Wolfsgrube

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Wolfsgrube bei Hohenwart in einem Waldstück nördlich Pforzheims (vermutlich um 1600 angelegt)

Eine Wolfsgrube ist eine drei bis vier Meter tiefe, meist mit Steinen ausgekleidete Fallgrube zum Fang von Wölfen.

Fangmethode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In die Grube wurde ein lebender Köder, etwa ein Schaf, ein Ferkel oder eine Gans gebracht. Die Fanggrube wurde mit Stroh überdeckt. Durch die Laute der Tiere in der Grube wurden Wölfe angelockt. Um 1850 sollen die letzten Wölfe in der Nähe von Hohenwart so erlegt worden sein.

Form und Anordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfsgrube bei Sehmatal-Neudorf

Die aus Bildnachweisen bekannten Wolfs- oder Bärengruben sind rechteckig. Dies unterscheidet sie vom Wolfsfang, dessen Form als rund dokumentiert wird. In den Ecken angebrachte Steinplatten verhinderten, dass ein gefangener Wolf aus der Grube entkommen konnte. Sogenannte Wolfsgärten, wie für den Wolfsgarten (Erzgebirge) dokumentiert, bestanden aus für die Wolfsjagd errichteten Zäunen.

Geschichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fang des Wolfs von Ansbach in einem Brunnen
In Burgsandstein gehauene Wolfsgrube im Landkreis Nürnberger Land

Wolfsgruben spielen in verschiedenen, zum Teil historisch belegten Geschichten, sowie in der Literatur eine Rolle. Über die Wolfsgrube im Hörsteler Wald im Münsterland wird erzählt, dass eine Bäuerin beim Pilzesammeln in eine Wolfsgrube fiel und kurz darauf ein Wolf in die Grube sprang. Der Bäuerin soll es gelungen sein, den Wolf so lange zu beruhigen, bis die Jäger des Ortes den Wolf erlegt hatten. [1] Der Wolf von Ansbach, dem damaligen Glauben nach ein Werwolf, wurde in einem Brunnen gefangen und erschlagen (siehe Bildnachweis). Michel aus Lönneberga baut in der Episode Als Michel das Fest für die Armen gab eine Wolfsgrube, in der die Vorsteherin des Armenhauses gefangen wird. In der Novelle Die Wolfsgrube aus dem Altdeutschen Decamerone fängt ein Edelmann seine untreue Ehefrau zusammen mit ihrem Geliebten, dem Pfaffen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfsgrube ist auch als Ortsbezeichnung erhalten, etwa im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord[2], in der bayerischen Gemeinde Chieming[3] oder als Ortsteil Wolfgruben in der mittelhessischen Gemeinde Dautphetal. Das Toteisloch Wolfsgrube im Landkreis Fürstenfeldbruck wurde 2005 als eines der schönsten Geotope in Bayern ausgezeichnet.[4] Bei Wilgartswiesen im Landkreis Südwestpfalz ist eine Wolfsgrube erhalten. Hier wurde der letzte Wolf im Jahr 1908 erlegt.[5]

Burgenbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im übertragenen Sinne wird mit Wolfsgrube auch eine Fanggrube unterhalb einer Zugbrücke bezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Wolfsgrube im Hörsteler Wald@1@2Vorlage:Toter Link/www.muensterland.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. www.muensterland.de (eingesehen am 27. August 2010)
  2. Naturpark Nordschwarzwald Mitte/Nord@1@2Vorlage:Toter Link/www.offenburg-zell-weierbach.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF-Datei; 3,9 MB)
  3. Bebauungsplan Traunschlacht-Wolfsgrube in Chieming@1@2Vorlage:Toter Link/www.chieming.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF-Datei)
  4. Mitteilung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt vom 16. Oktober 2005 (PDF-Datei; 43 kB)
  5. Historische Wolfsgrube bei Wilgartswiesen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bilder von Wolfsgruben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien