Heinkel He 51

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Heinkel He 51
Heinkel He 51B-2
Typ: Jagdflugzeug
Entwurfsland: Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Hersteller: Ernst Heinkel Flugzeugwerke
Erstflug: Mai 1933
Indienststellung: Juli 1934
Produktionszeit: 1934 bis 1937
Stückzahl: ca. 230

Die Heinkel He 51 war ein Doppeldecker-Jagdflugzeug, das in den Jahren 1935 bis 1942 bei der deutschen Luftwaffe eingesetzt wurde. Als direkte Weiterentwicklung der He 49 flog die He 51 1933 zum ersten Mal.

Entwicklung[Bearbeiten]

Heinkel He 51 A-1 in Döberitz, Sommer 1935
Heinkel He 51 B der bulgarischen Luftwaffe

Ernst Heinkel entwickelte bereits im Ersten Weltkrieg bei Albatros und Hansa-Brandenburg erfolgreiche Kampfflugzeuge. Seine Baumuster wurden auch bei der illegalen Fliegerschule der Reichswehr eingesetzt. Nachdem er 1932 mit der Vorstellung seiner He 49 beim Heereswaffenamt gescheitert war, vereinfachte er deren Konstruktion für den Serienbau und erhielt 1934 vom Reichsluftfahrtministerium einen Auftrag über zunächst 75 Jagdflugzeuge. Da die Fertigungskapazität der Heinkel Flugzeugwerke dafür nicht ausreichte, wurden Erla (80 Maschinen), AGO, Arado und Fieseler mit in die Produktion eingebunden.

Einsatz[Bearbeiten]

Die ersten He 51A-0 wurden bereits 1934 ausgeliefert und flogen in der zivil getarnten, sogenannten „Reklamestaffel Mitteldeutschland“. Neben einigen Arado Ar 65 gehörte die He 51A zur Jäger-Erstausstattung der im März 1935 offiziell ausgerufenen neuen deutschen Luftwaffe.

Im April 1935 waren die He 51 beim „Jagdgeschwader Richthofen“ in Döberitz[1] bereits einsatzbereit.[2][3] Anfang 1936 erhielt das Jagdgeschwader "Horst Wessel" als erstes Geschwader die verbesserte He-51 B-0 Ausführung. Am 31. Juli 1936 wurden 14 He 51 für den Einsatz im Spanischen Bürgerkrieg in Marsch gesetzt, Ende 1936 befanden sich bereits 50 He 51 der Varianten A-1 und C-1 im Einsatz bei der Legion Condor[4], konnten sich aber nicht gegen die leistungsfähigeren sowjetischen Jagdflugzeuge wie die Polikarpow I-16 durchsetzen. Die He 51 wurde daher mit Erscheinen der Bf 109 überwiegend als Tiefangriffsflugzeug eingesetzt. Zwei He 51A wurden von den republikanischen Truppen intakt erbeutet und in der Sowjetunion ausgiebig getestet, dort aber als veraltet angesehen.

Die He 51 wurde ab 1936 teilweise von der Arado Ar 68 und ab 1937 von der Messerschmitt Bf 109 als Standardjagdflugzeug der Luftwaffe abgelöst. 1937 wurden zwölf Maschinen den bulgarischen Luftstreitkräften übergeben. In Deutschland flog das I/JG 136 bis zum Herbst 1938 als letzte Luftwaffen-Einheit die He-51.[5] Bis 1942 wurde die He-51 als Schulflugzeug eingesetzt.

Versionen[Bearbeiten]

He 51 A-1
  • He 51A-0: Prototypen, neun gebaut
  • He 51A-1: Serienversion der A-1, 75 gebaut
  • He 51B-0: A-1 mit verstärkter Zelle, 12 gebaut
  • He 51B-1: Serienversion der B-1, 12 gebaut
  • He 51B-2: Schwimmerflugzeug, rd. acht Umbauten aus B-1, rd. 42 Neubauten (auch He 51W oder He 51B-2W), schiffsgestütztes Katapultflugzeug mit leichter Bombenzuladung
  • He 51C-1: Erdkampfflugzeug mit Unterflügelstationen für vier 50-kg-Bomben, 75 gebaut
  • He 51C-2: C-1 mit verbesserter Funkausrüstung, 21 gebaut

Als Ausführung mit Schwimmern entstand die He 51W, die problemlos wieder auf ein normales Fahrgestell umgerüstet werden konnte. Mit der He 51V5 (Werknummer 994), die vergrößerte Tragflächen erhielt, sollten die Höhenleistungen verbessert werden, es blieb jedoch bei einem Versuchsmuster.

Technische Daten[Bearbeiten]

Heinkel He 51 C der 3./J 88, Legion Condor, geflogen von Adolf Galland
Kenngröße Daten He-51 C[6]
Spannweite oben 11,00 m
Spannweite unten 8,60m
Länge 8,50 m
Höhe 3,30 m
Flügelfläche 27,20 m²
Inhalt des Kraftstoffbehälters 180 l
Inhalt des Schmierstoffbehälters 25 l
Leergewicht 1615 kg
Zuladung 285 kg
Fluggewicht 1900 kg
Triebwerk Ein BMW VI 7,3Z
Leistung 750 PS
Luftschraube Starrschraube
Durchmesser Luftschraube 3,10 m
Blattzahl Luftschraube 2
Tragwerk Holzgerippe, stoffbespannt
Rumpfwerk Stahlrohr, Leichtmetall, Holz, Stoff
Leitwerk Dural, stoffbespannt
Flugdauer b. Sparlstg. (4000 m) 2,3 h
Flugweite 730 km
bei Marschleistung (2000 m) 400 km
bei Sparleistung (4000 m) 600 km
bei Marschleistung 160 l/100 km
bei Sparleistung 85 l/100 km
Höchstgeschwindigkeit (0 m) 330 km/h
Marschgeschwindigkeit (2000 m) 310 km/h
Spargeschwindigkeit (4000 m) 260 km/h
Landegeschwindigkeit 95 km/h
Startstrecke 100 m
Landestrecke 150 m
Dienstgipfelhöhe 7700 m
Steigzeiten auf 2000m 3,1 min
Steigzeiten auf 4000m 7,8 min
Steigzeiten auf 6000m 16,5 min
Bewaffnung 2x 7,5 mm MG 17 mit je 500 Schuss

Vergleichbare Typen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrei Alexandrov, Gennadi Petrov: Die deutschen Flugzeuge in russischen und sowjetischen Diensten 1914–1951. Band 1, Flugzeug Publikations GmbH, ISBN 3-927132-43-8.
  •  Peter W. Cohausz: Heinkel He 51. In: Flugzeug Classic. Nr. 7, 2008, ISSN 1617-0725, S. 44–47.
  • Olaf Groehler: Geschichte des Luftkriegs 1910 bis 1980, Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1981.
  • Wilfried Kopenhagen, Jochen K. Beeck: Das große Flugzeugtypenbuch, Nov. 2005, ISBN 3-613-02522-1.
  • Michael Sharpe: Doppeldecker, Dreifachdecker & Wasserflugzeuge, Gondrom Verlag, Bindlach 2001, ISBN 3-8112-1872-7.
  • Kai Biermann,Erhard Cielewicz: Flugplatz Döberitz: Geburtsort der militärischen Luftfahrt in Deutschland, Christoph Links Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-86153-371-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heinkel He 51 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kai Biermann,Erhard Cielewicz: Flugplatz Döberitz: Geburtsort der militärischen Luftfahrt in Deutschland, Christoph Links Verlag, Berlin 2005
  2. Kampflugzeuge vom 1. Weltkrieg bis heute. S. 114, Andreas Verlagsbuchhandlung, Salzburg 1977
  3. Am 14. März 1935 erhielt die Fliegergruppe Döberitz auf Erlass Adolf Hitlers die Bezeichnung „Jagdgeschwader Richthofen“.
  4. vgl. Olaf Groehler: Geschichte des Luftkriegs 1910 bis 1980, Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1981, S. 192f
  5. Manfred Griehl:Waffen-Arsenal Sonderband 7 "Die deutsche Tagjagd". S.6, Podzun-Pallas Verlag, Wölfersheim-Berstadt 2002
  6. EHF-Datenblatt Nr. 655/He 15 C, Gewichte nach DIN 22