Bernd Schröder (Fußballtrainer)

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Bernd Schröder

Bernd Schröder (* 22. Juli 1942 in Lübeck-Travemünde[1]) ist ein deutscher Fußballtrainer und Ingenieur. Schröder trainiert seit 1971 mit fünfjähriger Unterbrechung (1992 bis 1997) den mehrfachen DDR- und Deutschen Meister Turbine Potsdam und war Nationaltrainer der DDR-Frauenfußballnationalmannschaft. Mit zwölf Meistertiteln, drei Pokalsiegen und zwei Europapokalsiegen ist er einer der erfolgreichsten Fußballtrainer Deutschlands.

Werdegang[Bearbeiten]

Schröder wuchs im Erzgebirge auf. Er studierte Montanwissenschaften an der Bergakademie Freiberg und arbeitete drei Jahrzehnte in leitender Funktion als Abteilungsleiter. Zeitweise führte er 200 Arbeitnehmer[2] im VEB Energieversorgung Potsdam (EVP) (nach 1990 Märkische Energieversorgung AG (MEVAG), heute zu E.ON).

Bei der Gründung einer Sektion für Frauenfußball in der BSG Turbine Potsdam, deren Trägerbetrieb die EVP war, wurde er darauf angesprochen, neben der Arbeit das Traineramt zu übernehmen. Er hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Mannschaft trainiert. In den 1960er Jahren war Bernd Schröder in den Reservemannschaften des 1. FC Lok Leipzig als Torwart aktiv.[3]

Zwischen 1981 und 1989 gewann er mit der Mannschaft sechsmal den Titel des DDR-Meisters (1981, 1982, 1983, 1985, 1986, 1989), zweimal wurde er Vizemeister (1984, 1988). Im Sommer 1989 wurde Schröder zusätzlich Trainer der neu gegründeten DDR-Frauen-Fußballnationalmannschaft, die jedoch nur ein Länderspiel bestritt, das am 9. Mai 1990 gegen die Tschechoslowakei mit 0:3 verloren wurde.

Zwischen 1992 und 1997 war Schröder für Turbine Potsdam als Manager tätig, bevor er wieder das Traineramt übernahm. In der Saison 2003/04 führte er den nun unter dem Namen 1. FFC Turbine Potsdam antretenden Verein erstmals zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft und des DFB-Pokals und erreichte damit erstmals das Double. In der folgenden UEFA-Cup-Saison zog er mit dem Verein in das Finale des UEFA Women’s Cup, welches am 21. Mai 2005 in Potsdam gegen den schwedischen Verein Djurgården Damfotboll gewonnen werden konnte. Daneben wurde in diesem Jahr der Titel im DFB-Pokal erfolgreich verteidigt. In der folgenden Saison 2005/06 gewann Potsdam unter Schröder das zweite Mal Meisterschaft und DFB-Pokal in einer Spielzeit, verlor aber im Finale des Europapokals gegen den 1. FFC Frankfurt. Es folgten zwei titellose Jahre, ehe Turbine mit Bernd Schröder zum Serienmeister avancierte und zwischen 2009 und 2012 viermal in Folge die Bundesliga gewinnen konnte. 2009 zog der Verein wie auch in den Jahren 2011 und 2013 wieder in das DFB-Pokalfinale ein, verlor jedoch jedes dieser Endspiele. Am 20. Mai 2010 in Getafe konnte Potsdam neben dem Meistertitel in dem mittlerweile zur Champions League gewandelten Europapokalwettbewerb seinen Sieg von 2005 wiederholen, indem man im Endspiel Olympique Lyon im Elfmeterschießen bezwang. Auch im Jahr 2011 stand die Mannschaft in London gegen den gleichen Gegner im Finale. Dieses Mal unterlag die Mannschaft jedoch mit 0:2.

Für seine Verdienste als Fußballtrainer erhielt Schröder 2005 den Verdienstorden des Landes Brandenburg, 2008 den Kristall-Fußball des Fußball-Landesverbandes Brandenburg und 2011 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Bernd Schröder ist heute der letzte DDR-Fußball-Trainer, der mit kurzer Unterbrechung noch unverändert demselben Verein betreut. Schröder engagierte sich mit seinem Trainerteam vom 1. FFC Turbine Potsdam im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 für das Team Heimvorteil beim Discover Football Turnier in Berlin.

Mittlerweile ist Schröder auch für Unternehmen interessant geworden und hält Vorträge über seine Führungsphilosophie.[4] Seit Mai 2013 gehört er mit seinem Verein 1. FFC Turbine Potsdam dem ECA Women's Football Committee (WFC) der European Club Association an.[5]

Erfolge als Trainer[Bearbeiten]

UEFA-Women’s-Cup-/Champions-League-Sieger: 2

DDR-Meister: 6

  • 1981, 1982, 1983, 1985, 1986, 1989

Deutscher Meister: 6

DFB-Pokalsieger: 3

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ronny Galczynski: Frauenfußball von A - Z. Das Lexikon für den deutschen Frauenfußball. Spielerinnen, Vereine und Rekorde. Viele Hintergrundgeschichten, Hannover 2010, S. 261.
  2. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 13. März 2011, S. 20.
  3. „Der Zauberlehrling“, in: Märkische Allgemeine vom 21. Juli 2007
  4. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 13. März 2011, S. 20.
  5. Women's Football Committee - European Club Association