Buntstift

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Verschiedene Buntstifte
Verschiedene Buntstifte
Vorderansicht

Ein Buntstift, auch Farbstift genannt, ist ein Schreib- oder Zeichengerät mit einer farbigen Mine. Als Hülle der Mine wird häufig lackiertes Holz wie bei Kopier- oder Bleistiften verwendet.

Geschichte[Bearbeiten]

Über die Geschichte des Buntstiftes ist wenig bekannt. Er wurde erstmals Anfang des 19. Jahrhunderts erwähnt, allerdings wurden wahrscheinlich schon früher Buntstifte hergestellt.

Herstellung[Bearbeiten]

Die Mine des Buntstiftes wird aus Farbpigmenten, Fetten, Wachsen, Bindemitteln, Talkum und Kaolin hergestellt. Nach der Vermischung der einzelnen Bestandteile miteinander werden diese gepresst, luftgetrocknet und mit einer Holzummantelung versehen.

Bei der Herstellung von Buntstiften wird aber auch teilweise Phthalsäure verwendet. Die Buntstifte werden damit beschichtet. Phthalatweichmacher sind für Kinder, welche auf Buntstiften kauen, im größeren Zeitraum gesundheitsschädlich. Zwar wurde Phthalsäure als Weichmacher in Spielzeug von der EU bereits verboten, doch bei der Herstellung von Buntstiften ist Phthalatweichmacher immer noch zu finden.[1]

Anwendung[Bearbeiten]

Im Gegensatz zum Bleistift zeichnen die Minen von Buntstiften nicht grauschwarz, sondern farbig. Durch eng gesetzte Linien (Schraffur) lassen sich auch farbige Flächen anlegen. Durch eine Veränderung der Druckstärke kann die an das Papier abgegebene Farbintensität variiert werden. Dicke weiche Buntstifte in grellen Farben finden als Textmarker Verwendung. Farb- bzw. Buntstifte eignen sich besonders als Einsteigematerial in die künstlerischen Darstellungstechniken, da sie zeichnerische und malerische Elemente verbinden.

Künstlerfarbstifte können grob in zwei Kategorien eingeteilt werden. Man unterscheidet zwischen wachs- und ölbasierten Farbstiften. Bekannte Marken sind zum Beispiel Cretacolor, Sanford Prismacolor, Faber-Castell Polychromos, Derwent Artist und Coloursoft, Caran d’Ache Pablo sowie Lyra Rembrandt Polycolor. Diese Stifte sind in großen Sortimentkästen erhältlich, welche bis zu 132 Farben umfassen. Mit hochwertigen Farbstiften lassen sich nahezu fotorealistische Bilder erstellen.

Farbstifte werden ebenso gern von Modedesignern zum Zeichnen und Colorieren eingesetzt. So benutzt zum Beispiel Karl Lagerfeld Polychromos-Stifte für seine Entwürfe.

Mit Buntstiften sind Lasurtechniken möglich. Die Pigmente von sogenannten Aquarellstiften lassen sich nachträglich mit Wasser vermalen. Der Hauptunterschied gegenüber Bleistiften ist, dass sich die Linien von handelsüblichen Buntstiften nur sehr schwer, oft auch überhaupt nicht, ausradieren lassen.

Literatur[Bearbeiten]

 Brigitte Waldschmidt: Farben mischen. Das Grundlagenbuch für Künstler. Englisch Verlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-8241-1377-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Buntstift – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Buntstift – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schulbeginn: Schadstoffe in Stiften, Farben und Radierern, Stiftung Warentest, 3. September 2008 (online abgerufen am 26. Februar 2013)