Ziegenhagen

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Ziegenhagen
Koordinaten: 51° 22′ 0″ N, 9° 45′ 0″ O
Höhe: 199 (180–265) m ü. NHN
Fläche: 19,23 km²[1]
Einwohner: 557 (Dez. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 37217
Vorwahl: 05545

Ziegenhagen ist ein Stadtteil von Witzenhausen im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziegenhagen liegt an der Nordabdachung des Kaufunger Waldes im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land (Werratal.Meißner.Kaufunger Wald); nordwestlich breitet sich der bis an die Kreis- und Stadtgrenze reichende und im angrenzenden Niedersachsen liegende Naturpark Münden aus. Das Dorf befindet sich 7,7 km nordwestlich der Witzenhausener Kernstadt, 3 km westlich von Stiedenrode und 3,4 km südwestlich von Blickershausen, die auch zu Witzenhausen gehören, sowie 2,3 km südlich von Oberode, einem Ortsteil des niedersächsischen Hann. Münden. Gelegen im Tal des kleinen Werrazuflusses Rautenbach, in den im Ort der Steinbergsbach mündet, breitet sich die Ortschaft auf etwa 180 bis 265 m ü. NHN[3] aus.

Westlich liegt 3,8 km entfernt von Ziegenhagen der Kleine Steinberg (541,9 m) – beim Dorf befinden sich der Kalbskopf (393 m) im Südosten, der Gebrannte Kopf (ca. 360 m) im Nordwesten und der Burgberg (ca. 270 m) im Nordosten; auf dem zuletzt genannten Berg befinden sich die Reste der Burg Ziegenberg. Etwa 2 km nordöstlich der Dorfkirche befindet sich eine Wochenendhaussiedlung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge von Ziegenhagen liegen in der Burg Cygenberg, die im 11. Jahrhundert erbaut und erstmals 1193 von Dedo Comes de Cygenberch erwähnt wurde. Die heute frei zugängliche Burg Ziegenberg ist seit dem 17. Jahrhundert verfallen. Die Ortschaft gehörte bis 1821 zum hessischen Amt Ludwigstein/Witzenhausen und danach zum Landkreis Witzenhausen. Während der französischen Besetzung gehörte sie zum Kanton Witzenhausen im Königreich Westphalen (1807–1813). 1780 wurde im Dorf die erste Glashütte erbaut, was weitere Siedler anzog. Die Glasproduktion wurde 1907 aufgrund von Transportschwierigkeiten nach Immenhausen verlegt.

Am 1. Januar 1974 wurde Ziegenhagen im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Stadt Witzenhausen eingegliedert.[4][5]

Bis zum Jahr 2014 war der Ort ein anerkannter Luftkurort.[6]

Einwohnerzahlen  Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1466: 9 Hausgesesse
• 1685: 29 Hausgesesse
• 1747: 38 Mannschaften mit 35 Feuerstellen
• 1991: 409 evangelische (= 79,88 %), 99 katholische (= 19,34 %) Einwohner
Ziegenhagen: Einwohnerzahlen von 1745 bis 2015
Jahr  Einwohner
1745
  
171
1834
  
579
1840
  
577
1846
  
624
1852
  
616
1858
  
574
1864
  
486
1871
  
552
1875
  
519
1885
  
529
1895
  
507
1905
  
513
1910
  
348
1925
  
377
1939
  
343
1946
  
739
1950
  
707
1956
  
567
1961
  
512
1967
  
499
1970
  
506
2015
  
557
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

Ortsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachwerkhäuser und moderne Residenzen prägen das Dorf ohne Durchfahrtsstraße. Die Kurverwaltung Ziegenhagen bietet noch kleine Angebote zu den Ferienzeiten, ansonsten hat der Kurgast- und Urlauberstrom in den letzten Jahren erheblich abgenommen. Der etwa 1 km nordöstlich der Dorfkirche gelegene Erlebnispark Ziegenhagen wurde am 4. November 2019 aus betrieblichen Gründen geschlossen.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu erreichen ist Ziegenhagen von der Anschlussstelle Hedemünden der Bundesautobahn 7 kommend, erst auf der Kreisstraße 6 und dann – nach Überqueren der Bundesstraße 80 nahe der Anschlussstelle – auf der K 211 fahrend, die jenseits der niedersächsisch-hessischen Grenze in die Landesstraße 3302 übergeht. Letztere führt unmittelbar nordöstlich vorbei an der Ortschaft und dann weiter nach Stiedenrode. Von dieser Straße zweigt die als Stichstraße das Dorf erschließende K 53 ab.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ziegenhagen, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 27. Februar 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Stadtteil Ziegenhagen im Internetauftritt der Stadt Witzenhausen, abgerufen am 13. September 2018
  3. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  4. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Eschwege und Witzenhausen (GVBl. II 330-21) vom 28. September 1973. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 25, S. 353, § 10 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,3 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 410.
  6. Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL): 80. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 14. Oktober 2014. Staatsanzeiger für das Land Hessen 7/2015, S. 148
  7. Erlebnispark Ziegenhagen GmbH: Park geschlossen. Abgerufen am 20. November 2019.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ziegenhagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien