World Team Challenge

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Die World Team Challenge ist ein Biathlonwettbewerb, der seit 2002 kurz vor dem Jahresende in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen stattfindet. Bereits vorher fand das Mixed-Event zwischen Weihnachten und Neujahr in Ruhpolding statt, bis es 2001 aus finanziellen Gründen den Standort wechselte.[1]

Vorbereitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da es im Ruhrgebiet nur unzureichend natürlichen Schnee gibt, wird rund um das Stadion eine etwa 1200 Meter lange Skatingtrasse aus Kunstschnee präpariert. Die rund 3000 Kubikmeter Kunstschnee werden von der Skihalle Neuss geliefert.[1]

Das Schießen findet innerhalb des Stadions statt, wo eigens dafür ein regelkonformer Schießstand aufgebaut wird. Bei der World Team Challenge am 27. März 2011 kam zum ersten Mal ein Laser-Schieß-System zum Einsatz.[1]

Die World Team Challenge zählt nicht zum Biathlon-Weltcup.

Regeln des Biathlon-Wettbewerbs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Innere der Veltins-Arena während der World Team Challenge 2005

Die Athleten gehen in Zweier-Teams an den Start, die aus je einem Mann und einer Frau bestehen. Diese wechseln sich nach einer gelaufenen Runde und dem danach folgenden Schießen immer ab.

Im Wesentlichen folgt die Veranstaltung den offiziellen Biathlon-Regeln. Von den übrigen Biathlon-Veranstaltungen unterscheidet sich die World Team Challenge jedoch vor allem durch die kurze Streckenlänge von lediglich 1,2 Kilometern und den dadurch häufiger stattfindenden Schießeinlagen, da nach jeder Runde geschossen wird. Die Strafrunde, die für jeden Fehlschuss gelaufen werden muss, ist mit knapp 100 Meter kürzer als bei sonstigen Rennen.

Der Wettkampf besteht aus insgesamt etwa zehn Runden. In den Jahren 2002 bis 2005 wurde ein Massenstartrennen über zwölf Runden gelaufen. 2006 fand nach dem Massenstartrennen über neun Runden zusätzlich ein Verfolgungsrennen statt, die Sieger standen erst nach beiden Rennen fest. Im Jahr 2012 wurde der Sieger in der Kombination aus zwei Rennen ermittelt. Zuerst fand ein Massenstartrennen statt und anschließend ein Verfolgungsrennen.

Veranstaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem eigentlichen Biathlonrennen gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm, dazu gehören beispielsweise ein Prominentenrennen und ein Shoot-Out der Biathleten.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wettbewerbe und Sieger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Jahr Name Land
1 2002 Michael Greis und Martina Glagow DeutschlandDeutschland Deutschland
2 2003 Ole Einar Bjørndalen und Gunn Margit Andreassen NorwegenNorwegen Norwegen
3 2004 Ole Einar Bjørndalen und Liv-Kjersti Eikeland NorwegenNorwegen Norwegen
4 2005 Ole Einar Bjørndalen und Linda Tjørhom NorwegenNorwegen Norwegen
5 2006 Ole Einar Bjørndalen und Linda Grubben NorwegenNorwegen Norwegen
6 2007 Dmitri Jaroschenko und Jekaterina Jurjewa RusslandRussland Russland
7 2008 Andrij Derysemlja und Oxana Chwostenko UkraineUkraine Ukraine
8 2009 Christoph Sumann und Kati Wilhelm OsterreichÖsterreich Österreich DeutschlandDeutschland Deutschland
9 2010/111 Jewgeni Ustjugow und Swetlana Slepzowa RusslandRussland Russland
10 2011 Carl Johan Bergman und Kaisa Mäkäräinen SchwedenSchweden Schweden FinnlandFinnland Finnland
11 2012 Anton Schipulin und Jekaterina Jurlowa RusslandRussland Russland
12 2013 Florian Graf und Laura Dahlmeier DeutschlandDeutschland Deutschland
13 2014 Serhij Semenow und Walentyna Semerenko UkraineUkraine Ukraine
14 2015 Martin Fourcade und Marie Dorin-Habert FrankreichFrankreich Frankreich
15 2016 Simon Schempp und Vanessa Hinz DeutschlandDeutschland Deutschland
1 Die ursprünglich für Ende Dezember 2010 geplante Veranstaltung wurde um drei Monate verschoben, nachdem Teile des Daches der Veltins-Arena durch Schneemassen beschädigt worden waren.

Erfolgreichste Nationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bislang konnten sieben verschiedene Nationen das Event gewinnen, wobei ein Sieg von Deutschland sowie die Siege von Finnland, Österreich und Schweden jeweils durch ein gemischtes Team errungen wurde.

Platz Land Siege
1 DeutschlandDeutschland Deutschland 4
NorwegenNorwegen Norwegen
3 RusslandRussland Russland 3
4 UkraineUkraine Ukraine 2
5 FinnlandFinnland Finnland 1
OsterreichÖsterreich Österreich
SchwedenSchweden Schweden
FrankreichFrankreich Frankreich

Erfolgreichste Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bislang konnte nur ein Athlet mehr als zweimal bei einer Biathlon-World-Team-Challenge gewinnen. Der Norweger Ole Einar Bjørndalen gewann in den Jahren 2003 bis 2006 viermal hintereinander das Event. Die Siege erreichte er mit drei verschiedenen Partnerinnen. Seine Siegesserie endete 2007, als er gemeinsam mit Tora Berger als vierte Teampartnerin den fünften Triumph mit einem zweiten Platz knapp verfehlte.

Michael Greis nahm als einziger Athlet an allen bis 2012 ausgetragenen Veranstaltungen teil und konnte 2002 zusammen mit Martina Glagow den Sieg erringen. Sein Rennen am 29. Dezember 2012 war zudem sein letztes Rennen als aktiver Biathlet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: World Team Challenge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Von einer verrückten Idee zur größten Biathlon-Arena. FC Schalke 04 Arena Management, abgerufen am 13. Juni 2014.