Andrei Wiktorowitsch Samkowoi

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Andrei Wiktorowitsch Samkowoi (russisch Андрей Викторович Замковой; * 4. Juli 1987 in Swobodny, Amur-Region) ist ein russischer Boxer. Er wurde 2009 in Mailand Vize-Weltmeister der Amateure im Weltergewicht und 2012 Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele in London.

Werdegang[Bearbeiten]

Andrei Samkowoi boxt seit dem Jahre 1998. Er ist jetzt Angehöriger von Lokomotive Chabarowsk. Der Rechtsausleger, der für das Weltergewicht mit 1,82 Metern ungewöhnlich groß ist, wird dort von Felix K. Geljus trainiert. Bis zur Weltmeisterschaft 2009 in Mailand hatte er 157 Kämpfe bestritten, von denen er 146 gewonnen hatte.

Im Juniorenbereich brachte er es im Jahre 2005 an die russische Spitze. Er startete in diesem Jahr bei der Junioren-Europameisterschaft in Tallinn und gewann dort den Titel im Halbweltergewicht. Dabei gewann er die vier Kämpfe die er zu bestreiten hatte, alle vorzeitig. U.a. besiegte er im Halbfinale Alexis Vastine aus Frankreich durch Abbruch i. der 3. Runde und im Finale Natig Alischew aus Aserbaidschan durch Abbruch in der 2. Runde.

Bei den Senioren benötigte Samkowoi mehrere Jahre, um eine Spitzenposition in Russland zu erreichen. Bei den russischen Meisterschaften der Jahre 2006 bis 2008 konnte er sich nicht für das Halbfinale qualifizieren. 2007 gewann er aber ein "All-Russland"-Turnier der "Olympic Hopes".

2008 gewann er erstmals ein internationales Turnier und siegte beim "Algirdas-Schozikas"-Memorial in Kaunas im Weltergewicht. Im Endkampf besiegte er dabei Edurard Spakow aus Litauen. Er machte damit den neuen russischen Cheftrainer der Amateurboxer Nikolai Chromow, der Alexander Lebsiak auf diesem Posten abgelöst hatte, auf sich aufmerksam. Beim "Konstantin-Korotkow"-Turnier 2009 in Chabarowsk kam Andrei Samkowoi in das Finale des Weltergewichts, in dem er aber noch gegen David Arustamjan aus Russland nach Punkten verlor. Bei der sich anschließenden Weltmeisterschafts-Ausscheidung in Tschechow, bei der die besten Boxer Russlands teilnahmen, schlug er Dimitri Iwanow (12:1), Iwan Klimaschin (14:4) und David Arustamjan (8:5) nach Punkten und erkämpfte sich damit die Teilnahme zur Weltmeisterschaft 2009 in Mailand.

In Mailand konnte Samkowoi überzeugen. Er besiegte im Weltergewicht Vincent Otieno aus Kenia (29:0), Jaoid Chiguer aus Frankreich (24:11), Balázs Bácskai aus Ungarn (15:3), William McLaughlin aus Irland (16:7) und den zweifachen Weltmeister Serik Säpijew aus Kasachstan (16:10) klar nach Punkten. Im Finale stand er dem Deutschen Jack Culcay-Keth gegenüber, gegen den er nach Punkten verlor (4:7).

2010 besiegte Andrei Samkowoi beim Bocskai-Memorial in Debrecen den kubanischen Weltklassemann Carlos Banteaux nach Punkten, musste aber im Finale dieses Turniers gegen den Ungarn Balasz Bacskai eine klare Punktniederlage (0:9) hinnehmen. Eine Enttäuschung erlebte er bei der Europameisterschaft in Moskau, dort er verlor seinen ersten Kampf gegen den späteren Bronzemedaillengewinner Taras Schelestjuk aus der Ukraine nach Punkten (3:6), womit er ausschied und in der Endabrechnung nur den 17. Platz belegte. In diesem Wettkampfjahr wurde er dann erstmals russischer Meister im Weltergewicht, wobei er im Finale gegen Petr Chamukow klar nach Punkten (9:2) siegte.

Diesen Titel verteidigte er 2011 mit einem Finalsieg über Islam Edisultanow (18:8) und nahm somit als amtierender russischer Meister an den Weltmeisterschaften 2011 teil, bei denen er nach Siegen über Mustapha Abdoulaye Hima, Nigeria (14:2), den Bronzemedaillengewinner der Asienmeisterschaften 2011 Bjambyn Tüwschinbat, Mongolei, und Stephan Danyo, Holland (17:5), das Viertelfinale erreichte, jedoch dieses wie schon bei den Europameisterschaften 2010 gegen den späteren Weltmeister Taras Schelestjuk, Ukraine (+13:13), verlor und damit auf dem 5. Platz landete.

Mit dieser Platzierung qualifizierte er sich für die Olympischen Spiele 2012 in London, bei denen er nach Siegen über Maimaitti Tusunqiong, China (16:11), Adam Nolan, Irland (18:9), und Errol Spence, USA (16:11), das Halbfinale erreichte, in dem er gegen den WM-Zweiten Serik Säpijew, Kasachstan (18:12), verlor und damit die olympische Bronzemedaille gewann.

2013 siegte Andrei Samkowoi beim Chemiepokal in Halle (Saale). Bei der Europameisterschaft dieses Jahres wurde er nicht eingesetzt, dafür aber bei der Universiade in Kasan, wo er mit Punktsiegen über Ewgeni Romaschkewitsch, Weißrussland (3:0 RS), Onur Sipal, Türkei (3:0 rS) und Hurschid Normatow, Usbekistan (3:0 RS) Turniersieger und damit Studenten-Weltmeister wurde.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse
2005 1. Junioren-Turnier in Noginsk Halbwelter mit Punktsiegen über Zokir Artikow, Usbekistan u. Aslanbek Kozajew, Russland
2005 2. Junioren-Turnier "Battle of Stalingrad" in Wolgograd Leicht mit einem Sieg über Artjom Tschebotarjow u. einer Niederlage gegen Imil Iskanow, bde. Russland
2005 1. Junioren-EM in Tallinn Halbwelter mit Abbruchsiegen i.d. 3. Runde über Oleg Ceban, Moldawien, i.d. 1. Runde über Robert Ziebe, Deutschland, i.d. 3. Runde über Alexis Vastine, Frankreich u. i.d. 2. Runde über Natig Alischew, Aserbaidschan
2008 1. "Algirdas-Schozikas"-Memorial in Kaunas Welter mit einem Punktsieg im Finale über Eduard Spakow, Litauen
2009 2. "Konstantin-Korotkow"-Memorial in Chabarowsk Welter mit einem Punktsieg über Mykola Semenaya, Ukraine (5:4) u. einem kampflosen Sieg über Alexander Rakislow, Russland u. einer Punktniederlage gegen David Arustamjan, Russland
2009 2. WM in Mailand Welter mit Punktsiegen über Vincent Otieno, Kenia (29:0), Jaoid Chiguer, Frankreich (24:11), Balazs Bacskai, Ungarn (15:3), William McLaughlin, Irland (16:7), Serik Säpijew, Kasachstan (16:10) u. einer Punktniederlage gegen Jack Culcay-Keth, Deutschland (4:7)
2010 2. Bocskai-Memorial in Debrecen Welter nach einem KO-Sieg i.d. 1. Runde über Pal Oravecs, Ungarn, Punktsiegen über Carlos Banteaux, Kuba (6:0) und Kamil Szeremeta, Polen (5:1) u. einer Punktniederlage gegen Balazs Bacskai, Ungarn (0:9)
2010 1. Gee-Bee-Tournament in Helsinki Welter mit Punktsiegen über William McLaughlin, Irland (5:2) u. Diego di Luisa, Italien (11:2) u. einem kampflosen Sieg über Uktamjon Rachmanow, Usbekistan
2010 17. EM in Moskau Welter nach einer Punktniederlage in der Runde der letzten "32" gegen Taras Schelestjuk, Ukraine (3:6)
2011 2. 62. Strandja-Memorial in Pazardzhik/Bulgarien Welter nach Punktsiegen über Samuel Matevosjan, Armenien (2:1) und Saal Kwachatadse, Georgien (5:1), einem kampflosen Sieg über Taras Schelestjuk und einer Punktniederlage gegen Fred Evans, Wales (0:2)
2011 1. Umachanow-Memorial in Machatschkala Welter nach Punktsiegen über Ilja Zilinskijs, Lettland (9:0), Murad Atlangerejew, Russland (7:2), Adrian Lescuy Baro, Kuba (11:3) und Alexander Besputin, Russland (7:4)
2011 5. WM in Baku Welter nach Punktsiegen über Mustapha Abdoalaye Hima, Nigeria (14:2), Bjambyn Tüwschinbat, Mongolei (15:7) und Stephen Danyo, Niederlage (17:5) und einer Punktniederlage gegen Taras Schelestjuk (13:13+)
2012 9. 39. Chemie-Pokal in Halle/Saale Welter nach Punktniederlage gegen Errol Spence, USA (9:9+)
2012 Bronze OS in London Welter nach Punktsiegen über Maimatti Tusunqiong, China (16:11), Adam Nolan, Irland (18:9) und Errol Spence (16:11) und einer Punktniederlage gegen Serik Sapijew, Kasachstan (12:18)
2013 1. 40. Chemie-Pokal in Halle/Saale Welter nach Punktsiegen über Vincenzo Gualtieri, Deutschland (8:7), Bjambyn Tüwschinbat (11:10), Huricha Bilige, China (18:5) und Slawa Kerber, Deutschland (16:8)
2013 1. Universiade in Kasan Welter nach Punktsiegenüber Ewgeni Romaschkewitsch, Weißrussland (3:0 RS), Onur Sipal, Türkei (3:0 RS) und Hurschid Normatow, Usbekistan (3:0 RS)

Nationale Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse
2005 1. russische Junioren-Meisterschaft Halbwelter
2006 5. russische Meisterschaft Halbwelter nach einer Punktniederlage im Viertelfinale gegen Gennadi Kowaljow (21:32)
2007 1. "All-Russland"-Turnier der olympischen Hoffnungen Halbwelter
2007 9. russische Meisterschaft Halbwelter nach Punktniederlage im Achtelfinale gegen Alexander Iwanow (15:25)
2008 17. russische Meisterschaft Welter nach Punktniederlage i.d. Runde der letzten "32" gegen Sergei Sitnikow
2009 1. WM-Ausscheidungs-Turnier in Tschechow Welter mit Punktsiegen über Dimitri Iwanow (Boxer) (12:1), Iwan Klimaschkin (14:4) u. David Arustamjan (8:5)
2010 1. russische Meisterschaft Welter nach RSC-Sieg 1. Runde über Artem Selenkowski, RSC-Sieg 1. Runde über Iwan Klimaschin und Punktsiegen über Magomedkamil Musajew (12:2) und Petr Chamukow (9:2)
2011 1. russische Meisterschaft Welter nach Punktsiegen über Ramil Araschkanow, Artem Selenkowski, Alexander Klinkow (14:5) und Islam Edisultanow (18:8)
2013 1. russische Meisterschaft Welter einem techn. KO-Sieg in der 3. Runde über Fedor Winogradow, Punktsiegen über Alexander Soljanikow (3:0 RS) und Alim Gadschijew (3:0 RS) und einem kampflosen Sieg über Islam Edisultanow

Erläuterungen[Bearbeiten]

  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft
  • Leichtgewicht, bis 60 kg, Halbweltergewicht, bis 64 kg u. Weltergewicht, bis 69 kg Körpergewicht
  • RS = Richterstimmen (2013 wurden vom Box-Weltverband AIBA die umstrittenen Punktmaschinen abgeschafft, dafür fällen wieder Punktrichter in einem 10-Punkte-System pro Runde die Urteile)

Quellen[Bearbeiten]

  • Website "www.amateur-boxing.strefa.pl",
  • Website "www.rusboxing.ru",
  • Fachzeitschrift Box Sport

Weblinks[Bearbeiten]