Burg Hülshoff

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Burg Hülshoff
Burg Hülshoff

Burg Hülshoff

Entstehungszeit: 11. Jahrhundert erstmals erwähnt
Burgentyp: Niederungsburg
Erhaltungszustand: Erhalten
Ständische Stellung: Drosten
Bauweise: Baumberger Sandstein, Backsteinziegel
Ort: Havixbeck
Geographische Lage 51° 58′ 17,2″ N, 7° 30′ 16,1″ O51.9714361111117.504480555555671Koordinaten: 51° 58′ 17,2″ N, 7° 30′ 16,1″ O
Höhe: 71 m ü. NN
Burg Hülshoff (Nordrhein-Westfalen)
Burg Hülshoff

Burg Hülshoff ist eine typische münsterländische Wasserburg, deren Bezeichnung sich von "Hülse" (auch "Hülsbusch", "Holst" bzw. englisch: "holly") für Stechpalme ableitet. Sie liegt zwischen Havixbeck und dem münsterschen Vorort Roxel und gehört seit 1975 zur Gemeinde Havixbeck. Die Burg ist seit 1417 Stammsitz der Freiherren Droste zu Hülshoff sowie Geburtshaus der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff.

Inhaltsverzeichnis

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Burg Hülshoff stellt sich bis heute als geschlossene Renaissanceanlage dar, deren hohe Dreistaffelgiebel schmucklos gehalten sind. Die Wasserburg steht auf zwei Inseln, die durch eine Brücke verbunden sind. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Anlage in Formen des Barock erneuert, umgebaut und erweitert, wobei der Baumberger Sandstein zusammen mit Ziegelmauerwerk zum Einsatz kamen. Der 1628 errichtete Gärtnersturm zeigt seit dem 19. Jahrhundert ein, ursprünglich an anderer Stelle angebrachtes, Reiterrelief, das Heinrich I. von Droste-Hülshoff (1500-1570) darstellt, der bei der Eroberung der Stadt Münster von den Täufern beteiligt gewesen ist.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Die Anlage wurde erstmals im 11. Jahrhundert als Oberhof „Zum Hülshoff“ urkundlich erwähnt. Seit dem Jahr 1417 sind die Herren von Deckenbrock als Besitzer bekannt. Johann IV. von Droste, der, wie andere Erbmänner in Münster wirkte und lebte, Besitzer des Oberhofes Deckenbrock, kaufte zunächst 1414 eine Parzelle vom "Hülshove", heute der nördliche Teil des Schlossparks. 1417 kaufte er von seiner entfernten Verwandten Jutta von Schonebeck auch das Haus "Tor Kulen", urkundlich bereits 1347 erwähnt und den Oberhof Hülshoff. Den Urkunden zufolge stand auf einer Insel im damals noch kleineren Hausteich nur ein Haus mit dicken Mauern. Die heutige Vorburg hatte einen Graben im südlichen Bereich, wo sich damals der Zugang befand. Die Familie nutzte die Burg zunächst als Landsitz, vor allem in den Sommermonaten.

Erst Heinrich I. (1500-1570) verlegte, bedingt durch die Erfahrungen der Täuferzeit und wegen des Erbmännerstreits seinen ständigen Wohnsitz nach Hülshoff. Zwischen 1540 und 1545 erbaute bzw. erweiterte er das Haupthaus durch den westlichen Flügel und befestigte die Burg. Er ließ den Teich durch einen Kanal vergrößern. Stärker befestigt wurde die Anlage 1580 durch seinen Sohn, den Bürgermeister von Münster Bernhard II. von Droste zu Hülshoff (1542-1624). Er errichtete Umfassungsmauern, den (im 19. Jahrhundert abgebrochenen) Alten Hundeturm (seine ursprünglich dort angebrachte Wetterfahne mit dem Wappen Droste-Travelmann ist heute auf dem Neuen Hundeturm zu sehen) sowie einen Renaissance-Erker (im 18. Jahrhundert abgebrochen).

„Winterträume“ auf dem Gelände von Burg Hülshoff

Dessen Sohn Heinrich II. (1597-1666) musste, durch wiederholte Belagerungen und Plünderungen im spanisch-niederländischen und im Dreißigjährigen Krieg, die Befestigung abermals verstärken. Er schüttete 1628 die jetzige Lindenallee, den heutigen Hauptzugang zur Burg, auf und pflasterte sie.

Das Innere der Herrenhauses wurde am Ende des 18. Jahrhunderts durch den Gouverneur von Münster, General Heinrich-Johann von Droste zu Hülshoff (1735-1798) umgebaut, wobei auch die Fenster die heutige Form erhielten. Sein Neffe Clemens-August II. von Droste zu Hülshoff, Vater der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, ließ das südlich gelegene, sumpfige Gelände trockenlegen. Dazu ließ er die Stichgräben von dem östlichen und westlichen Turm der Vorburg zum Hausteich ausheben. Der fast verlandete Graben zwischen den beiden Türmen wurde vertieft.

Im 19. Jahrhundert gab es die letzten größeren Veränderungen. 1868 wurde auf Kosten des Ornithologen Ferdinand von Droste zu Hülshoff (1841-1874), der Neue Hundeturm errichtet. Die Burgkapelle im neugotischen Stil wurde durch seinen Bruder, den Landrat von Münster Heinrich von Droste zu Hülshoff (1827-1887), angebaut.

Erst in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts bekam die Vorburg durch Jutta von Droste zu Hülshoff, so breite Gräben, dass man von einer Insellage sprechen kann.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Burg Hülshoff und ihr Park sind gegen Eintritt zu besichtigen. Es gibt Führungen durch die Innenräume, die v.a. an die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff erinnern. Der Burgkeller und im Sommer der Hof werden durch das Burgrestaurant bewirtschaftet. Burg Hülshoff ist zudem für ihre große und gepflegte Parkanlage bekannt. Der landschaftlich gestaltete Park unterteilt sich in verschiedene Teilbereiche. In den Sommermonaten sind zahlreiche Stauden zu bewundern. Im Mai findet auf dem Parkgelände alljährlich das Festival „Gartenträume“,[1] im November das Festival „Winterträume“ [2] statt.

Geburtshaus der Dichterin[Bearbeiten]

Annette von Droste-Hülshoff wurde 1797 auf Burg Hülshoff geboren und verbrachte hier ihre Kindheit und Jugend.

Burg Hülshoff von Westen

„Du Vaterhaus mit deinen Thürmen,
Vom stillen Weiher eingewiegt,
Wo ich in meines Lebens Stürmen
So oft erlegen und gesiegt, –
Ihr breiten laubgewölbten Hallen,
Die jung und fröhlich mich geseh'n,
Wo ewig meine Seufzer wallen
Und meines Fußes Spuren stehen.“

Annette von Droste-Hülshoff

Mit Hilfe der 2012 offiziell anerkannten Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung wird das Geburtshaus dauerhaft für die öffentliche Nutzung erhalten und bietet ein Domizil für literarische Veranstaltungen, Ausstellungen und Forschungsvorhaben.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Holsenbürger: Die Herren v. Deckenbrock (v. Droste-Hülshoff) und ihre Besitzungen. Aus archivalischen Quellen. Theil 1 (2 Abtheilungen). Regensberg, Münster;
    • Abtheilung 1: 1209–1570. 1868;
    • Abtheilung 2: 1570–1798. 1869.
  • Wilderich von Droste zu Hülshoff: Annette v. Droste-Hülshoff im Spannungsfeld ihrer Familie. C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1997, ISBN 3-7980-0683-0

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homepage der Veranstaltung „Gartenträume 2010“
  2. Homepage der Veranstaltung „Winterträume 2009“
  3. http://www.wdr5.de/nachrichten/kultur.html WDR 5(Westdeutscher Rundfunk) Kulturnachrichten, abgerufen am 30. September 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Hülshoff – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien