Steigerwald

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Steigerwald
Blick über den Steigerwaldkamm am Zabelstein ins Schweinfurter Becken

Blick über den Steigerwaldkamm am Zabelstein
ins Schweinfurter Becken

Höchster Gipfel Scheinberg (498,5 m ü. NHN)
Lage Bayern
Teil des Fränkischen Keuper-Lias-Landes
Einteilung nach Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands
Steigerwald (Bayern)
Steigerwald
Koordinaten 49° 37′ N, 10° 17′ OKoordinaten: 49° 37′ N, 10° 17′ O
Typ Mittelgebirge
Fläche 1.115,2 km²
dep1
p1
p5

Der Steigerwald (benannt nach der im Westen ansteigenden großen Keuperplatte dieser Landschaft[1]) ist ein bis 498,5 m ü. NHN[2] hohes Mittelgebirge im bayerisch-fränkischen Teil des Südwestdeutschen Stufenlandes zwischen Würzburg bzw. Schweinfurt im Nordwesten und Nürnberg im Südosten. Er ist Teil des Keuperberglandes und wird innerhalb dessen nach Nordnordosten, rechts des Mains, durch die Haßberge, nach Südsüdwesten durch die Frankenhöhe fortgesetzt.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steigerwald leitet sich laut dem Bamberger Biologen Winfried Potrykus (1935–2014) „wohl von „Steigirwald“ ab, was eine ansteigende Höhe bedeutet oder Wald auf einer hochragenden, aber unzugänglichen Gegend. Erstmals erscheint der Name Steigerwald im Jahre 1151 auf einer Urkunde Königs Konrad III. und bezeichnet einen Wald, der in Richtung Oberschwarzach an das Kloster Ebrach anstößt. Es sei anzunehmen, dass der dem Kloster Ebrach nordwestlich anschließende Höhenwald damit gemeint ist“.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine frühgeschichtliche Besiedlung der Kulturlandschaft lässt sich randlich im Steigerwaldvorland und dem östlichen Rand der Ebrach-Aisch-Abdachung, nahe der Regnitzfurche nachweisen. Selbst die ersten Wellen der fränkischen Siedlungsnahme im 6. und 7. Jahrhundert und im 8 bis 10. Jahrhundert drangen nur teilweise in das Waldland des Steigerwaldes vor. Ausgehend von den randlich gelegenen Königshöfen Herzogenaurach, Langenzenn, Eltmann, Gerolzhofen, Riedfeld ist jedoch ein erstes Vordringen und eine geringe Siedlungstätigkeit vor allem entlang der Gewässer anzunehmen.[4] Um 1000 gehörte der größte Teil des Steigerwaldes zum Folcfelt (Volkfeld) östlich von Volkach und dem südwestlich anschließenden Ratenzgowe (Radenzgau), die beide von den Markgrafen von Schweinfurt beherrscht wurden. Die älteste Notiz von dem Gebiet, das wir heute Steigerwald nennen, erscheint laut einer Urkunde Kaiser Heinrichs II. vom Jahre 1023. Darin verleiht der Kaiser den Wildbann (die Hohe Jagd) an das Bistum Würzburg. Die in dieser Urkunde aufgeführten Orte markieren in etwa das Gebiet des heutigen Steigerwaldes.

Castell, mit Turmhügel Altcastell

Nach dem Erlöschen der alten Gaue im 14. Jahrhundert wandelte sich die Bezeichnung. So heißt es 1317, dass die Burg Ebersberg bei Zell, der Großbach-Wald bei Hombeer mit dazu gehörten. Ein wichtiges Jahr, in dem die auch heute noch bestehenden Grenzen des Steigerwaldes, erstmals urkundlich erwähnt werden, sind die Verhandlungen des Reichskammergerichtes zu Speyer im Jahre 1575. Dort wurde der damals strittige Wildbann verhandelt. Der Steigerwald erstreckte sich demnach „vom Zabelstein den Grund hinauf bis nach Sand, dann den Main hinauf bis nach Bamberg; von da das Gehölz hinauf bis an den Eisch-Grund, diesen hinauf bis gen newen Hoff (Neustadt an der Aisch). Von dort weiter bis Yphofen, von da bis Castell und von da bis an den Zabelstein“. Diese Grenzen legte auch die fränkische Reichsritterschaft zugrunde, als sie gegen Ende des 15. Jahrhunderts dem Steigerwaldgebiet die Verfassung eines Kantons gab. 1801 heißt es bei Bundschuh folgendermaßen: „Der Steigerwald hebt am linken Ufer des Mains an, zieht hinauf gegen Bamberg, weiter am linken Ufer der Regnitz hinauf bis dahin, wo sich die Aisch in die Regnitz ergießt…“

Alte aus der Karolingerzeit stammende Orte des Steigerwaldrandes sind nach dem Autor Klarmann (1909) Bamberg, Viereth, Eltmann, Donnersdorf, Wonfurt, Castell, Iphofen, Höchstadt und Windsheim. Sie gehörten dem Volkfeld und dem Radenzgau an.

Die günstige Lage über der Regnitz veranlasste erst die Herzogsfamilie der Hedenen (718) und dann die Babenberger (800) zum Bau einer Burg. Danach errichtete Kaiser Heinrich II. den Dom an dieser Stelle. In neuerer Zeit bezeichnete der Autor Scherzer in seinem Werk „Franken“ Bamberg mit seiner Altenburg zum Steigerwald gehörig. [5]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage und Abgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Steigerwald liegt am vom Dreifrankenstein markierten Schnittpunkt der Regierungsbezirke Unter-, Mittel- und Oberfranken. Er befindet sich grob zwischen den Städten Bamberg, Schweinfurt, Würzburg und Nürnberg. Im Norden wird er durch den Lauf des Mains begrenzt, im Nordosten durch die Regnitz. Die Grenze im Südosten bildet die Aisch, im Südwesten eine Linie von Marktbreit über Uffenheim nach Bad Windsheim und im Westen wiederum der Main.

Das Gebiet erstreckt sich über sechs Landkreise, vom Norden im Uhrzeigersinn, Haßberge, Bamberg, Erlangen-Höchstadt, Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Kitzingen und Schweinfurt.

Die orographische Steigerwald, der neben dem eigentlichen Steigerwald auch sein Vorland umfasst, erstreckt sich südlich des Mittelmaintals bis zum Maindreieck und umfasst von West nach Ost die dem Steigerwaldtrauf vorgelagerten Gäulandschaften des Steigerwaldvorlands, die steil ansteigende Stufe des Steigerwaldtraufs und die nach Osten abfallende Steigerwaldhochfläche. Das Maintal im Norden, der Steigerwaldtrauf im Westen und die Windsheimer Bucht im Südwesten bilden eine deutlich wahrnehmbare Grenze zu den angrenzenden Landschaften. Die Süd- und Ostgrenze hingegen ist weniger auffällig. Hier fällt die nach Osten abfallende Hochfläche des Sandsteinkeupers allmählich ab und geht fließend in den angrenzenden Aischgrund und das Bamberger Main- und Regnitztal über.[6]

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Steigerwald gliedert sich naturräumlich wie folgt:[7][8][9]

Geologie und Böden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ton- und Sandsteine des Keupers am Schwanberg (Aufschluss)

Geologisch gilt der Steigerwald als Typenlandschaft für die Bodenschicht des Keupers. Die Region ist namensgebend für die Steigerwald-Formation, ein geologischer Begriff für eine spezielle Bodenschicht des Keupers, die in ganz Süddeutschland auftritt. Der Steigerwald findet seine geologische Fortsetzung im Keuperbergland, mit Hassbergen und Frankenhöhe (siehe: Lage)

Die Böden des Steigerwaldvorlands sind meist schwere, nährstoffreiche Gipskeuperböden. Zum Main nehmen sandig-kiesige, aus quartären Ablagerungen gebildete Böden zu. Teilweise sind auch Böden aus Löss anzutreffen. Die Keuper-Sandsteine und Gipskeuperschichten haben mäßig nährstoffreiche Böden herausgebildet. In kleinräumigem Wechsel finden sich sandige und tonig-mergelige Böden. Nach Osten, zum Regnitztal hin, nehmen magere, sandige Böden zu.[10]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturpark Steigerwald, Teich mit Schilf

Der Steigerwald ist ein Naturpark und hat sich zu einem der wertvollsten deutschen Laubwaldgebiete entwickelt. Das belegt die Bewertung des Umweltministeriums, das den Steigerwald unter 24 Laubwaldgebieten in Deutschland auf Platz 5 setzte. Eine angedachte Ausweisung eines Teils des Steigerwalds zu Bayerns dritten Nationalpark wird seit Jahren heftig und kontrovers diskutiert.

Der Steigerwald ist nach dem Spessart das zweitgrößte Laubwaldgebiet Bayerns und besteht zu 70 % aus Buchen.[11] Die Vegetation des Vorlandes ist geprägt durch intensive Landwirtschaft. Am Steigerwaldtrauf sind Obstkulturen und Weinberge charakteristisch (siehe: Weinbau). Die ursprüngliche Vegetation besteht hier überwiegend aus Eichen-Hainbuchenwäldern und an besonders exponierten Stellen vereinzelt aus wärmeliebenden Steppenheidewäldern. Auf den mageren Sandböden der östlichen Steigerwaldabdachung kommen auch lichte Kiefernwälder vor.[10]

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Boden hat praktische Bedeutung für den Weinanbau, im Westen, am Steigerwaldtrauf. Der wärmespeichernde Keuper (Mergel und Gips) rund um die Weinorte Iphofen, Wiesenbronn und Castell, gilt als die für den Steigerwaldwein typische Bodenkomponente im Charakter des Weingeschmacks (siehe: Frankenwein, Steigerwald).

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tiere wie der Biber, die Wildkatze und der Otter sind hier ebenso heimisch wie der Schwarzkäfer oder viele Waldschmetterlingsarten. In den Naturwaldreservaten und den Trittsteinen des Forstbetriebs Ebrach wurden darüber hinaus 436 verschiedene Pflanzen und Pilzarten entdeckt. Der Steigerwald wird wegen dieser hervorragenden Artenvielfalt als eines der herausragenden Naturgebiete Deutschlands bezeichnet.[12]

Die kleinen Naturwaldreservate mit ihrem hohen Totholzanteil und ihrer natürlichen Dynamik bieten vielen bedrohten Waldtieren eine Heimat. Diese Reservate mit ihrem Mosaik aus Jung und Alt in den verschiedenen Waldgesellschaften bewirken die große Artenvielfalt im Nordsteigerwald.[13]

Naturräumliche Gegebenheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steigerwaldtrauf am Schwanberg

Das Steigerwaldvorland steigt vom Maintal bis zum Steigerwaldtrauf in mehreren Stufen an. Mit bis zu 250 Metern Höhenunterschied hebt sich der Steigerwald an seiner Westkante gegen sein Vorland und das Maintal ab. Dabei ist das Relief des Steigerwaldvorlands durch zahlreiche freigestellte Zeugenberge geprägt, die isoliert oder durch schmale Rücken mit dem Steigerwald verbunden in das Vorland hineinragen. Durch tief eingeschnittene, zum Main hin entwässernde Stirnbäche wird der Steigerwaldtrauf weiter aufgelöst. Der hohe Steigerwald ist durch seinen Trauf markant vom Vorland abgegrenzt. Als flach geneigte Abdachung fällt der Steigerwald von ca. 500 m bis auf ca. 300 m Höhe zum Regnitztal hin ab. Dabei ist die Oberfläche durch die Erosionstätigkeit der fächerartig nach Osten zur Regnitz hin entwässernden Bäche in einzelne Riedel aufgelöst. Der rhythmische Wechsel von Hochflächenanteilen (Riedelflächen) und eingeschnittenen Tälern nimmt nach Süden zugunsten der Talgründe stetig zu. [10]

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Bergen und Erhebungen des Steigerwalds gehören – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN; wenn nicht anders genannt laut [2]):

Name Höhe in Meter (m) Ort Info
Scheinberg 498,5 m Weigenheim[14]
Hoher Landsberg 498,0 m Weigenheim[15] Burgruine Hohenlandsberg
Euerberg 491,0 m Fabrikschleichach[16]
Zabelstein 489,0 m Hundelshausen (Michelau im Steigerwald)[17] Aussichtspunkt Zabelstein
Großer Knetzberg 487,5 m Knetzgau
Iffigheimer Berg 482,0 m Willanzheim[18] Aussichtsturm Iffigheimer Berg
Nußberg 481,0 m Hundelshausen[19]
Sandberg 481,0 m Wüstenfelden
Katzenberg 480,0 m Schönaich (Oberschwarzach)[20]
Schloßberg 477,0 m Altenschönbach[21]
Rehhügel 477,0 m Schönaich (Oberschwarzach)[22]
Roßberg 477,0 m Birklingen
Stollberg 476,0 m Handthal Burgruine Stollburg
Schwanberg 474,0 m Schwanberg[23] Schloss Schwanberg (Franken)
Friedrichsberg 473,0 m Abtswind Schloss Friedrichsberg
Herpersberg 472,0 m Dürrnbuch[24]
Fabrikschleichacher Berg 470,0 m Rauhenebrach[25]
Kreuzberg 470,0 m Hof (Ebrach)
Gangolfsberg 469,0 m Hundelshausen
Bocksberg 468,0 m Hundelshausen (Michelau im Steigerwald)[26]
Hofer Berg 466,0 m Hof (Ebrach)
Trauberg 466,0 m Dürrnbuch
Dachsberg 465,0 m Hundelshausen
Bücherberg 465,0 m Dürrnbuch
Schönberg 463,0 m Rehweiler
Greuther Berg 457,0 m Greuth
Seitenbucher Ranken 456,0 m Seitenbuch
Bullenheimer Berg 455,6 m Ippesheim Aussichtsturm Bullenheim
Wildenberg 455,0 m Großgressingen
Schießberg 455,0 m Oberscheinfeld
Fuchsberg 443,0 m Oberscheinfeld
Burghöchstädter Berg 441,0 m Burghöchstadt
Geiersberg 440,0 m Oberschwarzach[27]
Eichelberg 437,0 m Seitenbuch
Schlossberg 425,0 m Oberscheinfeld Ruine Scharfeneck

Flüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedingt durch den traufartigen Steilabfall der Westseite fließen die meisten größeren im Steigerwald entspringenden Fließgewässer in östliche bis südöstliche Richtung ab. Sie fließen in der Regel nicht direkt dem Main im Nordosten zu, sondern entweder der Regnitz im Osten oder deren Nebenfluss Aisch, der den Steigerwald im Südosten flankiert und eine natürliche Trennlinie zur Frankenhöhe bildet.

Die folgenden Fließgewässer entspringen im Steigerwald und fließen in östliche Richtungen ab [2]

Fluss Länge in km Mündet in
Rauhe Ebrach 47,3 Regnitz
Reiche Ebrach 44,9 Regnitz
Aurach 34,3 Regnitz
Ehebach 26,7 Aisch
Mittlere Ebrach 25,3 Regnitz
Kleine Weisach 22,4 Aisch
Bibart 16,7 Laimbach
Weisach ? Aisch
Scheine ? Laimbach
Steinach ? Aisch
Laimbach ? Ehebach
Haslach ? Reiche Ebrach
Rimbach ? Haslach

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima des Steigerwaldvorlandes ist, wie auch im angrenzenden Maintal, mild und mit ca. 650 mm Jahresniederschlag aufgrund der Staulage am Fuß des Steigerwaldtraufs vergleichsweise niederschlagsreich im Vergleich zu den westlich angrenzenden Gäulandschaften. Im Hohen Steigerwald sind Regenmengen von ca. 750 mm zu erwarten. Nach Osten nimmt der Niederschlag bis auf ca. 600 mm im Regnitztal ab. Durch kontinentale Einflüsse gibt es sehr warme Sommer und recht kalte Winter, wobei Schneemengen bis zu 25 cm ab circa 450 m über Normalnull keine Seltenheit sind und sich auch mal über einen längeren Zeitraum halten können. [28]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Frankenberg
Bezeichnung Kategorie Ort
Burgruine Hohenlandsberg Ruine Weigenheim
Burgruine Stollburg Ruine Handthal
Schloss Burghaslach Schloss Burghaslach
Schloss Schwanberg Schloss Schwanberg
Schloss Schwarzenberg Schloss Scheinfeld
Burgruine Zabelstein Ruine Donnersdorf
Julius-Echter-Schloss Schloss Oberschwarzach
Kirchenburganlage Donnersdorf Ruine Donnersdorf
Schloss Sulzheim Schloss Sulzheim
Schloss Traustadt Schloss Donnersdorf
Burgstall Altenspeckfeld Ruine Markt Bibart
Burgruine Schauerberg Ruine Emskirchen
Burgruine Hinterfrankenberg Ruine Weigenheim
Ruine Scharfeneck Ruine Oberscheinfeld
Wasserschloss Dutzenthal Schloss Bad Windsheim
Schloss Breitenlohe Schloss Breitenlohe
Schloss Frankenberg Schloss Weigenheim
Burgruine Hohenkottenheim Ruine Markt Nordheim
Burgstall Oberschloss (Castell) Ruine Castell

[29]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[30]

Aussichtspunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[31]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrstechnisch erschlossen ist der Steigerwald durch die A 70 im Norden, die A 7 im Westen und die A 73 im Osten. Quer durch Gebirge und Naturpark verlaufen die A 3, Hauptverkehrsverbindung zwischen Frankfurt am Main, Würzburg und Nürnberg, die Bundesstraßen 22, 286 und 8 sowie die Bahnstrecke Nürnberg–Würzburg.

Als Touristenroute durchquert die Steigerwald-Höhenstraße den Steigerwald in Nord-Süd-Richtung.

Bierkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Info[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Region hat sich eine Bierbrautradition entwickelt. Eine Vielzahl kleiner Brauereien hat sich bis heute erhalten. Wie in vielen anderen Teilen Frankens finden sich daher als Kulturlandschaftselemente auch im Steigerwald zahlreiche Felsenkeller zur Aufbewahrung der regionalen Bierprodukte. Diese meist am Ortsrand gelegenen Bierkeller sind heute als Ausschank mit Essensausgabe gern besuchte Ausflugsziele.[32]

Bekannte Brauereien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte und Info[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinkennern ist der Steigerwald durch die Frankenweine bekannt, die seit 918 im Westen der Region angebaut werden.[33] Steigerwald liegt im Osten des Fränkischesn Weinanbaugebietes und umfasst über 1.500 Hektar Rebfläche. Dazu zählt auch ein Abschnitt des Taubertales im Quellgebiet der Tauber bei Rothenburg. Als Bodentyp herrscht wärmespeichernder Gipskeuper vor. Schichten dieser Formation werden als „Steigen“ (deshalb Steigerwald) benannt. Es handelt sich um die höchstgelegenen fränkischen Weinberge bis nahezu 400 Meter Seehöhe. Häufigste Sorten sind Müller-Thurgau mit 35 %, Silvaner und Bacchus. Der Bereich ist in die neun Großlagen Burgberg, Burgweg, Herrenberg, Kapellenberg, Schild, Schloßberg, Schloßstück, Steige und Zabelstein gegliedert.[34]

Bekannte Weinberge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Weinorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raumstruktur und Kulturlandschaftscharakter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Info[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Steigerwald und sein Vorland sind über den stark verzahnten Trauf eng miteinander eng verbunden. Charakteristisch für die westliche Abdachung, das Steigerwaldvorland und die Trauflagen ist - der natürlichen Gunst entsprechend - eine intensive landwirtschaftliche Nutzung. Aufgrund des abwechslungsreichen Reliefs sind der Steigerwaldtrauf und sein unmittelbares Vorland kleinteilig gegliedert. Dies spiegelt sich auch in einem kleinräumlichen Wechsel zwischen Acker- und Grünlandflächen sowie Streuobstwiesen wider, die ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild bewirken. Als Besonderheit des Traufrandbereichs sind noch verbreitetStreuobstäcker anzutreffen (LEK Main-Rhön: 18). Charakteristisch für die besonnten Hänge des Steigerwaldtraufsist auch der Weinbau. Auch der Obstanbau hat heute noch in weiten Teilen des Steigerwaldes eine landschaftsprägende Wirkung.

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft hat im Bereich der östlichen Steigerwaldabdachung aufgrund der ungünstigeren Böden eine untergeordnete Bedeutung und diente historisch meist nur zur Selbstversorgung. Angebaut wurden vor allem Kartoffeln, Roggen und Hackfrüchte. Die oft wasserstauenden, tonig-lehmigen Böden der Tal- und Hanglagen werden bis heute als Grünland genutzt und dienen der Viehzucht. Als regionale Rinderrasse hat das Gelbe Frankenvieh (Scheinfelder Rasse) Bedeutung erlangt.

Fischzucht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Südosten des Steigerwaldes nimmt die Anzahl an Fischteichen zu. Ähnlich dem Aischgrund wurden auch im Steigerwald traditionell auf den wasserstauenden Böden Teiche und Teichketten zur Fischzucht (v. a. Karpfen) angelegt. Doch erreicht die Dichte der Teichanlagen im Steigerwald bei weitem nicht das Ausmaß wie imAischgrund. Die Teichwirtschaft im Steigerwald findet heute noch im bäuerlichen Nebengewerbe statt.

Laubwälder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die östliche Abdachung ist im Bereich des Hohen Steigerwalds durch ausgedehnte, wenig zerschnittene Laubwälder, insbesondere Buchenwälder gekennzeichnet. Nach Südosten hin nimmt die Bewaldung immer mehr ab. Charakteristisch ist dabei der Wechsel von kleinbäuerlich genutzten Flusstälern und waldbedeckten Riedeln, welche sich fingerförmig weit ins Land hineinstrecken. Durch den Wechsel von Wald und Offenland sind der Steigerwald und seine Abdachung durch einehohe Strukturvielfalt geprägt.

[35]

Unterschutzstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturpark und bestehende Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturschutzgebiet Naturwaldreservat Brunnstube im Naturpark, gelegen im gemeindefreien Gebiet Ebracher Forst

Große Teile des Steigerwalds sind seit 1988 als Naturpark Steigerwald ausgewiesen. Rund die Hälfte des Naturparksbereichs ist durch Landschaftsschutzgebiete abgedeckt. Kleinräumiger gibt es mehrere Naturschutzgebiete.

Des Weiteren bestehen die FFH-Gebiete 6029-371 Buchenwälder und Wiesentäler des Nordsteigerwalds[36] und 6327-371 Vorderer Steigerwald mit Schwanberg[37] sowie die Europäischen Vogelschutzgebiete 6029-471 Oberer Steigerwald[38] und 6327-471 Südlicher Steigerwald.[39]

Nationalpark- und Weltnaturerbe-Diskussion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den verschiedenen Kreisen des Steigerwalds gab es immer wieder Überlegungen, Teile des Waldes aus der Nutzung zu nehmen und Schutzgebiete einzurichten. Seit 2008 Jahren gibt es Streit darüber, ob spezielle Flächen Nationalpark werden sollen oder nicht. Die Befürworter sähen damit einen Beitrag zum Naturschutz und hofften auf mehr Tourismus. Die Gegner fürchten unter anderem, dass die ausgewiesenen Bereiche forstwirtschaftlich nicht mehr nutzbar wären. Seit 15. Januar 2015 steht fest, dass der Steigerwald kein UNESCO-Weltnaturerbe mehr werden kann[40], weil der UNESCO-Nominierungsprozess beendet ist. Beim Treffen im bayerischen Regierungssitz mit Ministerpräsident Horst Seehofer, der bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf, Forstminister Helmut Brunner und den drei Landräten der Landkreise Schweinfurt (Florian Töpper), Haßberge (Wilhelm Schneider) und Bamberg (Johann Kalb) war das noch nicht bekannt. Das Ergebnis war damals, dass eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der beiden Ministerien und der drei Landratsämter bis Ende Januar 2015 Grundlagen für die Bewerbung um einen der Welterbe-Titel erarbeiten soll.

Voraussetzung war laut Töpper die Einigkeit zwischen den Beteiligten, dass es keinen Nationalpark im Steigerwald geben soll. Laut Töpper will Seehofer bis Ende Januar 2014 dafür sorgen, dass eine vom Bamberger Landratsamt erlassene Verordnung für ein umstrittenes, 775 Hektar großes Waldschutzgebiet im Ebracher Forst zurückgenommen wird.[41]

Das umstrittene Schutzgebiet wurde im September 2015 wegen Rechtswidrigkeit per Verordnung wieder zurückgenommen.[42] Diese „Rechtswidrigkeit“ wurde nun auch von der Regierung von Oberfranken festgestellt. Deshalb wurde zum 1. September 2015 die Aufhebung der Verordnung verfügt. Nach der Rechtsauffassung der Regierung von Oberfranken ist „die Verordnung des Landratsamtes Bamberg über den geschützten Landschaftsbestandteil Der hohe Buchene Wald im Ebracher Forst vom 16. April 2014 rechtswidrig, da die Verordnung nicht von der Ermächtigungsgrundlage des § 29 BNatSchG gedeckt ist.“ Die Regierung von Oberfranken schreibt weiter, dass „der Hohe Buchene Wald kein tauglicher Schutzgegenstand für einen geschützten Landschaftsbestandteil“ ist. Er ist nach Auffassung der Regierung „kein aus der Landschaft herausgehobenes Objekt, wie das Gesetz es verlangt. Daher war die Verordnung aus Gründen der Rechtsstaatlichkeit und auch im Interesse der Rechtsklarheit und -sicherheit aufzuheben.“

Laut einer repräsentativen Umfrage des Bund Naturschutz befürwortet eine deutliche Mehrheit von zwei Dritteln der Bewohner in der Region Steigerwald einen Nationalpark.[43]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950, S. 7.
  2. a b c Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. zitiert aus: "Nationalpark geht auch Bamberg an". In: inFranken.de. 24. April 2009 (infranken.de [abgerufen am 27. Februar 2018]).
  4. Steigerwald mit Vorland. In: Bayerisches Landesamt für Umwelt. Abgerufen am 27. Februar 2018 (deutsch).
  5. "Nationalpark geht auch Bamberg an". In: inFranken.de. (infranken.de [abgerufen am 27. Februar 2018]).
  6. Steigerwald mit Vorland. In: Bayerisches Landesamt für Umwelt. 1. Januar 2011, abgerufen am 27. Februar 2018 (deutsch).
  7. a b Emil Meynen, Josef Schmithüsen (Hrsg.): Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960).
  8. Karl Albert Habbe: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 153 Bamberg – Ein Problembündel und ein Gliederungsvorschlag. In: Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft 2003/2004, S. 55–102 (PDF-Download)
  9. Horst Mensching, Günter Wagner: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 152 Würzburg. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1963. → Online-Karte (PDF; 5,3 MB) (nur der Westrand von 115.0)
  10. a b c Steigerwald mit Vorland. In: Bayerisches Landesamt für Umwelt. Bayerisches Landesamt für Umwelt, 1. Januar 2011, abgerufen am 27. Februar 2018 (deutsch).
  11. UNDERWAYGS: UNDERWAYGS - Traveling around the world. Abgerufen am 30. Januar 2018.
  12. Startseite - Unser Steigerwald. Abgerufen am 27. Februar 2018 (deutsch).
  13. http://www.pro-nationalpark-steigerwald.de/fotos-und-landkarten/tiere-des-steigerwaldes.html. Abgerufen am 27. Februar 2018.
  14. nea-net internetservice GmbH, D-91456 Diespeck: Sehenswürdigkeiten. Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  15. nea-net internetservice GmbH, D-91456 Diespeck: Sehenswürdigkeiten. Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  16. BayernAtlas. Abgerufen am 27. Dezember 2017.
  17. Michelau im Steigerwald - Herzlich Willkommen zu Wein, Gemütlichkeit und Natur. Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  18. Iffigheimer Berg (443 m). Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  19. BayernAtlas. Abgerufen am 27. Dezember 2017.
  20. Pässelexikon Steigerwald (Deutschland) für Rennradfahrer. Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  21. Entstehung und Geschichte... - Altenschönbach. Abgerufen am 25. Dezember 2017 (deutsch).
  22. Frank Bindmann: Unternehmungen mit Kind in Geiselwind. Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  23. Schwanberg. Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  24. Volker Sauerbrey: Dürrnbuch: Markt Geiselwind. Abgerufen am 27. Dezember 2017.
  25. Fabrikschleichacher Berg (470 m). Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  26. Bocksberg (Steigerwald) (468 m). Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  27. Definition & Bedeutung Geiersberg. Abgerufen am 27. Dezember 2017.
  28. Steigerwald mit Vorland. In: Bayerisches Landesamt für Umwelt. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 27. Februar 2018 (deutsch).
  29. Schlösser, Kirchenburgen und Ruinen. Abgerufen am 30. Januar 2018.
  30. Museen im Steigerwald. Abgerufen am 30. Januar 2018.
  31. nea-net internetservice GmbH, D-91456 Diespeck: Aussichtspunkte. Abgerufen am 4. Februar 2018.
  32. Steigerwald mit Vorland. In: Bayerisches Landesamt für Umwelt. Abgerufen am 27. Februar 2018 (deutsch).
  33. Weinbau & Geschichte in Iphofen, Franken erleben. Abgerufen am 30. Januar 2018.
  34. Weine von Steigerwald. Abgerufen am 9. Februar 2018.
  35. Steigerwald mit Vorland. In: Bayerisches Landesamt für Umwelt. Abgerufen am 27. Februar 2018 (deutsch).
  36. http://www.lfu.bayern.de/natur/natura2000_datenboegen/datenboegen_6020_6946/doc/6029_371.pdf
  37. http://www.lfu.bayern.de/natur/natura2000_datenboegen/datenboegen_6020_6946/doc/6327_371.pdf
  38. http://www.lfu.bayern.de/natur/natura2000_datenboegen/datenboegen_6020_6946/doc/6029_471.pdf
  39. http://www.lfu.bayern.de/natur/natura2000_datenboegen/datenboegen_6020_6946/doc/6327_471.pdf
  40. Weltnaturerbe Buchenwälder: Weltnaturerbe Buchenwälder: Europäisches UNESCO-Weltnaturerbe.
  41. Bayerischer Rundfunk: Steigerwald-Konflikt: Naturschützer halten nichts von Weltnaturerbe-Plan - BR.de. 18. November 2014.
  42. Unser Steigerwald e.V..
  43. Peter Issig: Im Steigerwald: Kampf in Bayern für neuen Nationalpark. In: DIE WELT. 1. Januar 2017 (welt.de [abgerufen am 30. Januar 2018]).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steigerwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Steigerwald – Reiseführer