Zahlensender

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Beispiel einer Übertragung (deutsche Sprecherin, März 2012) der Station G06. Mutmaßlich wird in den ersten vier Minuten der Empfänger „947“ benannt; danach folgt die eigentliche Nachricht.

Als Zahlensender werden Hörfunkstationen auf Kurzwelle bezeichnet, die meist Zahlen- oder Buchstabenfolgen, polyphone Töne und anderweitig beschaffene Daten übertragen. Dabei handelt es sich meist um in Fünfergruppen angeordnete Ziffern, die bei manchen Stationen wiederholt werden, um sie besser mitschreiben zu können.

Bis in die 1980er Jahre wurden die Zahlen oft von einer Person live in einem Studio eingesprochen, aber auch schon – wie heute üblich – von Stimmen, die auf mechanische oder elektronische Tonwiedergabegeräte gespeichert wurden. Einige Stationen senden in Amplitudenmodulation (AM), andere in Einseitenbandmodulation (SSB), da Übertragungen in der Betriebsart SSB ökonomischer und störungsärmer erfolgen können. Einige Sender senden über einen längeren Zeitraum hinweg auf gleichen Frequenzen und mit einem regelmäßigen Sendeplan.

Ursprung und Zweck der meisten dieser Ausstrahlungen sind nicht öffentlich bekannt. Zahlensender werden teilweise von Geheimdiensten zur Kommunikation mit verdeckt operierenden Agenten verwendet. Auch Militär und Diplomatendienste sowie Botschaften verfügen teilweise über Empfangseinrichtungen, die geeignet sind, Nachrichten von Zahlensendern zu empfangen. Zahlensender sind für jene Aufgaben besonders geeignet, da die Signale über Kurzwelle nahezu weltweit gehört werden können. Die Empfänger der Nachrichten brauchen nur ein Radio (etwa einen Weltempfänger), das sich für den Empfang von Kurzwelle in entsprechenden Frequenzbereichen eignet und Einseitenbandmodulation (SSB) empfangen kann.

Die mit Zahlengruppen verschlüsselten Daten wurden meist mit One-Time-Pads zu Klartext entschlüsselt.[1][2]

Herkunft und Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Wie in den Aufzeichnungen von The Conet Project[3] festgehalten wurde, stammen erste Berichte über Zahlensender bereits aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Damit werden sie zu den ersten Radioübertragungen gezählt.

Dass Zahlensender von Militär, Geheimdiensten und diplomatischen Diensten genutzt werden, kann man daran erkennen, dass viele Antennenfelder, von denen aus Zahlensender operieren, in militärischen Liegenschaften untergebracht sind. Des Weiteren findet man auf vielen Botschaftsgebäuden ungewöhnlich große Antennenanlagen.[4]

All dies legt nahe, dass manche Staaten auf diese einfache und effiziente Art und Weise global in Kontakt mit ihrem Personal bleiben können, ohne Gefahr zu laufen, geheime Informationen preiszugeben.

Es handelt sich dabei um eine verhältnismäßig sichere Methode, Spione mit Befehlen und Informationen zu versorgen. Als Beweis bezieht man sich auf die Beobachtung, dass Zahlensender bei besonderen politischen Ereignissen kurzfristig ihr Verhalten ändern oder über den gewohnten zeitlichen Rhythmus hinaus Übertragungen starten, wie zum Beispiel beim Augustputsch in Moskau 1991. Man geht davon aus, dass die Mitteilungen als One-Time-Pads verschlüsselt werden, um sicherzugehen, dass niemand anderes als die Zielperson diese entschlüsseln kann.

Lokale Einflüsse wie Wetter, Jahreszeit oder Sonnenflecken können den Empfang negativ beeinflussen. Da Spione jedoch meist mit tragbaren Empfängern oft unter schwierigen Verhältnissen und zu allen Jahreszeiten operieren, werden leistungsstarke Sender, teilweise mit über 100 Kilowatt Leistung, eingesetzt.

Der Betrieb eines Zahlensenders wurde z. B. von einem Sprecher des Ministeriums für Handel und Industrie in Großbritannien bestätigt.[5]

Zahlensender bekommen von ihren Beobachtern meist Spitznamen, die meist von besonderen Eigenheiten abgeleitet werden. Hierzu gehört z. B. der (seit dem Jahr 2008 inaktive) „Lincolnshire Poacher“, einer der bekanntesten Zahlensender (man vermutet den britischen Geheimdienst MI6 dahinter, da man den Ursprung der Übertragungen auf die RAF-Basis Akrotiri in Zypern zurückverfolgt hat), der als Erkennungsmelodie zwei Zeilen aus dem alten englischen Volkslied „The Lincolnshire Poacher“ vor der eigentlichen Nachricht sendete. „Magnetic Fields“ spielt das gleichnamige Lied des französischen Musikers Jean-Michel Jarre vor und nach jedem Satz Nummern. Der Zahlensender „¡Atención!“ beginnt jede Übertragung mit der spanischen Phrase „¡Atención!“.

Mittels Peilung kann man den Sendestandort von Zahlensendern herausfinden. Beispielsweise wurde der Sender „¡Atención!“ in Kuba vermutet, weil Radio Havanna auf der gleichen Frequenz wie der Zahlensender sendete. Öfter wurde auch leise „Radio Havanna“ gehört. Im Jahr 2001 wurde „¡Atención!“ von den USA offiziell als kubanisch identifiziert. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Bei manchen Stationen hört man auch Geräusche im Hintergrund.

Der ¡Atención!-Zwischenfall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kubas „¡Atención!“ war der erste Zahlensender, welcher als solcher offiziell und öffentlich bestätigt wurde, Nachrichten an Spione in den USA zu übertragen. Er war ausschlaggebend dafür, dass die kubanischen Spione „Miami Five“ vor dem US-Bundesgerichtshof im Jahr 1998 verurteilt wurden. Es wurde argumentiert, dass die Spione mit Kurzwellenempfängern der Firma Sony die Nachrichten empfangen haben und die Zahlen in Laptops eingaben, um sie zu dechiffrieren. Das FBI bestätigte, im Jahr 1995 in ein Apartment eines vermuteten kubanischen Spions eingedrungen zu sein und das dazu benötigte Programm samt der nichtgelöschten OTP-Schlüssel kopiert zu haben. Mit diesem konnten sie Nachrichten von „¡Atención!“ dechiffrieren, wie sie vor Gericht ausgesagt haben.

Es wurden drei Beispiele dechiffrierter „¡Atención!“-Nachrichten aufgezeigt:

  • “prioritize and continue to strengthen friendship with Joe and Dennis” [68 Zeichen] („Priorisiert und intensiviert weiterhin die Freundschaft mit Joe und Dennis“)
  • “Under no circumstances should [agents] German nor Castor fly with BTTR or another organization on days 24, 25, 26, and 27.” [112 Zeichen] („Unter keinen Umständen sollten [die Agenten] German oder Castor mit BTTR oder einer anderen Organisation an einem der Tage 24, 25, 26 oder 27 fliegen.“) (BTTR ist die Anti-Castro-Gruppierung Brothers to the Rescue)
  • “Congratulate all the female comrades for International Day of the Woman.” [71 Zeichen] („Gratuliert allen Genossinnen zum internationalen Frauentag.“)

Jede Zahl stand für einen Buchstaben bei einer Geschwindigkeit von einer Zahl/Sekunde, was pro Übertragung eine gute Minute ausmacht.

Formate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlensender übertragen je nach Station in unterschiedlichen Formaten.

Die sogenannte Präambel (Intro), welche meist ausschlaggebend für den Spitznamen der Station ist, beinhaltet eine Identifizierung, entweder für den Sender selbst oder für den Empfänger. Das können Zahlen sein, phonetisches Alphabet, Codenamen (z. B. „Charlie India Oscar“, „250 250 250“), charakteristische Phrasen (z. B. „¡Atención!“, „1234567890“) oder ein Musikstück, beziehungsweise eine Melodie (z. B. „The Lincolnshire Poacher“, „Magnetic Fields“). Manchmal, wie im Falle der israelischen „Phonetic Alphabet Stations“, wird in der Präambel ein Betreff oder der Grad der Wichtigkeit der Nachricht angedeutet (Erdachtes Beispiel: „Charlie India Oscar-2“ bedeutet, dass keine neuen Nachrichten vorliegen). Meist werden solche Präambeln einige Zeit wiederholt, bevor die eigentliche Nachricht folgt.

Es folgt der eigentliche Teil der Message. Die meisten Stationen verlesen hierbei Fünfergruppen von Zahlen. Darauf folgt zumeist die Wiederholung, entweder direkt nach der Gruppe („12344 12344 44567 44567“) oder am Ende der Message („12344 … 77679 ich wiederhole 12344 … 77679“). Die Aussprache der Ziffern erfolgt hierbei phonetisch.

Einige Stationen senden mehr als eine Message pro Übertragung. In diesem Fall wird der gesamte Prozess so oft wiederholt, bis alle Mitteilungen übertragen wurden.

Am Ende jeder Übertragung meldet sich die Station auf eine charakteristische Art und Weise ab. Gewöhnlich wird eine Variation des Wortes „Ende“ bzw. „Ende der Übertragung“ gewählt, in welcher Sprache auch immer übertragen wurde (z. B. „End of message“, „End of transmission“, „Ende“, „fini“, „final“, „konec“). Manche Stationen, speziell jene aus der früheren Sowjetunion, enden mit einer Kette Nullen, z. B. „000 000“; andere enden mit Musik oder anderen Tönen.

Die Art der Chiffrierung ist der Öffentlichkeit nicht bekannt.

Klassifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den vielen Spitznamen der Zahlensender-Experten hat die Beobachtungsgruppe ENIGMA 2000 ein eigenes Klassifikationsystem geschaffen, um die einzelnen Zahlensender und ihre Gruppen besser zusammenfassen zu können. Aufgeschlüsselt bestehen diese Kennzeichnungen aus einem Buchstaben, der auf die Sprache oder Art der gesendeten Nachrichten verweist sowie eine zweistellige Ordnungsnummer:[6]

  • E bedeutet, die Station sendet in englischer Sprache.
  • G bedeutet, die Station sendet in deutscher Sprache.
  • S bedeutet, die Station sendet in einer slawischen Sprache (z. B. russisch).
  • V bedeutet, die Station sendet in einer anderen Sprache (meist Spanisch oder Arabisch).
  • M bedeutet, die Station sendet Morsecode.
  • X bedeutet, die Station sendet etwas völlig anderes, z. B. polyphone Töne oder unidentifizierbare Geräusche und Tonfolgen.

Beispiele: E03 ist der „Lincolnshire Poacher“, V02 ist der kubanische ¡Atención!, G12 war der vermutlich österreichische Zahlensender NNN.

Die „neueste“ Station ist der unidentifizierte Sender E23, welcher Ende 2006 und Anfang 2007 zu empfangen war. X06, auch als Mazielka (X06) bekannt, existiert seit den 1970er Jahren in mittlerweile in drei Varianten (X06a, X06b und X06c), die verschiedene Tonfolgen mit sechs feststehenden Tonhöhen (Frequenzen) senden. Diese Sendungen gehen meist Übertragungen vom Typ CROWD36 voraus, die Teil eines Selektivrufsystems des russischen Außenministeriums für verschlüsselte Nachrichten sein sollen.[7]

Manche Stationen werden auch nachträglich als kein Zahlensender identifiziert. So geschehen bei E22, welcher zu jeder vollen Stunde alle vier Minuten „This is Mike Hotel 8“ übertragen hat. Wie sich herausstellte, handelt es sich hierbei um eine Testübertragung von All India Radio.

Übertragungstechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Übertragungsweg wird meist die Kurzwelle verwendet, bei einer Übertragungsleistung von 10–100 kW.

Oft werden amplitudenmodulierte Sender mit variablen Frequenzen der Klasse „C“ verwendet. Spektralanalysen zeigten auch, dass Zahlensender versteckt Data-bursts, RTTY-modulierte Informationsträger und andere Übertragungsmittel wie polyphone Töne verwenden.[8] Während des Kalten Krieges wurden als Beispiel per RTTY in kommerziellen US-Radiosendern Nachrichten verschickt.[9] Da vermehrt über eine zweite Ebene in den gesprochenen Nachrichten berichtet wird (RTTY, Data-burst usw.), vermutet man, dass man mit einer Übertragung parallel mehrere Empfänger, vielleicht sogar mehrere Operationen mit Informationen versorgt.[10]

Sprach-Morse-Generator

Für Spione „hinter feindlichen Linien“ sind gesprochene Übertragungen noch immer am besten geeignet, da es einfacher und unauffälliger ist, ein Kurzwellenradio mit sich zu führen, als hochtechnische Ausrüstung zur Auswertung gesendeter Datenpakete. Botschaften, Flugzeuge und Schiffe haben sehr komplexe und effiziente Ausrüstungen, um solche Datenpakete aus der Heimat empfangen und auswerten zu können. In diesen Paketen können sich aus der technischen Möglichkeit heraus Fotos, Dokumente und andere komplexe Berichte befinden (siehe Wetterfax).

Bekannt ist, dass bereits Ende der 1970er Jahre in modifizierten Sony-Empfängern mit Flüssigkristallanzeigen die empfangenen digital gesendeten Nachrichten angezeigt wurden.

Die sowjetischen Superzahlensender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Kalten Krieges gab es mehrere Hinweise, dass die UdSSR 500-kW-Sendeanlagen östlich des Urals verwendete, um Agenten in Westeuropa, Nordafrika und womöglich in Nordamerika zu erreichen. Viele Funkamateure haben durch Peilung in besagten Erdteilen vermutete sowjetische Zahlensender in den Osten des Uralgebirges zurückverfolgen können. In Teilen der technischen Literatur der UdSSR wird darauf verwiesen, dass sowjetische Funktechniker gegen Ende der 1960er Jahre auf dem Gebiet der HRS-8/8/1-Richtantennen Pionierarbeit geleistet haben. So ist es denkbar, dass die Senderstärken in den 1980er Jahren niedriger lagen (um die 100 kW). Ein definitiver Beweis ist nicht möglich, da exakte Antennendaten nicht bekannt sind.

Interferenzen mit regulären Sendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nordkoreanische Propagandasender Voice of Korea begann 2006 auf einer Frequenz des Lincolnshire Poachers zu senden; auf 11545 kHz.[11] Da der Lincolnshire Poacher für gewöhnlich parallel auf drei verschiedenen Frequenzen sendet, kann man nicht von einer ernsthaft gestörten Nachricht sprechen. Das vermutete Zielgebiet dieses Zahlensenders ist der Mittlere Osten, nicht der Ferne Osten.

Am 27. September 2006 wurde eine Amateursendung im 30-Meter-Band durch den Zahlensender E07 „Russian Man“ um 17:40 UTC gestört.[12]

Ein Zahlensender des westdeutschen BND mit der Kennung „Hotel Kilo“[13] sendete auf 9450 kHz und kollidierte damit mit Radio Moskau.[14]

Der Kurzwellensender Radio Africa, welcher als Independent Voice of Zimbabwe aus Meyerton in Südafrika auf 4880 kHz sendet, konkurrierte mit der Mossad-Station E10 „ULX“.[15]

Der religiöse Sender WYFR mit Heimat in Okeechobee, Florida sendete zeitgleich mit dem kubanischen Zahlensender „V02“ auf der Frequenz 6855 kHz. Dies passiert öfter, daher ist diese Aufzeichnung kein Einzelfall.[16]

Radio Ukraine International hat früher die Frequenz 9950 kHz im 31-Meter-Band genutzt, daher konnte man am 22. November 2007 um 16:10 UTC hier den starken russischen Zahlensender S06 mit einem „call up“ für „425“ hören.[17]

Am 1. September 2009 wurde Radio Ukraine International erneut massiv auf 9950 kHz durch den Zahlensender S06 gestört. Der Zahlensender war zeitweise stärker als der Radiosender auf seiner offiziellen Frequenz.[18]

Der Sender Voice Of Iran, der sein Programm auf 5930 kHz ausstrahlt, wird oft durch den russischen (deutschsprachigen) Zahlensender G06 gestört. Am 26. April 2018 war dabei auch der Shutdownsound eines Windows-XP-Computers zu hören, der offenbar die Zahlen abspielt.[19]

Störversuche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlensender waren und sind oft das Ziel von Störsendern, sogenannten Jammern.

Beispiele von Störsendern:

Zahlensender in der Populärkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1997 veröffentlichte das englische Label Irdial-Discs das 4CD-Set The Conet Project: Recordings of Shortwave Numbers Stations, welche man sich heute legal herunterladen kann.[24]

65daysofstatic, Boards of Canada, Porcupine Tree („Even Less“), Stereolab („Transient Random-Noise Bursts With Announcement – Pause“), Wilco, Chroma Key („Even The Waves“ – Stimme entspricht Sender „Swedish Rhapsody“) und We Were Promised Jetpacks („A Half Built House“) verwendeten in einzelnen Songs Samples von Zahlensenderaufnahmen.

Der österreichische Noisekünstler Subcarrier veröffentlichte 2007 eine freie Download-EP basierend auf Zahlensendermitschnitten.[25]

Die Gruppe Boards of Canada war streckenweise stark von Zahlensendern beeinflusst. Kraftwerk veröffentlichte den Song „Numbers“ und Boards of Canada das Stück „Gyroscope“, in welchem man eine verzerrte Aufnahme von E5 hören kann.

Der kanadische Künstler Derek R. Audette veröffentlichte das Instrumentalstück Numbers Station, in welchem man authentische Aufnahmen von Zahlensendern hört.[26]

Die schwedische Band Covenant verwendete während ihrer Tour United States of Mind im Jahre 2000 verschiedene Samples von Zahlensendern. Man kann diese auf dem Live-Album Synergy hören.

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im deutschen Film Der Westen leuchtet! sieht man den Agenten Harald Liebe, wie er Instruktionen vom Zahlensender des BND, G16 („Lima Golf“), empfängt und diese mit einem One-Time-Pad decodiert.[27]

Cameron Crowe verwendete mehrere solcher Aufnahmen in seinem Film Vanilla Sky, um eine Aura der Verwirrung zu schaffen.

Die Zahlen 4, 8, 15, 16, 23 und 42 werden vom Zahlensender der Insel in der Fernsehserie Lost gesendet.

Im Buch sowie im Film Der längste Tag hören Mitglieder der Résistance BBC London, welcher scheinbar sinnlose Sätze wie „Ich mag siamesische Katzen“ oder „John hat einen langen Schnurrbart“ überträgt, welche codierte Nachrichten zum D-Day sind.

In dem deutschen Fernsehfilm Der Illegale von 1972 entschlüsselt der von Götz George gespielte Agent Grunwaldt per Zahlensender erhaltene Anweisungen.[28]

Im 1991 gedrehten amerikanischen Actionfilm Boy Soldiers sieht man gleich in drei Szenen das Abhören eines spanisch-mexikanischen Zahlensenders von einem Drogenschmuggler und Terroristen, der sich in einer Schule verschanzt hat.

In einer Folge der Fernsehserie Fringe (Staffel 3, Episode 6 „6955 kHz“) geht es um Zahlensender. Ein mysteriöses Signal, welches parallel zu den Zahlen mitgesendet wird, löscht die Gedächtnisse der Zuhörer.

Im Actionthriller Numbers Station werden geheime Nachrichten von der CIA an Agenten mittels Zahlencodes übermittelt. Ein wesentlicher Teil der Handlung spielt in einer Sendestation.[29]

Der Film Förebudet – Sverige under attack, der im Jahr 1986 als Lehrfilm für das schwedische Militär produziert wurde und die Gefahr möglicher Sabotageakte fremder Mächte im schwedischen Staatsgebiet zum Inhalt hat, enthält eine Szene, in welcher damals schon das Thema der Zahlensender offen angesprochen wurde: der Erzähler hört zu Hause Zahlensender ab und erklärt, dass jeder mit einem guten Kurzwellenempfänger diese mysteriösen, unverständlichen Zahlencodes hören kann und es sich dabei möglicherweise um Befehle an Agenten handeln könnte, feindliche Handlungen im Ausland vorzunehmen. In der Szene ist ein deutschsprachiger Zahlensender zu hören.[30]

In einer Folge der Action-Krimiserie Navy CIS: L.A. (Staffel 8 Episode 20 *From Havana with love*) geht es um einen kubanischen Zahlensender.

Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ego-Shooter Call of Duty: Black Ops spielt ein Zahlensender eine Hauptrolle in der Handlung und der Protagonist des Spiels muss diesen schlussendlich finden.

Im Action-Rollenspiel Fallout 3 können an verschiedenen Stellen der Karte Übertragungen von Morsecodes im Radio empfangen werden, deren Ursprung unterirdische Bunker sind.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claudia Heissenberg: „Achtung: Fünnef, zwo, null, null, Trennung…“ Geheimdienste auf Sendung. Feature. Deutschlandfunk, 16. September 2003. Online-Version (Link auf der Seite ganz oben führt zur Audio-Version.)
  • Patrick Woods auf netzwelt.de: Agentenfunk – James Bond liegt in der Luft. 2. September 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Original Entschlüsselungsanleitung eines deutschen Nachrichtendienstes“
  2. „Original Anleitung deutscher und amerikanischer Nachrichtendienste“
  3. The Shortwave And the Calling: For Akin Fernandez, Cryptic Messages Became Music To His Ears. In: The Washington Post. 3. August 2004.
  4. „Photos of Soviet Embassy Antenna Farms“
  5. Counting spies. The soundtrack of surveillance is a little girl's voice, broadcast over shortwave, monotonously reciting numbers. 16. September 1999, archiviert vom Original am 19. Januar 2000; abgerufen am 22. Mai 2018 (englisch).
  6. UTDX WIKI
  7. Mazielka (X06) laut numbers-stations.com, abgerufen am 10. Dezember 2016
  8. Donald W. Schimmel: The Underground Frequency Guide: A Directory of Unusual, Illegal, and Covert Radio Communications. (3. Aufl.) High Text Publications, Inc., Solana Beach, CA 1994, S. 27–28.
  9. Barry W. Collins, W4TLV: The day the U.S. Army invaded W4TLV. QST, S. 48–49 (Juli 1997)
  10. Fifteenth edition of the N&O column / Spooks newsletter: Voice stations: Hans-Friedrich's monthly G04 analysis.
  11. The Voice of Korea in early 06 changed one of its frequencies to 11545 kHz
  12. E7 Russian man interferes with legitimate radio amateur Morse transmissions on 10116 kHz
  13. (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) (WMA; 169 kB)
  14. (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) (WMA; 165 kB)
  15. (Memento vom 27. Februar 2008 im Internet Archive) (WMV; 4,4 MB)
  16. (Memento vom 27. Februar 2008 im Internet Archive) (WMV; 5,1 MB)
  17. (Memento vom 27. Februar 2008 im Internet Archive) (WMV; 47,5 MB)
  18. Video auf YouTube (Mitschnitt)
  19. [1]
  20. (Memento vom 8. März 2012 im Internet Archive) (WMA; 362 kB)
  21. PDF bei www.iarums-r1.org
  22. (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) (WMA; 307 kB)
  23. (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) (WMA; 453 kB)
  24. The Conet Project. Abgerufen am 22. Mai 2018.
  25. [2]
  26. This track also features strange, sampled female voice loops captured from 'spy/espionage' numbers station shortwave radio broadcasts
  27. Movie „Der Westen leuchtet“ (Germany, 1981/82) broadcasted (again) in the German TV channel ZDF at 10 November 2005 0000-0145 UTC (Memento vom 24. November 2007 im Internet Archive) ()
  28. Der illegale. Zahlensender ZDF 1971 Kurzwelle. In: youtube.com. Abgerufen am 13. März 2015.
  29. The Number Station in der englischsprachigen Internet Movie Database
  30. Förebudet – Sverige under attack. In: youtube.com. 31. Juli 2012, abgerufen am 29. März 2015 (schwedisch).