Gräfenhainichen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Wittenberg | |
| Höhe: | 90 m ü. NN | |
| Fläche: | 158,9 km² | |
| Einwohner: |
13.301 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 84 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 06773, 06772 (Möhlau, Tornau, Zschornewitz) |
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| Vorwahl: | 034953 | |
| Kfz-Kennzeichen: | WB | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 91 110 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 1 06773 Gräfenhainichen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Harry Rußbült (Die Linke) | |
| Lage der Stadt Gräfenhainichen im Landkreis Wittenberg | ||
Gräfenhainichen ist eine Stadt im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Die Stadt Gräfenhainichen liegt jeweils ca. 25 km südwestlich von Wittenberg, südöstlich von Dessau und nordöstlich von Bitterfeld am Rande der Dübener Heide.
In der Nähe wurde im Zuge der Umgestaltung des ehemaligen Braunkohle-Tagebaus Golpa-Nord der Gremminer See geschaffen, an dessen Ufer sich das Industriedenkmal Ferropolis befindet. Am Südrand der Stadt findet sich außerdem der Gröberner See, der ebenfalls aus einem ehemaligen Tagebau entstanden ist.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Als Ortsteile der Gemeinde sind ausgewiesen:
- Buchholz
- Jüdenberg
- Mescheide
- Möhlau
- Schköna
- Strohwalde
- Tornau
- Zschornewitz
[Bearbeiten] Geschichte
Gräfenhainichen wurde 1285 erstmals urkundlich als Lehen des Grafen Albrecht II. von Anhalt erwähnt. Der Ort hieß anfangs zu dem Hayne, dann Gravenalbrechtshayn, woraus schließlich der heutige Name entstand. 1454 wurden die Stadtrechte bestätigt, nachdem alle Urkunden von einem Feuer vernichtet worden waren. 1607 wurde der bedeutendste Sohn der Stadt, der evangelisch-lutherische Pfarrer und Liederdichter Paul Gerhardt, geboren. 1637 erreichten die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges auch Gräfenhainichen, das von schwedischen Truppen fast vollständig zerstört wurde.
Nachdem 1859 die Bahnstrecke Wittenberg–Bitterfeld eingeweiht worden war, siedelten sich wegen der verkehrsgünstigen Lage immer mehr Industriebetriebe an. 1874 wurde die erste Druckerei gegründet. Bis 1990 arbeiteten in Gräfenhainichen teilweise bis zu vier Druckereien. Seit 1890 wurde in der Nähe von Gräfenhainichen, zunächst im Tiefbau, später im Tagebau Braunkohle gefördert.
Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurde im Betrieb Stolzenberg am Bahnübergang Richtung Gröbern durch die SA eines der frühen Konzentrationslager eingerichtet, in denen Mitglieder und Funktionäre der Arbeiterorganisationen terrorisiert wurden. Im August 1933 wurden die Häftlinge in das KZ Lichtenburg überstellt. Während des Zweiten Weltkrieges mussten zahlreiche Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern in der Elektrowerke AG und in der Grube Golpa Zwangsarbeit verrichten.
1952 wurde Gräfenhainichen Kreisstadt des damaligen Kreises Gräfenhainichen im Bezirk Halle für drei Städte und 27 Gemeinden (ab 1982 nur noch 26, da die Gemeinde Gremmin dem Braunkohlenabbau zum Opfer fiel).
Nach dem Ende der DDR, der Auflösung des Bezirkes Halle und der Wiedererrichtung des Landes Sachsen-Anhalt wurde der Kreis Gräfenhainichen bis zum 30. Juni 1994 erhalten. Im Zuge der Kreisgebietsreform 1994 verlor Gräfenhainichen den Status einer Kreisstadt. Bis 2010 war die Stadt der Sitz des Verwaltungsamtes der Verwaltungsgemeinschaft Tor zur Dübener Heide. [2]
[Bearbeiten] Eingemeindungen
Am 1. Januar 2007 wurde die Gemeinde Jüdenberg eingemeindet.[3] Möhlau, Schköna, Tornau und Zschornewitz wurden 2011 durch das Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt eingemeindet. [4]
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtrat
Der Stadtrat Gräfenhainichen besteht aus 28 Mitgliedern und dem Bürgermeister:
- 12 CDU / UBG (Unabhängige Bürgergemeinschaft Dübener Heide) / FDP
- 10 Die Linke
- 4 WGM (Wählergemeinschaft Möhlau)
- 2 SPD
Die letzte Stadtratswahl fand am 7. November 2010 statt.
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen wurde am 17. Dezember 1993 durch das Regierungspräsidium Dessau genehmigt.
Blasonierung: „In Silber zwei rote, durch eine Mauer verbundene, schwarz gefugte Türme mit schwarzen Dächern, wachsend aus einem goldenen Schild mit schwarzem Löwen, umrahmt von zwei grünen Lorbeerzweigen.“[5]
Die Türme symbolisieren in stilisierter Form die zwei Gräfenhainicher Stadttürme, die dazwischen liegende Mauer die Stadtmauer. Der meißnische Löwe als altes wettinisches Hoheitszeichen kennzeichnet die etwa 450-jährige Zugehörigkeit der Stadt zur markmeißnischen Landesherrschaft bzw. zu Kursachsen. Die Lorbeerranken gehen auf die ursprüngliche Damaszierung zurück.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Partnerschaften bestehen mit den Städten:
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Ferropolis: Freilichtmuseum und Veranstaltungsort, Bergbau- und Erlebnisbahn
- Paul-Gerhardt-Kapelle: Gedächtniskapelle zu Ehren Paul Gerhardts, Grundsteinlegung am 9. Mai 1830, am 21. Oktober 1844 eingeweiht, im Mai 1992 als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum wiedereröffnet
- Paul-Gerhardt-Haus (Karl-Liebknecht-Straße 17):, 1907–09 zum Gedächtnis an den 300. Geburtstag Paul Gerhardts als christliches Vereinshaus gebaut
- Paul-Gerhardt-Denkmal (am Paul-Gerhardt-Haus): 1911 vom Bildhauer Friedrich Johannes Pfannschmidt geschaffen
- Ehrenmal auf dem Städtischen Friedhof für die Opfer des Faschismus (1996 neu gestaltet) mit Skulptur und Schrifttafeln, u. a. für 18 sowjetische Opfer von Zwangsarbeit
- Gedenktafel an der Grabstelle von zwei jüdischen Pogromopfern der jüdischen Landwirtschaftsschule Bomsdorf
- Grabstätten auf dem Friedhof des Ortsteiles Strohwalde am Schleesener Weg für zwei namentlich bekannte sowjetische bzw. polnische Opfer von Zwangsarbeit aus dem Dorf Gremmin, das dem Braunkohletagebau weichen musste
- Kursächsische Postdistanzsäule, rekonstruiert mit dem Originalschriftblock von 1728, diente - bis heute gut sichtbar - jahrzehntelang als Treppenstufe
- Paul-Gerhardt-Gedenkstätten
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
[Bearbeiten] Straße
Gräfenhainichen liegt an der Bundesstraße 107 von Oranienbaum nach Bad Düben, an der Bundesstraße 100 von Wittenberg nach Bitterfeld und an der Landesstraße 136 nach Zschornewitz. Die Bundesautobahn 9 (München–Berlin), Anschlussstelle Dessau-Ost, ist ca. 17 km entfernt.
[Bearbeiten] Schiene
Der Bahnhof Gräfenhainichen liegt an der Eisenbahnlinie Berlin–Lutherstadt Wittenberg–Halle (Saale) / Leipzig (Anhalter Bahn) und wird von Regionalbahnen der DB Regio fahrplanmäßig angefahren.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Joachim Gottlob Am Ende (1704–1777), Theologe und Pädagoge
- Johann Christian Bucke (1672–1723), lutherischer Theologe
- Rolf Dienewald (* 1941), Schauspieler, Regisseur und Moderator
- Paul Gerhardt (1607–1676), Theologe und Kirchenlieddichter
- Ralf Laass (* 1968), Landtagsabgeordneter 2002–2006 (CDU)
- Friedrich Ludwig Leuschner (1824–1889), Fabrikant und Reichstagsabgeordneter, Ehrenbürger ab 1887
- Wilhelm Ohnesorge (1872–1962), NSDAP-Politiker, Reichspostminister
- Siegfried Stephan (1883–1948), Gynäkologe
- Hugo Winckler (1863–1913), Archäologe und Sprachwissenschaftler
[Bearbeiten] Literatur
- Gräfenhainichen. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 3. Band, Zwickau 1816, S. 381–383.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen; Stand: 31. Dez. 2010 (PDF; 231 KB) (Hilfe dazu)
- ↑ Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Landkreis Wittenberg (GemNeuglG WB)
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007
- ↑ Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Landkreis Wittenberg (GemNeuglG WB)
- ↑ Genehmigungsurkunde vom 17. Dezember 1993 durch das Regierungspräsidium Dessau
[Bearbeiten] Weblinks
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