Allied Democratic Forces

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Die Allied Democratic Forces (abgekürzt ADF oder ADF-Nalu) ist eine ugandische Guerilliaorganisation, die 1995 als oppositionelle Gruppierung gegen den ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni gegründet wurde. Die ADF wird seit 2007 von Jamil Mukulu, einem zum Islam konvertierten ehemaligen Christen, angeführt und setzt sich heute aus Islamisten der Tabligh-Bewegung zusammen[1].

Die ADF bekämpfte zunächst von den Ruwenzori-Bergen aus die ugandische Zentralregierung in Kampala und zog sich dann später in die Provinz Ituri im Ostkongo zurück. Sie bestand u.a. aus Resten der zerschlagenen West Nile Bank Front (WNBF), der National Army For The Liberation Of Uganda (NALU), dem Uganda Mujahedin Movement (UMM), sowie aus ideologisch ungefestigten Bakonjo-Kämpfern.

Die ADF wurde auf dem Höhepunkt ihrer Aktivität im Jahre 1999 von der ugandischen Regierung für gefährlicher als die bekanntere Lord's Resistance Army (LRA) gehalten. Ähnlich wie die LRA wurde die ADF anfangs vom Sudan unterstützt und nahm im Zweiten Kongokrieg anfangs auch die militärischen Interessen des Regimes in Khartum wahr. Obwohl die Existenz der ADF nie Gegenstand der ugandisch-sudanesischen Friedensverhandlungen war, endete die Sponsorenschaft des Sudan mit dem Friedensvertrag vom Dezember 1999. Zahlreiche Vertreibungen im Ostkongo und Bombenanschläge in Kampala sollen auf das Konto der ADF gehen. Im Dezember 2005 zerschlug eine gemeinsame Militäraktion der DR Kongo und der Vereinten Nationen die verbliebenen Reste der Allied Democratic Forces in der Provinz Ituri, wobei zahlreiche Kämpfer in Zivilkleidung entkommen konnten. Die militärische Stärke der nach der Operation North Night Final stark zerfaserten Truppe wird heute auf etwa 900 schlecht ausgerüstete Kämpfer geschätzt, die von niemandem mehr unterstützt werden und nur noch gelegentlich aus nicht erkennbarem Anlass tätig werden.

Am 13. und 14. Dezember 2013 gab es erneut Meldungen über blutige Massaker der muslimischen Miliz. Dorfbewohner im osten der Demokratischen Republik Kongo berichteten dass es sich bei den Angreifern um Kämpfer der ADF-Nalu handelte, welche zwei Dörfer überfielen und dabei mindestens 21 Menschen töteten. Unter ihren Opfern waren Kinder, die teilweise vergewaltigt und enthauptet wurden.[2][3]

Eine Anschlagsserie am 6. Juli 2014 in den ugandischen Distrikten Kasese, Ntoroko und Bundibugyo, an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo wurden abermals der AFD zugeschrieben.[4] Bei der Anschlagsserie auf Militäreinrichtungen der Uganda People's Defence Force starben 58 Menschen, darunter 41 mutmaßliche Kämpfer der Allied Democratic Forces.[5] Am 17. Oktober 2014 starben durch ein ADF Massaker in der Provinz Nord-Kivu, in Mwalika, Bundiguya und Eringeti, rund 20 Frauen und Kinder. Auch die Anwesenheit von rund 20.000 Blauhelmsoldaten (siehe MONUSCO) konnte dem Terror der ADF bisher nur wenig entgegensetzen.[6][7] Bereits drei Tage zuvor starben in den Ortschaften Ngadi und Kadu, mehr als 20 Menschen.[8]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IRIN, "Special Rapport on the ADF rebellion", siehe africa.upenn.edu, 2.3.2011
  2. Rebellen vergewaltigen und töten in kongolesischen Dörfern Tagesanzeiger, Dezember 2013
  3. Children among the victims of a savage attack in Democratic Republic of Congo The Telegraph, Dezember 2013
  4. Reuters: Gunmen kill 17 in attacks on police stations, barracks in Uganda vom 6. Juli 2014
  5. BBC News: Uganda militant attack leaves scores dead vom 6. Juli 2014
  6. Arte Reprotage vom 17.1.2015, http://www.arte.tv/guide/de/030273-500/arte-reportage?autoplay=1
  7. Second massacre in days leaves 20 dead in east DR Congo
  8. United Nations New Center; DR Congo: UN envoy calls for decisive joint military action to neutralize rebels