Zweite Ladoga-Schlacht

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Frontverlauf vor dem Beginn der Operation Iskra

Die Zweite Ladoga-Schlacht (auch Operation Iskra, russisch Операция «Искра» – deutsch „Funke“) war ein von Marschall Schukow geplantes militärisches Unternehmen der Leningrader und der Wolchow-Front der Roten Armee vom 12. bis zum 30. Januar 1943 mit dem Ziel, die Blockade Leningrads aufzuheben.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Nach dem Ende des deutschen Vormarsches Ende 1941 war es den sowjetischen Truppen in der Schlacht am Wolchow Anfang 1942 und in der Ersten Ladoga-Schlacht (August – Oktober 1942) nicht gelungen, die Leningrader Blockade zu beenden.

Ablauf[Bearbeiten]

Die sowjetische Offensive bis zum 21.1.1943

Den sowjetischen Fronten unter der Führung der Generäle Leonid Goworow und Kirill Merezkow standen 21 Divisionen mit 302.800 Mann für das Unternehmen zur Verfügung.[1] In schweren Kämpfen gegen die deutsche 18. Armee gelang es, den deutschen Belagerungsring zu durchbrechen und einen schmalen Korridor am Südufer des Ladogasees zu öffnen.

Am 18. Januar wurde die Stadt Schlüsselburg von der Roten Armee zurückerobert.[2] Am gleichen Tag trafen Einheiten der 67. Armee aus dem Westen und Truppen der 2. Stoßarmee aus dem Osten um 9:30 Uhr beim Arbeitslager Nr. 1 (auf der nebenstehenden Karte WS No1) aufeinander und durchbrachen damit die Leningrader Blockade. Auch das Arbeitslager Nr. 5 wurde besetzt. Die im Norden abgeschnittenen deutschen Truppen ließen ihre schwere Ausrüstung zurück und brachen unter Generalleutnant Hühner (von der 61. Infanterie-Division) nach Sinjawino durch[3]. Bis zum 21. Januar versuchte die Rote Armee im Süden weiter in Richtung Sinjawino vorzustoßen, konnte aber nur noch das Arbeitslager Nr. 6 (unmittelbar westlich von Sinjawino) erobern. Danach gab es keine Frontverschiebungen mehr, die Operation endete am 30. Januar.

Bereits am 22. Januar begann die sowjetische Seite mit der Wiederherstellung der Bahnlinie nach Leningrad.

Folgen[Bearbeiten]

Leningrad konnte ab dem 6. Februar wieder mit der Eisenbahn versorgt werden, das verbesserte die Versorgungslage in der Stadt enorm. Der schmale Korridor lag jedoch weiterhin in der Reichweite deutscher Artillerie, die auf den Sinjawino-Höhen ausgezeichnete Schusspositionen beziehen konnte. Im Rahmen der Operation Polarstern (10. Februar – 1. April 1943) und in der Dritten Ladoga-Schlacht (22. Juli – 25. September 1943) versuchten die Sowjets erfolglos, die Blockade endgültig zu sprengen. Dies gelang erst in der Leningrad-Nowgoroder Operation von Januar bis März 1944.

Die sowjetischen Verluste während der Operation werden mit 115.082 Mann (davon 33.940 Gefallene und Vermisste) angegeben.[4]

Einige im Verlauf der Operation erbeutete Panzer des Typs Tiger dienten dem sowjetischen Verteidigungsministerium zur Entwicklung einer wirksameren Abwehrtaktik gegen deutsche Panzer.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. G. F. Kriwoschejew (Hg.): Rossija i SSSR v vojnach XX veka. Poteri vooružennych sil. Statističeskoe issledovanie. Reihe Archiv. Olma-Press, Moskau 2001, ISBN 5-224-01515-4 (russisch)
  2. Harrison E. Salisbury, 900 Tage Belagerung von Leningrad, S. 319 f.
  3. Seite der deutschen 96. Infanterie Division
  4. G. F. Krivošeev (Hg.): Rossija i SSSR v vojnach XX veka. Poteri vooružennych sil. Statističeskoe issledovanie. Reihe Archiv. Olma-Press, Moskau 2001, ISBN 5-224-01515-4 (russisch)
  5. David M. Glantz: Colossus Reborn. University of Kansas Press, Lawrence 2005, S. 201.

Literatur[Bearbeiten]

Bei der Betrachtung sowjetischer Quellen mit Ausnahme von Samisdat- und Tamisdat-Literatur, die bis zum Jahr 1987 veröffentlicht wurden, muss die Tätigkeit der sowjetischen Zensurbehörden (Glawlit, Militärzensur) bei der Revision diverser Inhalte im Sinne der sowjetischen Ideologie berücksichtigt werden. (→Zensur in der Sowjetunion)

  • S.P. Platonow (Hrsg.): Bitwa sa Leningrad 1941–1944. Wojenisdat, Moskau 1964.

Weblink[Bearbeiten]