Han (Volk)

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Die Han oder Hän, richtig Hän Hwëch'in ("Volk, das am Fluss - dem Yukon River - lebt") sind ein indianisches Volk, dessen ursprüngliches Siedlungsgebiet sich beiderseits des Yukon River im Yukon-Territorium im Nordwesten Kanadas sowie in Alaska erstreckte. Im Norden leben die Gwich’in (Kutchin), im Süden die Northern Tutchone und im Westen die Upper Tanana (Kohtʼiin).

Name und Bezeichnungen[Bearbeiten]

Die heute gebräuchliche Stammesbezeichnung als Han oder Hän ist eine Verkürzung ihrer Eigenbezeichnung als Hän Hwëch'in oder von Hänkutchin/Han Huch'inn, das sich vom Gwich’in-Wort hangʷičʼin für die Han ableitet; beide Bezeichnungen bedeuten jeweils wörtlich ("Volk, das am Fluss - dem Yukon River - lebt").

In der historischen Fachliteratur und Reiseliteratur gab es weitere Schreibweisen des Namens: Han-Kootchin, Hun-koo-chin, Hong-Kutchin, An Kutchin, Han Kutchin, Han-Kutchín, Hăn-Kŭtchin, Hän Hwëch'in und Hungwitchin. Die französischen Trapper und Pelzhändler bezeichneten sie als Gens du fou, Gens de Fou, Gens de Foux, Gens des Foux oder Gens-de-fine. Oftmals wurde der Name Gens de Foux (und dessen Varianten) auch für die sprachlich verwandten Northern Tutchone verwendet, in diesem Fall wurden die Han zur Unterscheidung allerdings als Gens de Bois oder Gens des Bois bezeichnet.

Sprache[Bearbeiten]

Ihre Sprache, das Häɬ goɬan, gehört zur Zentral-Alaska-Yukon-Gruppe der Nördlichen Athapaskischen Sprachen und ist eng verwandt mit dem Dinjii Zhu’ Ginjik der benachbarten Gwich'in. Sie ist akut vom Aussterben bedroht. Schätzungen zufolge sprechen nur noch rund 15 (meist ältere) Menschen diese Sprache, obwohl es einige Bemühungen gibt, sie jüngeren Menschen zu lehren.

Geschichte und Lebensweise[Bearbeiten]

Ursprünglich gründete ihre Lebensweise vorwiegend auf der Lachsfischerei. Im Sommer versammelten sich die Han am Yukon, um die Fische zu fangen, im Winter teilten sie sich in kleinere Familiengruppen auf, um Wild wie Karibus, Elche, Bären, Stachelschweine und Biber zu jagen. Durch die Grenzziehung zwischen dem damals russischen Alaska und Kanada wurde ihr Siedlungsgebiet zerteilt, im Zug des Klondike-Goldrauschs Ende des 19. Jahrhunderts wurde es von Weißen überrannt, wodurch sich ihre Lebensweise umfassend änderte.

Zur Zeit des ersten Kontaktes mit den Weißen lebten Schätzungen zufolge etwa 1000 Han. Heute zählen sie in den USA und in Kanada zusammen etwa 300 Personen. Die meisten von ihnen leben in Dawson (Kanada) sowie in der Ortschaft Eagle (Alaska).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste nordamerikanischer Indianerstämme