Mengen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Mengen
Mengen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Mengen hervorgehoben
48.0497222222229.33561Koordinaten: 48° 3′ N, 9° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Sigmaringen
Höhe: 561 m ü. NHN
Fläche: 49,8 km²
Einwohner: 9850 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 198 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88512
Vorwahlen: 07572, 07576 (Rosna, Rulfingen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SIG
Gemeindeschlüssel: 08 4 37 076
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 90
88512 Mengen
Webpräsenz: www.mengen.de
Bürgermeister: Stefan Bubeck
Lage der Stadt Mengen im Landkreis Sigmaringen
Alb-Donau-Kreis Bodenseekreis Landkreis Biberach Landkreis Konstanz Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tuttlingen Zollernalbkreis Bad Saulgau Beuron Bingen (bei Sigmaringen) Gammertingen Herbertingen Herdwangen-Schönach Hettingen Hohentengen (Oberschwaben) Illmensee Inzigkofen Krauchenwies Leibertingen Mengen Mengen Meßkirch Neufra Ostrach Pfullendorf Sauldorf Scheer Schwenningen (Heuberg) Sigmaringen Sigmaringendorf Sigmaringendorf Stetten am kalten Markt Veringenstadt Wald (Hohenzollern)Karte
Über dieses Bild

Mengen ist eine Stadt im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg. Benachbarte Städte sind Sigmaringen im Westen und Bad Saulgau im Osten. Mengen wird auch die Fuhrmannsstadt genannt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Mengen liegt in der Region Oberschwaben an der Donau, deren Nebenflüsse Ablach und Ostrach münden bei Mengen hinein. Die Gemarkungsfläche umfasst rund 4980 Hektar[A 1] (Stand 23. Dez. 2010)[2].

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Beginnend im Osten, grenzt Mengen im Uhrzeigersinn an folgende Gemeinden: Herbertingen, Hohentengen, Ostrach, Krauchenwies, Sigmaringendorf, Scheer (alle Landkreis Sigmaringen) und Altheim (Landkreis Biberach)

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus der namengebenden Kernstadt Mengen (mit den Höfen Blank und Granheim und den Häusern Armbruster, Dillmannsches Sägewerk, Dinsersches Sägewerk, Kiesgrube Baumann, Rohnersche Fabrik, Schmölzsche Kunstmühle, Spitalmühle und Walke) und den Stadtteilen Beuren, Blochingen (mit dem Haus Elektrizitätswerk Mengen), Ennetach, Rosna und Rulfingen (mit dem Weiler Zielfingen und den Höfen Mühle und Ziegelhütte).[3]

Wappen Ortsteil Einwohner
(Stand: 20. Dez. 2010)[2]
Fläche
(Stand: 23. Dez. 2010)[2]
Mengen Mengen (Kernstadt) 5722 1643 ha 16.428.096 m²
Beuren Beuren 267 351 ha 3.510.031 m²
Blochingen Blochingen 902 755 ha 7.548.672 m²
Ennetach Ennetach 1652 832 ha 8.323.239 m²
Rosna Rosna 274 349 ha 3.486.242 m²
Rulfingen Rulfingen 1131 1050 ha 10.501.233 m²

Geschichte[Bearbeiten]

Mengen um 1900
Rathaus der Stadt Mengen
Mengen und das Donautal
Die Hauptstraße in Mengen

Das Gebiet um Mengen war schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit bewohnt. So fanden sich bei Mengen zwei spätbronzezeitliche Wagengräber mit vielen Metallartefakten. Römer bauten kurz nach Christi Geburt das Kastell Ennetach auf dem Ennetacher Berg, um einen Handelsweg zu schützen, der vom Mittelmeer zur Donau führte. 70 n. Chr. verlegten die Römer ihre jetzt überflüssige ältere Donaulinie des Raetischen Limes Richtung Alb und Neckar, siedelten aber bis etwa 260 weiter in Ennetach. Danach wurden sie durch die einfallenden Alemannen vertrieben. Diese siedelten sich in der Gegend an und gründeten viele Orte mit den Endungen „-ingen“, dabei auch Me-ingen.

Im Jahr 1876 wurde auf dem Gelände einer ehemaligen römischen Villa Rustica das bisher einzige in Oberschwaben erhaltene Farbmosaik der Römerzeit gefunden. Es zeigt in einem Medaillon das Haupt der Sagengestalt Medusa sowie Reste eines Flechtbandes, an dem sich ursprünglich weitere Medaillons anschlossen. Die übrigen Teile des Mosaikbodens sind nicht erhalten geblieben. Die Villa Rustica ist heute vollständig überbaut und nur wenig erforscht. Als „Medusa von Mengen“ bekannt galt es seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen. Nach der Auffindung im Jahr 2002 im Landesmuseum Württemberg wurde es restauriert und ist nun im Römermuseum Mengen-Ennetach zu sehen.

Das erste Mal urkundlich erwähnt wurde das Gebiet, als Kaiser Ludwig der Fromme im Jahr 819 Gebiete an der Ablach an das Kloster Buchau vermachte. 1170 hielt sich Friedrich I. Barbarossa in der Stadt auf und hielt einen Hoftag ab. 1257 ist zum ersten Mal ein freies Mengen („Vrie Mengen“) dokumentiert. Das neue Mengen (wo es heute liegt), erbaut rund 1150–1250, entstand neben dem alten Mengen (heute Ennetach). Das alte und das neue Mengen wurden durch den Fluss Ablach getrennt, daher wurde, um die beiden Orte zu unterscheiden, das alte Mengen „jenseits des Flusses“ (Ennet ach) genannt.

Am 4. März 1276 erlangt Mengen das Stadtrecht, ausgestellt in Augsburg durch König Rudolf von Habsburg.

Mengen war 1276 bis 1805 als eine der sogenannten fünf Donaustädte (zusammen mit Ehingen, Munderkingen, Riedlingen und Saulgau) vorderösterreichisch. Im Jahr 1806 fiel Mengen durch Napoleon I. und den Frieden von Pressburg an das Königreich Württemberg.

Um den 18. Mai 1632 war Mengen während des Dreißigjährigen Kriegs von schwedischen Truppen hart bedrängt, aber nicht eingenommen worden. Die Einwohner hatten intensiv die Gottesmutter angerufen, ihnen zur Seite zu stehen und schrieben dieser daher auch die Errettung der Stadt vor den angreifenden Soldaten zu, weswegen noch heute jährlich das Maifest in Mengen gefeiert wird.[4]

Am 7. Oktober 1819 brach in Mengen ein Feuer in der Altstadt aus. Dem „Großen Brand von Mengen“, der mit vergleichbar einfachen Mitteln bekämpft wurde, fielen damals viele Gebäude zum Opfer.

Zwischen den Jahren 1870 und 1872 wurde Mengen an das württembergische und badische Eisenbahnnetz angeschlossen. 1895/1896 gab es dank einer eigenen Anlage in der Stadt die erste Elektrizität, 1900 erhielt Mengen fließendes Wasser.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt nicht zerstört, weil ein amerikanischer Bomberverband mangels Jägerschutz seinen Angriff nicht fliegen konnte. Auf dem Flugplatz Mengen-Hohentengen wurde die Dornier Do 335, einer der schnellsten Jäger des Zweiten Weltkriegs, erprobt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde Ennetach nach Mengen eingemeindet. Die Eingemeindung von Beuren, Blochingen, Rosna und Rulfingen erfolgte am 1. Januar 1975.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl der Gesamtstadt Mengen hatte ihren historischen Höchststand am 31. Dezember 2005 mit 10.258 Einwohnern. Seitdem ist sie wieder rückläufig und seit 2009 unter die 10.000er-Marke gefallen[2]:

Jahr Einwohnerzahlen
1992 9.660
1995 9.930
2000 10.111
2005 10.258
2010 9.948
2011 9.902

Prognosen sagen, dass die Einwohnerzahl bis 2030 auf 9660 fallen wird.[5]

Religion[Bearbeiten]

Die Bevölkerung Mengens gehört überwiegend der Römisch-katholischen Kirche an. Der evangelische Teil gehört über den Kirchenbezirk Biberach zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Die Stadtmission Mengen ist dem Süddeutschen Gemeinschaftsverband angeschlossen, einem freien Werk innerhalb der Evangelischen Landeskirche.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 54,2 % (+ 1,2) zu folgendem Ergebnis:[6]

Partei / Liste Stimmenanteil +/- Sitze +/-
CDU 48,2 % + 7,2 13 + 2
FB 22,1 % − 5,7 5 -
JL 16,1 % − 1,8 4 -
SPD 13,6 % + 0,2 3 ± 0

In Mengen wurde der amtierende Gemeinderat noch in unechter Teilortswahl gewählt. Eine Änderung ist derzeit nicht beabsichtigt.[2]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 6. Juli 2008 wurde Stefan Bubeck, damals Bürgermeister von Hettingen und Kreisrat, mit absoluter Mehrheit von 82,1 Prozent im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt. Amtsinhaber Christian Lange erhielt 3,1 Prozent (149 Stimmen).[7] Bubeck wurde am 20. Oktober 2008 vereidigt.[8]

  • 2000–2008: Christian Lange (FWV)
  • seit 2008: Stefan Bubeck (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Mengen.svg

Das Wappen von Mengen zeigt einen gespaltenen Schild, vorne in Rot auf grünem Dreiberg ein linksgewendeter goldener Löwe, hinten in Silber vor einem zunehmenden roten Mond mit Gesicht ein sechsstrahliger roter Stern.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Am 5. Juni 2006 jährte sich zum 40. Mal der Tag, an dem die Partnerschaft zwischen der Stadt Mengen und der französischen Stadt Boulay-Moselle besiegelt wurde. Diese Städte-Partnerschaft kam aufgrund der Vermittlung der Internationalen Bürgermeister-Union für deutsch-französische Verständigung und europäische Zusammenarbeit in den Jahren 1965 und 1966 zustande und wurde feierlich am 4./5. Juni 1966 in Mengen beurkundet.

Eine weitere Partnerstadt Mengens ist seit 2013 das kroatische Novska im Westen Slawoniens. Die Stadt Novska hatte sich 2007 aufgrund einer Privatinitiative kroatischer Mitbürger erstmals an den „Spielen über Grenzen“ im Rahmen von Mengen-International beteiligt. Seit 2007 haben bereits mehrere gegenseitige Besuche stattgefunden. Aus den freundschaftlichen Beziehungen entstand eine Städtepartnerschaft. Am 1. Juli 2013, dem Tag des kroatischen EU-Beitritts unterzeichneten die Bürgermeister Stefan Bubeck aus Mengen und Vlado Klasan aus Novska die Partnerschaftsurkunde.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Römermuseum Ennetach

Die Stadt liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße und ist Teil der Tourismusregion „Oberschwäbische Donau“[10].

Museen[Bearbeiten]

  • Das Römermuseum Mengen-Ennetach im Ortsteil Ennetach zeigt vor allem Fundstücke aus der Römerzeit, aber auch aus der Besiedlung während der Bronzezeit.
  • Das Heimatmuseum, das in einem Fachwerkgebäude aus dem 17. Jahrhundert – der ehemaligen Thurn- und Taxis’schen Posthalterei – errichtet wurde, wird seit Jahren renoviert. Bald soll zumindest das ebenerdige Stockwerk wieder als Ausstellungsfläche viele sehenswerte Schätze zeigen, bevor die gesamten 800 Quadratmeter verfügbar sein werden.

Theater und Kleinkunst[Bearbeiten]

  • Im Ortsteil Rulfingen wurde ein ehemaliges Kirchengebäude zur Kleinkunstbühne „Alte Kirche Rulfingen“ umgewandelt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die verkehrsberuhigte Altstadt von Mengen ist geprägt durch Fachwerkhäuser und mehrere Sakralbauten. Diese werden mit der völlig neu gestalteten Hauptstraße im Rahmen der Kernstadtaufwertung besonders zur Geltung kommen. Die Arbeiten beginnen im Frühjahr 2012 und werden sich über die kommenden Jahre in mehrere Bauabschnitte gliedern.

Kirchen und Kapellen[Bearbeiten]

Martinskirche in Mengen
Liebfrauenkirche Mengen
  • Die katholische Martinskirche im Stadtzentrum, Hauptstraße 68, ist dem Heiligen Martin geweiht. Ihr Turm mit heutigem Storchennest gleicht eher einem Wehr- als einem Kirchturm. Die ursprünglich frühgotische Fassung wurde im 11./12. Jahrhundert erbaut. Die Kirche wurde 1275 erstmals urkundlich erwähnt. Sie beherbergte von 1275 bis 1805 eine eigene Pfarrei. Nach einem Brand im Jahre 1819 stand das Kirchengebäude vor dem Abriss, gegen den Willen der württembergischen Obrigkeit bewahrten aber die Bewohner Mengens das Gebäude. Architektonisch ist die barocke Kirche durch ihren alten Turm bestimmt. Die im Historismusstil umgestaltete Chorraumdecke ist in Holzkassetten aufgeteilt, die aufwändig gestaltete Malerei, mit vielen Farbabstufungen, anspruchsvoller Schablonenmalerei, Vergoldung und Profilleisten ist rund hundert Jahre alt und wurde 2011 restauriert. Die Decke teilt sich in zwei Bereiche auf. Auf der nördlichen Seite mussten 2008 die Kassetten entfernt werden, weil sie vom Holzschwamm befallen waren.[11]
  • Nicht weit von der Martinskirche steht das zweite katholische Kirchengebäude Mengens, die Liebfrauenkirche, geweiht der Mutter Gottes, nahe der Ablach. Sie hat ihren Ursprung im Jahr 1290 und wurde 1604 umgebaut. Die Liebfrauenkirche ist eine gotische Basilika mit dreischiffigem Langhaus, welche 1742 barockisiert wurde. Sie ist ausgestattet mit Stuckaturen und Fresken, der „Gnadenstätte zum Ölberg“ (1749), sowie originalen typischen Tonfiguren aus dem Leidensweg Christi und Grablegung.
  • Die Pauluskirche, erbaut 1957, ist die einzige evangelische Kirche der Stadt. In ihr hält die evangelische Gemeinde ihre Gottesdienste ab.[12]
  • Die (ehemalige) St.-Ulrich-Kirche in Rulfingen, heute als Alte Kirche bezeichnet, wurde im Jahr 1759 erbaut; der Turm stammt aus dem 15. Jahrhundert. Stuckaturen im Innenraum stammen aus der Hand von Johann Jakob Schwarzmann. Die Plastiken wurden von F. M. Hop gefertigt. Die Kirche wurde nach dem Neubau einer Pfarrkirche profaniert und dient heute als Veranstaltungsort für Konzerte und Kleinkunstdarbietungen.
  • Die (neue) St.-Ulrich-Kirche in Rulfingen wurde 1974 geweiht.
  • Die gotische Kirche St. Cornelius und Cyprius im Ortsteil Ennetach wurde 1491 eingeweiht. Das Chorgestühl wurde 1509 von Jörg Syrlin dem Jüngeren gefertigt. Die gotische Spitzenschnitzereien stammen von Niklaus Weckmann dem Älteren.
  • Die Ennetacher Antoniuskapelle ist ein Sakralbau aus dem 16. Jahrhundert und wurde 1541 erstmals erwähnt.
  • Die Kapelle im Ortsteil Beuren wurde im Jahr 1908 geweiht und gehört zur Kirchengemeinde Hundersingen-Beuren.[13]
  • St.-Michaels-Kirche in Rosna
  • Oberhalb von Rosna befindet sich die unter der Stifterfamilie Josef und Erna Kugler gebaute Bruder-Klaus-Kapelle. Die Kapelle mit dem Gnadenbild der dreimal wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt, und einer aufgesetzten Glocke auf dem mit Biberschwänzen gedeckten Kapellendach ist dem heiligen Nikolaus von Flüe, auch „Bruder Klaus“ genannt, als Fürsprecher gewidmet.

Kloster Mengen[Bearbeiten]

Von 1282 bis 1725 bestand in Mengen ein Wilhelmitenkloster.[12] Nach dem Rückzug der Wilhelmiten wurde die „Marienpforte“ zu Mengen 1725 dem Kloster St. Blasien, ein Benediktinerkloster in St. Blasien im Südschwarzwald inkorporiert,[14] sprich das Klostergebäude an St. Blasien verkauft.[12] Drei bis fünf „St. Blasianer“ bewohnten unter einem Superior, welcher zugleich Stadtpfarrer bei St. Martin war, das damalige Benediktiner-Hospitz und versahen den Gottesdienst von Rulfingen.[14] 1735 verkauften diese das Kloster an die Abtei Petershausen, um es schließlich 1773 wieder zurückzukaufen. Inzwischen war von 1741 bis 1744 das Kloster und die zugehörige Klosterkirche durch Peter Thumb im barocken Stil neu erbaut worden.[12] Von 1740 bis 1773 finden sich die „Petershauser“ als Bewohner des Ordenshauses in Mengen und Verwalter der Kirchenpflege an der Kapelle zu Rulfingen.[14] Nachdem das Kloster Mengen 1806 durch die württembergische Obrigkeit aufgehoben worden war und 1810 die Klosterkirche nach einem Brand abgerissen werden musste, überließ man das Klostergebäude schließlich 1820 der Stadt Mengen, die darin eine Volksschule einrichtete. 1978 nach dem Neubau des Ostflügels an dem Platz, an dem früher die Klosterkirche gestanden hatte, bezog das Gymnasium Mengen die Räumlichkeiten des ehemaligen Klosters.[12]

Sonstige[Bearbeiten]

Das älteste Gebäude von Mengen: die Kazede, erbaut 1233
Reste der Stadtmauer
  • Der Aussichtsturm auf dem Missionsberg hoch über Mengen beherbergt eine einmalige Ausstellung. Sechs Tafeln, jeweils 1,5 Meter breit und 2,9 Meter hoch, bilden eine durchgehende Collage, die sich über gut 17 Höhenmeter des Aussichtsturms erstreckt. Sie zeigen die Entwicklung der Erde und die Entstehung und Entwicklung der Menschen. Doch nicht nur Geologie, Biologie und Technik werden thematisiert, auch geistige und seelische Gefühlslagen. So führt der Turm den Besucher von der Tiefe mit schweren Farben und eckigen Formen in die Höhe und bringt dort mit leichten Farben und runden Formen die Sehnsucht des Menschen nach „Weite“ nach „Ewigkeit“ und „Himmel“ zum Ausdruck. Die einzelnen Abschnitte dieser Wege durch die Erd-, Welt- und Zeitgeschichte sind mit Zitaten und Texten versehen, die den Besucher auf seinen Aufstieg oder beim Abstieg zum Verweilen oder intensiven Beschäftigung mit dem einen oder anderen Thema einladen.
  • Das Haus Alter Fuchs, Schwarzadlerstraße 15 in Mengen, wurde der Sage nach 1276 durch Albrecht von Kiburg, der älteste Sohn König Rudolfs von Habsburg, erbaut. Es soll am Eingang einen Halbturm gehabt haben und von einem umschlossenen Hofraum umgeben gewesen sein. Das mächtige viergeschossige Haus, das in die Südost-Ecke der Stadtmauer einbezogen war, wurde bis in die Höhe von acht Metern, also in den ersten drei Geschossen, als Bruchsteinmauer ausgeführt. Das vierte Geschoss besteht aus Fachwerk. Da mindestens bis zum zweiten Stockwerk Schießscharten eingebaut waren, hatte das Gebäude wohl auch die Aufgabe, die Stadtmauer an dieser Stelle zu verstärken. Das Haus wurde 1530 umgebaut und erhielt zu dieser Zeit die Bezeichnung „Westerstettisches Haus“ nach dem Eigentümer Dietrich Dieteg von Westerstetten (1527–1532). Besitzer wechselten vielfach, 1785 wurde eine „Wirtschaft zum Fuchs“ eingerichtet, die dem Haus die Bezeichnung „Alter Fuchs“ einbrachte. Das Gebäude befindet sich heute im Eigentum der Stadt Mengen, die nach und nach alle Hausanteile aufkaufte. 1975 wurde das Haus gründlich renoviert und seither befanden sich die Altentagesstätte, die städtische Bücherei und die Volkshochschule im Gebäude. Im April 2014 musste das Gebäude aber wegen zu vieler bautechnischer Mängel für die Öffentlichkeit vorerst geschlossen werden.[15]
  • Das Rathaus der Stadt wurde 1821 erbaut und in den Jahren 1907 und 2008 erneuert.
  • Das älteste Haus der Stadt, die Kazede, erbaut 1233, beherbergt heute ein Notariat.
  • Teilweise erhaltene, mittelalterliche Stadtmauer.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Bei Blochingen haben sich, nicht zuletzt durch Renaturierungsmaßnahmen der Donauauen in den letzten Jahren wieder Biber angesiedelt.[16]

Vereine[Bearbeiten]

Die Bürgerwache Mengen ist ein Traditionsverein. Ihren Ursprung hat die Bürgerwache mit der Stadterhebung im Jahre 1276, als jeder Bürger verpflichtet wurde, bei den Wehranlagen mitzubauen und für Schutz und Verteidigung gegen Belagerungen und Plünderungen zu sorgen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg hatten die Bürgerwehren nur noch repräsentative Aufgaben, die symbolisch an die Zeit des aktiven Schutzes erinnerten. Nach 1806 wurden sie sogar verboten, durften sich aber bald wieder formieren. Sie ist von dem Gedanken des Schutzes geprägt, offensiv militant ist sie nie geworden. Gemäß der Losung „Gott–Heimat–Vaterland“. Heute tritt die Bürgerwache nur noch an Festen auf.[17]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Neben dem traditionellen Maifest ist Mengen vor allem für die Heimattage bekannt. Diese finden alle vier Jahre statt und die gesamte Stadt beschäftigt sich vier Tage lang mit ihrer Geschichte. Neben dem großen Zapfenstreich durch die Bürgerwache beinhalten die Heimattage einen Handwerkermarkt, einen historischen Festumzug und das montägliche Kinderfest, bei dem die Kinder der Schulen und Kindergärten aus Stadt und Teilorten bunt geschmückt durch die Stadt ziehen.[18]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Mengen liegt an der Donautalbahn von Ulm nach Immendingen. Mengen ist Regionalexpress-Halt und verfügt über stündliche Verbindungen nach Ulm und Aulendorf. In das nahe Sigmaringen fahren sogar zwei Züge pro Stunde. Nach Tübingen und Donaueschingen herrscht ein Zwei-Stunden-Takt. Mengen ist außerdem Ausgangspunkt der Hegau-Ablachtal-Bahn nach Stockach und Radolfzell. Auf dieser Strecke gibt es derzeit (2013) zwischen Mengen und Stockach keinen Personenverkehr mehr, lediglich einzelne Güterzüge zur Anbindung von Krauchenwies an das Netz der Deutschen Bahn verkehren noch auf der Strecke. Mengen ist in den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) eingegliedert.

Durch die Stadt führen die Bundesstraßen 311 von Geisingen nach Ulm und die 32 von Hechingen nach Ravensburg. Der Donauradweg verläuft ebenfalls durch Mengen.

Etwa drei Kilometer östlich der Stadt liegt ein Verkehrslandeplatz, der Flugplatz Mengen-Hohentengen. Dieser hat die ICAO-Kennung EDTM.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In der Oberschwaben-Kaserne Mengen/Hohentengen befanden sich bis zur Schließung 2012 Teile des Luftwaffenausbildungsregiments.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Der Mengener Teilort Ennetach ist Sitz des großen Teigwarenherstellers Buck (Marken: Gaggli, Dorfmühle, Pasta Solino, u. a.)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1950: Benedikt Baur, Dr., Theologieprofessor, von 1938 bis 1955 Erzabt von Beuron[19]
  • 1960: Carl Gruber, Stadtrat[19]
  • 1982: Hermann Zepf, Bürgermeister[19], seit 1987 Träger der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg
  • 2010, März: Otto Bacher (* 1935), langjähriger Stadtrat und Kreisrat, Träger des Verdienstkreuzes am Bande und Verdienstkreuzes Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland[19][20]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Gemarkungsfläche 49.797.513 m²

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d e Angaben nach Sabine Reger, Hauptamtsleiterin der Stadt Mengen, vom 13. Januar 2011.
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 795-882
  4. Karl Dehner: Chronik von Sigmaringendorf. Heft 1, S. 50.
  5. Vera Romeu (vr): Verwaltung ist drittgrößter Arbeitgeber in Mengen. Bürgermeister Bubeck stellt aktuelle Zahlen vor – Der Stadtrat bringt in vielen Sitzungen die Großprojekte voran. In: Schwäbische Zeitung vom 24. Dezember 2011
  6. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  7. Karlheinz Fahlbusch: Sieg für Stefan Bubeck. Bürgermeisterwahl in Mengen. In: Südkurier vom 7. Juli 2008
  8. Aufbruchstimmung in der Ablachstadt. In: Südkurier vom 21. Oktober 2008
  9. Beschreibung der Städtepartnerschaft zu Novska auf den Seiten der Stadt Mengen. Abgerufen am 25. März 2014.
  10. Vera Romeu (vr): Geburt: Neue Region heißt Oberschwäbische Donau. Sigmaringendorf, Krauchenwies, Mengen, Scheer, Hohentengen und Herbertingen sollen sich zusammenschließen. In: Schwäbische Zeitung vom 19. Februar 2011
  11. Vera Romeu (vr): Restaurierung der Martinskirche in Mengen geht schnell voran. Zwei Restauratoren arbeiten an der Chorraumdecke – Malereien erstrahlen bald wieder in ihrer ganzen Schönheit. In: Schwäbische Zeitung vom 18. März 2011
  12. a b c d e Stadtführer Mengen
  13. Beuren feiert seinen großen Tag. In: Schwäbische Zeitung vom 21. Oktober 2008
  14. a b c Josef Kugler: Die „Alte Kirche“ in Rulfingen feiert rundes Jubiläum. Vor 250 Jahren wurde die Kirche geweiht – Eine Kapelle war an diesem Ort bereits um 1700 vorhanden. In: Schwäbische Zeitung vom 29. Dezember 2010
  15. Mengen - Der „Alte Fuchs“ schließt in Mengen zum 1. April, Volkshochschule, Stadtbücherei und Altentagesstätte müssen neue Räumlichkeiten suchen. In: Südkurier vom 28. März 2014
  16. Der Panoramaweg um Scheer. S. 49f. In: Wanderbar …die schönsten Routen. Erlebnis Kreis Sigmaringen. Landratsamt Sigmaringen, Druckerei Schönebeck, Meßkirch
  17. Vera Romeu/vr: Wehrhafte Bürger. In: Ders.: Imposant: Bürgerwache bewahrt Tradition. Befreundete Wehren der Region sind zu Gast beim Jahrtag in Mengen. In: Schwäbische Zeitung vom 17. November 2011
  18. Stadt Mengen: Heimattage 2009 im Internet Archive
  19. a b c d Reinhard Rapp: Otto Bacher ist neuer Ehrenbürger Mengens. In: Schwäbische Zeitung vom 31. März 2010
  20. Langjähriger Stadtrat und Kreisrat ist jetzt Ehrenbürger. In: Südkurier vom 7. April 2010

Literatur[Bearbeiten]

  • Dominikus Bicheler: Mengen in Krieg und Frieden. Die ehemalige vorderösterreichische Donaustadt. Geschichte einer Kleinstadt im Spiegel der Heimatliteratur, alter Akten und Urkunden zu ihrem 700jährigen Bestehen 1257–1957. Julius Goelz, Mengen 1957
  • Dominikus Bicheler: Aus der Geschichte der ehemaligen vorderösterreichischen Donaustadt Mengen. Julius Goelz, Mengen 1952
  • Walter Bleicher: Das alte Mengen. Geiger, Horb am Neckar 1988
  •  Walther Genzmer (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler Hohenzollerns. Band 2; Kreis Sigmaringen, W. Speemann, Stuttgart 1948.
  • Josef Laub: Das Eiserne Buch der Stadt Mengen. Krieger-Ehrenbuch und Ortschronik der Kriegsjahre 1914–1918 mit einem Anhang. Kommissionsverlag K. Gruber, Mengen 1924

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mengen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Mengen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen