1. Bulgarische Armee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen wichtige Informationen.

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

1. Bulgarische Armee
Aktiv 1912-1913
1915-1918
1941-1945
Land Bulgarien
Streitkräfte Bulgarische Streitkräfte
Teilstreitkraft Heer
Typ Armee
Hauptquartier Sofia
Kriege Balkankriege
Erster Weltkrieg
Zweiter Weltkrieg
Kommandeur
Wichtige
Kommandeure

Kliment Bojadschiew
Dimitar Geschow
Stefan Neresow

Die 1. Bulgarische Armee (bulgarisch Първа българска армия) war ein Großverband der Bulgarischen Streitkräfte während der Balkankriege 1912/1913, des Ersten und des Zweiten Weltkriegs.

Geschichte[Bearbeiten]

Balkankriege[Bearbeiten]

Hauptartikel: Balkankriege

Erster Balkankrieg[Bearbeiten]

Nach den militärischen Reformen im Bulgarien im Jahr 1907 wurde das bulgarische Gebiet in drei Armeeinspektionen aufgeteilt. Jeder von ihnen wurde in weitere drei Bezirke unterteilt die im Kriegszeiten eine Feldarmee bildeten.

Die 1. Bulgarische Armee wurde somit durch die Ersten Armee-Inspektion, die ihren Sitz in Sofia hatte und zunächst durch die 1., 6. und 7. Division gebildet. Nach weitere Reformen wurden die 7. und 6. Divisionen durch die 3. und die neu gebildete 10. Division ersetzt, die zuvor Teil der Zweiten Armee-Inspektion waren. Nach der Kriegserklärung und der allgemeinen Mobilmachung im September 1912 bestand die 1. Bulgarische Armee aus die drei Infanteriedivisionen und einem Kavallerieregiment. Jedoch konnte nur die 3. Division ihre volle Stärke von drei Infanteriebrigaden erreichen, während die 10. Division mit einer Brigade von der 1. Division und eine weitere aus der 6. Division gebildet wurde.

Zusammensetzung der 1. Bulgarischen Armee am Anfang des Ersten Balkankrieges[1]
Bataillone Soldaten Gewehre Maschinen
Gewehre
Kanonen
Armeeführung und Stab 1,439 424
1. "Sofia" Infanteriedivision 17 24.976 17.885 16 60
3. „Balkan“ Infanteriedivision 25 34.991 25.106 24 72
10. Infanteriedivision 17 23.693 17.269 16 48
9. Kavallerie Regiment 504 373
Nachhut 3.000
Zusammen 59 88.603 61.067 56 180

Die bulgarische Plan stellte die 1. Armee unter den Befehl von Generalleutnant Wassil Kutintschew an der ostthrakischen Front. Die 1. Bulgarische Armee sollte die osmanischen Kräfte zwischen Kırklareli und Edirne, bzw. zwischen der rechten Flanke der 2. Armee, die auf Edirne vorrückte, und der linken Flanke der 3. Armee, die durch das Strandscha-Gebirge in Richtung Lüleburgaz vordrang, angreifen. Um einen schnellen Vormarsch der bulgarischen Truppen zu gewährleisten, wurde die 1. Brigade der 3. Division der 2. Armee zugewiesen, während der Rest der 1. Armee in den Raum zwischen den beiden befestigten Städte rückte. Mit der Schlacht von Kırklareli, in der die 1. Armee mit 5.745 Toten die Hauptlast trug, war der Weg auf Lüleburgaz frei, und fast das gesamte Strandscha-Gebirge fiel in bulgarische Hände.

Zweiter Balkankrieg[Bearbeiten]

Operationsplan der bulgarischen Streitkräfte im Zweiten Balkankrieg

In der Zeit nach dem Ersten Balkankrieg stiegen die Spannungen zwischen den Verbündeten deutlich an. Serbien und Griechenland bildeten eine neue Allianz, die gegen Bulgarien gerichtet war. Es begannen Scharmützel vor allem zwischen den kleineren bulgarischen Kräften, die aus Makedonien stammten und serbischen und griechischen Verbändem die Makedonien im Ersten Balkankrieg besetzt hatten. Angesichts dieser Situation begann die bulgarische Armee, ihre Truppen aus Ostthrakien in den westlichen Teil des Landes zu verlegen und sie zu reorganisieren.

Die Erste Armee, noch unter dem Kommando von Lieutenant General Wassil Kutintschew, wurde im nordwestlichen Teil des Landes zwischen Widin und Berkowiza verlegt, entlang der alten Grenze zu Serbien. Sie setzte sich um 15. Junijul./ 28. Juni 1913greg. von zwei Divisionen mit jeweils nur zwei Brigaden, ein paar Schwadronen Kavallerie und einer unabhängigen Infanteriebrigade zusammen.

Zusammensetzung der 1. Bulgarischen Armee am Anfang des Zweiten Balkankrieges[2]
Bataillone[3] Soldaten Gewehre Kanonen
Armeeführung 713
5. „Donau“ Infanteriedivision 14 20.097 18.680 48
9. „Plewen“ Infanteriedivision 16 26.740 22.284 32
Unabhängige Brigade 8 9.139 5.782 28
Zusammen 38 56.689 46.746 108

Der Operationsplan der bulgarischen Streitkräfte sah vor den Krieg mit einer Offensive und dem Vorrücken der 1. und 3. Armee in Richtung Altserbien zu beginnen. Diese sollten die Kommunikations- und Versorgungswege der in Makedonien konzentrierten serbischen Armee abzuschneiden. Der Konflikt begann jedoch am 16. Junijul./ 29. Juni 1913greg. mit dem Befehl an der 4. und 2. Armee die serbischen und griechischen Stellungen in Makedonien anzugreifen.

In der anschließenden Tagen herrschte eine Verwirrung und die restlichen drei bulgarischen Armeen erhielten keine Aufträge zum Angriff. Erst am Abend des 21. Junijul./ 4. Juli 1913greg. wurde der 1. Armee befohlen, gegen die Stadt Knjaževac zu marschieren und ihrer Besetzung sind in zwei zu teilen. Mit der einem Zug sollte die 1. Armee gegen Zajecar und dem zweiten Richtung Süden marschieren, um die 3. Armee bei Pirot zu unterstützen. Gegner der 1. Armee war die serbischen Timok-Armee mit 31 Kompanien und 12 Artillerie-Batterien unter dem Befehl von Oberst Vukuman Arachich. Den Bulgaren gelang es einen Teil dieser Kräfte zu besiegen und besetzen Knjaževac mit nur 280 Tote und 820 Verwundete.

In der Zwischenzeit erklärte Rumänien Bulgarien den Krieg und drang mit seine Armeen im nördlichen Teil seine Nachbarlandes ein. Dieser neuen Feind bedrohte die Nachhut der 1. Armee und zwang das bulgarische Oberkommando ihr den Rückzug zu befehlen. Der befohlene Rückzug hatte negativen Einfluss auf die Moral der Truppe und verursachte Meuterei wie beispielsweise in der 9. Division, die sich völlig unorganisiert zurückzog. Die Situation war besonders schlimm in der 2. Kompanie der Division, welche sich den rumänischen Kräften bei Montana übergab. Der Rest der Division rückte nach Sofia zurück und nahm später eine wichtige Rolle in der Schlacht in der Kresna-Schlucht ein.

Mit dem begonnenen Rückzug der 1. Armee eroberten die Serben Knjaževac zurück, drangen auf bulgarischen Boden ein und eroberten Belogradtschik, wo sie Kontakt mit den rumänischen Kräften aufnahmen. Somit war der gesamte Nordosten Bulgariens von den Serben besetzt. Lediglich Widin konnte unter Oberst Krastju Marinow mit einigen der zerschlagenen Kompanien aus Belogradtschik und über 3000 Freiwilligen die serbischen Angriffe bis zum Kriegsende abwehren. Der Großteil der 1. Armee zog jedoch in Richtung Sofia ab. Ein weiterer Teil nahm Positionen in den Pässen des Balkangebirges ein, um den rumänischen Vormarsch auf die bulgarische Hauptstadt zu stoppen. Der größere Teil der verbliebenen 1. Armee wurde jedoch der anderen bulgarischen Armee zugeordnet.

Am 15. Julijul./ 28. Juli 1913greg. wurde ein allgemeiner Waffenstillstand zwischen den Kriegsparteien vereinbart und rund zehn Tage später der Friede von Bukarest unterzeichnet, der unter anderem eine sofortige Demobilisierung der bulgarischen Armee vorsah.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen wichtige Informationen.

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

An der Seite der Achsenmächte[Bearbeiten]

Bulgarien schloss sich den Achsenmächte im Jahr 1941 an, als deutsche Truppen den Einmarsch in Jugoslawien und Griechenland vorbereiteten, die bulgarischen Grenzen erreichten und von Bulgarien die Erlaubnis forderten, durch das bulgarische Gebiet frei zu passieren. Am 1. März 1941 unterzeichnete Bulgarien den Dreimächtepakt und trat offiziell auf die Seite der Achsenmächte. In der bulgarischen Armee gab es zu diesem Zeitpunkt neben der 1. Bulgarischen Armee noch weitere drei Armeen mit rund 30 Divisionen.

Im Zuge des Balkanfeldzugs griff die 1. Bulgarische Armee in den Zweiten Weltkrieg ein und besetzte die jugoslawische Vardarska banovina und Teile der Moravska banovina und sicherte somit die Nachhut der Wehrmacht.

Auf der Seite der Alliierten[Bearbeiten]

Nach der Besetzung Bulgariens durch die Rote Armee im September 1944 wurden die bulgarischen Streitkräfte unter sowjetische Führung gestellt, so die 1. Bulgarische Armee von September bis November 1944 zusammen mit zwei weiteren Armeen (der 2. und 4. Armee) gegen die aus Griechenland zurückweichenden deutschen Kräfte in Makedonien, Süd-Serbien, Kosovo und Metohien. Dabei bestand die Erste Armee aus der 1., 2. und 11. Infanterie-Division, sowie aus Teilen der 2. Reiter- und 1. Sofia-Division (diese bestand aus Partisanen-Truppen). Sie wurde geführt von General Wladimir Stojtschew.

Von Dezember 1944 bis Mai 1945 kämpfte die reorganisierte 1. Bulgarische Armee mit 99.662 Mann in der 3. Ukrainische Front erneut unter dem Kommando der Roten Armee. Damit beteiligte sich die bulgarische Armee am Vormarsch der Roten Armee auf der Balkanhalbinsel nach Norden und kämpfte auf jugoslawischem, ungarischem und österreichischem Boden. Die Armee bestand aus der 3., 8., 10., 11., 12. und 16. Infanterie-Division. Diese waren in zwei Korps (3. und 4.) gruppiert.[4]

Im Januar 1945 war die 1. Armee in Ungarn. Das Hauptziel der Bulgaren war es, die deutschen Truppen von dem sowjetischen Angriff in Richtung Österreich - Deutschland abzulenken. Um sich zu wehren, griffen die Deutschen in die drei Richtungen Balaton (Plattensee), gegen die sowjetische 57. Armee und das bulgarische 3. Korps in Richtung Pécs und durch die Drava Richtung Valpovo (heutiges Kroatien) gegen das bulgarische 4. Korps und die jugoslawische 3. Armee an.

Aufgrund von Versorgungsengpässen bekam die 1. Bulgarische Armee im Frühjahr 1945 von der Roten Armee 44 Flugzeuge, 65 T-34 Panzer, 410 Geschütze, 115 Flak-Geschütze, 370 Granatwerfer, 370 Transportfahrzeuge und rund 30.000 Handwaffen.

Trotz schwerer Verluste und schlechter Bedingungen im Winter wurden die Deutschen bis zum 15. März 1945 aufgehalten und bis zum 19. März hinter die Drava getrieben. Um den Süd-Flügel der 3. Ukrainische Front zu schützen, kamen die Bulgaren im Rahmen der „Wiener Operation“ nach Völkermarkt (Österreich). 20 km entfernt von Klagenfurt traf sie sich mit der britischen 8. Armee.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Войната между България и Турция, vol. II , Sofia, 1928, S. 649–652.
  2. Кратък обзор на бойния състав, организацията, попълването и мобилизацията на българската армия , pag. 92-93;Държавно военно издателство,София 1961
  3. А.Христов. Исторически преглед на войната на България срещу всички балкански държави , Verlag Печатница на Армейския военно-издателски фронт, Sofia, 1922, S. 35–34.
  4. Gosztony, Peter: Stalins Fremde Heere. Bernard & Graefe Verlag, Bonn, 1991, ISBN 3-7637-5889-5, S. 211.

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard C. Hall: The Balkan Wars, 1912–1913: Prelude to the First World War. Routledge, 2000, ISBN 0-415-22946-4.
  • Edward J. Erickson: Defeat in Detail: The Ottoman Army in the Balkans, 1912–1913. Greenwood Publishing Group, 2003, ISBN 0-275-97888-5.
  • Richard Hall: Balkan Breakthrough: The Battle of Dobro Pole 1918. Indiana University Press, 2010, ISBN 0-253-35452-8.
  • Peter Gosztony: Stalins Fremde Heere. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1991, ISBN 3-7637-5889-5.
  • Andrew Mollo: The Armed Forces of World War II. Crown, New York 1981, ISBN 0-517-54478-4..
  • J. Lee Ready: World War Two Nation by Nation. Arms and Armour Press, London 1995.
  • Thomas Nigel, Mikulan, Krunoslav: Axis Forces in Yugoslavia 1941-45. Osprey, Oxford/ New York 1995, ISBN 1-85532-473-3.
  • Щаб на войската: Българската армия в Световната война, vol. II. Държавна печатница, Sofia 1938.
  • Щаб на войската: Българската армия в Световната война, vol. IV. Държавна печатница, Sofia 1940.
  • Петър Дошкинов: Чеганската операция. Книга 2. Печатница на военно-издателския фонд, Sofia 1940.