AMC 35
Der AMC 35 war ein leichter Kampfpanzer der französischen Streitkräfte in der Zeit vor und während des Zweiten Weltkrieges.
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[Bearbeiten] Vorgeschichte
1922/1923 wurde ein neues Aufklärungsfahrzeug gefordert, das geländegängiger und schneller als die im ersten Weltkrtieg eingesetzten Fahrzeuge sein sollte. Nach seiner Fertigstellung erhielt der Prototyp die Bezeichnung „Auto Mitrailleuse de Cavalerie“. Ohne größeren Erfolg wurden danach noch etliche Fahrzeugtypen erprobt, bis 1931 die Forderung nach drei verschiedenen Kavalleriefahrzeugen gestellt wurde (Anm.: D´couverte = Entdeckung; Combat = Schlacht; Reconnaissance = Aufklärung):
- AMD „Auto Mitrailleuse de Découverte“ (dem entsprach der Panhard 178)
- AMC „Auto Mitrailleuse de Combat“ (siehe AMC 35)
- AMR „Auto Mitrailleuse de Reconnaisance“
[Bearbeiten] Produktion
Renault baute 1933 einen ersten Prototyp, um der geforderten Klassifizierung nach einem AMC (Auto-Mitrailleuse de Combat) zu entsprechen (etwa 'selbstfahrendes Schlacht-Maschinengewehr'; siehe auch Mitrailleuse - im französischsprachigen Raum ein Synonym für Maschinengewehr). Die in das Fahrzeug gesetzten Erwartungen konnten bei der Erprobung nicht erfüllt werden, so dass ein zweiter Prototyp mit einer Vorserie von zwölf Stück unter der Bezeichnung „AMC 34 Renault YR“ hergestellt werden musste. Diese Fahrzeuge wurden ursprünglich mit dem Turm des Renault FT-17 (ausgestattet mit einer 37-mm-Kanone) ausgerüstet; dieser wurde später durch den APX-2-Turm ersetzt wurde. Dabei handelte es sich bereits um einen Zweimannturm, wodurch die Aufgabe für den Kommandanten wesentlich erleichtert wurde, da dieser nicht auch noch die Kanone bedienen musste. Die Bewaffnung dieses Fahrzeuges bestand zunächst aus einer 47-mm-Kanone und einem achsparallel eingebauten 7,5-mm-Maschinengewehr, später aus einer 25-mm-Kanone. Dieser Panzer erfüllte aber die Anforderungen der Ausschreibung nicht mehr.
Renault baute nunmehr ein neues Fahrzeug, den Renault ACG. Obwohl dieser Typ die Anforderungen nach wie vor nicht erfüllte (weder Höchstgeschwindigkeit noch Panzerung noch mechanische Zuverlässigkeit), wurde er als AMC 35 genehmigt. Insgesamt wurden bis Januar 1940 50 Serienfahrzeuge dieses Typs von Renault und AMX gefertigt.
[Bearbeiten] Technische Daten
- Besatzung: 3 Mann
- Bewaffnung: eine Kanone 47 mm (Der späte AMC 34 hatte eine Pak 25 mm mit langem Rohr) und ein Maschinengewehr 7,5 mm
- Antrieb: 4-Zylinder-Benzinmotor mit 180 PS
- Geschwindigkeit max: 40 km/h
- Gewicht: Kampfgewicht 1400 kg
- Panzerung: max 25 mm
- Fahrbereich: 160 km
- Kletterfähigkeit: 0,61 m
- Grabenüberschreitfähigkeit: 1,83 m
- Steigfähigkeit: 60 %
- Abmessungen: Länge 4,57 m / Breite 2,24 m / Höhe 2,34 m
- Fertigungszahl: 50 Stück
- Laufwerk: fünf Laufrollen mit Schraubenfedern, Triebrad vorn, fünf Stützrollen
[Bearbeiten] Einsatz von 1935–1940
1937 wurden zwölf Fahrzeuge an Belgien verkauft und dort umgerüstet, 1939 drei weitere. Sie erhielten einen in Belgien umgebauten Turm mit einer 47-mm-Pak und koaxialem 13,2-mm-Maschinengewehr. Die Panzer wurden als „Auto Mitrailleuse de Corps de Cavalerie“ bezeichnet und den Jägern zu Pferde (Chasseurs à Cheval / Jagers te Paard) zugeteilt. In Gefechten gegen deutsche Truppen im Mai 1940 (Westfeldzug) wurden vier von acht noch einsatzfähigen Panzern durch Pak zerstört.
Die französischen AMC-35-Panzer waren bei Beginn der Kampfhandlungen im Mai 1940 allesamt nicht einsatzbereit. Einige wenige Fahrzeuge wurde provisorisch kampfbereit gemacht, enttäuschten jedoch im Einsatz insbesondere wegen der geringen Reichweite im Gelände und wegen technischer Mängel.
Nach der Niederlage Frankreichs 1940 übernahmen die Deutschen die noch verwendungsfähigen Fahrzeuge und gliederten sie unter der Bezeichnung PzKpfw AMC 738 (b) bzw. (f) in die Wehrmacht ein. Sie wurden von den deutschen Besatzungstruppen für ihre Zwecke verwendet. → siehe auch Beutepanzer
[Bearbeiten] Literatur
- "Panzer und andere Kampffahrzeuge 1916 bis heute", Buch und Zeit Verlagsgesellschaft, Köln 1977