Wolfram Henn

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Wolfram Henn (* 4. Juni 1961 in Saarbrücken) ist ein deutscher Humangenetiker und Medizinethiker. Er leitet die Genetische Beratungsstelle der Universität des Saarlandes. Er ist seit 2013 stellvertretender Vorsitzender der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer und seit 2016 Mitglied des Deutschen Ethikrates.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Humanmedizin an der Universität des Saarlandes war Henn zunächst Ausbildungsstipendiat der Aktion Sorgenkind, dann Forschungsstipendiat der Hedwig-Stalter-Stiftung. 1996 habilitierte er sich für Humangenetik, 2002 erhielt er die Venia legendi für Ethik in der Medizin. Seit 2004 leitet Henn die Genetische Beratungsstelle der Universität des Saarlandes in Homburg/Saar. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt in ethischen Aspekten der Humangenetik.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2000 bis 2008 war Henn Koordinator der Arbeitsgruppe „Reproduktionsmedizin und Embryonenschutz“ in der Akademie für Ethik in der Medizin, von 2001 bis 2010 Mitglied des Kuratoriums der Evangelischen Akademie der Pfalz. Von 2005 bis 2009 war er Vorsitzender der Kommission für Grundpositionen und ethische Fragen der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik. Von 2009 bis 2014 war er Mitglied der Schriftleitung der Zeitschrift Ethik in der Medizin. Henn ist Mitglied der wissenschaftlichen Beiräte der Deutschen Klinefelter-Syndrom-Vereinigung und des Deutschen Down-Syndrom-Infocenters.

Seit 2007 ist er Mitglied der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer, seit 2013 deren stellvertretender Vorsitzender. Seit 2016 ist Henn Mitglied der Ethik-Kommission bei der Ärztekammer des Saarlandes, ebenfalls 2016 wurde er für die Amtsperiode bis 2020 in den Deutschen Ethikrat berufen.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992 Hedwig-Stalter-Preis
  • 1996 Calogero-Pagliarello-Forschungspreis
  • 2007 Down-Syndrom-Preis „Moritz“
  • 2011 Felix-Koßmann-Preis

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Warum Frauen nicht schwach, Schwarze nicht dumm und Behinderte nicht arm dran sind. Herder, Freiburg 2004, ISBN 3-451-05479-5.
  • mit Eckart Meese: Was stimmt? Humangenetik. Herder, Freiburg 2007, ISBN 978-3-451-05744-1.

Buchkapitel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neurogenetik. In: F. Erbguth, R. J. Jox (Hrsg.): Angewandte Ethik in der Neuromedizin. Springer, Berlin 2017.
  • Ethical, legal and psychosocial aspects of molecular genetic diagnosis. In: A. Keller, E. Meese: Nuclear acids as molecular diagnostics. Wiley-VCH, Weinheim 2015.
  • Postnatale genetische Diagnostik. In: G. Marckmann (Hrsg.): Praxisbuch Ethik in der Medizin. Medizinisch-Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin 2015.
  • Gewissenskonflikte von Ärzten in genetischer Beratung und Pränataldiagnostik. In: F. J. Bormann, V. Wetzstein (Hrsg.): Gewissen: Dimensionen eines Grundbegriffes medizinischer Ethik. de Gruyter, Berlin 2014.
  • Ethnomédecine et justice dans l'ère post-génomique. In: G. Canselier, S. Desmoulins: Les catégories ethno-raciales à l'ère des biotechnologies. Société de législation comparée, Paris 2011.

Zeitschriftenartikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auf dem Weg zum Designerbaby? In: Gynäk. Geburtsh. 19(2), 2014, S. 1–2.
  • Multiparameter-Genomanalyse und informationelle Selbstbestimmung. In: Med. Genetik. 26, 2014, S. 273–277.
  • mit D. Schmitz und C. Netzer: An offer you can't refuse? Ethical implications of non-invasive prenatal diagnosis. In: Nature Rev. Genet. 10, 2009, S. 515.
  • Von der Eugenik zur Individualmedizin. In: Med. Genetik. 20, 2008, S. 327–329.
  • Karriere mit Darwin? Evolutionäre Strategien für die Wissenschaftlerlaufbahn. In: Gegenworte. 14, 2004, S. 22–25.
  • Consumerism in prenatal diagnosis: a challenge for ethical guidelines. In: J. Med. Ethics. 26, 2000, S. 444–446.
  • Genetic screening with the DNA chip - a new Pandora's box? In: J. Med. Ethics. 25, 1999, S. 200–203.
  • Predictive diagnosis and genetic screening: manipulation of fate? In: Perspect. Biol. Med. 41, 1998, S. 282–289.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]