Wort-Gottes-Feier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Wort-Gottes-Feier ist eine liturgische Feier der katholischen Kirche. In den Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils empfiehlt dieses, eigene Wortgottesdienste an den Vorabenden der Hochfeste, an Wochentagen im Advent oder in der Fastenzeit und an den Sonn- und Feiertagen zu feiern. Dort, wo kein Priester zur Verfügung steht, soll sie ein Diakon oder ein anderer Beauftragter des Bischofs leiten [1].

Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch für die Wort-Gottes-Feiern gilt die liturgische Grundordnung, wie sie im Gotteslob (1975) bereits in der Kommunionfeier (Nr. 370) dargestellt war. Ihre Gestaltung ist daher angelehnt an die Form des Wortgottesdienstes der heiligen Messe. Im Gotteslob befindet sich der Ablauf der Wort-Gottes-Feier unter den Nummern 668 bis 671. Beim Ablauf wird zwischen einer Wort-Gottes-Feier an Sonn- oder Feiertagen und an Wochentagen unterschieden. Im Ablauf kursiv Gedrucktes ist dem Sonntag oder Feiertag vorbehalten.

Theologischer Grundgedanke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wort-Gottes-Feier ist ein dialogisches Geschehen zwischen Gott und den Menschen. Jesus Christus wird im Wort Gottes gegenwärtig, und ihm wird in der Feier in Gebet und Gesang eine Antwort gegeben. Daher besteht die Feier aus vier Teilen:

  • der Eröffnung,
  • der Verkündigung des Wortes Gottes,
  • der Antwort der Gemeinde
  • und dem Abschluss.[2]

Zwei grundlegende Linien sollen deutlich gemacht werden. Die absteigende Linie (Gott spricht durch das Wort zum Menschen) und die aufsteigende Linie (die Antwort der Gemeinde an Gott). Die aufsteigende Linie (Antwort der Gemeinde) wird in der Feier besonders durch eine Auswahl von Antwortmöglichkeiten betont.

Eine anschließende Kommunionfeier (mit Hostien aus dem Tabernakel) ist grundsätzlich nicht vorgesehen und nur in Notfällen gestattet (etwa wenn in einer Gemeinde einen Monat lang keine heilige Messe gefeiert werden kann). Eine solche Feier erscheint Winfried Haunerland hingegen möglich[3]. Die Abhaltung einer solchen Feier ist in jedem Fall an die Zustimmung des Ortsbischofs gebunden.[4] Ein entsprechender Hinweis war im Gotteslob (1975) in Nr. 370[5] zu finden, jedoch nach Ausführung der DBK in 2006[6] nicht mehr im Gotteslob von 2013.

„Stationsgottesdienste“ als Wort-Gottes-Feier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wortgottesdienste als gottesdienstliche Versammlungen ohne Priester an Sonntagen mit ähnlichem Ablauf waren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Diasporagebieten verbreitet. Ab 1965 gestattete der Heilige Stuhl für die DDR dabei auch eine Kommunionfeier. Diese Erlaubnis wurde 1967 auf die ganze römisch-katholische Kirche ausgedehnt.

In der DDR war es dazu Praxis, dass ein sogenannter Diakonatshelfer die konsekrierten Hostien jeweils aus der pfarrlichen Messfeier zu den Stationsgottesdiensten mitbrachte.[7]

Begleitpublikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liturgische Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wort-Gottes-Feier. In: Gebet- und Gesangbuch (GGB) Gotteslob, Nr. 668–671. Katholische Bibelanstalt Stuttgart 2013, ISBN 978-3-89889-204-9.
  • Deutsches Liturgisches Institut: Wort-Gottes-Feier. Werkbuch für die Sonn- und Festtage. Herausgegeben von den Liturgischen Instituten Deutschlands und Österreichs im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz, der Österreichischen Bischofskonferenz, des Erzbischofs von Luxemburg und des Bischofs von Bozen-Brixen, Trier 2004, ISBN 978-3-937796-02-4.
  • Deutsches Liturgisches Institut: Versammelt in Seinem Namen. Werkbuch für Gottesdienste an Wochentagen. Tagzeitenliturgie - Wort-Gottes-Feier - Andachten. Herausgegeben von den Liturgischen Instituten Deutschlands und Österreichs im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz, der Österreichischen Bischofskonferenz, des Erzbischofs von Luxemburg und des Bischofs von Bozen-Brixen, Trier 2008, ISBN 978-3-937796-07-9.

Musikalische Handreichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelwerke:

  • Hymnus: Dir gebührt unser Lob. Text: nach Hymnarium Valcidonense 11./12. Jh., Melodie: Michael Heigengruber 2003. In: Benediktinisches Antiphonale 1: Dir gebührt unser Lob. Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach.
  • Lobpreis: Lobpreis für den Sonntag. Text: Apostolische Konstitutionen 3. Jahrhundert, Melodie: Ludger Stühlmeyer. In: Arbeitshilfen des Referates für Liturgische Bildung des Erzbistums Bamberg, Bamberg 2002.
  • Zeichenhandlung: Herr, mein Beten steige zu dir auf wie Weihrauch. Text: nach Ps. 141,2, Melodie und Satz: Matthias Kreuels. In: Gotteslob Nr. 98.

Sammlungen:

  • Patrick Dehm: Nachklänge. Musikalische Abendgebete. Schwabenverlag, Ostfildern 2006, ISBN 978-3-7966-1287-9.
  • Walter Hirt: Antwortpsalmen und Rufe vor dem Evangelium. Eine Handreichung für den Gottesdienst. (Lesejahre A, B, C) Bonifatius Verlag, Paderborn 2013, ISBN 978-3-89710-550-8.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kongregation für den Gottesdienst: Direktorium „Sonntäglicher Gemeindegottesdienst ohne Priester“. (Mit einer Einführung der Deutschen Bischofskonferenz). 2. Juni 1988 (VAS 94), Bonn 1990.
  • Werner Bauer: Wort-Gottes-Feier. In: Gottesdienst, Information und Handreichung der Liturgischen Institute Deutschlands, Österreichs und der Schweiz., Freiburg, Basel, Wien 1992, 26. Jg., Nr. 12, S. 89–91.
  • Winfried Haunerland: Verbot ist keine Lösung - zur Kommunionausteilung in Wort-Gottes-Feiern. In Anzeiger für die Seelsorge 6/2017, S. 11 ff
  • Albert Gerhards: Nun sag, wie hast du's mit der Kommunion - Die Gretchenfrage der Wort-Gottes-Feier. In Anzeiger für die Seelsorge 6/2017, S. 20 ff

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Bischofskonferenz: Zum gemeinsamen Dienst berufen, Die Leitung gottesdienstlicher Feiern – Rahmenordnung für die Zusammenarbeit von Priestern, Diakonen und Laien im Bereich der Liturgie, 1999, Nr. 31–33
  2. Gotteslob (2013) Nr. 668,1.
  3. Winfried Haunerland: Verbot ist keine Lösung – zur Kommunionausteilung in Wort-Gottes-Feiern, Abschnitt Feierkonsquuenzen. In Anzeiger für die Seelsorge 6/2017, S. 14
  4. Die deutschen Bischöfe 62, Nr. 36, 10. Auflage 2010, S. 32
  5. 1975 Gotteslob, Nr. 370: „Die christliche Gemeinde lebt von der sonntäglichen Versammlung. Wenn in dieser nicht die Eucharistie gefeiert werden kann, soll eine Kommunionfeier gehalten werden. Der Leiter einer solchen Versammlung muß vom Bischof beauftragt sein. Er braucht eine entsprechende Ausbildung [...] Man kann die Kommunionfeier als Wortgottesdienst mit anschließender Kommunion bezeichnen.“
  6. 2006 DBK, Allgemeine Kriterien für die Wort-Gottes-Feiern am Sonntag: „Alle anderen Gottesdienstformen, die an die Stelle der hl. Messe treten, sind am Sonntag nur in einer Notsituation gestattet. Eine sinnvolle Form ist dann die Wort-Gottes-Feier. In ihr wird Jesus Christus durch sein Wort in der Gemeinde gegenwärtig. Alle, die dieses Wort gläubig hören und annehmen, empfangen für ihren Weg der Nachfolge Orientierung und eine stärkere Christusverbundenheit.“
  7. Winfried Haunerland: Verbot ist keine Lösung – zur Kommunionausteilung in Wort-Gottes-Feiern, Abschnitt Feierkonsequenzen, In Anzeiger für die Seelsorge 6/2017, S. 15