Droste zu Hülshoff

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Wappen der Droste zu Hülshoff

Droste zu Hülshoff (auch Droste-Hülshoff) heißt ein deutsches Adelsgeschlecht, das dem Uradel des Münsterlandes angehört und als Erstbezeichnung den Namen von Deckenbrock führte[1]. Es ist eines von drei heute noch blühenden münsterschen Erbmännergeschlechtern. Bekannt ist es vor allem durch die bedeutendste deutsche Dichterin des 19. Jahrhunderts, Annette von Droste-Hülshoff und hat viele katholische Geistliche, Gutsbesitzer, Generäle, Bürgermeister, hohe Beamte, Wissenschaftler und Künstler hervorgebracht.

Der Name Droste[Bearbeiten]

Truchsess/Drost auf einem mittelalterlichen Kartenspiel

Der Familienname aller Familien Droste leitet sich ab vom gleichnamigen Amt des Drosten; es war im Mittelalter mit dem Hofamt des Truchsess, lat. dapifer, mittelhochdeutsch drotsete, identisch. Aus der Adelsfamilie der Freiherren Droste zu Hülshoff trägt letztere Amtsbezeichnung z. B. der Ritter Engelbert von Deckenbrock (1266–1298) in Urkunden[2]. Von solchen Ämtern, die erblich wurden, übernahmen verschiedene Adelsfamilien in Westfalen den Namen Droste. Nur gelegentlich gab es verwandtschaftliche Verbindungen dieser ganz verschiedenen Familien: beispielsweise war Anna Brigitta von Droste zu Hülshoff, die Urgroßmutter der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, eine Tochter des „Erbdrosten“ aus der Familie Droste zu Vischering. Die Verweigerung der Mitgift für diese Ehe war allerdings Ursache eines Rechtsstreits zwischen beiden Familien, der 1737 damit endete, dass Heidenreich von Droste zu Vischering seinem Schwiegersohn Heinrich Wilhelm I. von Droste zu Hülshoff (1704–1754) und dessen Nachkommen zusichern musste, dass beim Aussterben seiner Familie die Droste zu Hülshoff deren Güter erben sollte (Hintergrund dürfte der Münstersche Erbmännerstreit gewesen sein, der erst 1710 wieder die ursprünglich zweifellos vorhandene Ebenbürtigkeit beider Familien bescheinigte)[3]. Diese beiden Adelsgeschlechter Droste blühen immer noch. Der Name Droste (ohne Zusatz) kommt in Norddeutschland recht häufig vor, wobei auch eine Abstammung von nicht-legitimierten Nachkommen von Adelsfamilien vorliegen kann. Namensgeberin vieler Schulen, Straßen und kultureller Einrichtungen mit dem Namen „Droste“ – beispielsweise für die Droste-Hülshoff-Gymnasien – ist zumeist die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff.

Gut Hülshoff[Bearbeiten]

Hülshoff ist der Name einer Wasserburg und eines Gutes in Havixbeck, Kreis Coesfeld, Nordrhein-Westfalen (vor 1975 zu Roxel, Landkreis Münster, gehörend), deren Bezeichnung sich von „Hülse“ (auch „Hülsbusch“, „Holst“ bzw. englisch: „holly“) für Stechpalme ableitet. Die Burg, seit 1417 Stammsitz der Freiherren Droste zu Hülshoff, wurde von ihrer letzten Besitzerin 2012 in die neu gegründete Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung eingebracht.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprung[Bearbeiten]

Mit Bernhard I. beginnt vor ca. 800 Jahren (25 Generationen) die sichere Stammfolge dieser Familie, die als bischöfliche Kämmerer später zur Ministerialität des Bischofs von Münster gehörte. In einer Urkunde der Äbtissin des adeligen Damenstiftes zu Überwasser in Münster, Westfalen, wird 1209 als Zeuge der Ritter (miles) Bernhardus de Thekenbroke, Herr des Oberhofs Deckenbrock bei Everswinkel im Kreis Warendorf erstmals genannt[4].[5] Diesen „uralten“ Oberhof besaß er als „freies Eigen“ (ohne Lehnsherrschaft) - dies deutet darauf hin, dass die Familie Deckenbrock ursprünglich ein edelfreies Geschlecht war. Die Teilnahme des o.g. Bernhard von Deckenbrock am Dritten Kreuzzug im Gefolge des seinerzeitigen Bischofs von Münster Hermann II. von Katzenelnbogen und damit von Kaiser Friedrich Barbarossa ist wahrscheinlich. Neben dem Wappentier fliegender Fisch (analog dem Wappen der Familie Brockdorff) weist darauf eine Familienüberlieferung hin, nach der sie wegen der Teilnahme an der Belagerung von Akkon das kirchliche Privileg der Befreiung vom Fasten besaß.

1266 erwarb die Familie mit Engelbertus dictus de Deckincbroke erstmals das Amt des „Drosten“ des Domkapitel Münster, die Ämter des Kämmerers des durch Bischof Hermann I. (Münster) gegründeten adeligen Damenstifts Überwasser in Münster und des Burgmanns in Ahaus[6]. Insbesondere das Domkapitel besaß damals großen Grundbesitz im Münsterland, den der Drost verwaltete. Mit Alhard (gest. 1399) nimmt das Adelsgeschlecht nach diesem seit drei Generationen in der Familie erblichen Amt den Namen Droste, mit Johann (gest. 1438) nach dem Erwerb der Burg Hülshoff bei Havixbeck den Namen „Droste zu Hülshoff“ an. Die gewohnheitsrechtliche Führung des Freiherrentitels wurde 1843 durch Preußen genehmigt.

Erbmänner in Münster[Bearbeiten]

Die Familie hatte im 13. Jahrhundert ihren Stammsitz Deckenbrock verlassen, weil der mächtig gewordene Bischof und Landesherr von Münster dessen Befestigung nicht zuließ. Sie ließ sich in der befestigten Stadt Münster nieder, vermischte sich mit den in Münster „Erbmänner“ genannten Stadtpatriziern und erwarb sogenannte „Erbmannshöfe“[7]. Die Erbmännerfamilien heirateten meist nur untereinander, die Stammherren der Deckenbrock/Droste zu Hülshoff heirateten Töchter aus den Erbmännergeschlechtern Travelmann, Kleihorst, Kerckerinck, Strick, Warendorp und Steveninck. Ausschließlich Erbmänner waren bis Mitte des 16. Jahrhunderts in Münster (das zu dieser Zeit ca. 20.000 Einwohner hatte) wählbar als Schöffen, Mitglieder des Stadtrats und als Bürgermeister. Die Deckenbrock/Droste zu Hülshoff stellten vom 13. bis 17. Jahrhundert zahlreiche Träger dieser Ämter in Münster, das seit Mitte des 13. Jahrhunderts Hansestadt war. Johann III. von Deckenbrock (1295–1349) zum Beispiel bekleidete das Amt des Bürgermeisters und Richters von Münster in den Jahren 1312–1313, 1321–1322, 1327, 1333 sowie 1337–1339[8]. In seine Amtsjahre fiel der Baubeginn der "Bürgerhalle" des historischen Rathauses, in dem 1648 der Dreißigjährige Krieg durch den Westfälischen Frieden beendet wurde. Als Bürgermeister von Münster sind danach bekannt: Johann VII. von Droste zu Hülshoff (1467–1539) und Everwin II. von Droste zu Handorf († 1535), bis 1532 Bürgermeister, Verhandlungsführer des Stadtrates zu Beginn des Täuferreichs und Besitzer der Burg zu Münster-Handorf. Aufgrund der Zerstörung des Stadtarchivs Münster und des Familienarchivs durch die Täufer fehlen über sie nähere Angaben, wie sie glücklicherweise über den letzten Bürgermeister aus der Familie, Bernhard II. von Droste zu Hülshoff bekannt sind.

Mitglieder der Familie wirkten im Zusammenhang mit der Hanse vermutlich auch in Königsberg. So bezog sich 1704 König Friedrich I. (Preußen) bei seiner „Adelsrenovation“ für den Bürgermeister von Königsberg, Carl Drost vom Fisch, im Kneiphof auf dessen angebliche Abstammung von den Droste zu Hülshoff und verwandte deren Familienwappen. Diese ausgestorbene Familie von Droste besaß im Königsberger Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert die Güter Linkehnen und Starkenberg (beide Kreis Wehlau, Ostpreußen), wo ihnen die „von Knobloch genannt von Droste“ nachfolgten.

Die aus Ämtern und Handel stammenden Gewinne legten die Erbmännerfamilien durch Erwerb von Grundbesitz in Stadtnähe an. Die Droste zu Hülshoff hatten schon relativ früh, 1417, das Rittergut Hülshoff erworben, das sie später durch weitere nahegelegene Erbmännerbesitzungen wie Haus Vögeding, Haus Stapel und Haus Brock erweiterten. Bekannt sind die Erbmännerfamilien - die Droste zu Hülshoffs sind eine der drei immer noch blühenden – durch den Münsterschen Erbmännerstreit, der in allen weltlichen und geistlichen Instanzen an die 150 Jahre erfolgreich um die Anerkennung dieser Familien als uradelige Adelsfamilien geführt wurde. Der Prozess ist im Falle der Familie Droste zu Hülshoff, die ursprünglich edelfrei war sowie der Ritterschaft angehörte, paradox. Auch vor Beginn des Täuferreichs von Münster in den 1530er Jahren waren zwei Vertreter der Familie, Johann VII. Droste und Everwin II. Droste, Vater und Sohn, Bürgermeister der Stadt Münster. Seinerzeit verlor die Familie ihr damaliges Stadthaus in Münster mit Familienarchiv. Dies bereitete in dem Erbmännerprozess Beweisprobleme. Obwohl die Erbmänner den Prozess gegen zahlreiche Schachzüge des nichterbmännischen Landadels gewannen, waren ihre Besitzungen durch den Verlust der Steuerfreiheit und der Zugänge zu den reichen Pfründen der stiftsfähigen Familien in dieser Zeit stark benachteiligt. Die Familie Droste-Hülshoff lehnte daher, wie die anderen Erbmännerfamilien, die Wahl in städtische Ämter ab dem 16. Jahrhundert ab und strebte nur noch adelige Hofämter an. Familienangehörige wie Bernhard III. (1634-1700) mussten, weil der Prozess verschleppt wurde, 1661 selbst beim Reichskammergericht in Speyer die Sache vorantreiben. Erst nachdem der Prozess nicht nur gewonnen, sondern das Ergebnis auch gegen starke Widerstände unter Androhung der Reichsacht mithilfe Preussens durchgesetzt werden konnte, konnte 1717 endlich die Aufschwörung des Heinrich-Johann von Droste zu Hülshoff (1677-1739) als erstem Familienmitglied nach 150 Jahren stattfinden.

Wegen dieser Erfahrungen verheirateten sich die Stammherren auf Hülshoff seit dem 16. Jahrhundert ausschließlich mit Familien aus dem Stiftsadel wie den von der Heiden, von Nehem, Nesselrode (Adelsgeschlecht), Lipperheide, Droste zu Vischering, Recke (Adelsgeschlecht), Boeselager, Haxthausen (Adelsgeschlecht), Wendt (Adelsgeschlecht), Bocholtz (Adelsgeschlecht) und Elmendorff (Adelsgeschlecht). Andere Familienmitglieder verbanden sich mit den Familien Klitzing (Adelsgeschlecht), Kerckerinck, von der Mühlen (Adelsgeschlecht), Massenbach (Adelsgeschlecht), Mallinckrodt (Adelsgeschlecht), Merveldt (Adelsgeschlecht), Ketteler (Adelsgeschlecht), Bothmer (Adelsgeschlecht), Pfetten, Schönau (Adelsgeschlecht), Raitz von Frentz und Gelmini von Kreutzhof.

Verbundenheit mit der katholischen Kirche im Hochstift Münster[Bearbeiten]

Von Anfang an stand die Familie Droste zu Hülshoff in enger Beziehung zur katholischen Kirche. Schon ihr Stammvater Bernhard von Deckenbrock soll am Dritten Kreuzzug im Gefolge des seinerzeitigen Bischofs von Münster Hermann II. von Katzenelnbogen und damit von Kaiser Friedrich Barbarossa teilgenommen haben. Das Stammgut Deckenbrock in Everswinkel lieferte schon im 12. Jahrhundert seinen Zehnten an die Überwasserkirche in Münster ab, als dessen Kämmerer Engelbert von Deckenbrock im 13. Jahrhundert amtierte, der auch das Drostenamt des Domkapitels des Hochstift Münster bekleidete. Der Hof Lütke Deckenbrock, ursprünglich freies Eigen der Familie, stand nach einer Urkunde 1301 im Eigentum des Überwasserklosters, das ihn der Familie zu Lehen gab. Als Ritter waren die Deckenbrock Vasallen des Bischofs, der Bernhard III. von Droste zu Hülshoff noch 1671 zum persönlichen Kriegsdienst rief. Familienmitglieder waren als Erbmänner und Bürgermeister von Münster auch an der Regierung im Fürstbistum Münster beteiligt.

In die konfessionellen Streitigkeiten in Münster waren viele Familienmitglieder direkt verwickelt: So soll Johann VII. von Droste zu Hülshoff (1467-1539) den Hauptprediger des Täuferreich von Münster Bernd Rothmann von der Universität Wittenberg nach Münster geholt haben; als Bürgermeister von Münster mussten er und sein Sohn Everwin II. in den 1530er Jahren dann streitig mit den Wiedertäufern verhandeln[9]. Dessen Söhne, Alhard III. von Droste zu Uhlenbrock und Everwin III. von Droste zu Handorf, waren 1532 sogar unter den Opfern eines Überfalls der Wiedertäufer in Telgte. Konsequenterweise war ihr Vetter Heinrich I. von Droste zu Hülshoff (1500–1570) – als Lehnsmann des Bischofs Franz von Waldeck – 1534 an der Befreiung der Stadt Münster aus der Hand der Täufer beteiligt; als Ritter ist er auf einem Relief an der Burg Hülshoff abgebildet. Nach den Verwüstungen der Wiedertäuferzeit arbeitete Everwin von Droste zu Hülshoff (1540-1604) mit Gottfried von Raesfeld an der katholischen Reform in Münster[10], dessen Bürgermeister Bernhard II. von Droste zu Hülshoff den Ausgleich zwischen den Konfessionen suchte. Sein Sohn Heinrich II. (1597-1666) war ein überzeugter Katholik: Er stiftete erstmals eine Kapelle auf der Burg Hülshoff und verkaufte sein Stadthaus ("Hülshoffer Hof") an das heute noch bestehende "Collegium Marianum". Dessen Sohn Bernhard III. (1634-1700) förderte die Dominikanerkirche (Münster), indem er Gelände seines dortigen Stadthofes verkaufte. Protestantisch dagegen wurden die im dreißigjähriger Krieg nach Sachsen verschlagenen Militärs und Gutsbesitzer Herbert von Droste zu Möllenbeck (heute Münster-Wolbeck) und sein Sohn Johann Eberhard von Droste zu Zützen.

Insgesamt dreißig Familienmitglieder waren laut Germania sacra katholische Domherren (Kanoniker), Stiftsdamen (Kanonissen) und Ordensleute, einige davon bekleideten das Amt des Vikars, Propstes, Dechanten bzw. der Cellerarin. Infolge des Erbmännerstreites erreichten erst kurz vor dem Untergang des Hochstifts zwei Familienmitglieder hoch dotierte und sehr angesehene Ämter für den Stiftsadel: Ernst Constanz von Droste zu Hülshoff (1736–1799), Domdechant, wurde sogar zur Kandidatur als Fürstbischof aufgefordert, verzichtete aber 1780 zugunsten Maximilian Franz von Österreich, überzeugt, dass nur ein Prinz aus mächtigem Hause die Unabhängigkeit des Fürstbistums Münster bewahren könnte. Heinrich-Johann von Droste zu Hülshoff (1768–1836), ein Onkel der Dichterin, bekleidete das Amt des Dompropstes des Hochstift Münster/Westfalen.

Mit dem Erwerb von Burg Hülshoff 1417 trat die Familie in enge Beziehung zur Pfarrkirche St. Pantaleon (Roxel), wo viele Familienmitglieder, darunter Annette von Droste-Hülshoff, getauft wurden oder auf deren Friedhof ihre letzte Ruhestätte fanden. Richmod von Droste zu Hülshoff († 1613, Ehefrau von Bernhard II. von Droste zu Hülshoff) gründete zusammen mit ihrer Schwägerin, der Stiftsdame Benedicta von Droste zu Hülshoff, die von Droste'sche Armenstiftung für die Bürger von Roxel. Deren Sohn Bernhard III. Droste zu Hülshoff stiftete 1687 für die Pfarrkirche einen Seitenaltar von Friedrich Wilhelm Neuhaus, 1671 eine Monstanz und die große "Salvator"-Glocke von 1693. Dem Dorf schenkte er 1698 auch ein Schulhaus mit Lehrerwohnung. Sein Sohn Heinrich-Johann I. Droste zu Hülshoff (1677-1739) schenkte ihr und der Stiftskirche St. Georg (Hohenholte) die ersten Orgeln. Er stiftete seiner Pfarrkirche auch vier Statuen der lateinischen Kirchenväter Hieronymus, Ambrosius, Augustinus und Gregor des Bildhauers Johann Wilhelm Gröninger, die ursprünglich für die Kapelle von Burg Hülshoff bestimmt waren. Eine Kreuzigungsgruppe des gleichen Künstlers, welche die Familie gestiftet hatte, war seit 1746/47 auf dem Friedhof aufgestellt. Als die französische Revolution den Comte de Buisseret de Blavenghem (1730-1800) vertrieb, fanden er und seine Tochter Asyl in Burg Hülshoff und wurden in der Familiengrabstätte beigesetzt, woran noch ein Epitaph in St. Panthaleon erinnert.

Therese von Droste zu Hülshoff, die Mutter der Dichterin, machte eine Stiftung zur Errichtung einer Kapelle ihrer Ursprungsfamilile von Haxthausen (Adelsgeschlecht) und stiftete das "Ewige Licht" der Wallfahrtskirche Baitenhausen bei Meersburg. Annette von Droste-Hülshoff selbst schuf bedeutende religiöse Dichtung - ihren Gedichtzyklus Das geistliche Jahr hat sie als ihr nützlichstes Werk bezeichnet. Konfessionelle Enge war ihr aber zuwider; sie war auch mit vielen Protestanten befreundet. Ihr Vetter Clemens-August von Droste zu Hülshoff war u.a. ein prominenter Kirchenrechtler und Freund von Georg Hermes (Theologe), der auch das Vertrauen der protestantischen Beamtenschaft genoss. Ein Gegner der Preußen beim Kölner Ereignis war dagegen der Bruder der Dichterin, Werner-Constantin von Droste zu Hülshoff, der sich auch an der Wiedergründung des Malteserordens in Deutschland beteiligte, in dem seine Söhne Heinrich von Droste zu Hülshoff und Ferdinand von Droste zu Hülshoff sich karitativ engagierten. Heinrich, der die Kapelle an die Burg Hülshoff anbaute, und seine Brüder Clemens Friedrich Droste zu Hülshoff und Carl Caspar von Droste zu Hülshoff nahmen am Kulturkampf mit dem preußischen Staat und der Gründung der Deutsche Zentrumspartei teil - wofür sie sanktioniert wurden. Clemens Friedrich stiftete das noch bestehende Marienstift Droste zu Hülshoff in Havixbeck. Sein Vetter Constantin Maria von Droste zu Hülshoff wirkte in den USA als Missionar. Dessen Schwester Therese Dahn, geb. von Droste zu Hülshoff dagegen heiratete den liberalen Protestanten Felix Dahn. Als Bruch mit der Familientradition wurde empfunden, dass der letzte Stammherr auf Hülshoff, Werner von Droste zu Hülshoff (1872–1945) in zweiter Ehe protestantisch heiratete - nachdem ihn seine katholische erste Frau verlassen hatte. Die heute noch blühende nachgeborene Linie blieb dagegen katholisch.

Gutsbesitzer in der Familie[Bearbeiten]

Burg Hülshoff und der dazugehörige Gutsbesitz blieb fast 600 Jahre im Besitz der Stammlinie. Den Gutsbesitz der Familie erhielt, auch wenn nie ein Fideikommiss bestand, jahrhundertelang immer nur der älteste Sohn (sog. Majorat); die jüngeren Geschwister waren auf eine Versorgung im kirchlichen oder staatlichen Dienst oder eine vorteilhafte Heirat angewiesen. Erst Clemens-August II. von Droste zu Hülshoff schuf durch Erwerb von Haus Rüschhaus einen Nebensitz für die unverheirateten Familienmitglieder. Die Burgherren waren z.B. durch Belagerungsversuche und Einquartierungen von Militär herausgefordert. Neben der Verwaltung des Gutsbesitzes nahmen zahlreiche von ihnen öffentliche Ämter wahr, allerdings eher auf kommunaler Ebene. Obwohl sie während des Bestehens des Fürstbistums nur in geringem Umfang selbst Landwirtschaft betrieben, sondern vielmehr von den Abgaben der - wenn auch nicht leibeigenen, so doch abhängigen - Bauern und Kötter lebten, wurde die wirtschaftliche Lage u.a. von ihrem kaufmännischen Geschick bestimmt. Da Rittergüter zu jener Zeit außerdem richterliche, soziale und caritative Aufgaben wahrnahmen, hatten die Gutsbesitzer viel Verantwortung. Zur Grundherrschaft gehörte auch das Jagdrecht, das von vielen Familienangehörigen mit großer Passion persönlich ausgeübt wurde.

Der zukünftige Erbe erhielt jeweils eine besonders sorgfältige und - wegen des damit verbundenen Prestiges auch aufwändige - Ausbildung unter Mitwirkung eines Hofmeisters, mit dem er im 17. und 18. Jahrhundert auf die sog. Kavalierstour ging, die gelegentlich auch abenteuerlich verlief: Heinrich II. (1597-1666) machte noch 1623, der dreißigjähriger Krieg war bereits im Gange, eine Reise durch Frankreich mit längerem Aufenthalt in Paris. Auch dessen jüngerer Bruder Bernhard wurde, obgleich nicht künftiger Erbe, zu Studien nach Frankreich geschickt, wo ihn 20-jährig bei Metz 1629 die Pest hinwegraffte. Den nächsten Stammherrn, Bernhard III. (1634-1700), führte die Reise durch Frankreich nach Paris, wo er mehrere Monate weilte, dann über Bayern und Österreich nach Sachsen zur seinem Vetter Herbert von Droste zu Zutzen, wo er einige Zeit blieb. Der Sohn von Bernhard III., Heinrich-Johann I. (1677-1739), reiste - auch zu Universitätsstudien - u.a. nach Prag und nach Salzburg sowie weiteren, nicht bekannten, Zielen im Ausland. Von dieser Reise brachte er aus dem Ausland einen "Mohren" namens "Junkerding", mit, der die Tochter des Organisten von St. Pantaleon (Roxel) heiratete und selbst die von Heinrich-Johann gestiftete Orgel spielte. Die Kavalierstour seines Sohnes, Heinrich-Wilhelm I. (1704-1754), führte ebenfalls nach Salzburg, dann über Innsbruck, Triest, Verona, Mantua, Cremona, Pizzighettone nach Mailand bis nach Rom. Er wird von J. Holsenbürger als geschickter Reiter und Fechter beschrieben, was er unter Beweis stellte, als er in Rom einer Fürstin Colonna, der die Pferde durchgegangen waren, das Leben rettete. Sie soll ihm so dankbar gewesen sein, dass sie ihm das Recht verlieh, sich mit der Säule aus dem Familienwappen der Colonnas zu schmücken. Die Beziehungen der Colonna zum Heiligen Stuhl kamen ihm zustatten, als er auf dem Petersplatz von einem Grafen Fugger zum Duell gefordert, diesen in Notwehr erstochen hatte, worauf er auf Vermittlung der Fürstin Kirchenasyl erhielt. Ursache des Duells war, dass Heinrich-Wilhelm bei seinem Abschiedsdiner in Salzburg vergessen hatte, Fugger brauchgemäß zuzutrinken, wonach dieser – aus einer sehr reichen, aber nicht uradeligen Familie stammend – sich Rache geschworen hatte. Nach dieser tragischen Begebenheit war Heinrich-Wilhelm seines Lebens nie mehr richtig froh geworden, obwohl er auch ein „Meister auf der Flöte“ gewesen sein soll. Noch auf dem Sterbebett warnte er seine Kinder vor den damals so häufigen Duellen.

Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde nicht nur dem Stammherrn Werner-Constantin von Droste zu Hülshoff, sondern auch seinen Schwestern Annette von Droste-Hülshoff, die von ihm eine Apanage erhielt, und Jenny von Droste zu Hülshoff eine sorgfältige häusliche Ausbildung, allerdings kein Universitätsstudium, zuteil. Daran wirkten auch Hauskapläne und französische Erzieherinnen mit. Im 20. Jahrhundert kam es in der Stammlinie auf Burg Hülshoff und der Linie auf Haus Stapel zur weiblichen Erbfolge. Dies trug dazu bei, dass die nachgeborene, noch blühende Linie in Westfalen keinen Gutsbesitz mehr hat.

Familienmitglieder im öffentlichen Dienst[Bearbeiten]

Viele Mitglieder der Erbmännerfamilie Droste zu Hülshoff hatten vom 13. bis zum 17. Jahrhundert Ämter als Schöffen und Bürgermeister der Stadt Münster inne. Verhältnismäßig wenige Familienmitglieder schlugen eine militärische Laufbahn ein wie der sächsische Oberst Herbert von Droste zu Möllenbeck und sein Sohn, General Johann Eberhard von Droste zu Zützen (1662-1726), der Deutsch-Ordensritter und fürstbischöfliche General Heinrich-Johann von Droste zu Hülshoff (1735-1798) oder die preußischen Berufsoffiziere Max (1832-1904) und Moritz von Droste zu Hülshoff (1839-1888). Clemens-August II. von Droste zu Hülshoff amtierte im Königreich Westphalen als "maire" (Bürgermeister) von Roxel, sein Sohn Werner-Constantin von Droste zu Hülshoff übernahm politische Verantwortung u.a. als Mitglied des westfälischen Provinziallandtags. Im Dienst Preussens stand der Bonner Hochschullehrer Clemens-August von Droste zu Hülshoff. Die Juristen Heinrich von Droste zu Hülshoff, Clemens Friedrich Droste zu Hülshoff und Clemens von Droste zu Hülshoff traten als Landrat sowie Friedrich von Droste zu Hülshoff (1833-1905) als Regierungsrat in den preußischen Staatsdienst ein. Als Verwaltungsjurist in Baden-Württemberg arbeitete Wilderich von Droste zu Hülshoff. Forstmeister in Anhaltischen Diensten war Ferdinand von Droste zu Hülshoff (1800-1829). Forstmeister in Preußen und später Oberlandforstmeister in Rheinland-Pfalz war Mariano von Droste zu Hülshoff (1907-1997), dessen Sohn Bernd von Droste zu Hülshoff ebenfalls als Forstmeister in Rheinland-Pfalz begann, dann in Bayern eine Universitätslaufbahn einschlug und schließlich in den Dienst der UNESCO trat.

Familienmitglieder in Literatur, Wissenschaft, Kunst und Denkmalschutz[Bearbeiten]

International bedeutend ist die Dichterin und Komponistin Annette von Droste-Hülshoff - ihr einziges vollendetes Prosawerk Die Judenbuche, das auf einer Familienüberlieferung basiert, ist in mehr als sechs Millionen Exemplaren verbreitet und in acht Sprachen übersetzt worden. Ihre Schwester Jenny von Droste zu Hülshoff ist als Sammlerin von Märchen für die Gebrüder Grimm, als Schlossherrin von Burg Meersburg und als Malerin hervorgetreten. Nach der Dichterin haben in der Familie auch Ferdinand von Droste zu Hülshoff, Elisabeth von Droste zu Hülshoff, Therese Dahn, Heinrich von Droste zu Hülshoff (Autor), dessen Tochter Maria Annunziata und sein Enkel Wilderich von Droste zu Hülshoff belletristisch publiziert. Wissenschaftliche Autoren aus der Familie sind die Universitätsprofessoren Clemens-August von Droste zu Hülshoff und Bernd von Droste zu Hülshoff sowie die Ornithologen Ferdinand von Droste zu Hülshoff und dessen Bruder Friedrich von Droste zu Hülshoff (1833-1905). Als Komponist ist Maximilian-Friedrich von Droste zu Hülshoff hervorgetreten, der ein Freund von Joseph Haydn und auch der Kompositionslehrer von Annette von Droste-Hülshoff war. Eine zeitgenössische Musikerin, Malerin und Dichterin in der Familie ist Hortense von Gelmini.

Viele Familienmitglieder engagierten sich bei der Erhaltung von Kulturdenkmälern und des Nachlasses der Dichterin, für Kulturstiftungen sowie in der Annette von Droste-Gesellschaft. Die Herausgabe der Werke der Dichterin betrieben - nach deren Geschwistern – besonders ihre Neffen Heinrich von Droste zu Hülshoff und Ferdinand von Droste zu Hülshoff sowie ihre Patentochter Elisabeth von Droste zu Hülshoff. Die Einbringung von Burg Hülshoff in die gemeinnützige Annette-von-Droste-Hülshoff-Stiftung lag in der Verantwortung von Jutta Freifrau von Droste zu Hülshoff. Für Haus Stapel, früher Aufbewahrungsort des „Meersburger Nachlasses“ der Dichterin und eines Archives über den Erbmännerprozess, engagierten und engagieren sich z.B. Clemens von Droste zu Hülshoff, seine Geschwister, seine Tochter Ermengard Freifrau Raitz von Frentz und deren Tochter Mechthild. Für die Droste-Gedenkstätte in Rüschhaus trat besonders Friedrich von Droste zu Hülshoff (1833-1905) ein, für die Erhaltung von Burg Meersburg Jenny von Droste zu Hülshoff und ihre Töchter Hildegunde und Hildegarde von Laßberg. Annettes Fürstenhäusle in Meersburg betreuten nach ihnen ihr Vetter Carl Caspar von Droste zu Hülshoff sowie, durch Gründung des Droste-Museums, dessen Frau Marie, geb. Freiin von Bothmer und Helene Freifrau von Bothmer, die auch den Droste-Preis stiftete. Bernd von Droste zu Hülshoff gründete und leitete das Welterbezentrum der UNESCO in Paris.

Frühere Besitzungen der Familie[Bearbeiten]

In Everswinkel gehörten der Familie neben ihrem Stammsitz Deckenbrock, den sie als „freies Eigen“ (also ohne Lehnsherrschaft) besaß, bis zum Verkauf 1572 durch Bernhard II. von Droste zu Hülshoff noch andere Güter. Als Erbmännerfamilie hatte die Familie zusätzlich bereits ab dem 13. Jahrhundert Besitz in der Stadt Münster (die besonders reich an sog. Adelshöfen war - sie dienten entweder als Hauptsitz der Erbmänner oder als standesgemäßes Winterquartier des Stiftsadels). 1340 z.B. erwarb Alhard von Deckenbrock (später Droste genannt) einen Hof an der Kuhstraße 9 /Jüdefelderstraße 56-57, der bis heute zu Haus Stapel gehört. Johann Droste erheiratete 1430 den Hof der Familie Kerckerinck auf dem Honekamp (Krummer Timpen). Erst im 17. Jahrhundert erwarb die Familie einen Hof in dem vom Stiftsadel bewohnten Stadtquartier an der St. Lambertikirche (Alter Steinweg 30). Heinrich-Johann von Droste zu Hülshoff erwarb 1782 das Stadthaus am „Krummen Timpen“ und der „Beckerstiege“, das später sein Neffe Clemens-August II. von Droste zu Hülshoff bewohnte und erbte. Dieser verkaufte es an seinen Bruder Maximilian-Friedrich von Droste zu Hülshoff, der 1817 ein Haus am Domplatz erwarb.

Die Stammlinie der Familie Deckenbrock-Droste erwarb 1417 Gut Hülshoff, das im 19. Jahrhundert durch die Nebengüter Rüschhaus, Vögeding und Brock erweitert wurde und damals über 1.250 ha umfasste. Auch ein Teil des alten Stammgutes Deckenbrock gehörte vom 18. bis 20. Jahrhundert wieder dazu.

Aus der Linie auf Burg Hülshoff stammte die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848), die zeitweise auf Burg Meersburg am Bodensee lebte und dort starb. Sie selbst erwarb von ihrem Honorar in Meersburg das Fürstenhäusle mit kleinem Rebgut, das nach ihrem Tode ihre Schwester Maria-Anna (Jenny), Ehefrau des Joseph von Laßberg, und deren Töchter erbten und das ab 1914 ihr Neffe Carl Caspar von Droste zu Hülshoff bewohnte. Die Reben des Fürstenhäusle gehören heute zum Staatsweingut Meersburg, das zu Ehren der Dichterin seit ihrem 150. Todestag Droste-Weine herstellt. Auch in ihrem langjährigen Wohnsitz Haus Rüschhaus wird ihr Andenken bis heute gepflegt. Bis 1853 wurde das Haus durch die Mutter der Dichterin, Therese Louise, geb. von Haxthausen, bewohnt, danach durch zwei unverheiratet gebliebene Neffen, zunächst den Offizier Moritz von Droste zu Hülshoff, der 1883 einen neugotischen Bildstock mit Mandonnenfigur errichtete, der heute noch erhalten ist. Auch sein Bruder, der preußische Regierungsrat Friedrich von Droste zu Hülshoff (1833-1905), bewohnte ab 1890 das Haus; er publizierte - wie sein Bruder Ferdinand von Droste zu Hülshoff - als Zoologe, renovierte das Haus und brachte die Erinnerungsstücke, die noch greifbar waren, wieder dorthin, weil er mit Besuchern rechnete. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Rüschhaus von der Familie an die Droste-Gesellschaft verpachtet und als Museum geöffnet.

Der Bruder der Dichterin, Werner-Constantin von Droste zu Hülshoff (1798–1867), Stammherr auf Burg Hülshoff, hatte mehrere Söhne. Der älteste Sohn Heinrich von Droste zu Hülshoff erbte Hülshoff und die Nebengüter. Durch seine Verheiratung mit Cäcilie Freiin von Elmendorff 1863 kamen die Güter Füchtel und Welpe in Vechta in die Familie (Welpe hatte der Großvater der Dichterin bereits im Jahre 1770 erworben, aber schon 1771 an die Familie Elmendorff weiterverkauft). Die gemeinsame Tochter Maria, verh. Gräfin von Merveldt, erbte es. Die Linie auf Burg Hülshoff ist mit dem einzigen Sohn von Heinrich, Werner Freiherr Droste zu Hülshoff, 1945 im Mannesstamm erloschen, dessen Erbin hat Burg Hülshoff 2012 in die neu gegründete Annette-von-Droste-Hülshoff-Stiftung eingebracht.

Ein weiterer Sohn von Werner-Constantin, Clemens von Droste zu Hülshoff, wurde 1880 durch einen Reichsfreiherrn von Kerckerinck adoptiert und übernahm die Hülshoff benachbarten Güter Haus Stapel mit Haus Giesking. Auch dieser Zweig ist im 20. Jahrhundert im Mannesstamm ausgestorben.

Der jüngste Sohn von Werner-Constantin, Carl Caspar von Droste zu Hülshoff, der Schloss Hamborn erwarb, das bis 1912 in der Familie blieb, wurde Stammherr der heutigen Familienmitglieder.

Ferner besaß Dr. med. Joseph von Droste zu Hülshoff, Sohn des Komponisten Maximilian-Friedrich von Droste zu Hülshoff im 19. Jahrhundert zeitweise das Haus Alst bei Steinfurt, wo die Familie auch lebte. Seine Nachkommen zogen nach Veitshöchheim bei Würzburg, wo sich noch eine Familiengrabstätte dieses ausgestorbenen Familienzweiges befindet.

Herbert Droste zu Möllenbeck (1609–1695) wurde Oberstleutnant im Dienste des Kurfürsten von Sachsen. Er nahm im Gegensatz zu dem katholischen Hauptzweig seiner Familie den evangelischen Glauben an und erheiratete die Güter Gersdorf und Zützen in der Niederlausitz.[11] Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff nimmt in ihrer Erzählung "Bei uns zu Lande auf dem Lande" Bezug auf einen Besuch von dessen Sohn Johann Eberhard von Droste zu Zützen in Hülshoff. Dieser Familienzweig erlosch im 18. Jahrhundert.

Andere - bereits früh ausgestorbene - Linien der Familie Deckenbrock-Droste residierten vom 15. bis zum 17. Jahrhundert in Handorf, Uhlenbrock, Möllenbeck (Münster-Wolbeck), Hofe (bei Ahlen), Stromberghoven und Sängerhof in Dinker (bei Soest).

Wappen[Bearbeiten]

In Schwarz ein geflügelter silberner Barsch; auf dem Helm mit schwarz-silberner Decke eine silberne Fischreuse. Der Wahlspruch lautet: E carcere coelestia appeto!

Heutige Nachfahren[Bearbeiten]

Werner Constantin Freiherr Droste zu Hülshoff

Alle heutigen Namensträger gehen auf den Bruder der Dichterin, Werner-Constantin von Droste zu Hülshoff zurück, der dreizehn Kinder hatte, von denen neun überlebten. Die Stammlinie auf Burg Hülshoff, Haus Rüschhaus und dem dazugehörigen Gutsbesitz ist seit 1945 im Mannesstamme ausgestorben. Das Stammgut gehörte, bis es teils verkauft, teils 2012 in die Annette von Droste-Hülshoff-Stiftung eingebracht wurde, Jutta von Droste zu Hülshoff (* 1926), der Enkelin des ältesten Sohnes, Heinrich von Droste zu Hülshoff.

Stammvater der noch heute im Mannesstamm bestehenden Linie wurde dagegen der jüngste Sohn von Werner-Constantin, Carl Caspar von Droste zu Hülshoff. Ihm gehörten von 1879 bis 1913 Schloss Hamborn und ab 1914 Annettes Fürstenhäusle in Meersburg. Carl erwarb auch das Schweizer Bürgerrecht in der Gemeinde Böttstein im Kanton Aargau. Sein einziger Sohn war Heinrich von Droste zu Hülshoff (Autor). Auch er hatte nur einen Sohn, Mariano von Droste zu Hülshoff (1907–1997). Dieser war Oberlandforstmeister und Leiter der Forstdirektion im Regierungsbezirk Koblenz. Sitze seiner Söhne Bernd von Droste zu Hülshoff und Wilderich von Droste zu Hülshoff und ihrer Familien sind in Saint-Cloud und der Landsitz Villa Küchlin, Horben, wo die Familie Land- und Forstwirtschaft und eine Brennerei betreibt.

Bekannte Namensträger[Bearbeiten]

Annette Freiin Droste zu Hülshoff
Die Dichterin auf der 20 DM Banknote

Familiensitze mit Droste–Museen[Bearbeiten]

Schlosskonzerte[Bearbeiten]

Das Marienstift–Droste zu Hülshoff[Bearbeiten]

Das Marienstift Droste zu Hülshoff in Havixbeck geht auf ein Krankenhaus zurück, das Clemens Friedrich Freiherr Droste zu Hülshoff, Besitzer des Gutes Haus Stapel, 1882 den Bürgern von Havixbeck gestiftet hat. Es wurde von Franziskanerinnen geleitet, bis es 1979 in ein Altenwohn- und Pflegeheim umgewandelt wurde.

Asteroid Droste-Hülshoff[Bearbeiten]

Als besondere Form der Ehrung ist die Benennung von neu entdeckten Himmelskörpern nach Persönlichkeiten der Geschichte seit über 100 Jahren gebräuchlich. Nach der gleichnamigen Dichterin trägt seit seiner Entdeckung am 13. August 1988 der Hauptgürtel-Asteroid 12240 Droste-Hülshoff ihren Namen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Holsenbürger, J.: Die Herren v. Deckenbrock (v. Droste-Hülshoff) und ihre Besitzungen. Münster i.W., 1869.
  2. Holsenbürger, J.: Die Herren v. Deckenbrock (v. Droste-Hülshoff) und ihre Besitzungen. Münster i.W., 1869.
  3. Holsenbürger, J.: Die Herren v. Deckenbrock (v. Droste-Hülshoff) und ihre Besitzungen. Münster i.W., 1869.
  4. Holsenbürger, J.: Die Herren v. Deckenbrock (v. Droste-Hülshoff) und ihre Besitzungen. Münster i.W., 1869.
  5. Westfälisches Urkundenbuch III, 60.
  6. Holsenbürger, J.: Die Herren v. Deckenbrock (v. Droste-Hülshoff) und ihre Besitzungen. Münster i.W., 1869.
  7. Holsenbürger, J.: Die Herren v. Deckenbrock (v. Droste-Hülshoff) und ihre Besitzungen. Münster i.W., 1869.
  8. Holsenbürger, J.: Die Herren v. Deckenbrock (v. Droste-Hülshoff) und ihre Besitzungen. Münster i.W., 1869.
  9. Kerssenbrock, Hermann von: "Die Raserei der Wiedertäufer, welche Münster, die berühmte Hauptstadt in Westphalen, zerstöret hat", 1568.
  10. Huyskens, Viktor: Vom Leben und Wirken Everwins von Droste und die Stiftsschule seiner Zeit. Beilage zum Jahresberichte des Städtischen Gymnasiums u. Realgymnasiums zu Münster i.W. 1907.
  11. Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff nimmt in ihrer Erzählung „Bei uns zu Lande auf dem Lande“

Literatur[Bearbeiten]

  • Chudoba, Karl, (Hrsg.): Clemens-August von Droste-Hülshoff. In: Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität. Ihre Rektoren und berühmten Professoren.
  • Wilderich von Droste zu Hülshoff: Annette v. Droste-Hülshoff im Spannungsfeld ihrer Familie. C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1997, ISBN 3-7980-0683-0.
  • Wilderich von Droste zu Hülshoff: Hortense von Gelmini – Leben und Werk. L.P.V.-Verlag Hortense von Gelmini, 2007, ISBN 978-3-936509-10-6.
  • Fellerer, Karl-Gustav: Max v. Droste-Hülshoff. Ein westfälischer Komponist. In: Archiv für Musikforschung. 1937, S. 160.
  • Fellerer, Karl-Gustav: Maximilian v. Droste-Hülshoff. In: Allgemeine Enzyklopädie der Musik. 1949, S. 827.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band III, Band 61 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1975, ISSN 0435-2408.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherrliche Häuser. Bd. XVII, Band 107 der Gesamtreihe, 1994.
  • Holsenbürger, J.: Die Herren v. Deckenbrock (v. Droste-Hülshoff) und ihre Besitzungen. Münster i.W., 1869.
  • Huyskens, Viktor: Vom Leben und Wirken Everwins von Droste und die Stiftsschule seiner Zeit. Beilage zum Jahresberichte des Städtischen Gymnasiums u. Realgymnasiums zu Münster i.W. 1907.
  • Kerssenbrock, Hermann von: "Die Raserei der Wiedertäufer, welche Münster, die berühmte Hauptstadt in Westphalen, zerstöret hat", 1568.
  • König-Warthausen, Richard Baron: Ferdinand Baron Droste. Nekrolog. In: Jahresbericht 1874 der zoologischen Section..
  • Martini, Fritz: Dahn, Felix, Schriftsteller und Historiker und Dahn, Therese, Schriftstellerin. In: Neue Deutsche Biografie. Band, 1959, S. 482 ff.
  • Weikert, Wolfgang: Erbmänner und Erbmännerprozesse. Ein Kapitel Münsterscher Stadtgeschichte. Münster 1990.
  • Wolf, Erik: Clemens August von Droste-Hülshoff. In: Neue Deutsche Biografie. IV, 1959, S. 132

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Droste zu Hülshoff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien