Kesselschlacht bei Uman

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Kesselschlacht bei Uman
Datum 15. Juli bis 8. August 1941
Ort Ukraine, Sowjetunion
Ausgang Deutscher Sieg
Folgen Vorstoß auf Kiew konnte fortgesetzt werden
Konfliktparteien

Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Ungarn 1940Ungarn Ungarn
Rumänien KonigreichRumänien Rumänien

Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion

Befehlshaber

Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Gerd von Rundstedt
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Ewald von Kleist
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Carl-Heinrich von Stülpnagel

Sowjetunion 1923Sowjetunion Michail Petrowitsch Kirponos

Truppenstärke
Heeresgruppe Süd
(Panzergruppe 1)
17. Armee
Südwestfront
6. Armee
12. Armee
18. Armee
Verluste

k.A

20 Divisionen
103.000 Gefangene

Die Kesselschlacht bei Uman war eine Schlacht im Zweiten Weltkrieg vom 15. Juli bis zum 8. August 1941. In ihr zerstörte die deutsche Wehrmacht mit ungarischen und rumänischen Hilfstruppen 20 Divisionen der Roten Armee.

Voraussetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß dem Plan des Unternehmens Barbarossa konzentrierte sich die Stoßrichtung der Heeresgruppe Süd auf die Ukraine. Nach Überwindung der schwer befestigten Stalin-Linie kam es Anfang August darauf an, größere Truppenteile der Roten Armee in der Ukraine zu vernichten. Im Gegensatz zur Heeresgruppe Mitte, die mit zwei Panzergruppen Zangenoperationen durchführen konnte, verfügte die Heeresgruppe Süd nur über eine Panzergruppe. Die sowjetische Südwestfront, die zudem die stärkste der vier sowjetischen Fronten war und über mehr Panzer verfügte als die Deutschen, wurde von Generaloberst Michail Petrowitsch Kirponos beweglich geführt. So gelang es seinem Gegenspieler Generalfeldmarschall von Rundstedt nach den erfolgreichen Grenzschlachten erst Ende Juli 1941, die 17. Armee unter General Carl-Heinrich von Stülpnagel in eine Position zu bringen, welche des der Panzergruppe 1 unter Ewald von Kleist ermöglichte, große Teile der sowjetischen Süd- und Südwestfront im Rücken zu umgehen und zu umfassen. Im Süden wurde diese Operation durch Verbände der verbündeten rumänischen 3. Armee gedeckt.

Schlachtverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein deutscher Infanterist vor einem gefallenen sowjetischen Soldaten, dahinter ein zerstörter sowjetischer Panzer vom Typ BT-7 (Ukraine, Juni 1941)

Die Infanteriedivisionen des deutschen LII. Armeekorps und des XXXXXIX. Gebirgskorps bedrängten die sowjetische 6. und 12. Armee unter Generalleutnant Muzychenko und Generalmajor Ponedelin von Westen her. Das XXXXVIII. Panzerkorps (General der Panzertruppen Kempf) führte von Norden her mit der 11. und 16. Panzer-Division die Umfassung im Rücken der sowjetischen Kräfte durch. Vom 26. bis zum 30. Juli führten die bereits von drei Seiten umklammerten sowjetischen Verbände schwere Abwehrkämpfe, nach Südosten war die Verbindung zur 18. Armee unter General Smirnow noch offen. Marschall Budjonny, Befehlshaber der im Südwesten operierenden Streitkräfte meldete an die Stawka, dass die Versuche der 6. und der 12. Armee die rückwärtigen Verbindungen vollständig zu öffnen, ohne zusätzliche Verstärkungen nicht gelingen werde.

Dem ungarischen Schnellen Korps unter General Miklos, das der deutschen 17. Armee unterstellt war, wurde der Auftrag übertragen, den Übergang über den südlichen Bug bei Gajworon zu bewerkstelligen, sowie den energische Vormarsch längs der Eisenbahnlinie auf Perwomajsk aufzunehmen. Am 29. Juli erfolgte die Begegnung ungarischer und rumänischer Truppen bei Berszad, obwohl sich diese ein Jahr vorher an der Siebenbürgischen Grenze noch als Gegner gegenübergestanden hatten. Das OKW schob vorsorglich zwischen dem ungarischen Schnellen Korps und den Rumänen eine deutsche Division mit einem neuen Generalkommando in die Front ein. Die Vorhut der deutschen 1. Gebirgsdivision rückte derweil über Tarasowka zum Sinjucha-Abschnitt vor und traf bei Sabugskoje auf die Angriffsspitzen der 9. Panzerdivision des XIV. Panzerkorps.

Am 3. August wurde bei Perwomaisk der Ring fest geschlossen, etwa 20 sowjetische Divisionen befanden sich im Kessel. Das nördlich der bei Perwomaisk haltenden Ungarn stehende deutsche XI. Armeekorps unter General von Kortzfleisch versammelte die 101. und 257. Infanterie-Division im Raum bei Jozefpol und verstärkte die dortige Kesselfront. Da die deutschen und ungarischen Einschliessungskräfte noch relativ schwach waren, konnten Zehntausende Rotarmisten unter Aufgabe ihrer schweren Waffen und Ausrüstung nach Osten in sowjetisch gehaltenes Gebiet entkommen. Im Raum Podwysskoje schlugen die 1. und 4. Gebirgsdivision alle Ausbruchsversuche zurück. Unter verlustreichen Kämpfen wurde die Kesselschlacht bis zum 8. August von den deutschen Truppen erfolgreich beendet. Es kapitulierten 103.000 sowjetische Soldaten, dazu fielen 317 Panzer und 858 Geschütze in deutsche Hand.

Ergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hinterland der Ukraine bis zum Dnepr und zum Schwarzen Meer stand für weitläufige Unternehmen offen. Bis zur Schlacht um Kiew hatten die Sowjets wieder eine notdürftige Verteidigung eingerichtet, die jedoch wiederum versagte. Die verlorene Kesselschlacht um Uman war der erste Schritt zur Eroberung der wirtschaftlich bedeutenden Ukraine.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Betrachtung sowjetischer Quellen mit Ausnahme von Samisdat- und Tamisdat-Literatur, die bis zum Jahr 1987 veröffentlicht wurden, muss die Tätigkeit der sowjetischen Zensurbehörden (Glawlit, Militärzensur) bei der Revision diverser Inhalte im Sinne der sowjetischen Ideologie berücksichtigt werden. (→Zensur in der Sowjetunion)

  • Horst Boog, Jürgen Förster, Joachim Hoffmann, Ernst Klink, Rolf-Dieter Müller, Gerd R. Ueberschär: Der Angriff auf die Sowjetunion. (= Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Band 4). 2. Auflage. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1987, ISBN 3-421-06098-3.
  • L. L. Dessjatow, P. A. Schilin, B. G. Solowjew: Die Kampfhandlungen in der Ukraine während der Anfangsperiode des Krieges. in: Pawel Andrejewitsch Schilin (Hrsg.): Die wichtigsten Operationen des Großen Vaterländischen Krieges, 1941–1945. Verlag des Ministeriums für Nationale Verteidigung, Berlin (Ost) 1958, S. 112–130.
  • Percy E. Schramm (Hrsg.): Das Kriegstagebuch des OKW – Eine Dokumentation. Band 1. Bechtermünz, Augsburg 2002, ISBN 3-8289-0525-0.
  • Hans Steets: Gebirgsjäger bei Uman – Die Korpsschlacht des XXXXIX. Gebirgs-Armeekorps bei Podwyssokoje 1941. Scharnhorst Buchkameradschaft, Heidelberg 1955. (= Die Wehrmacht im Kampf. Band 4.)