Ablach (Donau)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ablach
Vorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt
Verlauf der Ablach

Verlauf der Ablach

Daten
Gewässerkennzahl DE: 1132
Lage Landkreis Konstanz, Landkreis Sigmaringen
Flusssystem DonauVorlage:Infobox Fluss/ABFLUSSWEG_fehlt
Quelle westlich Liggersdorf
47° 52′ 56″ N, 9° 6′ 3″ O47.8821111111119.1008611111111641
Quellhöhe 641 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung bei Mengen-Blochingen in die Donau48.0633333333339.3455555555556550Koordinaten: 48° 3′ 48″ N, 9° 20′ 44″ O
48° 3′ 48″ N, 9° 20′ 44″ O48.0633333333339.3455555555556550
Mündungshöhe 550 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 91 m
Länge 38 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 435 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Linke Nebenflüsse Alte Ablach, Rübelisbach, Seewaldbach, Krummbach, Grabenbach, Teuerbach, Weiherbach
Rechte Nebenflüsse Gröbelgraben, Rinkenbach, Auenbach, Nollenbach, Aspenbach, Ringgenbach, Lautenbach, Talbach, Andelsbach
Kleinstädte Meßkirch, Mengen
Gemeinden Hohenfels, Sauldorf, Krauchenwies

Die Ablach ist ein südlicher (rechter) Nebenfluss der Donau und entspringt an der hier nur schwach angedeuteten Europäischen Hauptwasserscheide aus der Mindersdorfer Aach und wird überdies aus dem benachbarten Moorgebiet der Waltere, der Gemarkung Hohenfels im Landkreis Konstanz, gespeist. Ihre Länge beträgt rund 36 Kilometer; von den Quellbächen bei Hohenfels an gerechnet sind es rund 38 Kilometer.

Geologie[Bearbeiten]

Während der Rißeiszeit, der vorletzten Eiszeit vor rund 120.000 Jahren, floss die Ablach bei Engelswies in die Donau, ihr bisheriges Tal war vom Rißgletscher bedeckt, der gleichzeitig die Donau staute, weshalb das Donautal aufwärts bis Geisingen und Spaichingen - bis auf 667 Meter Höhe - einen großen See bildete. Dieser floss zeitweilig bei Spaichingen über die dortige Talschwelle in das Neckartal ab. Nach der Rißeiszeit schuf sich die Ablach mithilfe der gestauten und dann rasch abfließenden Wassermassen vor etwa 100.000 Jahren ihr heutiges Tal.[1]

Vor der Begradigung hatte die Ablach einen mäandernden Verlauf. Das Ablachtal gilt im weitesten Sinne als Trennung zwischen dem Heuberg im Norden und dem Linzgau im Süden.[2]

Verlauf[Bearbeiten]

Die Ablach auf ihrem Weg durch Mengen
Zusammenfluss von Andelsbach (vorne) und Ablach (hinten)
Oberes Ablachtal bei Sauldorf mit Bichtlingen und Meßkirch ganz im Hintergrund

Auf ihrem Weg zur Donau fließt die Ablach in ihrem Oberlauf durch die Schwackenreuter Seenplatte und passiert die Orte Bichtlingen, Schnerkingen. In Meßkirch erhält die Ablach linksseitig Zufluss vom Grabenbach. Die Ablach passiert weiterhin Igelswies und Menningen, wo die Ablach im Mittelalter die heute teilweise zugeschütteten Gräben des Wasserschlosses Menningen speiste. Vor Göggingen wird die Ablach rechtsseitig vom Ringgenbach gespeist und später ein Teil der Wassermenge in den so genannten Mühlekanal abgeleitet. Hinter Göggingen fließen Mühlekanal und Ablach wieder zusammen.

Die Ablach passiert nun das nach ihr benannte Dorf Ablach und fließt weiter Richtung Krauchenwies und durch die dortigen fürstlichen Parkanlagen. Dort wird sie von einem rechten Nebenfluss, dem Andelsbach, gespeist. Hinter Krauchenwies fließt sie, auf ein begradigtes Bett festgelegt, bei Zielfingen inmitten einer Ansammlung von Baggerseen. Auf der Höhe des Restaurants Südsee III befindet sich ein Wehr, so dass Teile des Wassers der Ablach in einen Kanal abgeleitet werden konnten, um der Energiegewinnung einer Mühle und eines Sägewerks zu dienen. Hinter dem Dillmannschen Sägewerk wurde das Wasser der Ablach wieder zugeführt, um gleich danach wieder abgeleitet zu werden. Nutznießer ist hier das Dinsersche Sägewerk. Das abgeleitete Kanalwasser ist es, das durch Mengen fließt (Mengener Ablach). Die ursprüngliche Ablach passiert Ennetach (Ennetacher Ablach), um sich hinter Mengen mit den abgeleiteten Wassern wieder zu vereinen und unmittelbar südlich von Blochingen in die Donau zu münden.

Auf den letzten etwa 800 Metern vor ihrer heutigen Mündung fließt die Ablach im früheren Flussbett der Donau. Dieser Altwasserarm wurde durch die Begradigung vom heutigen Flusslauf der Donau abgetrennt.[3]

Die Mindersdorfer Aach, Wasserscheide und Bifurkation[Bearbeiten]

Der heutige Oberlauf der Mindersdorfer Aach ist der ursprüngliche, natürliche Oberlauf der Ablach. Da die Stockacher Aach ein für die Wasserkraftnutzung günstiges Gefälle aufweist[4] und die dortigen Sägewerke und Hammerwerk mehr Wasser benötigten, griff um das Jahr 1699 erstmals der Mensch in den natürlichen Bachverlauf ein. Im Bereich der Europäischen Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten von Rhein und Donau wurde das Wasser der Mindersdorfer Aach im Gebiet der heutigen Schwackenreuter Seenplatte bei der Eckmühle durch den Mindersdorfer Aach/Ablach-Durchstich größtenteils in die Stockacher Aach umgeleitet, die etwa 100 Meter weiter westlich vorbei fließt. Damit veränderten sie auch die Talwasserscheide zu Gunsten der Stockacher Aach. Man grub der Ablach buchstäblich das Wasser ab. Man spricht hier von einer künstlichen Bifurkation, wo ein niederes Wehr aus Kalksteinen den Wasserlauf hemmt.[1]

Das Wasser der kleinen Mindersdorfer Aach verzweigt sich an der Bifurkation und fließt die weit größere Wassermenge westlich als Stockacher Aach in den Bodensee, von dort gelangt es über den aus dem Bodensee fließenden Rhein in die Nordsee. Nördlich fließt, nur in Monaten mit hohem Wasserstand, die kümmerliche Restwassermenge, die dem Talverlauf folgend abfließt, als Ablach in die Donau und nimmt über diese Kurs auf das Schwarze Meer.

Bedenken zum Abgraben des Zulaufs zur Ablach wurden besonders von Meßkircher Handwerkern aus Meßkirch geäußert. Durch die verminderte Wassermenge, so die damalige Befürchtung, werde es zu Nachteilen für die Müller, Gerber, Sägewerker und die anderen wasserabhängigen Gewerke in Meßkirch kommen. Doch die Vertreter der fürstenbergischen Hammerwerke in Zizenhausen hatten auf mehr Wasserkraft für die Aach bestanden.[5]

Mit der Entstehung der Schwackenreuter Baggerseen erhielt die Ablach ein neues, künstliches Bachbett. In die nunmehrige Aach wurde ein Streichwehr von rund fünf Meter Länge gebaut, das bei entsprechendem Wasserstand überläuft und Wasser in die Ablach abgeben sollte. Das Streichwehr ist bis auf ein Rinnsal überwuchert (Stand 2007), wodurch noch weniger Wasser der Ablach zugeführt wird. Das heißt, dass die Ablach nur noch bei Hochwasser beaufschlagt wird und in Niedrigwasserzeiten im Oberlauf weitgehend austrocknet.[6][7]

Geschichte[Bearbeiten]

Schon früh lernten die Menschen, sich das fruchtbare Land links und rechts des Flusslaufes nutzbar zu machen, was sich in frühen Besiedelungen durch die Kelten, Römer und Alamannen zeigte.

Dass Kelten im Ablachtal siedelten, dafür zeugt der Name dieses Flusses selber, denn das keltische Abela heißt so viel wie „Bach“.[8] Entlang des Ablachtals findet man an den siedlungstopographisch günstigsten Stellen Altsiedelorte, die bereits während der alemannischen Landnahme, also im fünften und sechsten Jahrhundert gegründet worden waren und deren Namen auf „-ingen“ enden: Göggingen, Menningen, Schnerkingen, Bichtlingen.[9]

Später gewann das Ablachtal durch seinen Holzbestand und aufgrund der guten Bodenqualität für den Getreideanbau immer mehr an Bedeutung. Die jährlichen Frühjahrsüberschwemmungen sorgten dabei für eine ausreichende Düngung. Erst im letzten Jahrhundert bekam das Ablachtal Bedeutung im industriellen Kiesabbau.

Der Verlauf der Ablach erhielt durch viele Faktoren seine heutige Form. So sind einige Kilometer des Oberlaufs der Ablach in die Stockacher Aach umgeleitet worden, wodurch sich das Einzugsgebiet der Ablach um rund 22 Quadratkilometer verkleinerte.[5] Kurios ist, dass der Oberlauf der heutigen Aach, die durch Zizenhausen fließt, dort 1857 noch Ablach hieß.[10] Der staatliche Eisenbahnbau nahm ebenfalls großen Einfluss auf den Flussverlauf, der Bau der Eisenbahnstrecke von Schwackenreute nach Pfullendorf (1873 eröffnet) und der Bau der Hegau-Ablachtal-Bahn, zwischen 1866 und 1870 von Stockach nach Meßkirch und bis 1873 von Meßkirch über Krauchenwies nach Mengen, veränderte den Fluss. Die Bahnstrecke verläuft oftmals entlang der Ablach und quert diese auch. Zudem erfuhr die Ablach durch den aufkommenden Straßenbau ihre Einschränkung. So erhielt durch die Bundesstraße 311 ein bereits durch die Landwirtschaft veränderter Lebensraum sein heutiges Bild. Auch wurde wegen wiederholter Überschwemmungen die Ablach zwischen Menningen und Göggingen korrigiert; so wurde im November 1910 beschlossen, den Wasserverlauf auf zwölf Meter zu verbreitern, die Maßnahmen kostete 140.000 Mark.[11] Neben den Änderungen durch verkehrstechnische Baumaßnahmen kam es zu weiteren Verlaufskorrekturen durch den Kiesabbau.[10]

Pegel[Bearbeiten]

Der Pegel der Ablach wird vom Regierungspräsidium Tübingen an drei Stellen gemessen: Eine Messeinrichtung befindet sich in Menningen und zwei bei Mengen, und zwar an der Ennetacher Ablach und an der Mengener Ablach[12].

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Gerade in ihrem Oberlauf hat die Ablach durch Begradigung und Tieferlegung strukturellen und funktionellen Schaden erlitten. Inzwischen ist aber der Biber an ihr wieder heimisch.

Kunst[Bearbeiten]

Bei den Schwackenreuter Seen steht als sichtbare Markierung der Europäischen Wasserscheide die Wasserscheide-Plastik, ein 2007 eingeweihtes Kunstwerk von Peter Klink.[10]

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b Irgendwann auch ohne Eingriff dem Rhein zu. In: Südkurier vom 3. August 2003
  2. Vgl. Menningen. In: Südkurier vom 25. August 2008
  3. Karte von dem Königreiche Württemberg nach der neuen Landesvermessung im 1/50000 Maßstabe, von dem K. Statistisch topographischen Bureau, Blatt V, 1830
  4. Die Stockacher Aach hat auf ihrem Flusslauf in den Bodensee ein Gefälle von 220 Metern, die Ablach in die Donau hingegen eines von nur 80 Metern.
  5. a b Karl Mägerle (km): Heimat überrascht mit ihrer Schönheit. In: Südkurier vom 12. August 2011
  6. Alfred Heim: Das Ablachwasser fließt auch in den Bodensee - Der kleine “Rhein-Donau-Kanal” bei Schwackenreute In: Museumsgesellschaft Meßkirch e.V. (Hrsg.): Meßkircher Heimathefte. Heft 8. Jahrgang 2002
  7. Hydromorphologische Belastungen. In: Wasserrahmenrichtlinie - Bestandsaufnahme. Bearbeitungsgebiet Donau in Baden-Württemberg. Bericht. hier S. 20
  8. Gustav Kempf: Das Gögginger Dorfbuch. Radolfzell 1969
  9. Armin Heim: Ergebnis der ersten Welle des mittelalterlichen Landesausbaus. Im: Südkurier vom 14. August 2003
  10. a b c Gregor Moser (mos): Der Weg führt zur Peter-Klink-Plastik. In: Südkurier vom 9. August 2011
  11. Einstmals. In: Südkurier vom 24. November 2010
  12. Hochwasser-Vorhersage-Zentrale Baden-Württemberg: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg