Jack Culcay-Keth

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Jack Culcay Boxer
Jack Culcay-Keth at Weigh-in.jpg
Daten
Geburtsname Jack Robert Culcay-Keth
Kampfname Golden Jack
Gewichtsklasse Halbmittelgewicht
Nationalität Deutsch
Geburtstag 26. September 1985
Geburtsort Ambato
Stil Linksauslage
Größe 1,72m
Kampfstatistik
Kämpfe 18
Siege 17
K.-o.-Siege 10
Niederlagen 1
Unentschieden 0

Jack Robert Culcay-Keth (* 26. September 1985 in Ambato, Ecuador), bekannt als Jack Culcay, ist ein deutscher Profiboxer und aktueller Interkontinentaler Meister der WBA im Halbmittelgewicht.

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten]

Culcay wurde 1985 als Sohn eines Ecuadorianers und seiner deutschen Frau in Ambato (Ecuador) geboren. Er kam als Fünfjähriger mit seiner Familie nach Deutschland und spricht fließend spanisch und deutsch. 2006 trat er seinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr an und wurde anschließend Zeitsoldat (letzter Dienstgrad Hauptgefreiter).

1997–2009 Amateur-Karriere[Bearbeiten]

Als Sohn eines begeisterten Amateurboxers begann er 1997 im Alter von 12 Jahren mit dem Boxsport. Culcay-Keth startete für den TG 75 Darmstadt als Weltergewichtler und hatte 2007 eine Bilanz von 81 Kämpfen, von denen er 50 gewann. Beim Chemiepokal 2007 schlug er den gut eingeschätzten Franzosen Xavier Noël, verlor aber im Finale gegen Alexander Miller. Er wurde daraufhin vom DBV für die 14. Amateurweltmeisterschaften in Chicago nominiert, drang dort im Oktober 2007 überraschend bis ins Viertelfinale vor und scheiterte erst am Lokalmatadoren und späteren Sieger Demetrius Andrade. Bei der Deutschen Meisterschaft 2007 gewann er im Finale gegen Rinat Karimow mit 15:10 nach Punkten und damit seine erste nationale Meisterschaft.

Culcay-Keth startete für Deutschland im Weltergewicht bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. In der ersten Runde traf er dort auf den Olympia-Dritten von 2004, Kim Jung-joo aus Südkorea und schied dort umstritten aus dem Turnier aus. Nach verhaltenem Beginn war Culcay-Keth zwar kampfbestimmend, musste aber immer wieder auch Treffer hinnehmen, so dass es am Ende des Kampfes nach Punkten 11:11 unentschieden stand und sich der Koreaner nach Hilfspunkten durchsetzen konnte. Im November 2008 belegte Culcay-Keth bei den Europameisterschaften in Liverpool den zweiten Platz. Mit Siegen gegen den Ukrainer Dmytro Mitrofanow (15:3), den Iren William McLaughlin (7:2), den Russen Alexander Rakislow (6:3) und Jaoid Chiguer aus Frankreich (9:1) zog er in das Finale ein, wo er dem Weißrussen Mahamed Nurudsinau durch verletzungsbedingten Kampfabbruch in der dritten Runde unterlag.

Bei den 15. Amateurweltmeisterschaften 2009 in Mailand gewann Culcay-Keth die Goldmedaille im Weltergewicht. Dabei schlug er in der Vorrunde den Ägypter Hossam Bakr Abdin (10:5), im Achtelfinale Brian Castano aus Argentinien (14:5), im Viertelfinale den Dänen Torben Keller (5:2) und im Halbfinale Boturjon Mahmudov aus Usbekistan (6:4). Im Finale setzte er sich gegen den Russen Andrei Samkowoi mit 7:4 Punkten durch. Er wurde damit zum ersten deutschen Amateurweltmeister im Boxen seit 1995.

Amateurerfolge

  • 2007: Deutscher Meister im Weltergewicht
  • 2008: Gewinner des 36. Chemiepokals und Auszeichnung als bester Techniker des Turniers
  • 2008: Deutscher Meister im Weltergewicht
  • 2008: Vize-Europameister im Weltergewicht
  • 2009: Gewinner des 37. Chemiepokals und Auszeichnung als bester Techniker des Turniers
  • 2009: Weltmeister im Weltergewicht

Seit 2009 Profi-Karriere[Bearbeiten]

Jack Culcay-Keth unterzeichnete am 11. November 2009 einen Sechs-Jahres-Vertrag bei der Universum Box-Promotion, trainiert wurde er dort von Michael Timm. Nach dem siebten Kampf im Dienste Universums hat Culcay-Keth seinen Vertrag mit Universum Box-Promotion mit sofortiger Wirkung gekündigt. Grund für das Ende der Zusammenarbeit waren insbesondere die Nichterfüllung vertraglicher Verpflichtungen seitens Universum und die fehlende sportliche und wirtschaftliche Perspektive für Culcay bei Universum.

Culcays Manager Moritz Klatten sagte: „Wir sind Universum Box-Promotion dankbar, dass man Jack keine Steine in den Weg legen will“. Im Februar 2012 unterschrieb Culcay daraufhin einen Vertrag bei Sauerland Event.

WBA-Interkontimeister im Halbmittelgewicht

Am 25. August 2012 gewann Culcay durch T.K.o.-Sieg gegen Frederic Serre den Interkontinental Titel der WBA und verteidigte diesen jeweils vorzeitig gegen Mark Thompson (24-1) und Jean Michel Hamilcaro (17-4). In seiner dritten Titel-Verteidigung verlor er den Gürtel am 27. April 2013 durch eine knappe Punktniederlage an den in Argentinien geborenen Spanier Guido Nicolas Pitto (17-1). Kurz zuvor hatte Fritz Sdunek den bisherigen Trainer Ismael Salas ersetzt.[1] Im Rückkampf gegen Pitto am 26. Oktober 2013 holte er den Titel zurück, auch diesmal gab es eine knappe Punktentscheidung.[2] Vor der erfolgreichen Titelverteidigung am 14. Dezember 2013 gegen den Franzosen Dieudonne Belinga wechselte Culcay erneut den Trainer, und wird seitdem von dem Briten Gary Logan betreut.[3]

Am 5. April 2014 gewann er einstimmig gegen Salim Larbi (19-4).

Liste der Profikämpfe[Bearbeiten]

Jahr Tag Ort Gegner/Kampfziel Ergebnis für Culcay
2014 5. April Stadthalle Rostock, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland FrankreichFrankreich Salim Larbi Punktsieg / 12 Runden
2013 14. Dezember Jahnsportforum, Neubrandenburg, Deutschland FrankreichFrankreich Dieudonne Belinga Punktsieg / 12 Runden
26. Oktober EWE Arena, Oldenburg, Niedersachsen, Deutschland ArgentinienArgentinien Guido Nicolas Pitto Punktsieg / 12 Runden
27. April Sporthalle Hamburg, Hamburg, Deutschland ArgentinienArgentinien Guido Nicolas Pitto Punktniederlage / 12 Runden
2012 15. Dezember Arena Nürnberger Versicherung, Nürnberg, Deutschland FrankreichFrankreich Jean Michel Hamilcaro TKO-Sieg / 5. Runde
29. September Sporthalle Hamburg, Hamburg, Deutschland Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mark Thompson TKO-Sieg / 5. Runde
25. August O2 World Berlin, Berlin, Deutschland FrankreichFrankreich Frederic Serre TKO-Sieg / 3. Runde
25. Februar Porsche-Arena, Stuttgart, Deutschland ItalienItalien Salvatore Annunziata TKO-Sieg / 7. Runde
2011 3. Dezember Hartwall Arena, Helsinki, Finnland ItalienItalien Giammario Grassellini KO-Sieg / 1. Runde
3. September Kongrescenter Herning, Dänemark Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Dee Mitchell Punktsieg / 10 Runden
9. April Bördelandhalle, Magdeburg, Deutschland GeorgienGeorgien Micheil Chutsischwili TKO-Sieg / 3. Runde
2010 19. November Universum-Gym, Hamburg, Deutschland BulgarienBulgarien Alexei Ribtschew Punktsieg / 8 Runden
31. Juli O2 World, Hamburg, Deutschland RumänienRumänien Ionuţ Trandafir Ilie TKO-Sieg / 4. Runde
3. Juli Porsche-Arena, Stuttgart, Deutschland DeutschlandDeutschland Omar Siala Punktsieg / 6 Runden
22. Mai Rostock, Deutschland BrasilienBrasilien Isak Tavares TKO-Sieg / 1. Runde
24. April Sporthalle, Hamburg, Deutschland FrankreichFrankreich Sylvestre Marianini TKO-Sieg / 1. Runde
10. Januar Bördelandhalle, Magdeburg, Deutschland LitauenLitauen Dmitrijus Sidorovicius TKO-Sieg / 1. Runde
2009 19. Dezember Sport- und Kongresshalle, Schwerin, Deutschland TschechienTschechien Jindrich Kubin Punktsieg / 4 Runden

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sdunek neuer Trainer von Culcay Sport1, 14. April 2013, abgerufen am 15. Dezember 2013.
  2. Culcay holt sich WBA-Intercontinental-Titel von Pitto zurück Boxen Heute, 26. Oktober 2013, abgerufen am 15. Dezember 2013.
  3. Neuer Trainer für Culcay: Erster Kampf unter Gary Logan am 14. Dezember in Neubrandenburg Boxen.de, 2. Dezember 2013, abgerufen am 15.Dezember 2013.