American Psycho

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Dieser Artikel behandelt den Roman American Psycho. Für die Verfilmung siehe American Psycho (Film).

American Psycho ist ein Roman des US-amerikanischen Autors Bret Easton Ellis. Das Buch ist 1991 erschienen und wurde 1995 in Deutschland durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert. Nachdem der deutsche Verlag des Buches Kiepenheuer & Witsch gegen die Indizierung geklagt hatte, hob das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen die Indizierung im Februar 2001 auf. Seither ist der Roman in Deutschland wieder frei verkäuflich.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Roman

[Bearbeiten] Inhalt

Der Wallstreet-Yuppie Patrick Bateman scheint ein normaler Oberschichten-Snob Mitte der 80er zu sein: Er trägt teure Anzüge, hat eine überteuerte Wohnung und langweilt sich mit seinen oberflächlichen Bekannten in Luxus-Clubs oder auf Koks-Partys. Doch unter der Oberfläche ist er mehr als seine Bekannten erahnen können, denn er versucht, die Leere in seinem Leben auf die denkbar brutalste Weise zu kompensieren: Er misshandelt und tötet Menschen.

Im Laufe der Handlung verliert sich Bateman zusehends in seinem Blutrausch und weiß bald nur noch schwer Realität und Phantasie zu unterscheiden. Gegen Mitte des Romanes erfährt der Leser langsam, dass Bateman außerdem tablettensüchtig ist. Gegen Ende des Romans richtet Bateman ein Blutbad an, das nicht übersehen werden kann, und beichtet seinem Anwalt alle seine Greueltaten. Allerdings muss er erkennen, dass selbst sein Anwalt ihn ignoriert, das Ganze für einen Scherz hält und ihn sogar mit einem anderen verwechselt. Das stellt ein Schlüsselmotiv des Romans dar - zum einen, weil Bateman immer wieder von Bekannten verwechselt wird, und zum anderen, da er ständig seine Greueltaten gesteht, ohne jedoch Gehör zu finden. Als Bateman nach den Opfern, die er noch in der Eigentumswohnung eines von ihm ermordeten Bekannten vermutet, sehen will, sind diese schon alle verschwunden und die Wohnung, in der er die Leichen lagerte, ist gestrichen und zum Verkauf angeboten. Auch der Taxifahrer, der ihn als den Mörder eines Kollegen wiedererkennt, zeigt ihn nicht an, sondern will lediglich sein Geld und seine Rolex.

Bret Easton Ellis entwirft in American Psycho eine Art „Amerikanischen Albtraum“. Bateman hat das geschafft, wovon alle träumen: Reich zu werden und ein sorgenfreies Leben zu führen. Dieses Leben erscheint dem Leser jedoch als albtraumhaft langweilig und inhaltslos. Der einzige Inhalt sind Batemans Sex- und Gewaltexzesse. Sein Reichtum, seine Zugehörigkeit zur Gesellschaft der Reichen hat ihn in Wirklichkeit nicht weitergebracht. American Psycho zeigt das böse Gesicht eines amoralischen Materialismus, aus dem es für Bateman keinen Ausweg mehr gibt. Die Frage, ob diese Gewaltexzesse real sind und von der Gesellschaft ignoriert werden, oder ob sie nur in der psychotischen Phantasie Batemans stattfinden, lässt das Buch offen. Auch das in Ellis' Romanen wiederkehrende Motiv des Identitätsverlustes des Protagonisten spielt hier mit hinein.

[Bearbeiten] Form

Der Roman ist überwiegend aus der Sicht Batemans geschrieben. Die Handlung ist aus Abschnitten seines Lebens innerhalb von etwa drei Jahren chronologisch aufgebaut. Der Romanheld sieht die Welt wie einen Film und bedient sich in seinen Beschreibungen der filmischen Techniken (z. B. Zeitlupe, Schwenken, Heranzoomen etc.). Die scheinbar einzigen Konstanten des Romans sind Batemans endlose Aneinanderreihungen von Besitztümern und den dazugehörigen Marken. Die Räume werden nicht bis ins allerletzte Detail beschrieben, sondern auf ihre Oberfläche (Designermöbel, Bilder von angesagten Künstlern) reduziert.

[Bearbeiten] Bezüge in anderen Werken

In seinem Buch Lunar Park nimmt Bret Easton Ellis häufig auf American Psycho und die darin enthaltenen Charaktere Bezug. Unter anderem verweist Ellis darauf, dass die Gewaltszenen in American Psycho auch nur Phantasien von Bateman sein könnten.

[Bearbeiten] Leitmotive

I must return some videotapes: ("Ich muss einige Videofilme zurückbringen") taucht immer dann auf, wenn Bateman einen Mord begangen hat oder einen neuen plant.

Les Misérables: Anspielungen auf das Musical, sowie auf das Buch "Les Misérables" finden sich genauso häufig im Roman,wie die zahlreichen Erwähnungen der Patty Winters Show. Bateman sieht, meistens beiläufig, Dinge die auf das Musical oder das Buch "Les Misérables" hindeuten. So sieht er z.B. an einer Straßenecke ein Plakat oder hört in diversen Restaurants den Soundtrack zu besagtem Stück.

The Patty Winters Show: ist eine Trash-Talkshow im Morgenprogramm, die Bateman regelmäßig anschaut oder auf Video aufzeichnet. Bateman erwähnt regelmäßig das Thema der heutigen Show, meist geschieht dies beiläufig und ohne Bezug zum Geschehen. Die Themen sind meist so trivial oder grotesk (z.B. Echte Rambos, Salatbars, die besten Restaurants im Nahen Osten, Prinzessin Di's Schönheitstipps, von Frauen vergewaltigte Männer oder ein Junge, der sich in eine Seifenschachtel verliebte), so dass sich die Erwähnung der Patty Winters Show wie ein Running-Gag durch das gesamte Buch zieht.

This is not an exit: ist die Endpassage des Romans. Sie deutet an, dass auch die zahlreichen Morde Batemans seine Hölle nicht mildern können. Gleiches wird auch im Film angedeutet, indem die Kamera auf dieses Schild fährt und Bateman aus dem off sagt, dass es nichts gebe, was seinen Schmerz lindern könne, nur, dass er diesen Schmerz anderen weitergeben könne und schließlich, dass auch diese Aussage ohne Bedeutung sei. Es gibt keine Epiphanie der Hauptfigur.

[Bearbeiten] Verfilmung

2000 wurde der Roman unter der Regie von Mary Harron verfilmt. Die Rolle des Patrick Bateman wurde von Christian Bale verkörpert. Weitere Darsteller waren Willem Dafoe, Jared Leto und Reese Witherspoon. Weitere Informationen siehe American Psycho (Film).

2002 entstanden sowohl eine weniger erfolgreiche Video-Fortsetzung mit Mila Kunis und William Shatner (American Psycho II: Der Horror geht weiter) als auch eine Verfilmung eines weiteren Romans von Bret Easton Ellis, Die Regeln des Spiels, in dem Sean Bateman, Patricks Bruder aus American Psycho, eine tragende Rolle spielt.

[Bearbeiten] Musik

  • Die Horrorpunk-Band Misfits veröffentlichte ein Album American Psycho mit gleichnamigem Titeltrack.
  • Die Band Manic Street Preachers veröffentlichte auf ihrer Single La Tristesse Durera (Scream to a Sigh) ein Lied mit dem Namen Patrick Bateman.
  • Die US-amerikanische Black-Metal-Band Krieg benannte eine EP Patrick Bateman.
  • Die Rap-Gruppe D12 veröffentlichte zwei Lieder mit den Titeln American Psycho und American Psycho II (feat. B-Real) auf ihren Alben Devils Night und D12 World; B-Real veröffentlichte das Lied American Psycho III (feat. D12) auf dem Album The Gunslinger Mixtape Volume 1.
  • Die schwedische Black-Metal-Band Shining benutzt im Lied Claws of Perdition auf ihrem Album IV - The Eerie Cold ein Zitat aus dem Kapitel End of the 1980s.
  • Die finnische Metal-Band Children of Bodom verwendet einen Teil von Batemans finalem Monolog aus dem Film am Ende des Songs "Bodom Beach Terror", welcher im nächsten Song "Angels Don't Kill" weitergeführt wird.
  • Das Musikprojekt Nachtmahr verwendet den Schlussmonolog des Filmes in ihrem Lied "Katharsis"

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen

  1. Presseerklärung des Verlags Kiepenheuer & Witsch zur Aufhebung der Indizierung
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