ortsteilen. Windsbach 1985.
  • Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Erlangen 1955, DNB 480570132, S. 212.
  • Günter P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach. In: Bayerische Kunstdenkmale, Bd. 2. Deutscher Kunstverlag, München 1958, DNB 451224701, S. 166.
  • Johann Friedrich Frischeisen: ... und dann kamen die Amerikaner: Windsbach vor und nach der Stunde Null – Rückblick eines damals Zehnjährigen. Nürnberg 1986
  • Johann Friedrich Frischeisen (Hrsg.): Winsbeke: der Windsbacher Beitrag zum Minnesang des Hochmittelalters. Regensburg 1994
  • Johann Jungmaier: Das Städtchen Windsbach und seine Geschichte. Roth 1938
  • Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Windsbach im 17. Jahrhundert. Eine familiengeschichtliche Untersuchung. Nürnberg 2007 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 19). ISBN 978-3-929865-12-7
  • Karl und Christa Lechner – Heimatverein Windsbach: Patendank zur Konfirmation, 1992
  • Konrad Rosenhauer u. a. (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach. Vergangenheit und Gegenwart. Verl. f. Behörden u. Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1964, DNB 450093387, S. 255.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Windsbach – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Windsbach – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. E. Fechter, S. 204
  3. BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)
  4. Bayerische-Landesbibliothek-Online.de
  5. Krauß, Exulanten
  6. Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern von 1876
  7. a b c d e f Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 706 und 707.
  8. a b c d e f g h i Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 421.
  9. Gemeindeverzeichnis.de
  10. Geschichte-on-Demand.de
  11. Verein für Computergenealogie e. V.
  12. Stadtturm auf der Webseite Fränkisches Seenland