Kfz-Kennzeichen (Deutschland)

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Das Kfz-Kennzeichen (umgangssprachlich Nummernschild) ist in Deutschland die gemäß der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) von den Kraftfahrzeug-Zulassungsstellen ausgegebene amtliche Kennzeichnung von Fahrzeugen für Kraftfahrzeuge und gegebenenfalls deren Anhänger. Das Kfz-Kennzeichen besteht aus einem Unterscheidungszeichen und der Erkennungsnummer. Für zulassungspflichtige Kraftfahrzeuge dienen sie zusammen mit der Zulassungsbescheinigung als Nachweis für die Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr durch eine örtlich und sachlich zuständige Straßenverkehrsbehörde (je nach Wohnsitz bzw. Unternehmenssitz). Fahrzeuge, für die eine allgemeine Betriebserlaubnis oder Typgenehmigung genügt (zulassungsfreie Fahrzeuge), zeigen Versicherungskennzeichen. Diese gelten zulassungsrechtlich nicht als amtliche Kennzeichen, da sie von der Kfz-Haftpflichtversicherung ausgegeben werden. Weltweit wird zwischen einem Kfz-Kennzeichen (alphanumerischer Code) und dessen materieller Manifestierung (Kennzeichenschild) unterschieden.

Die Liste der Kfz-Kennzeichen in Deutschland enthält alle derzeit festgelegten Unterscheidungszeichen, also auch inklusive aller ehemals aufgehobenen und nach der Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung 2012 wiedereingeführten Unterscheidungszeichen. Zu den aufgehobenen Unterscheidungszeichen, also solchen, die nicht mehr zugeteilt werden dürfen, siehe die Liste der deutschen Kfz-Kennzeichen, die nicht mehr ausgegeben werden. Zu allen in Deutschland bisher ausgegebenen Unterscheidungszeichen mit Angaben zu den Zeiträumen siehe die Liste aller Kfz-Kennzeichen der Bundesrepublik Deutschland.

Hinteres deutsches Kfz-Kennzeichen aus dem Landkreis Rastatt (Baden-Württemberg) (2009)
Karte mit Landkreisen und Städten deutscher Zulassungseinheiten

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

100 Jahre einheitliche deutsche Kfz-Kennzeichen: Briefmarke von 2006
Ein Ford Eifel mit „AB“-Kennzeichen (Bayern, 1952)

In den deutschen Staaten begannen einige örtliche Behörden zwischen 1870 und 1890 wegen vermehrter Fälle von Fahrerflucht, Nummernschilder für Fahrräder vorzuschreiben, die lokal ausgegeben wurden und sich farblich unterschieden.[1] Im Jahr 1896 wurde in Baden das erste Nummernschild an einem Automobil befestigt. Am 1. Oktober 1906 wurde die erste einheitliche Regelung erlassen, die am 1. Oktober 1907 für die 26 Länder des Deutschen Reichs in Kraft trat. 10.115 Pkw, 15.954 Krafträder und 957 Lkw wurden damals zugelassen.[1]

Die einheitlichen Kennzeichen der Länder im Deutschen Reich begannen bei einigen größeren Ländern mit einer römischen Ziffer für das Territorium – I = Preußen, II = Bayern bis VI = Reichsland Elsaß-Lothringen  – gefolgt von einem Buchstaben für den Verwaltungsbezirk – I A = Berlin, II A = München, III A = Stuttgart … – und zum Schluss einer Ziffernfolge. Im Königreich Sachsen erfolgte die Kennung entgegengesetzt: ohne Buchstabenfolge, lediglich über römische Ziffern von I bis V.[1] Die Kennzeichen einiger kleinerer Staaten erhielten ihrem Namen entsprechend ein oder zwei Buchstaben, wie A für Anhalt (zum Teil gefolgt von einer römischen Ziffer). Darunter die freien Hansestädte Bremen, Hamburg und Lübeck, mit den Kennzeichen HB, HH, HL, die (mit Unterbrechung in der Besatzungszeit) bis heute erhalten blieben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Kennzeichen in den Besatzungszonen anfänglich farblich unterschieden – schwarz auf orangefarbenem Grund: amerikanische Zone, schwarz auf rotem Grund: französische Zone, schwarz auf blauem Grund: britische Zone, und in der sowjetischen Zone verblieb schwarz auf weißem Grund.[1] 1947 beschlossen die alliierten Besatzungsmächte ein einheitliches System, das ab 1948 eingeführt wurde. Die neuen Kennzeichen in den vier Besatzungszonen wurden nun einheitlich weiß auf schwarzem Grund gehalten, deren Registriernummer enthielt jeweils vorne zwei Buchstaben (die übereinander geschrieben waren) für den Verwaltungsbereich, z. B. „BR“ für die Britische Zone Rheinland oder „AB“ für die Amerikanische Zone Bayern.[1] Diese Kennzeichen galten bis zur Einführung eigener Systeme in den Nachkriegsstaaten Bundesrepublik Deutschland und DDR.

Im September 1949 hatte die „Verwaltung für Verkehr des Vereinigten Wirtschaftsgebietes“ in Offenbach die Länder darauf hingewiesen, dass das geltende Kfz-Kennzeichensystem nicht der zunehmenden Motorisierung gewachsen sei. Erst mit der am 14. März 1956 veröffentlichten „Verordnung zur Änderung von Vorschriften des Verkehrsrechts“ wurde dieses für die Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin eingeführt; die DDR hatte bereits 1953 ein eigenes System eingeführt, das auch weiß mit schwarzen Rahmen und DIN-Schrift gestaltet war.

Entwicklung seit 1956[Bearbeiten]

Kfz-Heckkennzeichen, Anfang der 1960er Jahre, Erkennungsnummer aus aufgenieteten Kunststoff-Lettern (diese Herstellungsvariante war teilweise bis in die frühen 1980er Jahre üblich)
Vorderes Kfz-Kennzeichen aus Karlsruhe in der DIN-Form mit AU-Plakette
Deutsches Kfz-Kennzeichen in der gegenwärtigen Form (Heck)

Das heutige System wurde in der Bundesrepublik Deutschland am 1. Juli 1956 eingeführt und nach der Wiedervereinigung 1990 mit leichter Verzögerung am 1. Januar 1991 auch auf die neuen Bundesländer übertragen. Ausgestaltung und Anbringung der amtlichen Kennzeichen sind in § 10 Fahrzeug-Zulassungsverordnung vom 25. April 2006 geregelt.

Derzeit existieren in Deutschland zwei unterschiedliche Versionen der Kennzeichen. Ihnen gemeinsam ist die schwarze Schrift auf weißem Grund mit schwarzer Rahmenlinie. Es handelt sich dabei zum einen um die älteren, seit 1956 verwendeten DIN-Kennzeichen, benannt nach ihrer Schriftart, die nach DIN 1451 (Mittelschrift) festgelegt ist und die 1949 vereinheitlichten Schilder der drei westlichen Besatzungszonen (weiße Schrift auf schwarzem Grund) ablösten. Zum anderen um die neuen Euro-Kennzeichen, die die „FE-Schrift“ (FE = fälschungserschwerend) verwenden. Bei dieser unterscheiden sich die Buchstaben deutlicher voneinander als bei der alten DIN-Schrift, sodass Verfälschungen erschwert und die automatische Erkennung mit Kamerasystemen erleichtert werden (siehe auch Mautbrücken, Lkw-Maut). Mit Einführung der FE-Schrift wurde es durch jeweilige Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, die bis zum Inkrafttreten der Fahrzeug-Zulassungsverordnung auch die Zulassung von Fahrzeugen in Deutschland regelte, möglich, für die laufende Erkennungsnummer auch die Buchstaben B, F, G, I, O und Q zu verwenden, die ursprünglich wegen Verwechslungsgefahr gesperrt waren. Somit stehen bei der Vergabe von Kennzeichen deutlich mehr Kombinationen zur Verfügung. Die Euro-Kennzeichen wurden das erste Mal 1994 von Berlin und Brandenburg verwendet, noch bevor sie deutschlandweit Verwendung fanden. Seit dem 1. November 2000 waren bei Neuzulassungen nur noch die Euro-Kennzeichen am Fahrzeug anzubringen (außer Bundeswehr-Fahrzeuge), was allerdings in Einzelfällen nicht immer der Fall war.

Ein weiterer Vorteil der Euro-Kennzeichen ist, dass bei Reisen innerhalb der Europäischen Union sowie in die Schweiz auf das ovale Nationalitätszeichen (z.B. „D“) am Fahrzeugheck verzichtet werden kann.

Am 29. September 1989 wurden reflektierende Kfz-Kennzeichen (spezielle Folie zur besonders starken Lichtreflexion am weißen Flächenhintergrund) für Neuwagen und auch für Fahrzeuge mit beschädigten Schildern eingeführt, die es bereits seit 1967 auf dem Markt gab und für die sich nur 15 Prozent der Halter freiwillig entschieden. Eine Ausnahme bilden aus militärtaktischen Gründen die Fahrzeuge der Bundeswehr. Diese reflektierenden Kennzeichen sollen für mehr Sicherheit sorgen, beispielsweise für Fahrzeuge, die unbeleuchtet in der Dämmerung oder bei schlechtem Wetter fahren, sowie bei einem Ausfall der Schlussleuchte. Mit der Einführung der neuen „Sicherheitskennzeichen“ gab es auch eine Preiserhöhung von in der Regel 20 auf 40 DM pro Kennzeichensatz.

Aufbau[Bearbeiten]

Die heutigen Kfz-Kennzeichen in Deutschland sind als Euro-Kennzeichen ausgeführt. Sie bestehen aus zwei Teilen:

  • dem Unterscheidungszeichen aus bis zu drei Buchstaben,
  • der Erkennungsnummer aus einem oder zwei Buchstaben sowie bis zu vier Ziffern.

Zusammen sind es jedoch maximal acht Zeichen, bei Saisonkennzeichen maximal sieben Zeichen. Bei Kennzeichen mit zwei Zeilen, wie bei Krafträdern oder auch manchmal am Heck verwendet, sind jedoch aus Platzgründen auch bei Schmalschrift nur insgesamt sieben Zeichen erlaubt. Zwischen dem Unterscheidungszeichen und der Erkennungsnummer befindet sich Platz für die Prüfplaketten und das Siegel der Zulassungsbehörde. Auf den Bindestrich nach dem Unterscheidungszeichen wurde fortan verzichtet.

Anders als in einigen anderen Staaten sind die Kennzeichen dem Fahrzeug und nicht dem Halter zugeordnet. Aus diesem Grund geht das Kennzeichen bei Veräußerung auf den neuen Halter über, es sei denn, der Veräußerer meldet das Fahrzeug vor der Veräußerung ab und der Erwerber mit neuem Kennzeichen wieder an.

In Deutschland gibt es, anders als zum Beispiel in Liechtenstein oder in einigen Kantonen der Schweiz, keine allgemein einsehbaren Listen, aus denen anhand des Kennzeichens auf den Halter geschlossen werden kann.

Der Zeitpunkt der Zulassung ist nicht im Kennzeichen vermerkt. Allerdings vergeben viele Zulassungsstellen (zum Beispiel Erlangen, wenn kein Wunschkennzeichen beantragt wird) die Kennzeichen nach einem (früher in Paragraf 23 Abs. II Satz 4 i. V. m. Anlage II der StVZO vorgegebenen) fortlaufenden System (vgl. Abschnitt „Erkennungsnummer“, Gruppen a bis e), sodass dadurch grob auf den Zeitraum der Zulassung geschlossen werden kann.

Unterscheidungszeichen[Bearbeiten]

Die Unterscheidungszeichen bestehen aus einem, zwei oder drei Buchstaben:

Die Unterscheidungszeichen der Verwaltungsbezirke werden auf Antrag der Länder vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung festgelegt oder aufgehoben. Die Festlegung und Aufhebung von Unterscheidungszeichen wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Buchstabenkombination eines Unterscheidungszeichens darf nicht gegen die guten Sitten verstoßen. Auf Antrag können Verwaltungsbezirke seit dem 1. November 2012 infolge der Kennzeichenliberalisierung mehr als ein Unterscheidungszeichen führen, wobei nur solche Unterscheidungszeichen beantragt werden dürfen, die vor dem 25. Oktober 2012 vergeben worden sind. Kennzeichen, deren Unterscheidungszeichen aufgehoben ist, dürfen bis zur Außerbetriebsetzung des betroffenen Fahrzeuges weitergeführt werden.[2]

Wenn der Standort eines Fahrzeugs in einen anderen Verwaltungsbezirk verlegt wird, musste dort ursprünglich in jedem Fall ein neues Kennzeichen beantragt werden (Umkennzeichnungspflicht). Seit September 2008 können die Bundesländer entscheiden, ob bei einem Wechsel in einen anderen Zulassungsbezirk innerhalb des eigenen Landes neue Kennzeichen zugeteilt werden müssen oder nicht. Die alten Kennzeichen können bei Umzügen innerhalb des Bundeslandes seit 1. November 2009 in Hessen,[3] seit 1. Februar 2010 in Schleswig-Holstein,[4] seit 12. April 2010 in Brandenburg,[5] seit 1. September 2010 in Sachsen,[6] seit 1. März 2011 in Thüringen[7] und seit 1. Juli 2012 in Nordrhein-Westfalen[8] behalten werden. In Bayern wurde seit 2009 eine Ausnahmegenehmigung des Ministeriums zur Kennzeichenmitnahme für Verwaltungsbezirke, die zugleich von einer Zulassungsstelle in der kreisfreien Stadt und der Zulassungsstelle im Landkreis ausgegeben wurden, nach einem Versuch seit Dezember 2008 zwischen der Stadt Bayreuth und dem Landkreis Bayreuth, erteilt. Seit Juli 2009 wurde diese Möglichkeit schrittweise von weiteren Zulassungsstellen ermöglicht.[9] Ab Januar 2015 wird die Umkennzeichnungspflicht bundesweit entfallen.[10].

Erkennungsnummer[Bearbeiten]

Die Erkennungsnummer besteht aus

  • einem oder zwei Buchstaben. Möglich sind alle deutschen Großbuchstaben außer den Umlauten „Ä“, „Ö“ und „Ü“. Teilweise sind nicht alle Kombinationen möglich (siehe auch den Abschnitt Verschiedenes). Bei Behördenkennzeichen entfällt dieser Bereich;
  • einer bis vier (abweichend bis zu sechs) Ziffern ohne führende Null. Bis zu sechs Ziffern werden vergeben, wenn es die einzigen Unterscheidungsmerkmale innerhalb eines Gebietes sind. Das kommt bei Behördenkennzeichen vor, da hier die Buchstaben fehlen.

Gemeinsam mit dem Unterscheidungszeichen darf das Kennzeichen nicht mehr als acht Stellen haben, d. h. bei Unterscheidungszeichen mit drei Buchstaben darf die Erkennungsnummer höchstens fünf Zeichen lang sein.

Ab dem 1. Juli 1956 wurden zunächst nur die folgenden 20 Buchstaben verwendet: „A“, „C“, „D“, „E“, „H“, „I“, „K“, „L“, „M“, „N“, „P“, „R“, „S“, „T“, „U“, „V“, „W“, „X“, „Y“ und „Z“. Mit Wirkung vom 7. November 1956 wurde anstelle des Buchstabens „I“ nur noch der Buchstabe „J“ verwendet. Mit Wirkung vom 12. August 1992 wurde zusätzlich die Zuteilung der drei Buchstaben „B“, „F“ und „G“ und seit dem 26. Mai 2000 auch die Zuteilung der Buchstaben „I“, „O“ und „Q“ zugelassen.

Gelegentlich kann man an der Anzahl der mittleren Buchstaben und der Ziffern den genaueren Zulassungsbezirk ermitteln. (siehe Liste aller deutschen Kfz-Kennzeichen mit einer Gebietseinteilung). Dieses System beruht darauf, dass die möglichen Erkennungsnummern in Gruppen eingeteilt sind:

  • Gruppe a (früher Ia): 1 Buchstabe, 1–3 Ziffern, also A 1 bis Z 999 → 26 × 999 = 25.974 Möglichkeiten
  • Gruppe b (früher Ib): 2 Buchstaben, 1–2 Ziffern, also AA 1 bis ZZ 99 → 26 × 26 × 99 = 66.924 Möglichkeiten
  • Gruppe c (früher II): 2 Buchstaben, 3 Ziffern, also AA 100 bis ZZ 999 → 26 × 26 × 900 = 608.400 Möglichkeiten
  • Gruppe d (früher IIIa): 1 Buchstabe, 4 Ziffern, also A 1000 bis Z 9999 → 26 × 9000 = 234.000 Möglichkeiten
  • Gruppe e (früher IIIb): 2 Buchstaben, 4 Ziffern, also AA 1000 bis ZZ 9999 → 26 × 26 × 9000 = 6.084.000 Möglichkeiten

Die angegebenen 7.019.298 Kombinationsmöglichkeiten sind theoretischer Natur. Einige Kombinationen sind als unerwünschte Erkennungsnummern gesperrt, sodass die Gesamtzahl der tatsächlich nutzbaren Möglichkeiten geringer ist als oben angegeben.

Diese Gruppen finden Verwendung beispielsweise bei der Zuweisung desselben Unterscheidungszeichens an eine kreisfreie Stadt und an den umliegenden Landkreis (Beispiele: „KS“, „FÜ“, „HN“, „MZ“, „PS“), bei denen sich die Zuordnung zu Stadt oder Land aus der Gruppe ergibt. Aber auch bei der Neuzuteilung von Unterscheidungszeichen sind sie relevant. In den alten Bundesländern ist meist einem von zwei Bezirken mit gleichem Kennzeichen zunächst nur Gruppe c zugeordnet worden. Um auch kürzere Kennzeichen zu ermöglichen, bekam dieser Bezirk üblicherweise alle diejenigen Kennzeichen der Gruppen a und b zugeordnet, die die ursprünglich nicht vergebenen Buchstaben „B“, „F“, „G“, „I“, „O“ und „Q“ enthalten.

Nicht alle Gruppen werden von allen Zulassungsbezirken benutzt. Viele, vor allem kleinere Bezirke, benutzen regulär nur die Gruppen a bis c und erlauben Kennzeichen der Gruppe d und eventuell e als Wunschkennzeichen. In Bezirken mit dreistelligem Unterscheidungszeichen ist die Gruppe e nicht möglich. Auch in Fällen, wo früher zwei Zulassungsstellen dasselbe Unterscheidungszeichen (mit der o. g. Differenzierung) vergaben und heute nur noch eine dies benutzt, werden die dadurch frei gewordenen Kennzeichen-Gruppen oft nicht verwendet. So werden beispielsweise bei „LD“ (Stadt Landau in der Pfalz) nur die Gruppen a, d und e sowie teilweise c genutzt.

Die Zeichenkombination der Erkennungsnummer sowie die Kombination aus Unterscheidungszeichen und Erkennungsnummer dürfen nicht gegen die guten Sitten verstoßen.[11]

Prüfplaketten[Bearbeiten]

Sechseckige Plakette als Nachweis der Abgasuntersuchung, hier gültig bis einschließlich Dezember 2007

Nach dem Unterscheidungszeichen befindet sich auf dem hinteren Kennzeichen eine runde Plakette, die den Termin der nächsten Hauptuntersuchung zeigt (umgangssprachlich „TÜV-Plakette“). In der Regel sind die Prüfplaketten Aufkleber, die beim Abziehen zerstört werden, was Verfälschungen (z. B. durch einfaches Verdrehen oder durch die Übertragung auf fremde Kennzeichenschilder) erschweren soll; einzelne Zulassungsstellen verwenden (wie auch für die Dienstsiegel) bis in die heutige Zeit Feststoffplaketten. Heutzutage sind die Plaketten – dies betrifft auch das Steuersiegel – in der Regel als Folienaufkleber ausgeführt. In manchen Zulassungsstellen werden auch noch die früher gebräuchlichen Feststoffplaketten verwendet, die in einen – auf dem Kennzeichen festgenieteten – Aluhalter geclipst werden. Allgemein kamen diese jedoch spätestens mit der Einführung der EU-Kennzeichen nicht mehr zum Einsatz, sind aber weiterhin gültig.

Abgasuntersuchung[Bearbeiten]

Von 1985 bis 2009 wurden sechseckige Plaketten für die Abgasuntersuchung (AU) – anfangs als Abgassonderuntersuchung (ASU) bezeichnet – ausgegeben. Die Prüfplakette für die Abgasuntersuchung wurde stets auf dem vorderen Kennzeichen angebracht. Sie folgte dem Farbschema der Prüfplaketten für die Hauptuntersuchung und wurde wie diese in einigen Zulassungsbezirken auch als harte Kunststoffplakette ausgegeben.

Da Dieselfahrzeuge bis Ende 1993 von der Abgasuntersuchung ausgenommen waren, erhielten sie bis dahin kein Prüfplaketten. Hierdurch gab das vordere Kennzeichen auch einen Hinweis auf die Kraftstoffart des jeweiligen Fahrzeugs.

Seit 1. Januar 2010 ist die Abgasuntersuchung ein Teil der Hauptuntersuchung. Damit entfiel von diesem Zeitpunkt an die Plakette auf dem vorderen Kennzeichen. Bisher angebrachte Plaketten wurden bei der nächsten Hauptuntersuchung entfernt und bei Neuzulassungen, Umschreibungen etc. keine AU-Plaketten mehr verklebt, so dass diese bis Ende 2012 vollständig aus dem deutschen Straßenbild verschwanden.

Hauptuntersuchung[Bearbeiten]

Runde Plakette als Nachweis der Hauptuntersuchung (HU), hier gültig bis einschließlich Dezember 2007

Prüfplaketten für die Hauptuntersuchung werden in Deutschland seit 1960 ausgegeben. Bevor man die Plaketten einführte, wurden die Fahrzeughalter bei Erreichen des Hauptuntersuchungstermins von den Zulassungsstellen angeschrieben. Um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, führte man Prüfplaketten ein.

Pkw müssen alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung vorgeführt werden, jedoch erstmalig drei Jahre nach der Erstzulassung, Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und Motorräder alle zwei Jahre, schwere Nutzfahrzeuge und solche zur Personenbeförderung (insbesondere Busse und Taxis) jährlich. Für Nutzfahrzeuge bestehen darüber hinaus weitere Prüfpflichten, etwa besondere Bremsuntersuchungen

Farbschema der Prüfplaketten[Bearbeiten]

Das Erscheinungsbild ist seit der Einführung 1960 annähernd gleich geblieben. 1974 wurde das Farbschema von vier auf sechs Farben erweitert und folgt seit der 1974er Plakette dem bis heute gültigen Rhythmus, der sich alle sechs Jahre wiederholt. Die Jahre 1977 (Gelb statt Orange) und 1979 (Orange statt Gelb), waren dabei allerdings Ausnahmen. Seit 1975 haben die Plaketten im Bereich des Monats Dezember zur besseren Ablesbarkeit schwarze Segmente.

Die unterschiedliche Farbgebung sorgt dafür, dass sich abgelaufene Plaketten meist aus einigen Metern Entfernung erkennen lassen, etwa durch dem Fahrzeug folgende Polizeistreifen. Anhand der schwarzen Segmente kann der Monat der fälligen Untersuchung wie auf einer Uhr abgelesen werden. Ist beispielsweise die HU im Monat August fällig, steht die „8“ oben und das schwarze Segment erscheint auf „8 Uhr“. Diese Regel gilt allerdings erst seit 1983. Bis 1982 waren die Ziffern auf der Prüfplakette in aufsteigender Folge im Uhrzeigersinn aufgedruckt, das heißt, bei den Plaketten der Jahre 1975 bis 1982 erschienen die schwarzen Balken noch in seitenverkehrter Position (zum Beispiel bei Fälligkeit im August auf „4 Uhr“), bei Fälligkeit im Juni und Dezember blieb die Position der schwarzen Balken demnach unverändert bei „6 Uhr“ bzw. bei „12 Uhr“.

Das für die HU-Plaketten verwendete Farbschema galt auch für die Prüfplaketten der Abgasuntersuchung.

Farben der Plaketten bis 1973[Bearbeiten]
1973: die letzte Prüfplakette in Weiß
Farbe Jahr
Weiß 1961 1965 1969 1973
Grün 1962 1966 1970
Gelb 1963 1967 1971
Blau 1964 1968 1972
Farben der Plaketten seit 1974[Bearbeiten]
Feststoffplaketten
Farbe Jahr
Braun
(RAL 8004)
1974 1980 1986 1992 1998 2004 2010 2016
Rosa
(RAL 3015)
1975 1981 1987 1993 1999 2005 2011 2017
Grün
(RAL 6018)
1976 1982 1988 1994 2000 2006 2012
Orange
(RAL 2000)
1979 1983 1989 1995 2001 2007 2013
Blau
(RAL 5015)
1978 1984 1990 1996 2002 2008 2014
Gelb
(RAL 1012)
1977 1985 1991 1997 2003 2009 2015
(Quelle: Anlage IX zu § 29 StVZO)[12]

Dienstsiegel[Bearbeiten]

Unterhalb des Bindestriches befand sich eine Plakette der Zulassungsbehörde mit dem Dienstsiegel des jeweiligen Stadt- bzw. Landkreises, in dem das Fahrzeug zugelassen wurde. Etwa gleichzeitig mit der Einführung der Euro-Kennzeichen trat an die Stelle der ursprünglichen Zulassungsplaketten mit dem Wappen der Zulassungsbehörde eine größere, mehrfarbige Plakette, die den Namen und das Wappen des Landes, in dem das Fahrzeug zugelassen ist, sowie den Namen der Zulassungsstelle enthält (siehe Weblinks). In einer Übergangsphase wurde auf viele Euro-Kennzeichen allerdings auch die alte Version der Zulassungsplakette geklebt und in den letzten Jahren der DIN-Schilder wurde auf viele DIN-Kennzeichen die neue Version der Zulassungsplakette geklebt.

Bei den alten DIN-Kennzeichen findet man zwischen den Prüf- und Zulassungsplaketten einen Bindestrich, der das Unterscheidungskennzeichen und die Erkennungsnummer voneinander trennt. Aufgrund der neuen, größeren Zulassungsplaketten, reichte der Platz nicht mehr aus, um den Bindestrich darzustellen, sodass dieser bei den Euro-Kennzeichen nicht mehr verwendet wird. Die ersten Euro-Kennzeichen in Berlin, Brandenburg und Sachsen trugen noch diesen Bindestrich.

Je nach Landkreis oder Stadt werden Siegel in unterschiedlicher Anfertigung verwendet: meist flache Klebeplaketten, in vielen Bezirken im süddeutschen Raum (Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz) sowie in einigen niedersächsischen Bezirken (Helmstedt, Hameln-Pyrmont, früher auch Hannover – nur Stadtgebiet –, Celle) werden harte Kunststoffplaketten (umgangssprachlich Töpfchensiegel) verwendet. In einigen Fällen verwenden oder verwendeten kreisfreie Städte und Landkreise mit den gleichen Unterscheidungszeichen (UL, FÜ, früher HD, LU) verschiedene Materialien. Manche Bezirke lassen dem Fahrzeughalter auch die Wahl. Inzwischen werden harte Plaketten und Dienstsiegel nur noch selten vergeben, weil die Plaketten und Dienstsiegel aus der Halterung fallen können.

Bei den aktuellen Landkreis-Siegeln im Durchmesser von 45 mm gibt es unter anderem vier verschiedene Versionen von Klebeplaketten der Marken SecuRasta und SicoTra.

Die ersten Exemplare nach der Einführung der Eurokennzeichen wurden nahezu alle von dem Münchner Unternehmen SecuRasta hergestellt. Knapp zehn Jahre später kam die Firma Trautwein aus Herne mit dem silbrigen reflektierenden Siegel SicoTra auf den Markt, das zusätzlich gegen das Licht gedreht nochmals das Stadt- bzw. Kreiswappen zuzüglich dem entsprechenden Namen oben links erscheinen lässt sowie den Namen SicoTra zum Vorschein bringt. SecuRasta ging daraufhin mit SecuRasta Light an den Start, das auf den ersten Blick ebenfalls die gleiche Silberoptik besitzt; seit ca. 2007 gibt es als Drittes auch SecuRasta Perfect.

Technische Beschaffenheit[Bearbeiten]

Die Ausführungen aller Kfz-Kennzeichen in Deutschland (Formate, Schrift, Farben und seit etwa Mitte der 1980er Jahre auch Reflexion) sind in der Fahrzeug-Zulassungsverordnung geregelt und werden durch die DIN 74069 vereinheitlicht. Die Herstellungsverfahren und die Konformität mit diesen Regeln werden durch die DIN-CERTCO überwacht.

Abmessungen[Bearbeiten]

Anlage 4 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung[13] gibt die folgenden Maße der Kennzeichenschilder vor:

a) einzeilige Kennzeichen: Größtmaß der Breite: 520 mm, Höhe: 110 mm
b) zweizeilige Kennzeichen: Größtmaß der Breite: 340 mm, bei zwei- und dreirädrigen Kraftfahrzeugen 280 mm, Höhe: 200 mm
c) Kraftradkennzeichen: Breite 180 mm bis 220 mm × Höhe 200 mm
d) verkleinerte zweizeilige Kennzeichen: Größtmaß der Breite: 255 mm, Höhe: 130 mm.

Geschwindigkeitsschild 40 km/h nach StVZO § 58

Die Kraftradkennzeichen wurden mit der Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung vom 4. April 2011 neu eingeführt, vorher waren für Motorräder die breiteren zweizeiligen Kennzeichen zu verwenden.[14] Verkleinerte zweizeilige Kennzeichen sind nur für Leichtkrafträder sowie für Zugmaschinen mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 40 km/h und Anhänger mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 40 km/h, wenn diese mit einem Geschwindigkeitsschild für die betreffende Geschwindigkeit gekennzeichnet sind, zuzuteilen.[15]

Schrift[Bearbeiten]

Als Schriftart ist in der Fahrzeug-Zulassungsverordnung die fälschungserschwerende FE-Schrift der Bundesanstalt für Straßenwesen vorgegeben, die in den Varianten Mittelschrift und Engschrift jeweils eine Schrifthöhe von 75 mm sowie bei der verkleinerten Mittelschrift eine Schrifthöhe von 49 mm (nur für verkleinerte zweizeilige Kennzeichen und Kraftradkennzeichen) verwendet. Die FE-Schrift ist eine nichtproportionale Schriftart, d. h. alle Zeichen sind gleich breit. Für normal große Nummernschilder kann in der Regel bei bis zu sieben Zeichen die Mittelschrift verwendet werden. Erst bei acht Zeichen wird für alle Zeichen die Engschrift benutzt.

Für Kennzeichen der Bundeswehr sowie für Versicherungskennzeichen ist eine abweichende Schriftart vorgegeben.[15]

Für die bis 2000 ausgegebenen DIN-Kennzeichen mit Mittelschrift nach DIN 1451 galt: Reichte der Platz für die maximal acht Zeichen nicht aus, so konnte die Prägestelle schlankere Zeichen (Engschrift) verwenden. Es wurde meist eine gemischte Schreibweise benutzt, d. h. der Zulassungsbezirk in normaler Breite, die Erkennungsnummer in Engschrift und die Ziffernfolge wieder in normaler Breite.

Anbringung am Fahrzeug[Bearbeiten]

Vorschriftsgemäß angebrachtes Kennzeichenschild sowie (unzulässigerweise) in alter DIN-Schrift ausgeführtes Wiederholungskennzeichenschild am Fahrrad-Hecktragesystem

Die Unterscheidungszeichen und Erkennungsnummern sind mit schwarzer Beschriftung auf weißem schwarz gerandetem Grund auf ein Kennzeichenschild aufzubringen (jedoch Kennzeichen für Probe-, Überführungs- und Werkstattfahrten: rot; steuerbefreite Fahrzeuge: grün), welche in Leserichtung waagerecht und gut erkennbar sauber und nicht umgedreht an der Fahrzeugaußenseite angebracht sein müssen. Es sind Mindest- und Höchstgrenzen hinsichtlich der Anbringungshöhe zu beachten; auch dürfen Kennzeichenschilder nur einen gewissen Neigungswinkel (max. 30°) aufweisen. Sie dürfen nicht überdeckt (transparenter Plastikschutz) oder verdeckt (Anhängerkupplung, Reserverad) sein. Sie müssen fest mit dem Fahrzeug verbunden sein, außer die Kennzeichen für Probe-, Überführungs- und Werkstattfahrten. Rechtlich stellt das amtliche Kennzeichen eine zusammengesetzte Urkunde dar. Manipulationen sind u. a. als Urkundenfälschung und Kennzeichenmissbrauch strafbar.

Bei Anhängern, die kein eigenes Kennzeichen führen müssen (z. B. Anhänger landwirtschaftlicher Fahrzeuge), muss der Anhänger mit einem Kennzeichen versehen sein, das der Halter des Zugfahrzeugs für eines seiner Zugfahrzeuge verwenden darf. Wird das hintere Kennzeichen des Kfz durch einen Ladungsträger oder mitgeführte Ladung teilweise oder vollständig verdeckt (z. B. Fahrradträger auf der Anhängerkupplung), so muss am Fahrzeug oder am Ladungsträger das Kennzeichen wiederholt werden. Eine Abstempelung ist in beiden Fällen nicht erforderlich (§ 10 Abs. 8 und 9 FZV).

Kennzeichenmaterialien[Bearbeiten]

Kennzeichenschilder müssen gemäß § 10 Abs. 2 Satz 2 FZV reflektierend sein und dem Normblatt DIN 74069, Ausgabe Juli 1996, entsprechen sowie auf der Vorderseite das DIN-Prüf- und Überwachungszeichen mit der zugehörigen Registernummer tragen. Die Mehrheit der deutschen Kfz-Kennzeichenrohlinge wird nach diesen Richtlinien aus Aluminium gefertigt. Zur Herstellung wird heute üblicherweise das Heißprägeverfahren angewendet. Dieses Verfahren wurde 1990 entwickelt und löste die bisherige Verwendung von lösungsmittelhaltigen Lacken ab.

Kfz-Kennzeichen aus Kunststoff aus Landau in der Pfalz
Sogenanntes „3D-Kennzeichen“ aus Kunststoff aus dem Landkreis Passau

Eine technische Innovation sind selbstleuchtende Kennzeichenschilder aus Kunststoff, die seit November 2006 in Deutschland für den allgemeinen Straßenverkehr zugelassen sind. Diese ähneln den gewöhnlichen Metallschildern, werden ebenfalls erhaben geprägt und besitzen eine Reflexionsschicht. Die Besonderheit ist, dass diese lichtdurchlässig sind und von hinten durch LED-Elemente weiß beleuchtet werden. So ergibt sich eine gleichmäßige und gut lesbare Ausleuchtung, die zusätzliche Sicherheit geben soll.

Ende 2006 wurden auch Kennzeichen aus Acryl-Kunststoff als Alternative zu den Metallschildern angeboten. Diese ähneln dem Aussehen nach britischen Kennzeichen. Diese Kennzeichen sind nicht mehr erhältlich. Die Firma existiert nicht mehr.

Seit November 2013 sind unter dem Markennamen „3D-Kennzeichen“ zulassungsfähige Kennzeichen aus Kunststoff auf dem deutschen Markt, bei denen Kunststofflettern mit einem Steck-Prägeverfahren auf einer Polypropylen-Grundplatte befestigt werden. Als Vorteile seiner Entwicklung gegenüber Aluminiumschildern gibt der Hersteller die Flexibilität und Schlagzähigkeit der Materialien, ein geringeres Gewicht, eine günstigere CO₂-Bilanz sowie weniger Verletzungsgefahr an. Da die Lettern im Material durchgefärbt sind, seien diese Schilder außerdem unempfindlich gegen Abrieb bei der Reinigung.[16]

Sonderkennzeichen[Bearbeiten]

Behördenkennzeichen[Bearbeiten]

Behördenkennzeichen für kommunale Verwaltungsebene (hier: Feuerwehr Erlangen)
Behördenkennzeichen des Katastrophenschutzes

Bis zum 28. Februar 2007 zugelassene Behördenfahrzeuge tragen das Kürzel des jeweiligen Zulassungsbezirks, in dem die Behörde ihren Dienststellensitz hat, gefolgt von einer Ziffernfolge. Die Ziffernfolgen geben in der Regel Aufschluss über die Behörde, für die das Kennzeichen zugeteilt wurde:

  • oberhalb der kommunalen Verwaltungsebene: 1–89, 1XX, 1XXX, 1XXXX
  • Gerichte: 9X, 9XXXX
  • kommunale Verwaltungsebene: 2XX, 2XXX, 2XXXX, 3XX, 6XX, 6XXX, 6XXXX
  • Polizei: 3XXX, 3XXXX, 7XXX, 7XXXX
  • Katastrophenschutz: 8XXX, 8XXXX
  • konsularische Vertretungen: 9XX, 9XXX
  • sonstige Behörden und Einrichtungen (teilweise Nummernreserven): 5XX, 5XXX, 5XXXX, 6XX, 7XX, 8XX, 9XXXX

Seit dem 1. März 2007 werden diese Behördenkennzeichen aufgrund der neuen Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) – bis auf die von den konsularischen Vertretungen verwendeten Nummernkreise – nicht mehr zugeteilt.[17] Viele Kreise und Städte eröffnen nun neue Vergabegruppen bzw. sperren ganze Buchstabenfolgen für den Behördenfuhrpark. Einige Städte behalten sich weiterhin Kombinationen für spezielle Fahrzeuge vor, wie z. B. „TX“ für Taxis oder „S“ bzw. „SW“ für städtische Fahrzeuge (Stadtwerke). Beispielsweise erhalten die Busse der Berliner Verkehrsbetriebe immer die Kombination „B V XXXX“. In Baden-Württemberg tragen die Fahrzeuge der Katastrophenschutzeinheiten meist das Kürzel BS oder KS (Stadt Freiburg z. B.) für Bevölkerungs- bzw. Katastrophenschutz vor der Ziffernfolge 8XXX.

Unterscheidungszeichen der Länder[Bearbeiten]

BBL-Kennzeichen für Brandenburg

Kraftfahrzeuge von Landesregierungen und -behörden haben nach Anhang 3, Ziffer 3 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung eigene Unterscheidungszeichen. Zulassungsbehörde ist diejenige der jeweiligen Landeshauptstadt.

Kürzel Land Zulassungsbehörde
B Berlin Berlin
BBL Brandenburg Potsdam, Stadt
BWL Baden-Württemberg Stuttgart, Stadt
BYL Bayern München, Stadt
HB Bremen Bremen, Stadt
HEL Hessen Wiesbaden, Stadt
HH Hamburg Hamburg
LSA Sachsen-Anhalt Magdeburg, Stadt
LSN Sachsen Dresden, Stadt
MVL Mecklenburg-Vorpommern Schwerin, Stadt
NL Niedersachsen Hannover, Stadt
NRW Nordrhein-Westfalen Düsseldorf, Stadt
RPL Rheinland-Pfalz Mainz, Stadt
SAL Saarland Saarbrücken, Stadt und Stadtverband
SH Schleswig-Holstein Kiel, Stadt
THL Thüringen Erfurt, Stadt

So haben beispielsweise Fahrzeuge des Landes Thüringen Kennzeichen der Form „THL 4-9999“.

Für Bundeslandkennzeichen gibt es eine Empfehlung für die Benutzung der Ziffer vor dem Trennstrich:

100Landtag
300Ministerpräsident, Staatskanzlei
400Innenministerium
500Justizministerium
600Finanzministerium
700Verkehrsministerium

Die Ziffern 2, 8 und 9 sind nicht belegt.

Nordrhein-Westfalen[Bearbeiten]

Streifenwagen der Polizei Nordrhein-Westfalen mit Landesunterscheidungszeichen

Für Nordrhein-Westfalen gibt es folgende Regelung: Die dem Unterscheidungszeichen nachfolgende Ziffer ist wie folgt zugeordnet:

1 00000Landesregierung
3 00000Staatskanzlei
4, 5, 60 Innenministerium (mit Polizei)
7, 8 000Innenministerium (mit Katastrophenschutz)

Der Mobilitätsbedarf bei den Ministerien wird grundsätzlich über die Fahrbereitschaft der Staatskanzlei („NRW 3-XXXX“) gedeckt. Auf die regionalen Zulassungen hat man verzichtet, weil die geleasten Fahrzeuge in Stadtgebieten weniger Kilometerleistung erreichen als in ländlichen Gebieten. Um extreme Abweichungen bei den Kilometerständen der Fahrzeuge zu verhindern, können die Fahrzeuge mit NRW-Nummer laufend ausgetauscht werden.

Kennzeichen der Polizei[Bearbeiten]

Siehe auch: Streifenwagen

Die Vergabe der Polizeikennzeichen ist nach dem Wegfall der Behördenkennzeichen in den Bundesländern derzeit unterschiedlich geregelt.

Landesunterscheidungszeichen[Bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen (Landesunterscheidungszeichen) auf einem Dienstfahrzeug des Landes Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und dem Saarland werden für Polizeifahrzeuge derzeit die Unterscheidungszeichen der jeweiligen Landesverwaltung nach den Mustern „NRW 4-XXXX“ und „NRW 5-XXXX“ sowie „NRW 5-XXX“ und „NRW 6-XXX“ (Motorräder), „BBL 4-XXXX“, „RPL 4-XXXX“, „SAL 4-XXXX“ und „BWL 4-XXXX“ vergeben, wobei die führende 4 (in Nordrhein-Westfalen auch 5 und 6) dem Innenministerium zugeordnet ist. In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt bevorzugt man Zulassungen nach den Mustern „SH 3XXXX“, „MVL 3XXXX“ und „LSA 4XXXX“.

In Baden-Württemberg war ursprünglich geplant, die Polizeifahrzeuge weiterhin am Sitz des Regierungspräsidiums, dem sie zugeordnet sind (Freiburg im Breisgau = „FR“, Karlsruhe = „KA“, Stuttgart = „S“ und Tübingen = „TÜ“), bzw. bei Fahrzeugen der Bereitschaftspolizei, am Sitz des Bereitschaftspolizeipräsidiums (Göppingen = „GP“), zuzulassen. Den Unterscheidungskennzeichen sollte eine bis zu zweistellige Buchstaben- und vierstellige Ziffernkombination folgen; Fahrzeuge des Polizeipräsidiums Stuttgart sollten die Kennzeichen „S PP XXXX“ bekommen. Es wurden bereits einige Fahrzeuge mit diesem Schema zugelassen. Seit August 2008 bekommen die Fahrzeuge Kennzeichen nach dem Schema „BWL 4-XXXX“, wobei die erste Ziffer auch hier für das Innenministerium als oberste Dienstbehörde steht.[18]

Zivile Kennzeichen[Bearbeiten]

In einigen Bundesländern wurden die Systeme den normalen Kennzeichen angepasst:

Bayern[Bearbeiten]

Die bayrischen Polizeifahrzeuge der Polizeipräsidien Oberbayern-Nord mit Sitz in Ingolstadt, Mittelfranken in Nürnberg, Unterfranken in Würzburg, Schwaben Süd/West in Kempten und Oberpfalz in Regensburg nutzen die Kennung „IN PP 9XXX“, „N PP XXX“, „WÜ PP XXXX“, „KE PP XXX“, „R PP XXX“ und „R PR XXX“. Diejenigen in Augsburg die Kennung „A PS XXX“, wobei „PS“ für das Polizeipräsidium Schwaben Nord steht. Dem Polizeipräsidium Oberfranken in Bayreuth reicht ein Buchstabe „BT P 8XXX“, genauso wie dem Polizeipräsidium Niederbayern in Straubing „SR P 1XXX“ und dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim „RO P XXX“. Von Seiten des Polizeipräsidiums München wird ein Teil des Nummernkreises aus dem Bereich „M PM XXXX“, welcher der Zulassungsstelle der Landeshauptstadt München zugeordnet ist, verwendet. Eine Umrüstung wird nur bei neu zugelassenen Fahrzeugen durchgeführt, da die Umstellung kostenneutral erfolgen soll. Die Bereitschaftspolizei mit Sitz in Bamberg verwendet „BA P XXXX“ als Kennzeichen.

Berlin, Hamburg und Bremen[Bearbeiten]

In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen werden die numerischen Kennzeichen nach dem bisherigen Muster beibehalten.

Hessen[Bearbeiten]

In Hessen tragen neu zugelassene Polizeifahrzeuge Kennzeichen mit der Kombination „WI HP XXXX“ (immer mit vier Ziffern, bei Motorrädern auch mit drei Ziffern). Dabei ersetzen die Zeichen „HP“ die bisherige Ziffer 3. Die nächstfolgende Ziffer weist auf das Polizeipräsidium (PP) oder die zentralen Polizeibehörden hin: 1 = PP Südhessen (Darmstadt), 2 = PP Osthessen (Fulda), 3 = PP Südosthessen (Offenbach am Main), 4 = PP Nordhessen (Kassel), 5 = PP Frankfurt am Main, 7 = PP Westhessen (Wiesbaden), 8 = PP Mittelhessen (Gießen) sowie 9 = zentrale Polizeibehörden (Wiesbaden).

Niedersachsen[Bearbeiten]

In Niedersachsen tragen die Polizeifahrzeuge die Kennzeichen der örtlichen Inspektion bzw. Direktion, z. B. „CE PI 950“ oder „GÖ PD 599“ („PI“ für Polizeiinspektion, „PD“ für Polizeidirektion). Fahrzeuge der Zentralen Polizeidirektion Hannover, der auch die Bereitschaftspolizei mit weiteren Abteilungen in Braunschweig und Oldenburg angehört, tragen die Kürzel „H ZD XXXX“ („ZD“ für Zentrale Polizeidirektion) oder „PA“ für die Polizeiakademien.

Sachsen[Bearbeiten]
Kennzeichen der sächsischen Polizei

In Sachsen erhalten seit dem 1. März 2007 grundsätzlich alle Polizeifahrzeuge, auch zivile (mit Ausnahme von Tarnkennzeichen), die Kennung „DD Q XXXX“ (nur mit vier Ziffern). Die Bereitschaftspolizei erhält Kennzeichen der Zifferngruppe „DD Q 7XXX“. Alle anderen Dienststellen haben derzeit landesweit die Kennung „DD Q 3XXX“.

Thüringen[Bearbeiten]

In Thüringen nutzte man für die Polizeifahrzeuge von 2007 bis 2010 die Kennung „EF TP XXXX“ (immer mit vier Ziffern). Dabei ersetzten die Zeichen „TP“ die bisherige Ziffer 3. Die nächstfolgende Ziffer wies auf die Polizeidirektion (PD) oder die Bereitschaftspolizei in Thüringen hin: 1 = PD Erfurt, 2 = PD Gera, 3 = PD Gotha, 4 = PD Jena, 5 = PD Nordhausen, 6 = PD Saalfeld, 7 = PD Suhl sowie 9 = Bereitschaftspolizei. Seit 2011 werden in Thüringen die Polizeikennzeichen „EF LP XXXX“ zentral vergeben. Die Zuordnung zu einer bestimmten Polizeidirektion ist nicht mehr erkennbar.[19]

Unterscheidungszeichen der Fahrzeuge des Bundes[Bearbeiten]

Dienstwagen des Bundespräsidenten vor dem historischen Rathaus der Stadt Köln
Kfz-Kennzeichen des Bundespräsidenten
Kfz-Kennzeichen des Bundeskanzlers

Das Kennzeichen des Dienstwagens des Bundespräsidenten ist „0 – 1“, des Bundeskanzlers „0 – 2“, des Außenministers „0 – 3“, des Ersten Staatssekretärs im Auswärtigen Amt „0 – 4“. Der Bundestagspräsident führt das Kennzeichen „1 – 1“.

Die Kennzeichen aller anderen Dienstwagen des Bundestags, des Bundesrats, der Bundesregierung, des Bundespräsidialamts und des Bundesverfassungsgerichts beginnen mit „BD“. Sie werden wie folgt zugeteilt:

BD 1–0Deutscher Bundestag
BD 3–0Bundesrat
BD 4–0Bundesverfassungsgericht
BD 5–0Bundespräsidialamt, speziell: „BD 5–1“ Bundespräsident, auch „0 – 1“
BD 6–0Bundeskanzleramt, speziell: „BD 6–1“ Bundeskanzler, auch „0 – 2“
BD 6–0Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
BD 7–0Auswärtiges Amt, speziell: „BD 7–1“ Bundesminister des Auswärtigen, auch „0 – 3“
BD 9–0Bundesministerium des Innern
BD 10–Bundesministerium der Justiz
BD 11–Bundesministerium der Finanzen
BD 12–Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
BD 13–Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
BD 14–Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
BD 15–Bundesministerium für Arbeit und Soziales
BD 16–Bundesfinanzverwaltung (Zoll)
BD 18–Bundesministerium der Verteidigung
BD 19–Bundesministerium für Bildung und Forschung
BD 20–Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
BD 21–Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
BD 22–Bundesministerium für Gesundheit
BD 26–Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Die nicht vergebenen Kennzeichenkombinationen „BD 2–…“, „BD 8–…“ usw. dienen als Reserve.

Kennzeichen der Zollbehörden[Bearbeiten]

Die Bundeszollverwaltung stellte im Jahr 2007 mit Auslieferung neuer Fahrzeuge vom Behördenkennzeichen (z. B. „HB 123“) auf zivile Kennzeichen um (z. B. „OS Z 9XXX“). Seit dem 1. April 2009 werden von der Bundesfinanzverwaltung (Zoll) wieder Kennzeichen mit dem Unterscheidungszeichen BD, zuzüglich der Unterscheidungsnummer 16 und einer fortlaufenden Vergabenummer ausgegeben (z. B. „BD 16–315“). Dafür ist bundesweit nun die Kfz-Zulassungsstelle der Bundesfinanzdirektion Südwest – Referat RF 5 – zuständig.[20] Diese ist beim Beschaffungsamt der Bundesfinanzverwaltung in Offenbach am Main angesiedelt. Auf der Zulassungsplakette steht „Bundesrepublik Deutschland • KfzSt der Bundesfinanzverwaltung“, wobei „KfzSt“ für „Kraftfahrzeugstelle“ steht.

Unterscheidungszeichen von Bundesbehörden[Bearbeiten]

Bundesbahn und Bundespost[Bearbeiten]

Die Deutsche Bundesbahn (DB) und Deutsche Bundespost (BP) hatten bis zu ihrer Privatisierung in den 1990er Jahren eigene Unterscheidungszeichen. Bei der Bahn codierten die ersten beiden – nach „DB“ folgenden – Ziffern den Fahrzeugtyp. Bei den Kraftfahrzeugkennzeichen der Deutschen Bundespost wurde zusätzlich nach Postdienst („BP 10“ bis „BP 59“) sowie Fernmeldedienst („BP 60“ bis „BP 99“) unterschieden.

Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes[Bearbeiten]

Kennzeichen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Außenstelle Süd in Würzburg

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes führt das Unterscheidungszeichen BW. Die Zulassungsplakette entspricht der des jeweiligen Kreises, in dem das Fahrzeug zuerst angemeldet wurde; die erste Ziffer steht für eine Direktion.

Bundespolizei[Bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen der Bundespolizei
BP-34-Kennzeichen

Dienstwagen der Bundespolizei führen seit 30. April 2006 die Kennung BP. Ein Teil des Fuhrparks ist noch mit dem früheren Unterscheidungszeichen BG für die ehemalige Bezeichnung „Bundesgrenzschutz“ zugelassen, das seit der Umbenennung ausläuft.

Die Kfz-Kennzeichen der Bundespolizei und des früheren BGS werden den ersten beiden Ziffern abhängig vom Fahrzeugtyp vergeben:

  • Kräder: BP 10 bis BP 12
  • Pkw: BP 15 bis BP 19
  • geländefähige Pkw: BP 20 bis BP 24
  • Pkw (Kleinbusse): BP 25 bis BP 29
  • mittlere geländefähige Pkw/Lkw: BP 30 bis BP 39
  • Lkw und Omnibusse: BP 40 bis BP 49
  • Sondergeschützte Kfz (Panzerwagen etc.): BP 50 bis BP 54
  • Anhänger: BP 55

Die Kennung BP wurde bis Ende 1994 an die Deutsche Bundespost ausgegeben, heute Bundespolizei.

Bundeswehr[Bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen der Bundeswehr

Der Bundeswehr ist der Buchstabe „Y“ für ihre Kfz-Kennzeichen zugeordnet. „Y“ wurde gewählt, da bei Gründung der Bundeswehr im Jahre 1955 alle in Frage kommenden Kombinationen wie „BW“ bereits vergeben waren und für die voraussichtlich große Anzahl von Militärfahrzeugen das Unterscheidungszeichen (der Zulassungsbezirk) nur aus einem Buchstaben bestehen durfte, zumal das Kennzeichen auch noch die deutsche Flagge enthält. Durch den Umstand, dass keine größere Stadt in Deutschland einen mit „Y“ beginnenden Namen besitzt, wurde dieser Buchstabe von Brigadegeneral Kurt Vogel für die Streitkräfte aus den beiden verbliebenen Unterscheidungsmerkmalen „X“ und „Y“ ausgewählt.

Weiterhin befinden sich die deutsche Flagge, eine bis zu sechsstellige Nummer und der Stempel der Zentralen Militärkraftfahrtstelle auf dem Kennzeichen, das aus militärischem (taktischem) Grund nicht reflektierend ist. Bei den ranghöchsten Bediensteten der Streitkräfte sind auch dreistellige Kennzeichen möglich, dies gilt ebenso für Kennzeichen an handelsüblichen Fahrzeugen der Bundeswehr in den Vereinigten Staaten. Die Nummern werden willkürlich vergeben, das heißt, sie sind an keine Systematik wie Fahrzeugtyp oder Truppenteil gebunden. Dadurch bleiben aus taktischen Gründen der Standort und der Truppenteil des Fahrzeugs unerkannt.

Des Weiteren nutzt die Bundeswehr bei Fahrzeugen des „BwFuhrparkService“ ein normales Kennzeichen, das mit „SU“ für den Rhein-Sieg-Kreis (Siegburg) beginnt, danach die Buchstaben „BW“ und anschließend eine beliebige Zahl trägt, z. B. „SU BW 123“. Somit sind solche Fahrzeuge, die der Bundeswehr angehören, nicht mehr als solche zu erkennen, es sei denn, man kennt die Buchstaben-Kombination des Kennzeichens (falls das Fahrzeug nicht die Aufschrift des BW-Fuhrparkservices trägt).

Weiterhin gibt es einige Kennzeichen für Erprobungsfahrten, die in roter Farbe mit rotem Rand gedruckt werden. Die Ziffernfolge beginnt mit „06“. Geleaste oder geliehene Fahrzeuge nutzen ebenfalls diese Kennzeichen, jedoch beginnt hier die Ziffernfolge mit „01“. Die Zulassung aller Fahrzeuge der Bundeswehr (mit Ausnahme der Fahrzeuge des Fuhrpark-Services) erfolgt durch die Zentrale Militärkraftfahrtstelle (ZMK) in Mönchengladbach-Rheindahlen. Die Fahrzeuge der Bundeswehr unterliegen einer internen Überwachung in Anlehnung an die straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften, z. B. der Hauptuntersuchung und der Sicherheitsprüfung, und werden in einer technischen Durchsicht gemäß speziellen technischen Dienstvorschriften (TDv) durch eigenes Personal geprüft. Fahrzeuge zivilen Typs, die bei der Bundeswehr als „handelsüblich“ (HÜ) bezeichnet werden (z. B. VW Golf oder Opel Astra), können zur Hauptuntersuchung wie jedes zivile Fahrzeug bei einer amtlich anerkannten Prüforganisation (z. B. TÜV, DEKRA) vorgeführt werden.

Die Kfz-Kennzeichen der Bundeswehr werden unverändert in DIN-Schrift und nicht in der neuen FE-Schrift ausgegeben.

Bundesanstalt Technisches Hilfswerk[Bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen des THW

Das Technische Hilfswerk besitzt ein Unterscheidungszeichen mit den Buchstaben „THW“. Vor der Einführung des neuen Euro-Kennzeichens gliederten sich die Fahrzeuge des THW in die Gruppe der Behördenkennzeichen des Katastrophenschutzes ein. Beibehalten wurde grundsätzlich die Ziffernstruktur der Behördenkennzeichen (8000–8999; 80000–89999, der für den Katastrophenschutz verwendete Nummernkreis). Der Kennzeichenbereich wurde mittlerweile um Blöcke mit führender „9“ erweitert. Die Kennzeichen werden von der Kfz-Zulassungsstelle beim Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern in Bonn vergeben. Zusätzlich existieren auch beim THW rote Wechselkennzeichen, deren Ziffernfolge beginnt dann mit „06“.

Saisonkennzeichen[Bearbeiten]

Saisonkennzeichen, Gültigkeitsdauer vom 1. März bis 31. Oktober des Jahres

„Saisonkennzeichen“ haben hinter der Erkennungsnummer übereinander den ersten und den letzten Monat des Gültigkeitszeitraums angegeben, getrennt durch einen waagerechten Strich. Der Zulassungszeitraum ist zwischen zwei und elf Monaten innerhalb eines beliebigen Zwölf-Monatszeitraums frei wählbar, allerdings müssen der Anfang und das Ende des Zeitraums mit vollen Kalendermonaten zusammenfallen. Der große Vorteil dieser 1995 eingeführten Kennzeichen ist, dass An- und Abmeldung nunmehr automatisch geschehen und Gebühren vermieden werden, die zuvor für das regelmäßige An- und Abmelden nötig waren. Man findet diese Kennzeichen vornehmlich an Fahrzeugen, die nicht das ganze Jahr genutzt werden, beispielsweise an Motorrädern, Cabriolets und Wohnmobilen, aber auch auf Fahrzeugen des Winterdienstes.

Beim Wechsel von ganzjähriger Zulassung zu einer saisonalen Zulassung muss trotz bestehendem ganzjährigem Versicherungsschutz dem Straßenverkehrsamt eine Versicherungsbestätigungsnummer für den zukünftig angestrebten Zeitraum genannt werden. Ohne diese ist der Wechsel nicht möglich. Die Versicherungsbestätigungsnummern sind an die Stelle der früher erforderlichen Deckungskarten getreten. Wichtig ist, dass das Fahrzeug auf öffentlichen Straßen nur während des angegebenen Betriebszeitraums in Betrieb genommen oder abgestellt werden darf.

Saisonkennzeichen können maximal sieben Zeichen enthalten, da an der achten Stelle der Gültigkeitszeitraum angegeben wird.

Wechselkennzeichen[Bearbeiten]

Wechselkennzeichen in Deutschland
Hauptartikel: Wechselkennzeichen

Seit dem 1. Juli 2012 besteht die Möglichkeit, zwei Fahrzeuge mit nur einem Kennzeichen zuzulassen.[21] Voraussetzung ist, dass die Fahrzeuge in die gleiche Fahrzeugklasse fallen und die Fahrzeughalter die Kennzeichenschilder mit gleichen Abmessungen an den jeweiligen Fahrzeugen verwenden können. Das Wechselkennzeichen darf allerdings nicht gleichzeitig an beiden Fahrzeugen geführt werden. Die Bundesregierung geht von Zulassungskosten von rund 65 Euro aus, wenn ein Halter für zwei Fahrzeuge aus dem vorhandenen Bestand Wechselkennzeichen beantragen wird.[22] Ob das neue Wechselkennzeichen aber tatsächlich die gewünschte Resonanz in der Bevölkerung bringen wird, ist bislang umstritten, da die Bundesregierung den Besitzern mehrerer Fahrzeuge bei der Benutzung von Wechselkennzeichen keine Steuerersparnis gewähren will und die Versicherungswirtschaft voraussichtlich keine nennenswerten Vergünstigungen einräumen wird.[23]

Kennzeichen historischer Fahrzeuge[Bearbeiten]

Das „Oldtimerkennzeichen“ (auch H-Kennzeichen genannt), bei dem der eigentlichen Zulassungsnummer ein „H“ nachgestellt wird, ist eine deutsche Kennzeichnung eines historischen Kraftfahrzeugs nach § 9 FZV, die nach einer Prüfung auf zeitgenössisch originalen Zustand erteilt wird. Eine weitere Voraussetzung ist, dass das Fahrzeug nachweislich mindestens 30 Jahre alt ist („Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen sind.“ § 2 Nr. 22 FZV).

Das Kennzeichen folgt dem gleichen Schema wie reguläre Nummernschilder für Zivil-, Behörden- oder Diplomatenkennzeichen. Der einzige Unterschied ist ein „H“ als abschließendes Zeichen. Eine Einschränkung besteht darin, dass bei einzeiligen Kennzeichen die Gesamtzahl aller Zeichen ohne dieses „H“ nicht mehr als sieben betragen darf. Beispiel: „AB DE 123H“. Mit dem „H-Kennzeichen“ können – je nach Hubraum des Fahrzeugs – Steuer- und oftmals auch Versicherungsvorteile verbunden sein. Zudem sind mit Oldtimerkennzeichen zugelassene Fahrzeuge von den mit einer fehlenden Feinstaubplakette einhergehenden Einschränkungen ausgenommen.[24]

Kennzeichen für historische Fahrzeuge

Das H-Kennzeichen wird seit dem 1. Juli 1997 erteilt.[25] Die Kriterien zur Vergabe eines H-Kennzeichens werden uneinheitlich angewandt: Oftmals werden Abweichungen vom Originalzustand geduldet, insoweit sie bereits als zeitgenössische Umbauten vor 30 Jahren oder früher anzutreffen waren.

Seit Anfang 2010 werden in Bremen H-Kennzeichen in der bis zum 31. Oktober 2000 verwendeten Schriftnorm (DIN 1451) und ohne Euro-Balken gegen eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr von 100 Euro ausgegeben. Zwischen Juli 2010 und Februar 2012 erlaubte das hessische Verkehrsministerium seinen Zulassungsstellen, ebenfalls auf Antrag Schilder mit der vor November 2000 vorgeschriebenen Schrift auszugeben und sich bei den Gebührensätzen am Bremer Modell zu orientieren.[26] Damit wird es den Haltern ermöglicht, ihr Fahrzeug nicht mit – von vielen Oldtimerfreunden als unpassend oder störend empfundenen – Euro-Kennzeichen kennzeichnen zu müssen.[27][28]

H-Kennzeichen werden nicht erteilt, wenn erkennbar deutlich jüngere Komponenten eingebaut wurden: Manchmal ist schon ein stärkerer Motor ähnlichen Typs, der erst später erhältlich war, ein Negativkriterium. Anfangs wurden sogar Katalysator-Nachrüstungen als „zeituntypisches Zubehör“ gewertet und als Ablehnungsgrund genannt; die einschlägige Rechtsprechung ist hier mittlerweile eindeutig umweltfreundlich. Auch „schlecht gepflegten“ Fahrzeugen wird oftmals der „H“-Status verweigert. Als allgemeine Orientierung können hier die Zustandsnoten nach DEUVET gelten. Diese klassifizieren den Zustand eines Fahrzeugs mit „Schulnoten“ (z. B. „1“ = sehr gut). Der TÜV Süd veröffentlichte ein (undatiertes) 14-seitiges PDF zu diesem Thema.

Ein Fahrzeug, das für ein H-Kennzeichen angemeldet wird, sollte demnach in einem Zustand sein, der nicht schlechter als „3“ (gebrauchter Zustand, kleine Mängel, aber vollständig fahrbereit, keine Durchrostungen) ist.[29]

Zum 1. November 2011 wurden die Kriterien verändert: Bis dahin musste der Zustand der Fahrzeuge mindestens 'Note 3' sein, um ein H-Kennzeichen erhalten zu können. Die Note 3 erhalten Fahrzeuge mit leichten Mängeln und Alltagsspuren, solange sie gebrauchsfertig und rostfrei sind. Seitdem haben die Prüforganisationen einen größeren Ermessensspielraum: Gemäß § 2 Nr. 22 FZV wird ein „guter Pflege- und Erhaltungszustand“ als Abgrenzung zu „normalen alten“ Fahrzeugen (Richtlinie für die Begutachtung von Oldtimern nach § 23 StVZO vom 6. April 2011) gefordert. Die kurz nach Bekanntwerden der Reform verbreitete Auffassung, mit dieser Formulierung sei eine Verschärfung der Kriterien verbunden,[30] übersieht, dass ein „guter“ Erhaltungszustand nicht mit der Zustandsnote 2 gleichzusetzen ist. Die Beurteilung des erhaltungswürdigen Zustands ist nunmehr unabhängig von den Definitionen des Zustandsnotensystems vorzunehmen.

Siehe auch: Statistiken zum H-Kennzeichen

Historische Fahrzeuge können auch mit einem roten Kennzeichen (siehe unten) mit der Kennziffer „07“ betrieben werden.

Rote Kennzeichen[Bearbeiten]

Rotes FE-Kennzeichen in aktueller Form des ehemaligen Zulassungsbezirks Landkreis Kamenz
Altes rotes DIN-Kennzeichen, Zulassungsbezirk Würzburg
Rote „07er-Nummer“, Zulassungsbezirk Landkreis Haßberge

„Rote Kennzeichen“ existieren mindestens seit den 1920er Jahren in roter Schrift auf weißem Grund und bestehen aus dem Zulassungskürzel und einer Erkennungsnummer (ohne Erkennungsbuchstaben).

Rote Kennzeichen werden nach der aktuellen Fassung der Fahrzeugzulassungsverordnung vergeben als:

  • Kennzeichen für Prüfungsfahrten, Probefahrten und Überführungsfahrten (umgangssprachlich auch: „Händler- oder Wechselkennzeichen“), deren Nummer mit „05“ oder „06“ beginnt (§ 16)
  • Fahrten zur Teilnahme an Veranstaltungen für Oldtimer, deren Nummer mit „07“ beginnt (§ 17)

Kurzzeitkennzeichen nach demselben Nummernschema, deren Erkennungsnummer mit „04“ oder „03“ anfängt, wurden früher in Rot ausgegeben, verwenden aber inzwischen schwarze Buchstaben.

05er- und 06er-Kennzeichen[Bearbeiten]

Rote Kennzeichen mit den Folgenummern „05“ und „06“ werden nur an Kraftfahrzeughersteller, Kraftfahrzeugteilehersteller, Kraftfahrzeugwerkstätten und Kraftfahrzeughändler (Nummer beginnend mit „06“)[31] sowie Technische Prüfstellen und anerkannte Überwachungsorganisationen (Nummer beginnend mit „05“)[32] zum Zweck von Prüfungs-, Probe- und Überführungsfahrten ausgegeben. Sie sind nicht an ein Fahrzeug gebunden.

Für jedes Fahrzeug ist eine gesonderte Seite des Fahrzeugscheinheftes zu dessen Beschreibung zu verwenden; die Angaben zum Fahrzeug sind vollständig und in dauerhafter Schrift vor Antritt der ersten Fahrt einzutragen. Das Fahrzeugscheinheft ist bei jeder Fahrt mitzuführen und zuständigen Personen auf Verlangen auszuhändigen. Über jede Prüfungs-, Probe- oder Überführungsfahrt sind fortlaufende Aufzeichnungen zu führen, aus denen das verwendete Kennzeichen, das Datum der Fahrt, deren Beginn und Ende, der Fahrzeugführer mit dessen Anschrift, die Fahrzeugklasse und der Hersteller des Fahrzeugs, die Fahrzeug-Identifizierungsnummer und die Fahrtstrecke ersichtlich sind.

07er-Kennzeichen[Bearbeiten]

Rote Kennzeichen mit der Folgenummer „07“ können auch an Privatleute ausgegeben werden, jedoch ausschließlich für Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt sind. Vor dem 1. März 2007 war die rote „07er-Nummer“ auch für mindestens 20 Jahre alte Youngtimer vorgesehen.

Mit den Kennzeichen dürfen nur Erprobungs- und Bewegungsfahrten, Probefahrten zum Fahrzeugverkauf sowie Fahrten zu Fahrzeugtreffen gemacht werden; für die regelmäßige Teilnahme am Straßenverkehr haben diese Fahrzeuge ein reguläres Kfz-Kennzeichen oder ein Oldtimer-Kennzeichen zu führen. Zum Nachweis ist ein Fahrzeugscheinheft für rote Oldtimerkennzeichen nach dem Muster der Anlage 10a FZV vorgesehen. Das Kennzeichen darf nur an den Fahrzeugen verwendet werden, für die es ausgegeben worden ist.

Je nach Zulassungsstelle können pro roter „07er“-Nummer bis zu zehn, in anderen Fällen aber auch beliebig viele Fahrzeuge genehmigt werden. Es können auch mehrere Kennzeichen mit gleicher Nummer ausgegeben werden, beispielsweise ein großes längliches für einen Pkw und ein kleines quadratisches für ein Zweirad. Dieses Kennzeichen ist steuerlich begünstigt und Versicherungen bieten oft günstige Tarife hierfür an. Die zur Genehmigung vorzulegenden Dokumente können je nach Zulassungsstelle variieren.

Das rote „07-Kennzeichen“ ist nicht nur in der Bundesrepublik gültig. Aufgrund internationaler Abkommen mit verschiedenen Staaten können Fahrzeuge mit solchen Kennzeichen auch im Ausland genutzt werden.

Hiernach gilt das „Rote Kennzeichen 07“ wie jedes andere deutsche Kennzeichen auch in den Vertragsstaaten unter den folgenden Bedingungen:

  • Die Eintragung der Daten im Fahrzeugschein erfolgt seitens der Behörde (Zulassungsstelle) und dies ist im Fahrzeugscheinheft dokumentiert (Amtsstempel).
  • Das Kennzeichen darf auch im Ausland nur für die in Deutschland zulässigen Zwecke verwendet werden, also Probefahrten, Überführungsfahrten, Werkstatt- und Einstellfahrten sowie Fahrten zu und auf Oldtimerveranstaltungen.
  • Gegebenenfalls ist nach den allgemeinen Regeln eine Grüne Versicherungskarte mitzuführen.

Die Nutzung des „Roten Kennzeichens 07“ ist in folgenden Ländern grundsätzlich zulässig:

  • alle EU-Mitgliedsstaaten, außer Malta und Zypern
  • in Europa außerdem: Andorra, Bosnien-Herzegowina, Georgien, Kasachstan, Kroatien, Liechtenstein, Mazedonien, Monaco, Montenegro, Norwegen, San Marino, Schweiz, Serbien, Ukraine und Weißrussland
  • in Asien: Bahrain, Iran, Israel, Kuwait, Pakistan, Philippinen, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan
  • in Afrika: Elfenbeinküste, Kongo, Marokko, Niger, Senegal, Seychellen, Simbabwe und Südafrika
  • in Amerika: Brasilien, Guyana, Kuba und Uruguay.

Die Zulassung von Oldtimern mit rotem „07er-Kennzeichen“ ist in den o. g. Ländern nach internationalem Recht gültig. Zwar entsprechen das „Rote Kennzeichen“ bzw. das „Kurzzeitkennzeichen“ internationalen Vorschriften, allerdings kann es vorkommen, dass der rote Fahrzeugschein, der auch bei dem neuen Kurzzeitkennzeichen ausgegeben wird, im Ausland nicht akzeptiert wird, da er nicht den internationalen Straßenverkehrsübereinkommen von 1926, 1949 und 1968 entspricht. Die Verwendung „Roter Kennzeichen“ kann im Ausland vereinzelt zu Problemen führen. Auf deutscher ministerieller Ebene wird eine Anerkennung empfohlen. Es besteht allerdings keinerlei Rechtsanspruch und keine Gewähr für die Beibehaltung dieser Praxis.[33]

Abkommen über die gegenseitige Anerkennung der jeweiligen nationalen Überführungs- und Probekennzeichen und der entsprechenden Fahrzeugpapiere bestehen seit 1979 mit Österreich und seit dem 1. Januar 1994 mit Italien. Eine diesbezügliche Vereinbarung mit Dänemark wurde 1990 gekündigt.

Grüne Kennzeichen[Bearbeiten]

Kennzeichen eines steuerbefreiten Fahrzeugs (2005)

„Grüne Kennzeichen“ sind Kennzeichen mit grüner Schrift auf weißem Grund und ansonsten identisch mit normalen Kennzeichen. Sie werden für steuerbefreite Fahrzeuge (§ 3 KraftStG), wie z. B. landwirtschaftliche Fahrzeuge, Fahrzeuge von gemeinnützigen oder Hilfsorganisationen, Schaustellerfahrzeuge und selbstfahrende Arbeitsmaschinen (z. B. Kräne und Betonpumpen) ausgegeben, sowie außerdem für Anhänger mit bestimmtem Einsatzzweck (z. B. für Boote, Segelflugzeuge, Hunde und Pferde). Ausgegeben werden die grünen Kennzeichen von der Zulassungsstelle nur, wenn die Genehmigung zur Steuerbefreiung vom Finanzamt vorliegt. Fahrzeuge mit grünen Kennzeichen zu anderen Zwecken zu verwenden ist ein Vergehen gegen das Steuergesetz.

Bei Zahlung einer erhöhten Kraftfahrzeugsteuer für das Zugfahrzeug (nicht bei Pkw oder Krad) kann ein Lastanhänger steuerfrei gestellt werden; dieser darf jedoch nur von entsprechend hochbesteuerten Fahrzeugen gezogen werden. Anhänger für den Containertransport, die im kombinierten Verkehr verwendet werden, sind steuerbefreit, unabhängig vom steuerlichen Status des Zugfahrzeugs (§ 10 KraftStG).

Kurzzeitkennzeichen[Bearbeiten]

Kurzzeitkennzeichen aus Karlsruhe, Ablaufdatum 9. März 2004

Kurzzeitkennzeichen sind für Fahrzeugüberführungen, Prüfungs- und Probefahrten vorgesehen. Rechtliche Basis für diese Kennzeichen ist § 16 FZV (Prüfungsfahrten, Probefahrten, Überführungsfahrten). Genutzt werden dürfen diese Kennzeichen nur mit einem einzigen Fahrzeug, eine wechselnde Verwendung mit mehreren Fahrzeugen ist nicht zulässig. Als Besonderheit ist bei diesen Kennzeichen keine gültige Bescheinigung für eine bestandene AU (§ 47a StVZO) und HU (§ 29 StVZO) nötig. Auch von den Regelungen hinsichtlich der Umweltplakette sind diese Kennzeichen ausgenommen.

Sie gelten für höchstens fünf Tage, der letzte Tag der Gültigkeit ist in einem gelben Feld am rechten Rand vermerkt, oben der Tag, darunter der Monat und unten das Jahr, jeweils zweistellig. Voraussetzung für die Erteilung ist die Vorlage eines gültigen Personalausweises oder eines Reisepasses nebst Meldebestätigung sowie eine gültige Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer) für fünf Tage. Bei vielen Versicherungen besteht die Möglichkeit, sich die Versicherungsprämien der Kurzzeitzulassung auf eine folgende „normale“ Anmeldung anrechnen zu lassen. Seit dem 1. November 2012 können Kurzzeitkennzeichen nur noch bei der Zulassungsstelle des Wohnortes des Halters beantragt werden. Für die Erteilung eines Kurzzeitkennzeichens fällt eine bundeseinheitliche Gebühr von insgesamt 13,10 Euro an. Die Gebühr setzt sich aus 10,20 Euro für die Zuteilung des Kurzzeitkennzeichens + 2,60 Euro für das Kraftfahrtbundesamt + 0,30 Euro für ein Klebesiegel zusammen. (Geb.-Nr. 221.4, Geb.-Nr. 124, Geb.-Nr. 233 Anlage zu §1 der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr)

Aussehen[Bearbeiten]

Das Kennzeichen enthält das Standard-Unterscheidungszeichen des Zulassungsbezirks (keine Alternative) und eine Nummer, die mit „03“ (seit 1. März 2007) oder „04“ beginnt. Die amtliche Stempelplakette ist blau (und meist aus der alten Version der jeweiligen Zulassungsplakette abgeleitet), und das Kennzeichen hat kein Eurofeld am linken Rand (Anlage 4, relevant sind Abschnitt 1 sowie 6 und 7).

Geschichte/Vorläufer[Bearbeiten]

Das Kurzzeitkennzeichen in seiner heutigen Form löste 1998 das rote „04er“-Kennzeichen ab, das sich Privatleute von der Zulassungsstelle für maximal fünf Tage geben lassen konnten und zurückgeben mussten.

Ausland[Bearbeiten]

Die Zuteilung eines Kurzzeitkennzeichens ist ein nationaler Verwaltungsakt, und somit ist die Anbringung eines Kurzzeitkennzeichens an ein Fahrzeug, das sich im Ausland befindet, um dieses z. B. nach Deutschland zu überführen, nicht zulässig (verbotene Fernzulassung).

Für Auslandsfahrten werden die nationalen Zulassungsdokumente durch die Teilnehmerstaaten des Internationalen Abkommens über den Straßenverkehr gegenseitig anerkannt. Allerdings sind Kurzzeitkennzeichen und der entsprechende Fahrzeugschein genau genommen keine offiziellen Zulassungsdokumente, da damit eine Nutzung von Fahrzeugen außerhalb des Zulassungsverfahrens gestattet wird, die in dieser Form nicht unter das Straßenverkehrsübereinkommen fällt. Deshalb können für Kurzzeitkennzeichen im Ausland andere Regeln gelten als für reguläre Kennzeichen.

Innerhalb der Europäischen Union ist Teilnahme am grenzüberschreitenden öffentlichen Straßenverkehr grundsätzlich zu gestatten. Gründe zur Verweigerung können Mängel in der Verkehrssicherheit, Fahrzeugdiebstahl oder die Ungültigkeit der Zulassungsbescheinigung sein.[34] In einer Korrespondenz zwischen schwedischen und deutschen Verkehrsbehörden machte das Kraftfahrt-Bundesamt jedoch deutlich, dass Kurzzeitkennzeichen nicht an eine gültige Zulassung in Deutschland gekoppelt sind, nur in Deutschland gelten und dies auch nur unter bestimmten Bedingungen. Daher vertritt die schwedische Verkehrsbehörde Transportstyrelsen die Position, dass Kurzzeitkennzeichen in Schweden nicht gültig sind, da die Zulassung nicht gültig ist, auch wenn die Versicherung für Kurzzeitkennzeichen im Prinzip in ganz Europa gilt.[35]

Ausfuhrkennzeichen[Bearbeiten]

Gegenwärtiges Ausfuhrkennzeichen
Ausfuhrkennzeichen (alt)

Internationale Kurzzeit-Zulassungen“ mit rotem Rand auf der rechten Seite sind Zulassungen zu Überführungszwecken ins Ausland. Das Datum auf dem roten Streifen am rechten Rand bezeichnet nicht die Gültigkeitsdauer der Kennzeichen und des zugehörigen Fahrzeugbriefes, die immer zwölf Monate betragen, sondern das Ablaufdatum des in Deutschland gültigen Versicherungsschutzes. Das Fahrzeug muss vor Ablauf des angegebenen Datums ins Ausland ausgeführt worden sein und darf auf deutschen Straßen anschließend nicht mehr bewegt werden. Im Ausland fahren teilweise Fahrzeuge mit „abgelaufener“ Nummer, da dort dann eine neue Versicherung für ein Jahr beantragt wird. Anfangs war auf der roten Nummer das Ablaufdatum nur auf den Monat genau angegeben, später wurde auf eine tagesgenaue Angabe umgestellt.

Das Kennzeichen enthält das Kürzel des Zulassungsbezirkes, eine rote Stempelplakette (die meist aus der alten Version der jeweiligen Zulassungsplakette abgeleitet ist) und eine Nummer mit zwei bis vier Ziffern, gefolgt von einem Buchstaben, der die laufende Serie angibt und keine besondere Bedeutung hat. Ironischerweise gehören diese internationalen Kennzeichen zu den wenigen Kennzeichentypen, die es nicht mit dem Europa-Merkmal (Sternenkranz) und der Landeskennung gibt. Von 1910 bis 1988 hatte das Kennzeichen die Form eines ovalen Schildes, das ein Siegel der Zollbehörde trug. Dieses Siegel enthielt immer den Reichsadler bzw. Bundesadler in seiner jeweils gültigen Form. Eine Ausnahme bezüglich des Siegels stellte West-Berlin dar, da es bis 1990 kein Bestandteil der Bundesrepublik war.

Die alten ovalen Kennzeichen hießen ‚Zollkennzeichen‘, weil sie jahrzehntelang eine Doppelfunktion hatten:

  1. Ausfuhrkennzeichen im heutigen Sinn zu sein und
  2. die eigentliche Funktion, weshalb sie überhaupt eingeführt wurden, war folgende: Bei ausländischen Fahrzeugen, die nach Deutschland einreisten, mussten die ausländischen Kennzeichen gegen Zollkennzeichen ausgetauscht werden. Das ausländische Nummernschild wurde abgeschraubt oder verdeckt. Beim Verlassen Deutschlands gab man das Zollkennzeichen an der Grenze wieder ab. Dank der internationalen Verträge entfiel diese Funktion nach und nach.

Diplomatenkennzeichen[Bearbeiten]

Diplomatenkennzeichen der indonesischen Botschaft

Fahrzeugkennzeichen des diplomatischen Corps beginnen mit der Ziffer Null (Botschafter und gleichgestellte Personen) oder dem Kennzeichen des Zulassungsbezirkes (üblicherweise „B“ oder „BN“, sonstiges Botschaftspersonal und Konsulate).

Rechts der Plaketten besitzen diese Kennzeichen einen Ländercode und nachfolgend eine ein- bis dreistellige Zahl, die üblicherweise im Zusammenhang mit dem Rang des Inhabers steht. Kleinere Zahlen bezeichnen in der Regel einen höheren Rang. Diplomatische Kennzeichen werden nicht nur an Personal von Botschaften, sondern auch an Mitarbeiter zahlreicher internationaler (zwischenstaatlicher) Organisationen ausgegeben, jedoch nicht an deutsche Staatsbürger. Als personengebundene Kennzeichen beschränken sie die Benutzung entsprechender Fahrzeuge auf Inhaber eines diplomatischen Ausweises (der unter Umständen auch an Familienangehörige ohne eigenes Einkommen ausgestellt wird, jedoch auch nicht an Deutsche) und Fahrer im Dienst der jeweiligen diplomatischen Missionen. Diplomaten von sehr niedrigem Rang, z. B. Honorarkonsuln, erhalten keine Diplomatenkennzeichen, dürfen aber einen „CC“-Aufkleber (Corps Consulaire) anbringen und können je nach Standort ein – einem Behördenkennzeichen ähnelndes – Kennzeichen mit dem Kürzel des Zulassungsbezirks und einer mit „9“ beginnenden Ziffernfolge erhalten.

Wird ein „Diplomatenkennzeichen“ gestohlen oder ist aus anderen Gründen abhandengekommen, bekommt das Fahrzeug eine „Alias-Nummer“: Das bisherige Kennzeichen wird durch den Buchstaben „A“ ergänzt und das bisherige Kennzeichen für ungültig erklärt, bis die Sperrfrist von einem Jahr abgelaufen ist. Dann darf die Zulassungsstelle es wieder ausgeben. Wird auch die Alias-Nummer vermisst, kommt der Zusatzbuchstabe „B“ zum Einsatz usw.

Kennzeichen der NATO[Bearbeiten]

Internationale Hauptquartiere der NATO in Deutschland führen auf den amtlichen Kennzeichen ihrer Dienstfahrzeuge als Unterscheidungszeichen ein „X“, dem eine vierstellige Zahl folgt. Auch wenn § 46 FZV die Aufgaben der Zulassungsbehörde für diese Fahrzeuge der Zentralen Militärkraftfahrtstelle der Bundeswehr übertragen hat, sind Fahrzeuge mit einem „X-Kennzeichen“ keine Dienstfahrzeuge der Bundeswehr. Die Zulassung und technische Überwachung der Fahrzeuge erfolgen nach den Vorschriften der StVZO, der Fahrzeug-Zulassungsverordnung, dem Kraftfahrzeugsachverständigengesetz und der 15. Ausnahmeverordnung zur Straßenverkehrszulassungsordnung.

Danach müssen die mit „X“ gekennzeichneten Fahrzeuge zur regulären Hauptuntersuchung und Abgasuntersuchung. Die Sicherheitsprüfung kann aber auch von Werkstätten der Bundeswehr durchgeführt werden. Damit stehen diese Fahrzeuge im Gegensatz zu denen der Bundeswehr mit dem Kennzeichen „Y“, die im Rahmen der „Technischen Materialprüfung“ (TMP) von Fachpersonal der Bundeswehr geprüft werden.

Auch diese Schilder müssen nicht reflektierend sein und es gibt sie nicht in der Euro-Version. Es gibt auch rote Kennzeichen, die mit „X“ beginnen.

Weitere Militärkennzeichen[Bearbeiten]

In Frankreich stationierte Angehörige der Bundeswehr (deutsche Soldaten und deren ziviles Gefolge, d. h. Bundeswehrverwaltung bzw. berechtigte Familienangehörige) haben ein eigenes Nummernschild, das mit „DF“ beginnt und weiße Schrift auf schwarzem Grund hat. Darauf folgen vier Ziffern von 0001 bis 9999. Das Kürzel „DF“ ist ein sogenanntes „französisches Domänenkennzeichen“ (Staatskennzeichen) und bedeutet „Douanes Françaises“. Es handelt sich damit um ein Zollausschlusskennzeichen.

In den Niederlanden stationierte deutsche Soldaten haben dort auch ein eigenes Kennzeichen. Es hat gelbe Schrift auf schwarzem Grund und beginnt mit „AF“. Seit der Änderung des Seedorfer-Vertrages sieht das Kennzeichen anders aus: Es hat schwarze Schrift auf gelbem Grund und ist von normalen niederländischen Kennzeichen nicht zu unterscheiden.

Kennzeichen der US-Streitkräfte

Auch die in Deutschland stationierten Soldaten der US-Streitkräfte verwendeten in den Jahren 2000 bis 2005 ein Nummernschild, das mit dem deutschen bis auf den Inhalt des Eurobandes identisch ist (sogenanntes „Lookalike-Kennzeichen“; mit „AD“, „AF“ oder „HK“ beginnend; das heutige Kennzeichen HK für den Heidekreis existierte damals noch nicht). Aufgrund von Sicherheitsbedenken wird seit Ende 2005 ein reguläres deutsches Kennzeichen des jeweiligen Zulassungsbezirks verwendet, in dem der Soldat wohnt bzw. seinen Dienstsitz hat. Für Dienstfahrzeuge wird weiterhin die Kennung „IF“ verwendet. Weiterhin wird „QQ“ für Überführungskennzeichen verwendet sowie „T“ für rote Nummernschilder.

Als temporäre Kennzeichen mit roter Nummer werden auch Kennzeichen mit dem Buchstaben „T“, gefolgt von einer Abkürzung für die ausgebende Garnison und einer fünfstelligen Zahl herausgegeben, z. B. „T GR 00042“ aus dem Bereich Grafenwöhr oder „T HS 00150“ für Hohenfels.

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Temporäres Kennzeichen der US-Streitkräfte (GR = Grafenwöhr)
Kürzel Garnison Kürzel Garnison
T A Augsburg T HS Hohenfels
T BA Bamberg T I Ingolstadt
T BH Baumholder T K Kaiserslautern
T BR Bruchsal T MA Mannheim
T BW T S Stuttgart
T GK Geilenkirchen T SP Spangdahlem
T GR Grafenwöhr T SW Schweinfurt
T H Heidelberg T W Wiesbaden

Für die Soldaten folgender Länder, die in Deutschland stationiert sind bzw. waren, existieren eigene Kennzeichen:

Kennzeichen eines kanadischen Militärangehörigen
  • Belgien (weiße Schrift auf schwarzem Grund) – seit dem Abzug der belgischen Streitkräfte in Deutschland im Jahr 2004 nur noch vereinzelt für militärische Verbindungselemente zu sehen. Diese Kennzeichen wurden mittlerweile durch weiße Kennzeichen mit roter Schrift ersetzt (landestypisch) und haben die feste Kombination „B–123–X“ (vorangestelltes „B“, gefolgt von beliebiger dreistelliger Zahl sowie einem Buchstaben von „A“ bis „Z“),
  • Frankreich (silberne Schrift auf blauem Grund) – seit dem Abzug der französischen Streitkräfte in Deutschland im Jahr 1999 nur noch Angehörigen des französischen Anteils an der Deutsch-Französischen Brigade, französischen militärischen Verbindungselementen in Deutschland und den Angehörigen der letzten französischen Einheiten in Saarburg (Kreis Trier-Saarburg) vorbehalten,
  • Großbritannien gibt für diesen Fall keine gesonderten Kennzeichen mehr heraus. Die Soldaten verwenden dort das reguläre britische Nummernschild, aber auch deutsche Kennzeichen,
  • Kanada (rote Schrift auf weißem Grund),
  • Niederlande (weiße Schrift auf schwarzem Grund).

Elektrofahrzeuge[Bearbeiten]

Zum 1. Februar 2015 werden spezielle Kennzeichen für Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybridfahrzeuge eingeführt. [36]

Verschiedenes[Bearbeiten]

Ausbau des Systems[Bearbeiten]

Das neue, ab 1956 in Westdeutschland eingeführte System sollte ausreichend sein für einen erwarteten erheblichen Zuwachs an Kraftfahrzeugen bei gleichzeitiger Anpassungsfähigkeit an veränderte europolitische Gegebenheiten. So konnten das Saarland (1957) und die Kreise in der ehemaligen DDR (1991) ohne größere Schwierigkeiten in das System übernommen werden. Dazu mag beigetragen haben, dass für diese bereits im Verordnungsentwurf von 1956 Kennzeichen im sogenannten „Ostzonenverzeichnis“ reserviert waren. In Letzterem waren auch die Deutschen Ostgebiete enthalten, da die Bundesrepublik zum damaligen Zeitpunkt darauf noch Anspruch erhob. Nach dem völkerrechtlichen Verzicht auf diese Gebiete sind diese Vorstellungen hinfällig.

Im Kontext mit der Gründung der Stadt Lahn wurde 1977 entschieden, als Unterscheidungszeichen für die Stadt und den Lahn-Dill-Kreis das L zu nutzen, obwohl dessen Verwendung im Falle einer Wiedervereinigung für die Stadt und den Landkreis Leipzig nahe lag. Dass es dazu kommen würde, erschien damals unvorstellbar. Auch nachdem die Stadt Lahn wieder aufgelöst wurde, blieb das Unterscheidungszeichen für den Lahn-Dill-Kreis erhalten. Erst am 1. November 1990 erhielt dieser die neue, bis heute gültige Kennung LDK. Bei der Einführung des L in Leipzig und im gleichnamigen Landkreis behalf man sich damit, dass für Leipziger Kennzeichen die im Lahn-Dill-Kreis noch nicht ausgegebenen Nummerngruppen, vor allem die damalige Gruppe IIIb – heute Gruppe e – (siehe oben unter „Erkennungsnummer“), verwendet wurden.

Mit der Gebietsreform in Sachsen-Anhalt 2007 wurden wiederum auslaufende Unterscheidungszeichen neu vergeben: „HZ“ wurde ursprünglich vom 1. Januar 1991 bis zum 31. Dezember 1993 für den Kreis Herzberg (heute: Landkreis Elbe-Elster) ausgegeben und wird seit dem 1. Juli 2007 für den Landkreis Harz verwendet, ebenso wie „BK“ für den ehemaligen Landkreis Backnang und heute für den Landkreis Börde in Haldensleben.

Die Verkehrsministerkonferenz der Länder empfahl im April 2011, die Wiedereinführung von auslaufenden Kfz-Kennzeichen durch eine Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung möglich zu machen.[37] Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer stellte im August 2012 in Aussicht, dass die Städte und Gemeinden ihre Unterscheidungszeichen künftig frei wählen dürfen. Neben der Wiedereinführung von Altkennzeichen sollte dann auch die Einführung völlig neuer Unterscheidungszeichen möglich sein. Die entsprechende Verordnung beschloss der Bundesrat am 21. September 2012, allerdings mit der Einschränkung, entsprechend der Forderung der Verkehrsministerkonferenz lediglich auslaufende Unterscheidungszeichen wieder zuzulassen.[38][39] Die diesbezügliche Erste Verordnung zur Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung und anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften wurde am 25. Oktober 2012 im Bundesgesetzblatt verkündet und trat am 1. November 2012 in Kraft.[40]

Entscheidend für diesen Beschluss war unter anderem die „Initiative Kennzeichenliberalisierung“ der Hochschule Heilbronn. Die Initiative hat von 2010 bis 2012 über 50.000 Personen in über 200 Städten befragt, ob sie eine Wiedereinführung der alten Kennzeichen wünschen. Die Auswertung der Umfrageergebnisse hat ergeben, dass mehr als 72 Prozent der befragten Personen sich die Wiedereinführung der alten Kennzeichen wünschen.[41]

In allen Flächenländern mit Ausnahme des Saarlandes wurden daraufhin ab dem 9. November 2012 ehemals auslaufende Unterscheidungszeichen wiedereingeführt. Da Anträge für die Wiedereinführung von Altkennzeichen jederzeit möglich sind, ändert sich die Anzahl der Wiedereinführungen stetig.[42]

Unerwünschte Erkennungsnummern[Bearbeiten]

Beispiel einer unerwünschten Erkennungsnummer (hier „NS“), die dennoch vergeben wurde.

Nach § 8 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung sind Unterscheidungszeichen, Erkennungsnummern sowie Kombinationen aus Unterscheidungszeichen und Erkennungsnummern, die gegen die guten Sitten verstoßen, unzulässig.[43] Die Verwaltungsvorschrift zur Fahrzeug-Zulassungsverordnung empfiehlt den Zulassungsstellen, keine Buchstabenpaare zu vergeben, die auf nationalsozialistische Organisationen Bezug nehmen. Dies sind: HJ (Hitlerjugend), KZ (Konzentrationslager), NS (Nationalsozialismus), SA (Sturmabteilung) und SS (Schutzstaffel).

AH (Adolf Hitler), HH (Heil Hitler) und SD (Sicherheitsdienst) werden nur von wenigen Zulassungsbehörden nicht ausgegeben. Weiterhin sind Kombinationen mit dem Zulassungsbezirk unerwünscht, wenn diese eine der o. g. Kombinationen ergibt. Für Stuttgart werden beispielsweise die Erkennungszeichen „A“, „S“, und „D“, für Köln wird „Z“ nicht vergeben. Allerdings wurden in Einzelfällen diese Kombinationen von Zulassungsstellen vergeben. So war im Zulassungsbezirk der Region Hannover „J“ ein zulässiger und vom zuständigen Minister nicht weiter beanstandeter Erkennungsbuchstabe. Zwischenzeitlich wurden Kennzeichen mit „J“ nicht mehr vergeben, aktuell erfolgt wieder eine Vergabe. Weitere nicht vergebene Buchstabenkombinationen sind in Stuttgart S ED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands), in Nürnberg N PD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands), im Kreis Warendorf WAF FE, im Kreis Steinburg IZ AN[44]. („Nazi“ rückwärts gelesen), im Kreis Dithmarschen HEI L[45]. Die Stadt Regensburg in Bayern vergab entgegen den Empfehlungen des Bundesverkehrsministeriums bis Anfang Oktober 2012 noch das Buchstabenpaar NS. Erst nachdem eine lokale Zeitung die Behörde darauf aufmerksam gemacht hatte, wurde die Vergabe eingestellt.[46] Der Landkreis Schwandorf hat nach der Wiedereinführung des Unterscheidungszeichens BUL die Buchstabenkombination BUL LE als mögliche Beleidigung für anstößig befunden und gibt diese nicht aus.[47] Im Gegensatz dazu vergibt das Straßenverkehrsamt Aachen das Buchstabenpaar AB und damit die Kombination AC AB (All Cops Are Bastards – „Alle Polizisten sind Bastarde“)[48][49]. Im Kreis Wesel wird auf die Kombination MO RD verzichtet.[50]

In Brandenburg werden seit Dezember 2009 von den dortigen Kfz-Zulassungsstellen keine Kennzeichen mehr neu vergeben, die auf 88, 888, 8888, 188, 1888 sowie 8818 enden. Auch die Kombinationen HH 18 sowie AH 18 sind seitdem für Neuvergaben gesperrt.

Wunschkennzeichen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wunschkennzeichen
Beispiel für ein mögliches Wunschkennzeichen

Seit mindestens 1994 ist es möglich, gegen eine bundeseinheitliche Gebühr von derzeit 10,20 Euro (Geb.-Nr. 221 Anlage zu §1 der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr) ein Wunschkennzeichen zu erhalten. Fast alle Zulassungsstellen bieten inzwischen eine Online-Reservierung an. Für eine derartige Vorabreservierung fällt grundsätzlich eine zusätzliche Gebühr von 2,60 Euro an, wodurch die Gesamtgebühren 12,80 Euro für ein Wunschkennzeichen mit Vorabreservierung betragen.

Besondere Zulassungsbezirke[Bearbeiten]

Bereits vor Inkrafttreten der Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung, mit der seit dem 1. November 2012 die Vergabe mehrerer Unterscheidungszeichen innerhalb eines Zulassungsbereiches möglich gemacht wurde (Kennzeichenliberalisierung), gab es eine ganze Reihe von Besonderheiten bei der Zuweisung von Unterscheidungszeichen:

Baden-Württemberg[Bearbeiten]

Die Gemeinde Büsingen am Hochrhein (Kennzeichen BÜS, zum Landkreis Konstanz mit dem Kennzeichen KN gehörend) hat als deutsche Exklave in der Schweiz seit dem 1. Januar 1968 ein eigenes Unterscheidungszeichen zur Erleichterung der Grenzkontrollen. Vergeben werden nur die Buchstaben-Kombinationen BÜS-A (verzollte Fahrzeuge) und BÜS-Z (innerhalb von zwei Jahren zu verzollen).[51]

Land Bremen[Bearbeiten]

Im Land Bremen führen die kreisfreien Städte Bremen und Bremerhaven mit HB das gleiche Unterscheidungszeichen, obwohl sie etwa 60 Kilometer auseinanderliegen. Zur Unterscheidung haben die Bremerhavener Kennzeichen immer einen Buchstaben und vier Ziffern (Gruppe d; siehe oben unter Erkennungsnummer).

Hessen[Bearbeiten]

Hanau durfte als kreisangehörige Stadt mit Sonderstatus im Main-Kinzig-Kreis am 1. Juni 2005 das Kennzeichen HU behalten, während alle anderen Gemeinden des Landkreises, der seinen Sitz von Hanau nach Gelnhausen verlagerte, die Kennung MKK erhielten.

Die Sonderstatusstadt Wetzlar im Lahn-Dill-Kreis wurde am 1. Juli 2012 Träger einer eigenen Zulassungsbehörde und erhielt das eigene, bereits vor der Kreisgebietsreform in Hessen vom Landkreis Wetzlar geführte Unterscheidungszeichen WZ.[21] Auf derselben Grundlage strebt die kreisangehörige Sonderstatusstadt Rüsselsheim an, zum 1. Juli 2014 das eigene Unterscheidungszeichen RÜS zu erhalten.[52]

Mecklenburg-Vorpommern[Bearbeiten]

Nach der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 behielten die ehemaligen kreisfreien Städte Greifswald, Neubrandenburg, Stralsund und Wismar ihre früheren Unterscheidungszeichen, während die neu gebildeten Landkreise neue Unterscheidungszeichen erhielten. Anfangs behielt die Insel Rügen auch ihr ehemaliges Unterscheidungskennzeichen, welches aber in ein Alternativkennzeichen für den Landkreis Vorpommern-Rügen umgewandelt wurde.

Saarland[Bearbeiten]

St. Ingbert (Kennzeichen IGB, im Saarpfalz-Kreis mit Kennzeichen HOM) und Völklingen (Kennzeichen VK, im Regionalverband Saarbrücken mit Kennzeichen SB) führen als Mittelstädte nach saarländischem Kommunalrecht ein eigenes Unterscheidungszeichen.

Motorradkennzeichen[Bearbeiten]

Zweizeiliges Kfz-Kennzeichen eines Motorrads nach dem Standard von vor 1994

Zweiräder, Trikes und verwandte Fahrzeuge haben heute grundsätzlich nur ein Kennzeichenschild, das am Heck des Fahrzeugs befestigt ist. Bei Motorrädern war noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein gebogenes Schild auf dem vorderen Schutzblech (längs zur Fahrrichtung) üblich, das aber in der Nachkriegszeit seine praktische Bedeutung und entsprechende Nutzung verlor. Gleichwohl ist die Verwendung solcher Kennzeichenschilder bis heute nicht verboten, was etwa bei Oldtimern genutzt wird.

Seit Anfang April 2011 lässt die Fahrzeug-Zulassungsverordnung für Motorräder die Verwendung eines Kraftradkennzeichens mit einer Breite von 180 mm bis 220 mm und einer Höhe von 200 mm zu, damit verbunden eine kleinere Schrift wie bisher bei Kleinkrafträdern.[15] Davor war die Verwendung der zweizeiligen Kennzeichen, entsprechend denen bei Pkw, mit bis zu 280 mm Breite üblich.

Versicherungskennzeichen[Bearbeiten]

Versicherungskennzeichen, Schriftfarbe wechselt jährlich. V. l. n. r. 2002, 2003, 2004, sogenanntes „Verkehrsjahr“

Einige Fahrzeugklassen sind von der Zulassung ausgenommen, müssen aber ein Versicherungskennzeichen zum Nachweis einer gültigen Versicherung tragen, um am Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen[53]:

  • Kleinkrafträder, Mofas und Leichtkraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h
    • bei zweirädrigen Fahrzeugen darf der Hubraum nicht größer als 50 cm3 sein (Verbrennungsmotor) bzw. die Leistung nicht mehr als 4 kW betragen (Elektromotor)
    • bei dreirädrigen Fahrzeugen gilt dieselbe Hubraumbeschränkung für Fremdzündungsmotoren, für andere Motoren die Leistungsbeschränkung auf 4 kW
  • motorisierte Krankenfahrstühle mit einem Leergewicht von maximal 300 kg, einem zulässigen Gesamtgewicht von maximal 500 kg, einer maximalen Breite von 110 cm und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von maximal 15 km/h
  • vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge mit einem Leergewicht (ggf. ohne Batterien) von maximal 350 kg. Hier gelten dieselben Beschränken in Bezug auf Hubraum, Höchstgeschwindigkeit und Leistung wie bei den Kleinkrafträdern

Das Kennzeichen wird ab 1. März jedes Jahres bis Ende Februar des folgenden Jahres (Versicherungsjahr) in einer jeweils anderen Schriftfarbe ausgegeben und kann bei Banken und Versicherungen erworben werden. Das Schild ist zweizeilig (drei Ziffern und drei Buchstaben), hochformatig und deutlich kleiner als gewöhnliche Kfz-Kennzeichen. Die jeweilige Nummer ist nicht speziell an das Fahrzeug gebunden, sondern wird meist zufällig vergeben. Anhand der drei Buchstaben kann die Versicherungsgesellschaft ermittelt werden.[54] Das Kennzeichen ist keine behördliche Zulassung, da (mit einer Haftpflichtversicherung) die Erlaubnis zur Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr durch die ABE des Fahrzeugs dokumentiert wird. Die Schriftfarben sind, im jährlichen Wechsel zum 1. März, Schwarz, Blau und Grün auf reflektierendem, weißem Hintergrund. Das Jahr, in dem das Kennzeichen gültig ist, ist nochmals in der untersten Zeile angegeben. Deshalb ist es nicht möglich, ein Kennzeichen drei Jahre später noch einmal zu benutzen.

Rotes Versicherungskennzeichen für Händler zu Prüf- und Überführungsfahrten

Auf dem unteren Rand steht je nach Versicherungsunternehmen „GDV“ (ehemals: „HUK Verband“). Darüber hinaus gibt es noch rote Kennzeichen, die nur an Händler für Prüfungs-, Probe- und Überführungsfahrten ausgegeben werden. Diese Kennzeichen beginnen immer mit dem Buchstaben „Z“, um einen Missbrauch mit anderen Versicherungskennzeichen zu vermeiden, da in den Begleitpapieren kein spezielles Fahrzeug eingetragen ist.

Farben[55] der gegenwärtigen Kennzeichen ab 1. März des jeweiligen Jahres:
Farbe Jahr
Schwarz
(RAL 9005)
1990 1993 1996 1999 2002 2005 2008 2011 2014
Blau
(RAL 5012)
1991 1994 1997 2000 2003 2006 2009 2012 2015
Grün
(RAL 6010)
1992 1995 1998 2001 2004 2007 2010 2013 2016

Zulassungsbezirke mit den wenigsten Kraftfahrzeugen[Bearbeiten]

Bis zur Kennzeichenliberalisierung war das seltenste in Deutschland vergebene Kennzeichen das der Exklave Büsingen BÜS.[51] Seither gibt es neu eingeführte Kennzeichen, die bislang noch seltener sind. Da aber die betreffenden Zulassungsbezirke allesamt ein Vielfaches an Einwohnern haben, kann es sich um einen vorübergehenden Zustand handeln. Büsingen ist nach wie vor der kleinste Zulassungsbezirk Deutschlands.

Die folgende Tabelle zeigt die Zulassungsbezirke mit den wenigsten angemeldeten Fahrzeugen in Deutschland (Stand: 2005, Quelle: KBA)

Platzierung 2005 Vergleich 1998 Stand 2005 Kfz-Bestand
im Jahr 2005
398 KF SC 31.077
399 SC IGB 30.533
400 VK EMD 29.355
401 EMD KF 29.127
402 VK 28.846
403 HWI EA 28.781
404 ZW ZW 27.341
405 EA HWI 25.366
406 BÜS BÜS 00 812

Umlaute in Unterscheidungszeichen[Bearbeiten]

Unterscheidungszeichen mit Ä, hier als zweizeiliges grünes Kennzeichen eines landwirtschaftlichen Fahrzeugs

Die Umlaute („Ä“, „Ö“ und „Ü“) finden lediglich bei den Unterscheidungszeichen, aber nicht bei den Erkennungsnummern Verwendung. Gegenwärtig sind lediglich Unterscheidungszeichen mit „Ö“ (z. B. in ) und „Ü“ (z. B. in ) festgesetzt; der Buchstabe „Ä“ fand sich bisher nur im derzeit aufgehobenen Unterscheidungszeichen des am 1. Januar 1973 aufgelösten Landkreises Säckingen (SÄK). Dennoch wurde auch für das „Ä“ im Rahmen der FE-Schrift ein Schriftzeichen für die seit 1994 vergebenen Euro-Kennzeichen entwickelt. Anders als in der alten DIN-Schrift ist die Schrifthöhe der Umlaute (einschließlich der Punkte) in der FE-Schrift identisch mit den übrigen Buchstaben und Ziffern.

Bis 1994 galt der Grundsatz, Kombinationen für unterschiedliche Zulassungsbezirke, die sich nur durch den Umlaut und den dazugehörigen Vokal voneinander unterscheiden, nicht zu vergeben, um Verwechslungen zu vermeiden. Mit der Vergabe der Kombination an den Bördekreis in Sachsen-Anhalt wurde dieser Grundsatz 1996 gebrochen, da die Kombination BO bereits durch die Stadt Bochum verwendet wurde. Nachdem dies vor allem im Ausland zu Verwechslungen geführt hatte, wurde 2007 das im Zusammenhang mit der Zusammenlegung des Bördekreises mit dem Ohrekreis zum Landkreis Börde durch BK ersetzt, jedoch im November 2012 im Zuge der Kennzeichenliberalisierung erneut als Option zugelassen.

Kfz-Kennzeichen in Filmproduktionen[Bearbeiten]

Für Kraftfahrzeuge, die als Requisite in Film- und Fernsehproduktionen vorkommen, werden statt amtlich zugelassener Kfz-Kennzeichen häufig fiktive Film- bzw. so genannte Spielkennzeichen verwendet, da aus Gründen des Datenschutzes amtlich vergebene Kennzeichen in Film- und Werbeaufnahmen nur dann erkennbar sein dürfen, wenn die Zustimmung des Fahrzeughalters vorliegt.[56] Für die Fernsehsendung Aktenzeichen XY … ungelöst werden Kfz-Kennzeichen verwendet, die Erkennungsnummern mit Umlauten enthalten, wie sie normalerweise nicht vergeben werden.

Ausländische Kennzeichen mit ähnlichen Merkmalen[Bearbeiten]

Nummernschild im Euro-Format des australischen Bundesstaates Victoria
Nummernschild im Euro-Format des australischen Bundesstaates New South Wales
  • In Australien gibt es in einigen Bundesstaaten gegen Zusatzkosten spezielle Versionen von Nummernschildern, die den deutschen ähnlich sind.
    • In New South Wales gibt es ein ähnliches Schild wie in Victoria, allerdings beginnt es dort immer mit „N“ für New South Wales (in Deutschland: Nürnberg). Es wird hier zusätzlich auch mit weißer Schrift auf schwarzem Grund angeboten (negative Schriftdarstellung). Das Schild kostet neben den Zusatzgebühren von 400 AU$ bei der Ausstellung (etwa 310 Euro; Stand: März 2013) auch noch eine jährliche Luxussteuer von 99 AU$, wenn der Fahrzeughalter den Inhalt personalisieren möchte.[57][58] Die Straßenbehörde von New South Wales empfiehlt dieses Nummernschild für „Personen, die ihrem Fahrzeug einen europäischen Touch geben wollen“.
    • In Queensland gibt es „Euro-look-alike“-Nummern, die mit einem „Q“ für Queensland beginnen.
    • In Victoria ist das Nummernschild mit dem deutschen bis auf den Inhalt des Eurobandes identisch. Es beginnt immer mit „V“ für Victoria (in Deutschland: Vogtlandkreis). Neben der normalen Euro-Größe gibt es auch noch ein kleineres Format für Fahrzeuge mit Schilderrahmen US-amerikanischer/australischer Norm.
  • Auf Kennzeichen griechischer Lkw kann es Plaketten geben, die denen der deutschen TÜV-Plakette sehr ähneln, allerdings wird dort eine serifenbetonte Schrift verwendet.
  • Ebenso ähneln die in Litauen gebräuchlichen Plaketten der Hauptuntersuchung (litauisch TA = techninė apžiūra) denen ihrer deutschen Pendants.
  • Die FE-Schrift des deutschen Kennzeichens wird auch auf Kennzeichen in Bosnien und Herzegowina, Kamerun, Malta, Namibia, Sierra Leone, Sri Lanka, Südafrika, Kuba und Uruguay verwendet.

Trivia[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutsche Kfz-Kennzeichen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Michael Ossenkopp, Kein Wunsch-Kennzeichen für den Kaiser. Beilage „Automobil“ C2 in der Berliner Zeitung, 22./23. September 2007.
  2. § 8 Absatz 2 FZVO in der seit 1. November 2012 geltenden Fassung.
  3. Mitteilung der Pressestelle des hessischen Wirtschaftsministeriums vom 16. Oktober 2009. Abgerufen am 25. November 2009.
  4. Mitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein. Abgerufen am 22. Juli 2010.
  5. Mitteilung des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg. Abgerufen am 14. April 2010.
  6. Hinweis zur Umschreibung eines Fahrzeugs auf sachsen.de. Abgerufen am 7. Oktober 2010.
  7. Pressemitteilung. Abgerufen am 1. März 2011.
  8. [1]
  9. Kfz-Kennzeichen beibehalten. Meldung des Landkreises Schweinfurt, 25. Juni 2009. Abgerufen: 7. Oktober 2010.
  10. Erste Verordnung zur Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung und der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr vom 8. Oktober 2013, Artikel 2, Nummer 5 b i. V. m. Artikel 4 (BGBl. 2013 Nr. 61 S. 3772 ff.)
  11. § 8 Absatz 1 Satz 2 Fahrzeug-Zulassungsverordnung in der seit 1. November 2012 geltenden Fassung.
  12. Anlage IX zu § 29 StVZO (Prüfplakette für die Untersuchung von Kraftfahrzeugen und Anhängern).
  13. Fahrzeug-Zulassungsverordnung Anlage 4 (zu § 10 Abs. 2, § 16 Abs. 5, § 17 Abs. 2, § 19 Abs. 1 Nr. 3 FZV, BGBl. I 2011, 188–202; BGBl. I S. 139).
  14. Geändert durch die 1. Verordnung zur Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung vom 4. April 2011 (BGBl. I S. 549), BT-Drs. 29/11Online-Text mit Amtl. Begründung. Abruf: 10. Juli 2011.
  15. a b c Fahrzeug-Zulassungsverordnung vom 3. Februar 2011 (BGBl. I S. 139), zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 4. April 2011 (BGBl. I S. 549).
  16. Kfz-Kennzeichen: Neue 3D-Nummernschilder aus Plastik . Artikel auf dem T-Online Newsportal. Abgerufen am 13. November 2013.
  17. Verordnung zur Neuordnung des Rechts der Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr und zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften, 25. April 2006 (BGBl. I S. 988)
  18. Polizei auf Kennzeichen-Guide.de, aufgerufen am 20. September 2012.
  19. kennzeichen-guide.de. Abgerufen am 13. Mai 2011.
  20. www.kdb.bund.de Bundesfinanzdirektion Südwest (BFD SW), Beschaffungsamt des BMI („Kaufhaus des Bundes“). Aufgerufen am 10. Dezember 2011.
  21. a b Artikel 1 der Verordnung vom 13. Januar 2012 (BGBl. I S. 103).Vorlage:§/Wartung/buzer
  22. Bundesrat:Pressemitteilungen.
  23. Neues Wechselkennzeichen: Das Luftnummernschild. In: Spiegel Online, 18. Januar 2011.
  24. Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht.
  25. 57 960 Oldtimerkennzeichen. In: Pressebericht 2001. Kraftfahrt-Bundesamt, Dezember 2000, S. 16, abgerufen am 21. Juni 2014 (PDF; 374 kB).
  26. Erlass des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Az.: V 3-B – 66 I 02-089 – Ausnahme Oldtimerkennzeichen.
  27. DEUVET – Bundesverband für Clubs klassischer Fahrzeuge e. V. „Bremen gibt dem authentischen Erscheinungsbild von Oldtimern mehr Gewicht“, abgerufen am 7. März 2010.
  28. Oldtimer Markt 09/2010 S. 7 oben.
  29. TÜV Süd: Anforderungskatalog für die Begutachtung von Oldtimern (PDF; 125 kB).
  30. Härtere Richtlinien für H-Kennzeichen. Bei: rp-online.de.
  31. § 16 Absatz 3 FZV
  32. § 16 Abs. 3a FZV
  33. Info des ADAC zu roten Oldtimerkennzeichen im Ausland.
  34. Europäische Kommission: Erläuternde Mitteilung vom 14. Februar 2007 zu den Zulassungsverfahren für Kraftfahrzeuge, die aus einem Mitgliedstaat in einen anderen verbracht wurden (endgültige Fassung in: Amtsblatt C 68 vom 24. März 2007). Abruf am 18. September 2010.
  35. Transportstyrelsen: Gul tysk registreringsskylt inte giltig i Sverige (schwedisch)
  36. https://www.juris.de/jportal/portal/page/homerl.psml?nid=jnachr-JUNA140902446&cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp
  37. Wiedereinführung von alten Kfz-Kennzeichen ist auf dem Weg.
  38. Beschluss des Bundesrates Drucksache 371/12 vom 21. September 2012.
  39. Pressemitteilung des Bundesrates.
  40. Erste Verordnung zur Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung und anderer straßenverkehrsrechtlicher VorschriftenVorlage:§§/Wartung/buzer
  41. Initiative Kennzeichenliberalisierung (Hochschule Heilbronn, 2012).
  42. Übersichtskarte Altkennzeichen Wiedereinführung (Stand: 09.2013).
  43. § 8 FZVO in der Fassung der Änderung vom 19. Oktober 2012, BGBl. I S. 2232.
  44. Wunschkennzeichen. Kreis Steinburg, 13. Februar 2014, abgerufen am 14. Februar 2014: „Leider können Sie Ihr Wunschkennzeichen nicht erhalten, wenn … folgende Buchstabenkombinationen enthalten sind: …„AN““
  45. Ist Ihr Wunschkennzeichen noch frei? Kreis Dithmarschen, 19. März 2010, abgerufen am 19. August 2010: „Die Buchstabenkombinationen HJ, KZ, NS, SA und SS werden bundesrechtlich nicht vergeben; in Dithmarschen das „L“ nicht.“
  46. Verwaltung: NS am Auto: Ab sofort tabu! Mittelbayerische Zeitung, 9. Oktober 2012, abgerufen am 9. Oktober 2012.
  47. Autokennzeichen BUL-LE aus dem Verkehr gezogen, aufgerufen am 13. Januar 2014
  48. SPIEGEL Online - LTO vom 26. November 2012, Besondere Betriebserlaubnis für Ex-Polizeifahrzeuge - Wasserwerfer und Panzer als Zweitwagen
  49. [2], aufgerufen am 29. März 2014
  50. 30 Moerser wollten Kennzeichen MO-RD. Rheinische Post, 13. November 2012, abgerufen am 18. Januar 2014: „Der Bitte wird nicht stattgegeben – MO RD nicht zugelassen.“
  51. a b Info zu den BÜS-Kennzeichen
  52. Hat Rüsselsheim bald eigenes Kennzeichen?, aufgerufen am 13. Januar 2014
  53. Fahrzeuge nach Vorlage:§§/Wartung/alt-Fehler
  54. Suche nach Versicherungen zu Mofakennzeichen bei gdv.de.
  55. Anlage FZV 12 (zu § 27 Abs. 1 Satz 4).
  56. Zuteilung von Filmkennzeichen, Stadt Berlin, aufgerufen am 28. August 2014
  57. http://www.myplates.com.au/products/index.html
  58. http://www.myplates.com.au/products/pricing/index.html
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Dieser Artikel wurde am 25. Oktober 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.