Anthony Wong Chau-Sang

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Anthony Wong Chau-Sang, 2008

Anthony Wong Chau-Sang (chin. 黄秋生, Huang Qiu-Sheng; * 2. September 1961 in Hongkong) ist ein chinesischer Schauspieler, Regisseur und Musiker. Er gilt als einer der renommiertesten Charakterdarsteller Hongkongs und hat zahlreiche Preise gewonnen. Im Westen ist Anthony Wong durch die Infernal-Affairs-Trilogie, Hard Boiled von John Woo und seine Zusammenarbeit mit dem Regisseur Johnnie To bekannt geworden.

Biografie[Bearbeiten]

Anthony Wong wurde als Sohn eines Briten und einer Chinesin als Anthony Perry geboren. Der Vater verließ die Familie als Anthony vier Jahre alt war, deswegen übernahm er den Nachnamen seiner Mutter. In der Schule wurde er auf Grund seiner Gweilo-Herkunft häufig gehänselt. Diese Erfahrungen verarbeitete er später in den Texten seiner Lieder.

Anthony Wong begann seine Schauspielkarriere im Alter von 21 Jahren im Trainingsprogramm des TV-Senders ATV (Asia Television). Danach genoss er eine Ausbildung an der Hong Kong Academy for Performing Arts. Wie viele andere seiner Kollegen trat er in Serien des TV-Senders TVB (Television Broadcasts) auf, bevor er den Sprung auf die Kinoleinwand schaffte. Seine erste größere Rolle bot ihm die Shaw Brothers Produktion My Name Ain't Suzie (1985).

Erst der Kategorie III-Schocker The Untold Story (1993) und der Actionfilm Hard Boiled (1992) von John Woo ermöglichten ihm jedoch den Durchbruch zum Star. Für die Rolle des Serienmörders Wong Chi Hang in The Untold Story gewann Anthony Wong u. a. den Hong Kong Film Award als bester Hauptdarsteller.

In den neunziger Jahren übernahm er weitere Hauptrollen in Kategorie III-Schockern (Ebola Syndrome (1996)), Actionfilmen (Rock n' Roll Cop (1994)) und glänzte mit Nebenrollen in Blockbustern, wie der Young and Dangerous-Reihe. Einen weiteren Höhepunkt seiner Karriere markierte der Cop-Thriller Beast Cops (1998), der ihm seinen zweiten Hong Kong Film Award einbrachte. Der von den Kritikern gefeierte Film markierte ein Comeback für Wong, der zuvor an einer schweren Schilddrüsenfehlfunktion erkrankt war.

Ein Jahr später drehte Wong zusammen mit anderen Hongkong-Größen, wie Francis Ng und Simon Yam, den Gangsterfilm The Mission (1999), seine fünfte Zusammenarbeit mit Erfolgs-Regisseur Johnnie To. Das neue Jahrtausend brachte noch einmal eine Steigerung seiner Popularität, als er die Rolle des SP Wong in der überaus erfolgreichen Infernal Affairs-Trilogie übernahm.

Seitdem taucht Wong auch hin und wieder in internationalen Produktionen auf, wie in der Literaturverfilmung Der bunte Schleier (2006) mit Edward Norton und Naomi Watts und im dritten Teil der Mumie-Reihe Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers (2008).

Anthony Wong ist bekannt für seine ambivalente Rollenwahl, bei der sich Billigproduktionen von Wong Jing abwechseln mit künstlerisch hochwertigen Filmen von Ann Hui und Sylvia Chang oder Blockbustern von Andrew Lau. Gefeiert und vielfach ausgezeichnet wurde er für seine extreme Wandlungsfähigkeit, ob er nun psychopathische Killer spielt, korrupte Polizisten oder liebenswerte Vaterfiguren. Dabei spart er abseits der Filmkameras nie mit Kritik an seiner heimischen Filmindustrie und dem Hongkonger Entertainmentzirkus.

Wenn er nicht gerade Filme dreht, steht Anthony Wong auf der Theaterbühne oder nimmt Punk-Rock-Alben auf.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Golden Horse Film Festival[Bearbeiten]

Hong Kong Film Awards[Bearbeiten]

Filmografie (als Schauspieler) (Auswahl)[Bearbeiten]

Filmografie (als Regisseur)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]