Boeing E-4

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Boeing E-4 Nightwatch
E 4b.jpg
Boeing E-4B „Nightwatch“ der USAF
Typ: Kommandoflugzeug
Entwurfsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Boeing IDS
Erstflug: 13. Juni 1973
Indienststellung: Dezember 1974
Stückzahl: 4

Die Boeing E-4 Advanced Airborne Command Post, auch Nightwatch genannt, dient der Luftwaffe der Vereinigten Staaten (USAF) als fliegender Kommandoposten für Krisenfälle. Sie basiert auf der Boeing 747-200B und soll als National Airborne Operations Center (NAOC) die Befehls- und Kommandogewalt der US-Regierung und -Streitkräfte sicherstellen, wenn die landgestützte Kommunikations-Infrastruktur durch Krieg oder Naturkatastrophen bereits zerstört ist. Vier Exemplare dieses Flugzeuges wurden von der USAF in den 1970er Jahren beschafft.[1]

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten]

Da sich die USA im Kalten Krieg der Gefahr eines nuklearen Angriffs auf ihr Land ausgesetzt sahen, beschloss man, die militärische Führung in einem solchen Ernstfall an Bord eines Flugzeuges zu verlegen, um die Befehlsgewalt so lange und so unabhängig wie möglich aufrechtzuerhalten. Ende Februar 1973 bestellte die USAF zunächst drei E-4A, ihr Erstflug (noch ohne Ausrüstung) fand am 13. Juni 1973 statt. Die erste Maschine lieferte Boeing im Dezember 1974 aus, die dritte im Laufe des Jahres 1975. Im Dezember 1979 erhielt die US-Luftwaffe eine vierte, mit moderner Elektronik ausgestattete E-4B, ihr Erstflug war am 10. Juni 1978. Daraufhin wurden die A-Modelle bis 1985 ebenfalls auf den neuesten technischen Stand gebracht und trugen von nun an die Bezeichnung E-4B.

Die Außenhaut der E-4 bietet Schutz gegen den bei Atombombenexplosionen auftretenden elektromagnetischen Impuls. An Bord befinden sich verschiedenste Kommunikationseinrichtungen, die sämtliche Frequenzbereiche abdecken, unter anderem für Satellitenfunk und für die Ausstrahlung von Rundfunksendungen an die Bevölkerung. Dazu kommen Aufenthalts- und Konferenzräume für das einschließlich Cockpitbesatzung bis zu 63 Köpfe starke militärische Personal; zusätzlich können maximal 51 Passagiere in einem separaten Abteil befördert werden. Durch Luftbetankung wird die Einsatzdauer auf bis zu drei Tage und Nächte ohne Landung ausgedehnt.

War sie ursprünglich nur für militärische Zwecke vorgesehen, kann sie seit 1994 auch bei Naturkatastrophen zur Unterstützung herangezogen werden.

Die vier Exemplare der Boeing E-4 gehören zum Arsenal des Air Combat Command (ACC) und sind auf der Offutt Air Force Base in Nebraska beheimatet, eine davon befindet sich in ständiger Alarmbereitschaft.

Liste der E-4[Bearbeiten]

  Typ[A 1] Seriennummer USAF-
Registrierung[A 2]
Bemerkungen
1 E-4A 20682/202 73-1676 Die erste ausgelieferte E-4, bei Auslieferung noch als Advanced Airborne Command Post (AABNCP) bezeichnet, hatte ihren Erstflug am 13. Juni 1973. Die Ausrüstung mit den Aufklärungs- und Fernmeldesystemen fand im selben Jahr in Greenville, Texas, statt. Im Dezember 1974 wurde das Flugzeug auf der Andrews Air Force Base stationiert. Bis 1985 auf E-4B-Standard umgerüstet.[1]
2 E-4A 20683/204 73-1677 Bis 1985 auf E-4B-Standard umgerüstet.[1]
3 E-4A 20684/232 74-0787 Bis 1985 auf E-4B-Standard umgerüstet.[1]
4 E-4B 20949/257 75-0125 Als E-4B ausgeliefert.
  1. Version, die das Flugzeug bei der Übergabe an die USAF hatte.
  2. Die ersten beiden Ziffern lassen Rückschlüsse auf das sogenannte Fiskaljahr zu, in dem die Bestellung des Luftfahrzeug im Haushaltsbericht beschlossen wurde.

Technische Daten[Bearbeiten]

Boeing E-4B in einem EMP-Simulator
Eine E-4B auf dem Flughafen von Bogotá, Kolumbien
Kenngröße Daten
Länge 70,5 m
Spannweite 59,6 m
Höhe 19,3 m
Tragflügelfläche 511 m²
Leergewicht 186 t
Maximales Startgewicht 360 t
Höchstgeschwindigkeit 970 km/h
Maximale Flughöhe > 12.000 m
Reichweite (ohne Luftbetankung) ca. 11.000 km
Maximale Flugdauer (mit Luftbetankung) 72 Stunden
Antrieb Vier F103-GE-100 mit je 233,5 kN Schub
Besatzung (Cockpit) Vier (2 Piloten, 1 Navigator, 1 Bordtechniker)[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Boeing E-4 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e  Robert F. Dorr: America's Doomsday Aircraft. Key Publishing, Stamford Februar 2012, S. 58-63.