Absolute Giganten

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Filmdaten
Originaltitel Absolute Giganten
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1999
Länge 76 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Sebastian Schipper
Drehbuch Sebastian Schipper
Produktion Stefan Arndt
Vera Kriegeskotte
Tom Tykwer
Andreas Schreitmüller
Musik Uwe Kirbach
Kamera Frank Griebe
Schnitt Andrew Bird
Besetzung

Absolute Giganten ist ein 1998 produzierter deutscher Spielfilm von Sebastian Schipper mit Antoine Monot, Jr., Frank Giering und Florian Lukas in den Hauptrollen. Der Film ist eine Produktion der X-Filme Creative Pool.

Handlung[Bearbeiten]

Die drei Hamburger Jungs Floyd, Ricco und Walter sind dicke Freunde. Walter ist Lackierer in einer abenteuerlichen Hinterhofwerkstatt, Ricco hält sich für einen großen Rapper und jobbt in einem Schnellimbiss. Für Floyd, den dritten im Bunde, beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Nachdem er eine Strafe abgebüßt hatte, die zur Bewährung ausgesetzt war, kann er auf einem Containerschiff anheuern. Wahrscheinlich aus Angst vor der Reaktion seiner Freunde teilt er diesen seine Entscheidung erst einen Tag vorher mit.

Obwohl seine Freunde anfangs sehr verärgert über Floyds Entscheidung sind, beschließen sie, den Abend gemeinsam zu verbringen. Nach einem Kneipenbesuch bittet Floyd Walter, einmal seinen Wagen, einen frisierten Ford Granada fahren zu dürfen. Ricco entdeckt eine Stunt-Show und besteht darauf, die „Two-Wheel-Ramp“ (eine Rampe, auf die man mit den beiden Rädern einer Seite des Autos hochfährt, um anschließend auf den beiden anderen Rädern des nun in Schräglage befindlichen Wagens balancierend weiterzufahren) auszuprobieren. Der Stunt gelingt ihm zwar, allerdings zerstört er eine Leuchtreklame der Show. Daraufhin beginnt eine Verfolgungsjagd zwischen den Stunt-Show-Mitgliedern und den drei Jungs.

Durch einen Trick kann Walter die Verfolger abhängen. Die Jungs besuchen einen Club, wo Floyd eine Flasche Wodka ordert. Anschließend fahren sie zu einem Schnellimbiss. Dort werden sie von den Stunt-Show-Leuten gestellt, Floyd niedergeschlagen und Walters Wagen zertrümmert. Als sie frustriert im kaputten Auto sitzen, kommt Telsa – ein Mädchen aus dem Wohnhaus von Floyd – vorbei und schlägt vor, gemeinsam einen weiteren Club zu besuchen. In diesem treffen sie auf Dulle, der sie zu einem Tischkicker-Duell herausfordert.

Floyd und Ricco treten dabei gegen Dulle und seinen Mitspieler Snake an und verlieren ihr gesamtes Geld beim ersten Spiel. Da tritt Walter vor und setzt seinen Wagen gegen den Gewinn der Vorrunde unter der Bedingung, dass nach ihren Regeln gespielt wird: die drei dürfen sich abwechseln und ein Torwart-Tor zählt doppelt. Es gelingt ihnen gemeinsam, das Match zu gewinnen. Euphorisiert verlassen sie das Lokal, bis ihnen auffällt, dass Telsa fehlt. Diese war mit der Flasche Wodka auf der Tanzfläche verblieben und liegt nun stark angetrunken da. Nachdem sie ins Auto getragen wurde, fragt sie halbwach, ob sie den Granada fahren dürfe.

In einem Parkhaus darf sie langsam im Kreis fahren, wird dabei ohnmächtig und fährt den Wagen gegen eine Wand. Die Jungs bringen sie in ein Krankenhaus, wo ihnen ein Arzt mitteilt, dass Telsa eine Alkoholvergiftung habe und aufgrund eines Atemstillstands das Gehirn zeitweise nicht mit Sauerstoff versorgt wurde. Walter geht wortlos und provozierend auf Floyd zu und drückt damit einen Vorwurf gegen ihn aus, da Floyd Telsa den Wodka gegeben hatte. Nach einem Streit zwischen allen Dreien taucht Telsa auf und verlangt nach einem Eis. Mit Eis aus einem Automaten fahren sie gemeinsam zum Hafen, um den Sonnenaufgang anzuschauen. Dabei schlafen Telsa, Ricco und Walter ein, während sich Floyd seine Reisetasche nimmt und seine Freunde anschaut.

In den letzten Sekunden des Abschieds wirft Floyd einen etwas zögernden Blick zurück auf seine schlafenden Freunde, und die Filmmusik setzt ein Zitat von ihm um, welches er im Verlaufe des Filmes geäußert hatte: „An der Stelle, wo es am allerschönsten ist, da müsste die Platte springen, und Du hörst immer nur diesen einen Moment …“. Entsprechend springt auch die Musik einige Male. Die Musik spielt weiter und der Film endet.

Kritik[Bearbeiten]

„Erstlingsfilm, dem es zwar an dramaturgischer Stringenz fehlt, was sich vor allem in der unbefriedigenden Charakterzeichnung niederschlägt; dennoch stellt er in seinen gelungensten Momenten – besonders in Bildgestaltung und Schauspielerführung – eindrucksvoll filmisches Talent unter Beweis.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

„Ein kleiner Film aus Deutschland, der eine kleine Geschichte erzählt, vom Weggehen-Müssen und vom Dableiben, vom Normalen und von der Sehnsucht…. Genauer gesagt: ein Film, der davon handelt, wie man dagegen rebelliert, daß das Leben klein, lang und beschissen ist.“

Georg Seeßlen:[2]

„„Absolute Giganten“, schon das ist eine erfreuliche Nachricht, setzt trotzdem nicht auf die Verlierertragik des neueren deutschen Depressionskinos der Nachtwandler und Untergeher. Ob Floyd, Ricco und Walter wirklich Loser sind oder im Lebenslotto nicht doch den Hauptgewinn ziehen, ist nämlich längst nicht ausgemacht.“

Wolfgang Höbel:[3]

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • Der Film besitzt in der Kickerszene Kultstatus, da in ihm das Kickerspiel filmisch aufwendig in Szene gesetzt wurde. So wechselt die Kameraperspektive im zweiten Spiel auf das Spielfeld und der Ball wird unter den Stangen hindurch „verfolgt“.
  • Bei den Dreharbeiten verletzte sich Florian Lukas beim Jubeltanz nach dem gewonnenen Kickerspiel. Im Film ist zu erkennen, wie er mit dem Fuß umknickt und anschließend humpelt.[4]
  • Antoine Monot, Jr. hat seinen Führerschein erst wenige Tage vor Beginn der Dreharbeiten gemacht und hatte entsprechende Angst vor Fahrszenen.[4]
  • Der Soundtrack zum Film ist auf CD erschienen und enthält als ersten Titel „Wer hätte das gedacht“ von Falk (Rapper bei Doppelkopf), Das Bo und Ferris MC. Der Untertitel heißt „Die Nacht der Nächte“. Das Lied wurde als Single ausgekoppelt und erreichte Platz 83 der deutschen Charts.[5] Das Lied kommt im Film selbst nicht vor, allerdings enthält das zugehörige Musikvideo viele Originalszenen aus dem Film und stellte demnach eine Art der Werbung durch die Verbreitung in den Rotationen der Musiksender dar.
  • Ein bekanntes Zitat aus dem Film ist: „Weißt du, was ich manchmal denke? Es müsste immer Musik da sein. Bei allem was du machst. Und wenn's so richtig Scheiße ist, dann ist wenigstens noch die Musik da. Und an der Stelle, wo es am allerschönsten ist, da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.“

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2000: Bayerischer Filmpreis für Florian Lukas (Bester Nachwuchsdarsteller)
  • 2000: Lobende Erwähnung beim Deutschen Kamerapreis für Andrew Bird (Bester Schnitt)
  • 2000: New Faces Award für Florian Lukas (Bester Nachwuchsdarsteller)
  • 2000: Filmpreis in Silber bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises (Bester programmfüllender Spielfilm)
  • 2000: Darstellerpreis des russischen Sochi International Film Festival für Frank Giering, Florian Lukas und Antoine Monot Jr.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Absolute Giganten im Lexikon des Internationalen Films
  2. Georg Seeßlen: Absolute Giganten - Letzte Nacht in Hamburg. getidan.de, 1. September 1999, abgerufen am 8. August 2012.
  3. Wolfgang Höbel: Die geilste Zeit im Leben. Spiegel Online, 27. September 1999, abgerufen am 8. August 2012.
  4. a b Audiokommentare des Regisseurs zum Film
  5. Wer Hätte Das Gedacht? von Falk, Ferris MC & das Bo. chartsurfer.de, abgerufen am 8. August 2012.