Zerbuń

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Zerbuń
Zerbuń führt kein Wappen
Zerbuń (Polen)
Zerbuń
Zerbuń
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Olsztyński
Gmina: Jeziorany
Fläche: 0,50 km²
Geographische Lage: 53° 56′ N, 20° 51′ OKoordinaten: 53° 56′ 6″ N, 20° 50′ 46″ O
Höhe: 156 m n.p.m.
Einwohner: 259 (2011[1])
Postleitzahl: 11-320
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NOL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Jeziorany–Biesowo
Droga krajowa 57
Nächster int. Flughafen: Olsztyn-Mazury
Danzig



Ansicht auf Zerbuń

Zerbuń [zerbuɲ] (deutsch: Sauerbaum, früher auch Sorbon, Serben) ist ein Dorf in der Region Ermland in Polen. Es gehört zur Stadt- und Landgemeinde Jeziorany des Powiats Olsztyński in der Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt im Westen der Masurischen Seenplatte, die dem Baltischen Höhenrücken angehört. Charakteristisch für die Gegend sind zahlreiche Seen, Flüsse, sowie Nadel- und Mischwälder. Es liegt auf einer Höhe von 156 Metern über dem Meeresspiegel. Zerbuń liegt etwa acht Kilometer südöstlich vom Verwaltungszentrum der Landgemeinde in Jeziorany. Die nächsten Orte sind Biesowo, etwa 2,5 Kilometer im Osten und Biesówko, etwa 1,8 Kilometer im Nordosten. Das südliche Ufer des Sees Tejstymy verläuft in etwa zwei Kilometern Entfernung nordöstlich von Zerbuń. Haupteinnahmequellen der Einwohner sind die Forst- und Landwirtschaft.

Östlich vom Dorf verläuft die Droga krajowa 57 (DK57) BartoszyceKleszewo.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landschaft ist durch den fennoskandischen Eisschild gestaltet worden und ist eine postglaziale, hügelige, bewaldete Grundmoräne mit vielen Rinnen-, Binnenseen und Flüssen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war hier die Gau Barten der heidnischen Prußen. Nach der Christianisierung durch den Deutschen Orden war das Bistum Ermland seit 1243 ein Teil des Deutschordenslandes. Am 10. Februar 1396 verlieh der Bischof Ermlands Johann Styprock an die vier Brüder Clauko, Herman, Heinco und Dyngon 32 Waldhufen nach dem Kulmer Recht. Sie verkauften ihr Besitztum an den bischöflichen Landmesser Tilo, und dieser veräußerte es an Johann Sorbom, nach dem das Gut Sorbon, später Sauerbaum, hieß. In dem Dreizehnjährigen Krieg (1454–1466) wurde Sauerbaum vollständig verwüstet.

Nach dem Zweiten Frieden von Thorn im Jahr 1466 wurde Ermland als autonomes Fürstbistum Ermland der Krone Polens unterordnet. Anfang der 1480er Jahre siedelten Familien der masowischen szlachta Opęchowski und Gratkowski auf der Dorfwüstung. Um 1500 siedelten die Familien Knobbelsdorf und Luzian. Mit der ersten Teilung Polens im Jahr 1772 wurde Ermland ein Teil des Königreichs Preußen. In den Jahren 1772/73 war der Grundbesitz von 58 Hufen zwischen die Familien von Gratkowski, von Knobelsdorff, von Koszciesza und von Oppenkowski verteilt.[2]

Im Jahr 1785 war Sauerbaum ein adliges Dorf mit 39 Feuerstellen. Es gehörte zum Domänenamt Seeburg. Im Jahr 1820 war Sauerbaum (Serben) ein adliges Dorf mit 31 Feuerstellen und 104 Seelen. Im Juli 1874 ist der Amtsbezirk Bößau mit den Landgemeinden Groß Bössau, Klein Bössau, Kleisack, Rothfließ, Sauerbaum und Willims und dem Gutsbezirk Kunzkeim gebildet worden.[3] Am Dorf wurde ein Gefallenendenkmal des Ersten Weltkriegs mit Gedenksteinen und -tafeln eingerichtet.[4] Im Jahr 1928 lebten im Dorf 650 Einwohner. Ferdinand von Oppenkowski war um 1930 Besitzer eines Guts mit Fläche von 188 Hektar.[5]

Im Zuge der ostpreußischen Operation wurde Sauerbaum am 1. Februar 1945 von der Roten Armee eingenommen und der sowjetischen Kommandantur unterstellt. Nach Kriegsende kam das Dorf zur Volksrepublik Polen und heißt seither Zerbuń.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wieś Zerbuń. polskawliczbach.pl, 2011, abgerufen am 20. Januar 2017.
  2. Artur Andreas Tiedmann: Grotkowski auf Sauerbaum. In: Zeitschrift für die Geschichte und Altertumkunde Ermlands (ZGAE). 9, 1990.
  3. Rolf Jehke: Amtsbezirk Bößau. Rolf Jehke, Herdecke, 18. Oktober 2004, abgerufen am 20. Januar 2017.
  4. Sauerbaum (poln. Zerbuń), Kreis Rößel (Reszel), Ostpreußen, Polen. Denkmalprojekt.org, April 2011, abgerufen am 20. Januar 2017.
  5. Niekammer: Landwirtschaftliches Adreßbuch (...) der Provinz Ostpreußen, Auszug Ermland - Auflage 1932. In: Güteradreßbuch für die Provinz Ostpreußen. 1932.
Soldatenfriedhof der im Ersten Weltkrieg gefallenen deutschen und russischen Soldaten