William Shatner

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William Shatner (2012)

William Shatner (* 22. März 1931 in Montréal) ist ein kanadischer Schauspieler, Sänger und Autor. Einem breiten Publikum ist er vor allem durch seine Rollen als Captain Kirk in Raumschiff Enterprise, als T.J. Hooker in der gleichnamigen Serie und als Denny Crane in der Anwaltsserie Boston Legal bekannt.

Biografie[Bearbeiten]

Werdegang[Bearbeiten]

William Shatner wuchs als Sohn von Joseph Shatner und Anna Garmaise in Montréal auf. Sein Großvater Wolfgang Shatner (ursprünglich Schattner) war ein jüdischer Emigrant deutscher Abstammung aus der Ukraine. Auch seine Großeltern mütterlicherseits waren jüdische Emigranten aus Österreich und Osteuropa.

Die Schauspielerei faszinierte William Shatner schon seit seinem 6. Lebensjahr, als er in einem Ferienlager bei einer Theateraufführung mitwirkte. Zwei Jahre später trat er beim Montréaler Kindertheater als „Tom Sawyer“ auf. Bereits mit zehn Jahren erreichte er einen gewissen Bekanntheitsgrad als Hörspielsprecher beim kanadischen Radiosender CBC. Nach der High School absolvierte er 1952 erfolgreich ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der McGill-Universität in Montréal. 1953 spielte Shatner beim Stratford Festival of Canada in mehreren Shakespeare-Aufführungen. 1956 zog er nach New York und arbeitete dort für das Fernsehen und am Broadway, wo Filmproduzenten auf ihn aufmerksam wurden. Sein erster Auftritt in einem Kinofilm war 1958 in Die Brüder Karamasow, wo Shatner die Rolle des „Alexej Karamasow“ spielte; drei Jahre darauf folgte ein Auftritt in Das Urteil von Nürnberg an der Seite von Spencer Tracy. 1965 spielte er die Hauptrolle in dem Esperanto-Film Inkubo. Sein Debüt als Hauptdarsteller in einer Fernsehserie lieferte er in For The People, die von Januar bis Mai 1965 ausgestrahlt wurde.

Weltbekannt wurde William Shatner durch seine Rolle als „Captain Kirk“ in der Fernsehserie Raumschiff Enterprise, deren drei Staffeln von September 1966 bis September 1969 liefen. Anfang der 1970er Jahre war Shatner für einige Zeit obdachlos.[1] Außerdem spielte er Kirk in den ersten sieben Teilen der Star-Trek-Kinofilmreihe (1979–1994), beim fünften Film führte er auch Regie. In der ursprünglichen Pilotfolge spielte er noch nicht mit; in ihr verkörperte Jeffrey Hunter die Rolle des Captain Pike, der vor Kirk das Kommando über die Enterprise hatte.

William Shatner (2005)

Weitere bekannte Filme mit William Shatner sind zum Beispiel Der Hund von Baskerville (1972) und Die Entführung des Präsidenten (1980) mit Ava Gardner und Hal Holbrook sowie zwei Folgen der US-Krimireihe Columbo. Von 1982 bis 1986 spielte er in der Krimiserie T.J. Hooker erneut eine Hauptrolle und führte auch bei mehreren Episoden Regie. 1993 übernahm Shatner in der Komödie Loaded Weapon eine Nebenrolle. Zwischen 1994 und 1996 entstanden vier Fernsehfilme und 18 Serienfolgen von Tek War – Krieger der Zukunft, basierend auf den gleichnamigen Science-Fiction-Romanen von Shatner. Hier spielte er als „Walter Bascom“ in einer Nebenrolle mit und übernahm beim ersten Film sowie bei zwei Folgen der Serie die Regie.

Nach der Independent-Komödie Free Enterprise (1998), in der Shatner sich selbst parodiert, folgten weitere Rollen in Filmen wie Miss Undercover (2000), Showtime (2002) und Voll auf die Nüsse (2004). Von 2004 bis 2008 spielte er an der Seite von James Spader die Rolle des „Denny Crane“ in der Justizserie Boston Legal, für die er 2005 den Emmy als bester Nebendarsteller in einer Dramaserie und den Golden Globe als bester Nebendarsteller in einer Fernsehproduktion erhielt.

Daneben moderierte er ab November 2006 die wöchentliche Spielshow Show Me the Money auf dem US-Fernsehsender ABC, die allerdings nach wenigen Folgen wieder eingestellt wurde. Außerdem war Shatner in den letzten Jahren in Werbesendungen für das Internetangebot Priceline und das Computerspiel World of Warcraft zu sehen.

Seit Dezember 2008 tritt er als Gastgeber der Talkshow Shatner's Raw Nerve für The Biography Channel auf, in der er Prominente befragt. Von September 2010 bis Februar 2011 spielte Shatner in der auf CBS ausgestrahlten Sitcom Shit! My Dad Says die Rolle des Vaters Ed. 2011 stand er für die Dokumentation Ufos, Sex und Monster – Das wilde Kino des Roger Corman vor der Kamera, Regisseur Alex Stapleton beleuchtet die Filme und Leben des B-Movie Kultregisseurs und Produzent Roger Corman.[2]

Im Jahr 2014 parodiert William Shatner seine Rolle als Captain Kirk in einem Werbespot des Volkswagen-Konzerns. Mit den Worten "Genau wie in meinem Raumschiff" lädt er einen kleinen "Star Trek"-Fan zu einer Fahrt in seinem neuen Auto ein. Unterwegs begegnen beide auch Leonard Nimoy, der sie mit den Worten "Faszinierend" begrüßt.

William Shatners Ehrung auf dem Hollywood Walk of Fame

Musik[Bearbeiten]

Shatners Musikstil zeichnet sich durch seine als „Spoken Word“ bezeichnete Gesangsweise aus, die tatsächlich eher an eine schauspielerisch gestaltete Lyrikrezitation mit musikalischer Untermalung als an Gesang erinnert. 1968 kam sein erstes Album The Transformed Man heraus. Die darauf enthaltene Version des Beatles-Titels Lucy In The Sky With Diamonds wurde von den Zuschauern des Fernsehsenders Music Choice zum schlechtesten Beatles-Cover aller Zeiten gewählt.

2004 erschien Has Been, produziert von Ben Folds. Es enthält als Duett mit Joe Jackson unter anderem eine Neueinspielung des Titels Common People der Gruppe Pulp. Auf dem Album wirken neben Ben Folds auch Henry Rollins, Aimee Mann und Brad Paisley als Gastvokalisten mit.

Auf dem 2011 erschienenen Album Seeking Major Tom coverte Shatner Lieder mit Bezug zum Weltraum, u. a. das titelgebende Major Tom (Peter Schilling), Mr. Spaceman (The Byrds), Walking on the Moon (The Police) und Rocket Man (Elton John). Auf dem Album wirkten zahlreiche namhafte Musiker als Gäste mit, u. a. Ritchie Blackmore, Peter Frampton, Michael Schenker, Johnny Winter und Sheryl Crow.[3]

Sein viertes Album Ponder the Mystery erschien 2013 und enthält ausschließlich eigene Songs. Alle Texte schrieb Shatner selbst, die Musik zu allen 15 Stücken komponierte Billy Sherwood, der auch alle Instrumente einspielte und den Gesang im Background übernahm.

Buchautor[Bearbeiten]

William Shatner ist auch als Autor von Büchern bekannt. Neben seiner eigenen Star-Trek-Biographie und den erwähnten TEK-War-Romanen verfasste er zusammen mit dem Autoren-Duo Judith und Garfield Reeves-Stevens bisher zehn Star-Trek-Romane. Bis auf die Bücher Die Asche von Eden und Collision Course spielen die Romane inhaltlich alle nach den Ereignissen in dem Kinofilm Star Trek: Treffen der Generationen. Die Figur des Captain James T. Kirk wurde von Shatner wieder zum Leben erweckt und erlebt nun zahlreiche Abenteuer im 24. Jahrhundert, zusammen mit zahlreichen anderen Figuren aus dem Star-Trek-Universum. Es werden viele Verbindungen zu der klassischen Star-Trek-Serie geknüpft.

Privat[Bearbeiten]

Shatner heiratete 1956 Gloria Rand, die Ehe wurde 1969 geschieden. Von 1973 bis zur Scheidung 1994 war er mit der Schauspielerin Marcy Lafferty verheiratet. 1997 heiratete Shatner Nerine Kidd. Sie ertrank 1999 im Swimmingpool ihres Hauses. In ihrem Blut wurden Alkohol und Valium gefunden, die Polizei schloss ein Fremdverschulden aus. Seit 2001 ist er mit Elizabeth Anderson Martin verheiratet. Shatner lebt heute mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in Südkalifornien. Seine Tochter, die Schauspielerin Melanie Shatner (* 1964), hatte 1989 in Star Trek V: Am Rande des Universums einen Auftritt als Sekretärin. Sie ist heute mit dem Schauspieler Joel Gretsch verheiratet. Eine weitere Tochter, Lisabeth Shatner (* 1961), hatte 1966 als Fünfjährige ebenfalls einen Auftritt in der Fernsehserie Raumschiff Enterprise. William Shatner ist neben seinen künstlerischen Tätigkeiten auch ein erfolgreicher Pferdezüchter und Veranstalter der jährlichen Hollywood Charity Horse Show, deren Erlös geistig behinderten Kindern zugutekommt.

Im April 2014 wurde Shatner von der NASA mit der „Distinguished Public Service“-Medaille, der höchsten Ehrung der Raumfahrtbehörde für ein Nicht-Mitglied der Regierung, ausgezeichnet. Zur Begründung hieß es, dass er neue Generationen von Forschern weltweit inspiriert und die NASA und ihre Missionen unablässig unterstützt habe.[4]

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation übernahm überwiegend Gert Günther Hoffmann, besonders in der Star-Trek-Reihe, mit Ausnahme des zweiten und dritten Kinofilms, in denen er von Klaus Sonnenschein gesprochen wird. Nach Hoffmanns Tod wurde Shatner neben Sonnenschein auch von Otto Mellies synchronisiert, in Boston Legal leiht ihm Hartmut Neugebauer seine Stimme.

Filmografie (Auszug)[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Fernsehserien[Bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1968: The Transformed Man (Decca)
  • 1977: William Shatner Live (Lemli)
  • 1997: Spaced Out: The Very Best of Leonard Nimoy and William Shatner (Universal International)
  • 2004: Has Been (Shout! Factory)
  • 2011: Seeking Major Tom (Cleopatra Records) [5][6]
  • 2013: Ponder the Mystery (Cleopatra Records)

Bibliografie[Bearbeiten]

Jake Cardigan[Bearbeiten]

  • Die TEK-Rache Bastei, Bergisch Gladbach 1993, ISBN 3-404-23145-7, Tek Vengeance, 1992
  • Das TEK-Geheimnis Bastei, Bergisch Gladbach 1994, ISBN 3-404-23150-3, Tek Secret, 1993
  • TEK-Power Bastei, Bergisch Gladbach 1996, ISBN 3-404-23174-0, Tek Power, 1994
  • Tek Money, 1995
  • Tek Kill, 1996
  • Tek Net, 1997

Star Trek[Bearbeiten]

(mit Judith & Garfield Reeves-Stevens)

Die Sternenjäger – Quest for Tomorrow[Bearbeiten]

  • Der Delta-Code Heyne, München 2002, ISBN 3-453-21365-3, Delta Search, 1997
  • Die Gen-Kriege Heyne, München 2002, ISBN 3-453-21364-5, In Alien Hands, 1997
  • Step into Chaos, 1997
  • Beyond the Stars, 1997
  • Shadowplanet, 2002

Einzelromane[Bearbeiten]

  • Good Ol’ Guy. Cannibals, 1986
  • Believe, 1992 (mit Michael Tobias)
  • Man O’War, 1996
  • The Law of War, 1998

Sachbücher[Bearbeiten]

  • Shatner, Where No Man, 1979
  • Captain’s Log: William Shatner’s Personal Account of the Making of Star Trek V the Final Frontier, 1989 (mit Lisabeth Shatner)
  • Get a Life!, 1993
  • Star Trek – Erinnerungen Heyne, München 1994, ISBN 3-453-07957-4, Star Trek Memories, 1993 (mit Chris Kreski)
  • Star Trek – Erinnerungen. Die Filme Heyne, München 1996, ISBN 3-453-09474-3, Star Trek Movie Memories, 1994 (mit Chris Kreski)
  • The Encyclopedia of Science Fiction Movies, 2001 (mit C. J. Henderson)
  • I’m Working on That: A Trek from Science Fiction to Science Fact, 2002 (mit Chip Walter)
  • Durch das Universum bis hierher: Die Autobiographie Schwarzkopf + Schwarzkopf, Berlin 2009, ISBN 3-89602-879-0, Up Till Now. The Autobiography, 2008 (mit David Fisher)

Literatur[Bearbeiten]

  • Dennis William Hauck: William Shatner: A Bio-Bibliography, 1994
  • Dennis William Hauck: William Shatner. Der Captain Heyne, München 1997, ISBN 3-453-11706-9
  • Ralph Sander: Star Trek Classic - William Shatner Heyne, München 1996
  • Robert E. Schnakenberg: The Encyclopedia Shatnerica, 1998
  • Robert Schnakenberg: William Shatner. Der Mann. Die Filme. Die Legende. Ubooks, Diedorf 2011, ISBN 978-3-86608-152-9. (Lexikon von A bis Z)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: William Shatner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://xfinity.comcast.net/slideshow/entertainment-homelessstars/13/
  2. Exclusive Interview: Producer Stone Douglass on Corman's World: Exploits of a Hollywood Rebel
  3. Seeking Major Tom bei Allmusic (englisch)
  4. NASA Honors William Shatner With Distinguished Public Service Medal auf NASA.gov (englisch); abgerufen am 29. April 2014
  5. http://www.huffingtonpost.com/2011/04/13/william-shatner-searching-for-major-tom_n_848808.html
  6. http://cleopatrarecords.com/Details.cfm?ProdID=5004&category=0