Bor (Serbien)

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Бор
Bor
Wappen von Bor (Serbien)
Bor (Serbien) (Serbien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Serbien
Okrug: Bor
Opština: Bor
Koordinaten: 44° 5′ N, 22° 6′ O44.07833333333322.095277777778378Koordinaten: 44° 4′ 42″ N, 22° 5′ 43″ O
Höhe: 378 m. i. J.
Einwohner: 50.000 (2002)
Telefonvorwahl: (+381) +381-(0)30
Postleitzahl: 19210
Kfz-Kennzeichen: BO
Struktur und Verwaltung
Gemeindeart: Dorf
Bürgermeister: Nebojsa Videnovic (URS)
Webpräsenz:

Bor (serbisch-kyrillisch Бор) ist eine Stadt in Serbien und Standort einer der größten Kupferminen Europas. Sie ist der Verwaltungssitz des gleichnamigen serbischen Okruges (dt. Kreises), und der gleichnamigen Opština (dt. Gemeinde).

1991 betrug die Einwohnerzahl etwa 60.000. Nach Angaben des Statistischen Büros der Republik Serbien hatte Bor am 30. Juni 2005 54.046 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten]

Bor ist eine moderne Stadt in der Region Timočka Krajina. Sie ist umgeben von einigen Kurorten wie Banjsko Polje und Brestovačka Banja sowie dem Bor-See und den Bergen Stol und Crni Vrh (dt. Schwarze Spitze). In der Nähe befindet sich eine der größten Höhlen auf dem Balkan, Lazareva Pecina (Lazars Höhle) mit einer Länge von 9818 Metern und imposantem Innenraum.

Geschichte[Bearbeiten]

In Bors Umgebung steht seit 1856 einer der größten Paläste des Fürsten Aleksandar Karađorđević I., der auch als Quartier von Miloš Obrenović diente.

Im Jahre 1903 wurde die Kupfermine nahe der Stadt Bor eröffnet. Dies war ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung Bors.

Am 27. März 1941 befahl Hitler ('Weisung Nr. 25'), einen Angriff auf Jugoslawien (der vom 6. bis 17. April stattfand). Darin sind die "Kupfergruben von Bor" ausdrücklich erwähnt.[1] Im Herbst 1944 zog sich die Heeresgruppe E aus Jugoslawien zurück, als die Rote Armee - mit erheblicher Unterstützung durch jugoslawische Partisanen - die Belgrader Operation vorantrieb (siehe auch hier).

Seit 1947 hat Bor den Status einer Stadt inne; damals hatte die Stadt 11.000 Einwohner.

Einwohner[Bearbeiten]

Die Volkszählung 2002[2] ergab, dass 39.387 Menschen in der Stadt Bor leben.

Frühere Volkszählungen:

  • 1948: 11.103
  • 1953: 14.533
  • 1961: 18.816
  • 1971: 29.418
  • 1981: 35.591
  • 1991: 40.668

Wirtschaft[Bearbeiten]

Am Rande der Stadt Bor befindet sich eine der größten Kupferminen Europas, mit deren Nutzung 1903 begonnen wurde.

In den 1960er und 1970er Jahren war die Mine die Haupteinnahmequelle Bors. Jedoch erlebte die Stadt 1990, während den Jugoslawienkriegen, einen wirtschaftlichen Abschwung. Viele Arbeitskräfte zogen mit ihren Familien ins Ausland (sog. Gastarbeiter). Seit dem Jahr 2003 versucht die Stadt, die Mine zu modernisieren. Die Bergwerke wurden im Jahr 2007 zum Verkauf angeboten. Das österreichische Unternehmen A-TEC des Unternehmers Mirko Kovats legte im Februar 2008 ein Kaufangebot für die Übernahme des Kupfer-Bergbau-Komplexes RTB (Rudarsko-topionicarski kombinat „Bor“) vor. Für den Kupfer-Bergbau-Komplex RTB-Bor wurden 466 Millionen Dollar geboten, ein anderer Bieter, die Firma SMR des russischen Unternehmers Oleg Deripaska bot 370 Millionen.[3]

Durch den steigenden Kupferpreis erlebt die Stadt inzwischen wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung, zudem gewinnt der Tourismus inzwischen auch der Industriekultur-Tourismus an Bedeutung.

Politik[Bearbeiten]

Bor ist das Verwaltungszentrum des gleichnamigen Okruges und der gleichnamigen Opština.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Bor unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Satz 4 der Weisung: Die baldige Öffnung des Donau-Verkehrs und die Besitznähme der Kupfergruben von Bor sind aus wehrwirtschaftlichen Gründen wichtig.
  2. Gesamtergebnis der Volkszählung vom April 2002 (englisch) (PDF; 379 kB)
  3. ORF-Newspool vom 8. Februar 2008.

Weblinks[Bearbeiten]