AMC 34

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AMC 34
Allgemeine Eigenschaften
Besatzung je nach Bewaffnung 2 oder 3
Länge 3,98 m
Breite 2,07 m
Höhe variabel je nach Art des Turms (Wannenhöhe 1,55 m )
Masse 9,7 Tonnen
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 20 mm
Hauptbewaffnung 47-mm-Panzerabwehrkanone
Beweglichkeit
Antrieb 7,125-Liter-Motor V-8
120 PS
Federung vertikal gefederte Drehgestelle und zwei horizontal gefederten Radsätze pro Seite.
Höchstgeschwindigkeit 40 km/h
Leistung/Gewicht PS/Tonne
Reichweite 200 km
AMC 34 Prototyp

Der AMC-34 war ein französischer Panzer, der ursprünglich für die Kavallerie-Einheiten der französischen Armee gebaut wurde. Die Produktion wurde bereits kurz nach Produktionsbeginn eingestellt. Die wenigen gebauten Panzer waren zur Zeit des Westfeldzugs bereits außer Dienst gestellt.

Entwicklung[Bearbeiten]

Höchst beunruhigt über den raschen Aufbau der Roten Armee konzipierte die französische Armee am 24. Dezember 1931 einen Plan für die Mechanisierung der Kavallerie. Diese sah in der Entwicklung der verschiedenen Arten von Automitrailleuses (MG-Wagen), unter anderem das Automitrailleuse AMC, ein leicht gepanzertes (9 Tonnen), aber schnelles Fahrzeug mit einer Reisegeschwindigkeit von 30 km/h. Es besaß eine starke Bewaffnung mit einer 47-mm-Kanone für den Einsatz gegen feindliche Panzer. Der Plan wurde durch das französische Verteidigungsministerium am 9. Dezember 1932 genehmigt.

Schon vor 1931 war der Entschluss zum Bau eines solchen Fahrzeuges gefasst und der Konstrukteur Louis Renault mit dem Bau eines Prototyps beauftragt worden. Im Herbst des gleichen Jahres begannen die Entwicklungsarbeiten. Den Vorschlag, geschweißte Stahlplatten zu verwenden, lehnte Renault aus Kostengründen ab, da dies die Einstellung zusätzlicher professioneller Schweißer zur Folge gehabt hätte. Trotzdem wurde parallel und ohne Auftrag der Renault-VO, ein geschweißter Prototyp eines Char Rapide (franz. schneller Panzer), der auch als Alternative für den AMR-33 gelten konnte, entwickelt. Als dieses Fahrzeug im Jahr 1932 fertiggestellt worden war, war Renault von der Konstruktion zunächst begeistert, beschloss aber nach langer Überlegung, das geschweißte Modell nicht zu akzeptieren und bestellte die genietete Version. Diese Entscheidung erfolgte zu schnell und verursachte eine komplette Überarbeitung des Projekts. Das Ergebnis war der Renault YR. Nach Prüfung durch die Sektion Technique de la Cavalerie wurde der Prototyp durch den Einbau eines größeren Treibstofftanks, einer stärkeren Kupplung und eines stärkeren Getriebes verbessert. Am 9. März 1934 wurde der Auftrag für eine Vorserie des AMC-34 vergeben.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der AMC-34 war ein kleines Fahrzeug mit einer Länge von 3,98 m und einer Breite von 2,07 m. Die Federung des Prototyps war mit der des AMR-33 identisch. Die gefertigten Fahrzeuge waren mit einem zentralen Drehgestell mit einer vertikalen Feder ausgestattet, eine Variante wie sie ursprünglich für den AMR-35 vorgesehen war. Zwei weitere Räder vorne und hinten waren mit hydraulisch gedämpfter Federung ausgestattet. Als Antrieb diente ein 7,125 Liter V8-Motor mit einer Leistung von 120 PS, ausreichend für eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Mit dem 220 Liter fassenden Kraftstofftank konnte ein Fahrstrecke von 200 Kilometern erreicht werden. Das Fahrzeug war mit Frontantrieb ausgestattet. Der Motor befand sich im rechten Frontbereich, der Fahrer saß links daneben. Die Stärke der Panzerung betrug maximal 20 mm.

Geschichte[Bearbeiten]

Plan 1934[Bearbeiten]

Noch vor der Produktion des ersten Serienfahrzeuges wurde die Bestellung storniert, da man am 26. Juni 1934 im Rahmen des Plan 1934, (dieser galt der Erhöhung der Produktionszahlen und Verbesserung der Qualität der französischen Panzer-Produktion) beschlossen hatte, die Anforderungen für den AMC 34 zu ändern. Seine Panzerung hatte sich als zu schwach gegen den Beschuss von Panzerbüchsen herausgestellt und hätte verstärkt werden müssen. Das Fahrgestell war jedoch nicht in der Lage das erhöhte Gewicht zu tragen. Aus diesem Grund wurde das Modell zum AMC 35 umkonstruiert.

Frankreich und Marokko[Bearbeiten]

Da Frankreich glaubte, nicht auf die zwölf bereits fertiggebauten Fahrzeuge der Vorserie verzichten zu können wurden diese in Dienst gestellt und im Januar 1936 dem 4. Cuirasssiers-Regiment zugeteilt. Ursprünglich mit dem Maschinengewehrturm des Renault FT-17 versehen, wurden sie später auf den Turm des APX1 mit einer SA34 47-mm-Kanone, wie sie auch im Char D2 Verwendung fand, umgerüstet.

Im Jahr 1937 erlaubte die wachsende Produktion von modernen Panzern, die Fahrzeuge an die Kolonialtruppe in Marokko abzugeben. Die Fahrzeuge besaßen ER-28 Kurzwellenfunk (die Ausrüstungsbestimmungen sahen für jedes Fahrzeug ein Funkgerät vor), sowie einen verbesserten Schutz des Treibstofftanks auf der Rückseite. Der Kühlergrill befand sich beschusssicher auf der hinteren Motorabdeckung.

Zu Beginn des Jahres 1940 wurden die AMC-34 durch den Hotchkiss H-39 ersetzt. Die Fahrzeuge wurden seitdem nur noch für die Ausbildung verwendet. Sie waren nicht auf den Waffenstillstandskontroll-Listen aufgeführt, so dass sie entweder bereits im Sommer 1940 verschrottet oder aber versteckt worden waren.

Belgische Version[Bearbeiten]

In der belgischen Kavallerie wurde 1935 ein Programm zur Mechanisierung aufgelegt. Es war geplant alle sechs Kavallerie-Regimenter mit je einer Staffel von zwölf Panzern auszurüsten: Je acht leichte Tankette T-15 und vier Panzer. Für die Panzerausstattung wurden 25 Chassis von Renault und 25 Türme von APX geordert. Renault hatte jedoch mit der Serienproduktion des AMC 34 erst gar nicht begonnen, da eine Abnahme durch die französische Armee nicht vorgesehen war. Die Türme wurden jedoch von APX ausgeliefert und mit der SA35 47-mm-Kanonen und dem 13,2-mm-Hotchkiss-Maschinengewehr bestückt. Zuerst waren die Türme für verbunkerte Küstenbatterien vorgesehen und wurden auch teilweise entsprechend verbaut. Nachdem jedoch Belgien vom Typ AMC 35 zwölf Stück erhalten hatte, wurden die restlichen Türme auf diesen Chassis installiert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]