Steigerwald

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Steigerwald
Höchster Gipfel Scheinberg (498,5 m ü. NHN)
Lage Bayern
Teil des Fränkischen Keuper-Lias-Landes
Einteilung nach Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands
Steigerwald (Bayern)
Steigerwald
Koordinaten 49° 37′ N, 10° 17′ OKoordinaten: 49° 37′ N, 10° 17′ O
Fläche 1.115,2 km²
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Der Steigerwald (benannt nach der im Westen ansteigenden großen Keuperplatte dieser Landschaft[1]) ist ein bis 498,5 m ü. NHN[2] hohes Mittelgebirge im bayerisch-fränkischen Teil des Südwestdeutschen Stufenlandes zwischen Würzburg und Nürnberg. Er ist Teil des Keuperberglandes und wird innerhalb dessen nach Nordnordosten, rechts des Mains, durch die Haßberge, nach Südsüdwesten durch die Frankenhöhe fortgesetzt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Steigerwald liegt am vom Dreifrankenstein markierten Schnittpunkt der Regierungsbezirke Unter-, Mittel- und Oberfranken. Er befindet sich zwischen den Städten Bamberg, Schweinfurt, Würzburg und Nürnberg. Im Norden wird er durch den Lauf des Mains begrenzt, im Osten durch die Regnitz. Die Grenze im Süden bildet die Aisch, im Westen wiederum der Main und in der Verlängerung eine Linie von Marktbreit über Uffenheim nach Bad Windsheim.

Der Steigerwald erstreckt sich auf den Gebieten der sechs Landkreise Bamberg, Erlangen-Höchstadt, Haßberge, Kitzingen, Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim und Schweinfurt. Die Niederschläge im Steigerwald belaufen sich auf bis zu 700 mm pro Jahr, in den Höhenlagen bis zu 800 mm. Durch kontinentale Einflüsse gibt es sehr warme Sommer und recht kalte Winter, wobei Schneemengen bis zu 25 cm ab circa 450 m über Normalnull keine Seltenheit sind und sich auch mal über einen längeren Zeitraum halten können.

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Steigerwald gliedert sich naturräumlich wie folgt:[3][4]

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Bergen und Erhebungen des Steigerwalds gehören – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN; wenn nicht anders genannt laut [2]):

Name Höhe in Meter (m) Ort Info
Scheinberg 498,5 m Weigenheim[5]
Hoher Landsberg 498,0 m Weigenheim[6] Burgruine Hohenlandsberg
Euerberg 491,0 m Fabrikschleichach[7]
Zabelstein 489,0 m Hundelshausen (Michelau im Steigerwald)[8] Aussichtspunkt Zabelstein
Großer Knetzberg 487,5 m Knetzgau
Iffigheimer Berg 482,0 m Willanzheim[9] Aussichtsturm Iffigheimer Berg
Nußberg 481,0 m Hundelshausen[10]
Sandberg 481,0 m Wüstenfelden
Katzenberg 480,0 m Schönaich (Oberschwarzach)[11]
Schloßberg 477,0 m Altenschönbach[12]
Rehhügel 477,0 m Schönaich (Oberschwarzach)[13]
Roßberg 477,0 m Birklingen
Stollberg 476,0 m Handthal Burgruine Stollburg
Schwanberg (Steigerwald) 474,0 m Schwanberg (Rödelsee)[14] Schloss Schwanberg (Franken)
Friedrichsberg (Abtswind) 473,0 m Abtswind Schloss Friedrichsberg
Herpersberg 472,0 m Dürrnbuch[15]
Fabrikschleichacher Berg 470,0 m Rauhenebrach[16]
Kreuzberg 470,0 m Hof (Ebrach)
Gangolfsberg 469,0 m Hundelshausen
Bocksberg 468,0 m Hundelshausen (Michelau im Steigerwald)[17]
Hofer Berg 466,0 m Hof (Ebrach)
Trauberg 466,0 m Dürrnbuch
Dachsberg 465,0 m Hundelshausen
Bücherberg 465,0 m Dürrnbuch
Herrschaftsberg 463,0 m Weigenheim Schloss Frankenberg
Schönberg 463,0 m Rehweiler
Seitenbucher Ranken 456,0 m Seitenbuch
Bullenheimer Berg 455,6 m Ippesheim Aussichtsturm Bullenheim
Wildenberg 455,0 m Großgressingen
Schießberg 455,0 m Oberscheinfeld
Fuchsberg 443,0 m Oberscheinfeld
Burghöchstädter Berg 441,0 m Burghöchstadt
Geiersberg 440,0 m Oberschwarzach[18]
Eichelberg 437,0 m Seitenbuch
Schlossberg 425,0 m Oberscheinfeld Ruine Scharfeneck

Flüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedingt durch den traufartigen Steilabfall der Westseite fließen die meisten größeren im Steigerwald entspringenden Fließgewässer in östliche bis südöstliche Richtung ab. Sie fließen in der Regel nicht direkt dem Main im Nordosten zu, sondern entweder der Regnitz im Osten oder deren Nebenfluss Aisch, der den Steigerwald im Südosten flankiert und eine natürliche Trennlinie zur Frankenhöhe bildet.

Die folgenden Fließgewässer entspringen im Steigerwald und fließen in östliche Richtungen ab (von Nord nach Süd geordnet):[2]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrstechnisch erschlossen ist der Steigerwald durch die A 70 im Norden, die A 7 im Westen und die A 73 im Osten. Quer durch Gebirge und Naturpark verlaufen die A 3, Hauptverkehrsverbindung zwischen Frankfurt am Main, Würzburg und Nürnberg, die Bundesstraßen 22, 286 und 8 sowie die Bahnstrecke Nürnberg–Würzburg.

Als Touristenroute durchquert die Steigerwald-Höhenstraße den Steigerwald in Nord-Süd-Richtung.

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinkennern ist der Steigerwald durch die Frankenweine bekannt, die im Westen der Region angebaut werden. Abtswinder Altenberg, Casteller Bausch, Greuther Bastl, Handthaler Stollberg, Ippesheimer Herrschaftsberg, Bullenheimer Paradies, Wiesenbronner Wachhügel und Ziegelangerer Ölschnabel sind nur einige der bekannten Namen.

Unterschutzstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturpark und bestehende Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturschutzgebiet Naturwaldreservat Brunnstube im Naturpark, gelegen im gemeindefreien Gebiet Ebracher Forst

Große Teile des Steigerwalds sind seit 1988 als Naturpark Steigerwald ausgewiesen. Rund die Hälfte des Naturparksbereichs ist durch Landschaftsschutzgebiete abgedeckt. Kleinräumiger gibt es mehrere Naturschutzgebiete.

Des Weiteren bestehen die FFH-Gebiete 6029-371 Buchenwälder und Wiesentäler des Nordsteigerwalds[19] und 6327-371 Vorderer Steigerwald mit Schwanberg[20] sowie die Europäischen Vogelschutzgebiete 6029-471 Oberer Steigerwald[21] und 6327-471 Südlicher Steigerwald.[22]

Nationalpark- und Weltnaturerbe-Diskussion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit 2015 nicht mehr aktuell zu sein: Bitte tatsächliche Entwicklungen oder Nicht-Entwicklungen 2014 einarbeiten; Abschnitt eventuell ganz nach Naturpark Steigerwald übertragen.
Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

In den verschiedenen Kreisen des Steigerwalds gab es immer wieder Überlegungen, Teile des Waldes aus der Nutzung zu nehmen und Schutzgebiete einzurichten. Seit 2008 Jahren gibt es Streit darüber, ob spezielle Flächen Nationalpark werden sollen oder nicht. Die Befürworter sähen damit einen Beitrag zum Naturschutz und hofften auf mehr Tourismus. Die Gegner fürchten unter anderem, dass die ausgewiesenen Bereiche forstwirtschaftlich nicht mehr nutzbar wären. Seit 15. Januar 2015 steht fest, dass der Steigerwald kein UNESCO-Weltnaturerbe mehr werden kann[23], weil der UNESCO-Nominierungsprozess beendet ist. Beim Treffen im bayerischen Regierungssitz mit Ministerpräsident Horst Seehofer, der bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf, Forstminister Helmut Brunner und den drei Landräten der Landkreise Schweinfurt (Florian Töpper), Haßberge (Wilhelm Schneider) und Bamberg (Johann Kalb) war das noch nicht bekannt. Das Ergebnis war damals, dass eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der beiden Ministerien und der drei Landratsämter bis Ende Januar 2015 Grundlagen für die Bewerbung um einen der Welterbe-Titel erarbeiten soll.

Voraussetzung war laut Töpper die Einigkeit zwischen den Beteiligten, dass es keinen Nationalpark im Steigerwald geben soll. Laut Töpper will Seehofer bis Ende Januar 2014 dafür sorgen, dass eine vom Bamberger Landratsamt erlassene Verordnung für ein umstrittenes, 775 Hektar großes Waldschutzgebiet im Ebracher Forst zurückgenommen wird.[24]

Das umstrittene Schutzgebiet wurde im September 2015 wegen Rechtswidrigkeit per Verordnung wieder zurückgenommen.[25] Diese „Rechtswidrigkeit“ wurde nun auch von der Regierung von Oberfranken festgestellt. Deshalb wurde zum 1. September 2015 die Aufhebung der Verordnung verfügt. Nach der Rechtsauffassung der Regierung von Oberfranken ist „die Verordnung des Landratsamtes Bamberg über den geschützten Landschaftsbestandteil Der hohe Buchene Wald im Ebracher Forst vom 16. April 2014 rechtswidrig, da die Verordnung nicht von der Ermächtigungsgrundlage des § 29 BNatSchG gedeckt ist.“ Die Regierung von Oberfranken schreibt weiter, dass „der Hohe Buchene Wald kein tauglicher Schutzgegenstand für einen geschützten Landschaftsbestandteil“ ist. Er ist nach Auffassung der Regierung „kein aus der Landschaft herausgehobenes Objekt, wie das Gesetz es verlangt. Daher war die Verordnung aus Gründen der Rechtsstaatlichkeit und auch im Interesse der Rechtsklarheit und -sicherheit aufzuheben.“

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950, S. 7.
  2. a b c Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. a b Emil Meynen, Josef Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960).
  4. Verschiedene Autoren: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern 1:200.000. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1952–1991. → Online-Karten;
    mit einem Stern (*) gekennzeichnete Blätter sind bislang nicht in die Aufstellung eingeflossen.
    • Blatt 152: Würzburg (Horst Mensching, Günter Wagner 1963; 45 S.)*
    • Blatt 153: Bamberg (Karl Albert Habbe 2004, in Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft 2003/2004, S. 55–102; 48 S.)
  5. nea-net internetservice GmbH, D-91456 Diespeck: Sehenswürdigkeiten. Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  6. nea-net internetservice GmbH, D-91456 Diespeck: Sehenswürdigkeiten. Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  7. BayernAtlas. Abgerufen am 27. Dezember 2017.
  8. Michelau im Steigerwald - Herzlich Willkommen zu Wein, Gemütlichkeit und Natur. Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  9. Iffigheimer Berg (443 m). Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  10. BayernAtlas. Abgerufen am 27. Dezember 2017.
  11. Pässelexikon Steigerwald (Deutschland) für Rennradfahrer. Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  12. Entstehung und Geschichte... - Altenschönbach. Abgerufen am 25. Dezember 2017 (deutsch).
  13. Frank Bindmann: Unternehmungen mit Kind in Geiselwind. Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  14. Schwanberg. Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  15. Volker Sauerbrey: Dürrnbuch: Markt Geiselwind. Abgerufen am 27. Dezember 2017.
  16. Fabrikschleichacher Berg (470 m). Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  17. Bocksberg (Steigerwald) (468 m). Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  18. Definition & Bedeutung Geiersberg. Abgerufen am 27. Dezember 2017.
  19. http://www.lfu.bayern.de/natur/natura2000_datenboegen/datenboegen_6020_6946/doc/6029_371.pdf
  20. http://www.lfu.bayern.de/natur/natura2000_datenboegen/datenboegen_6020_6946/doc/6327_371.pdf
  21. http://www.lfu.bayern.de/natur/natura2000_datenboegen/datenboegen_6020_6946/doc/6029_471.pdf
  22. http://www.lfu.bayern.de/natur/natura2000_datenboegen/datenboegen_6020_6946/doc/6327_471.pdf
  23. Weltnaturerbe Buchenwälder: Weltnaturerbe Buchenwälder: Europäisches UNESCO-Weltnaturerbe.
  24. Bayerischer Rundfunk: Steigerwald-Konflikt: Naturschützer halten nichts von Weltnaturerbe-Plan - BR.de. 18. November 2014.
  25. Unser Steigerwald e.V..

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Irene Reif: Rhapsodie in grün. Der Steigerwald. In: Franken – meine Liebe. Oberfränkische Verlagsanstalt, Hof 1989, ISBN 3-921615-91-7, S. 64 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steigerwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Steigerwald – Reiseführer