Zabelstein

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Zabelstein
Zabelstein

Zabelstein

Höhe 480 m ü. NHN
Lage im Norden Bayerns, Deutschland
Gebirge Steigerwald
Koordinaten 49° 56′ 39″ N, 10° 27′ 9″ OKoordinaten: 49° 56′ 39″ N, 10° 27′ 9″ O
Zabelstein (Bayern)
Zabelstein
Gestein Keuper
Besonderheiten Sendeanlage, Aussichtsturm

Der Zabelstein ist ein 480 m ü. NHN[1] hoher Berg im Steigerwald. Er liegt im südlichen Teil des Landkreises Schweinfurt in Unterfranken.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Berg bildet die markante Nordwestspitze und die Grenze des Steigerwalds zum Maintal. Er liegt im gemeindefreien Gebiet Hundelshausen des Landkreises Schweinfurt. An seinem Fuß befinden sich die Ortschaften Donnersdorf, Traustadt, Wohnau (Gemeinde Knetzgau), Hundelshausen und Altmannsdorf (Gemeinde Michelau im Steigerwald).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sendeanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem höchsten Punkt des Zabelsteins befindet sich eine Sendeanlage mit einem 61 Meter hohen Antennenträger, die früher von den amerikanischen Streitkräften genutzt wurde. Gegenwärtig nutzt sie der Katastrophenschutz.

Burg Zabelstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am nördlichen Ende des Bergrückens befinden sich die Ruine der ehemaligen Burg Zabelstein und einige Überreste einer Siedlung. Die Burg Zabelstein galt einst als die sicherste und mächtigste Festung im Bistum Würzburg, neben dem Bischofssitz auf der Festung Marienburg in Würzburg. Heute zeugen nur noch Reste von der einst so mächtigen Veste. Von der einstigen Vorburg trat man einst in die Hauptburg über einen Halsgraben ein, welcher gesichert war von zwei Rundtürmen.[2]

Die ältesten Teile der Burg reichen ins frühe 12. Jahrhundert zurück. 1136 wurde sie erstmals als eine Anlage des 1298 in der männlichen Linie ausgestorbenen Geschlechts derer von Zabelstein erwähnt.

Eine freigelegte Ringmauer aus dem zwölften Jahrhundert belegt, dass auf dem Zabelstein schon damals eine Burg in Stein stand, für diese Zeit etwas Außergewöhnliches. Diese frühe Burganlage wurde Zug um Zug nach außen vergrößert. Deutlich zu sehen ist an der Südseite jetzt wieder das Widerlager einer Zugbrücke als Bestandteil einer hölzernen Brücke, die einst Vor- und Hauptburg miteinander verband.[3]

1303 gelangte jedenfalls das gesamte Areal in den Besitz des Fürstbistums Würzburg. Das baute die Burg in der Folge zu einer der stärksten Wehranlagen des Bistums aus und nutzte sie zeitweilig als sicheren Verwahrungsort für ihr Archiv und ihren Kirchenschatz, später auch als Inhaftierungsort.

Als eine der ersten Burgen in Bayern wurde die auf dem 489 Meter hohen Zabelstein für die Artillerieverteidigung umgerüstet. Rechnungen zufolge wurden so 1410 elf Hakenbüchsen, vier Armbrüste und Schießpulver geliefert.

Der große Rundturm am Halsgraben im Südwesten war mit Sicherheit Bestandteil dieser Artilleriebefestigung. Um 1430 wurde die Burg aus Angst vor Hussiten-Einfällen nochmals verstärkt. In dieser Zeit nahm die Burg ihre heutige Konzeption und Größe an.

In ihrer gesamten Geschichte wurde die Burg nie nach feindlichen Kampfhandlungen eingenommen und völlig zerstört, auch nicht im Bauernkrieg 1525. Damals übergaben sie die Herren kampflos. Dennoch wurde die Burg in jener Zeit stark beschädigt. Die Würzburger Bischöfe ließen sie wohl wegen der überragenden Bedeutung in der Rechtsprechung und aufgrund ihrer wichtigen strategischen Lage aber nicht weiter verfallen.[4]

Aussichtsturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Zabelstein steht auf 475 m ü. NN ein 18,84 m[5] hoher Aussichtsturm, der durch seine exponierte Lage freie Sicht über das Steigerwaldvorland ins Schweinfurter Becken bietet. Bei schönem Wetter kann man 80 Kilometer weit bis in die Rhön schauen. Beschriftete Panoramafotografien informieren die Besucher über die sichtbaren Geländepunkte.

Der 1999 errichtete Aussichtsturm

Ein erster Aussichtsturm stand auf dem Zabelstein von 1956 bis 1976. Er war vom Steigerwaldklub Gerolzhofen errichtet worden und 15 Meter hoch. Dieser wurde 1978 vom Landkreis Schweinfurt durch einen Nachfolgebau ersetzt, der bis 1999 stand und noch im selben Jahr für 200.000 DM vom heutigen Aussichtsturm aus Lärchenholz abgelöst wurde. Nachdem eine Prüfung im Jahr 2017 zu dem Ergebnis kam, dass der Turm nicht mehr verkehrstauglich ist, wurde er aus Sicherheitsgründen gesperrt. Da eine Sanierung nicht als sinnvoll erachtet wird, werden Möglichkeiten eines Neubaus erwogen.[6] Neben dem Aussichtsturm befindet sich seit 2008 das Lingmann-Haus, das vom Steigerwaldklub Gerolzhofen in Kooperation mit dem Staatsforst erbaut wurde und vom Steigerwaldklub verwaltet wird. Das Haus ist eine beliebte Unterkunftshütte für Wanderer. Das zuvor an gleicher Stelle stehende alte Haus wurde abgetragen.

Um der Unsitte des Einschnitzens von Namen und sonstigen Texten an der Holzhütte und am Aussichtsturm entgegenzuwirken, war bereits an der alten und ist an der neuen Hütte zu lesen: „Es ist doch völlig Schnuppe ob hier zu lesen ist, dass Du mit Deiner Puppe schon hiergewesen bist“.

Biotoplehrpfad Zabelstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einem Rundweg von 2 km Länge erfährt man an 12 Stationen Wissenswertes über die Bedeutung von abgestorbenem Holz für die Artenvielfalt im Wald und das Naturschutzkonzept des Forstbetriebs Ebrach.[7]

Blick über den Zabelstein und das Steigerwaldvorland, mit Weinbergen, ins Schweinfurter Becken

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)
  2. Burgruine Zabelstein – www.burgen.blaue-tomaten.de. Abgerufen am 9. Februar 2018.
  3. Burg Zabelstein: Nach Feuersbrunst aufgegeben. 12. Oktober 2015, abgerufen am 2. Mai 2019.
  4. Burg Zabelstein: Nach Feuersbrunst aufgegeben. 12. Oktober 2015, abgerufen am 2. Mai 2019.
  5. Ein windiger Aussichtsturm (Memento vom 25. November 2014 im Internet Archive) abgerufen von Schweinfurt im Internet am 21. Mai 2009
  6. Zabelstein bleibt bis auf weiteres geschlossen auf in-und-um-schweinfurt.de, abgerufen am 1. Februar 2018
  7. Biotoplehrpfad Zabelstein. In: weinpanorama-steigerwald.de. Abgerufen am 9. Februar 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]