Burgruine Hohenwang

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Burgruine Hohenwang
Rekonstruktionsversuch der Burg, Zustand im späten 17. Jahrhundert, Ansicht aus NO

Rekonstruktionsversuch der Burg, Zustand im späten 17. Jahrhundert, Ansicht aus NO

Entstehungszeit: um 1160
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Langenwang
Geographische Lage 47° 33′ 19″ N, 15° 37′ 14″ O47.55527777777815.620555555556Koordinaten: 47° 33′ 19″ N, 15° 37′ 14″ O
Burgruine Hohenwang (Steiermark)
Burgruine Hohenwang
Die Burg um 1681, Stich von Georg Matthäus Vischer
Halsgraben vor dem Haupttor
Haupttor mit Mannloch, Ansicht aus Ost
SO-Ecke der Bastei
Schildmauer und Wehrgalerie des Hochschlosses, Ansicht aus Ost
Kernwerk und Standort der Burgkapelle (Arkadenbögen links)
Rekonstruktion des Hebewerks des Ziehbrunnens

Die Burgruine Hohenwang befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Langenwang, im Bundesland Steiermark, Österreich.

Die Festung, die im Kern bis auf das 11. Jahrhundert zurückgeht, ist das Wahrzeichen von Langenwang, zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Wehrbauten dieser Zeit und wegen ihrer außergewöhnlichen Länge auch zu den größten Burgen der Steiermark. Sie besteht aus der Hochburg und zwei Vorwerken, die durch Gräben voneinander getrennt sind. Ihr massiver Verfall setzte gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein, nachdem sie durch ein Erdbeben schwer beschädigt worden war. Im Zweiten Weltkrieg wurden weitere Teile der Ruine durch Bombenabwürfe zerstört. Von der Festungsanlage sind heute noch ein Teil des westlichen Kernwerkes, die Schildmauer des Hochschlosses und das Haupttor in ihren Umfassungsmauern erhalten. Die Mauern wurden in den letzten 40 Jahren größtenteils von Mitgliedern des Burgenvereins Hohenwang gesichert und saniert.

Lage[Bearbeiten]

Die Mauerreste stehen auf einem ca. 100 Meter hohen Felssporn, ein Ausläufer des Sulzkogels in den Fischbacher Alpen, an der Südseite des Mürztales, oberhalb der Marktgemeinde Langenwang. An den Felsberg schließt sich der Hochwald des Sulzkogels an. Im Hinterland befinden sich nordöstlich der Königs- und östlich der Kaiserkogel. Die Ruine ist drei Wegen erreichbar. Auf ihnen gelangt man bis zu einer Marienkapelle, hinter der sich der Zugang zur Burg befindet.

Funktion[Bearbeiten]

Hohenwang diente als örtlicher Verwaltungsmittelpunkt, dem Schutz der Bevölkerung in Krisenzeiten, der Rechtsprechung, aber auch der Kolonisation und der Verbreitung des Christentums im Mürztal. Im 13. Jahrhundert wird i.d.Z. in einer Urkunde ein Priester namens Heinrich als Burgkaplan genannt. Trotz der regionalen Bedeutung der Burg war ihren Herren nur die Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit gestattet. Delinquenten die sich Kapitalverbrechen schuldig gemacht hatten, mussten dem Kapfenberger Landgericht zur Aburteilung überstellt werden. Auf Grund der guten Sichtverbindungen zu benachbarten Festungen wurde im 16. Jahrhundert auf dem Burggelände auch ein Kreidfeuerposten zur Warnung vor Türkeneinfällen eingerichtet.

Entwicklung[Bearbeiten]

Im 11. Jahrhundert wurde der größte Teil des oberen Mürztales noch von den Eppensteinern beherrscht. Herzog Heinrich III. von Kärnten, ebenfalls ein Eppensteiner, überließ das Gebiet der späteren Herrschaft Hohenwang schließlich den steirischen Landesfürsten. Im 12. Jahrhundert vergab Markgraf Ottokar von Steyr weite Landstriche im Mürztal als landesfürstliches Lehen an die Stubenberger. Die Herrschaft Hohenwang ging an die Landesere, ein Adelsgeschlecht aus dem Ministerialenstand, die ihren eigentlichen Stammsitz aber auf der Burg Landsee im heutigen Burgenland hatten. Deren Mitglieder nannten sich ab da auch Herren von Hohenwang. Als Inhaber des Mundschenkenamtes unter den Markgrafen von Steyr waren sie die ranghöchsten Adeligen der Obersteiermark.

Der Bau der Burg dürfte zwischen 1122 und 1160 von Erchinger I. von Landesehre in Auftrag gegeben worden sein. 1222 wird sie erstmals urkundlich erwähnt. Die Landesehre ließen ihre neue Festung stellvertretend von Burggrafen verwalten (sog. Burghut). Diese fügten den Namen Hohenwang meist auch ihren Titular hinzu. 1240 machte der Minnesänger Ulrich von Liechtenstein auf seiner Turnierfahrt auch hier Station und bezeichnete in seinem literarischen Werk "Vrowen dienst" die Burg als "hus zu Hohenwang". Erchinger III. von Hohenwang wurde als erster Zeuge in jener Urkunde angeführt, die 1282 die Belehnung der Söhne König Rudolfs I. von Habsburg mit den Herzogtümern von Österreich und Steiermark regelte.

Ende des 15. Jahrhunderts war die Burg für zehn Jahre von den Ungarn besetzt.

1512 ging die Herrschaft Hohenwang an Ulrich Christoph von Scherffenberg. Die Scherffenberger waren ein alteingessenes Adelsgeschlecht, das angeblich schon um 928 aus Franken in die Südsteiermark eingewandert war. 1067 wird ein Heinrich von Scherffenberg als Bischof von Speyer erwähnt. Die Scherffenberger des 16. Jahrhunderts waren überzeugte Protestanten, was immer wieder zu Streitigkeiten mit dem Zisterzienseräbten von Stift Neuberg führte. 1525 richtete ein Großbrand an der Burg schweren Schaden an. 1529 erschien eine türkische Streifschar vor Hohenwang, musste aber wieder unverrichteter Dinge abziehen, da sie über keine Belagerungsartillerie verfügte. Zwischen 1580 und 1600 stand die Burgkapelle protestantischen Bürgern und Bauern der Umgebung als Andachtsstätte offen. Ulrich Christophs - wieder zum katholischen Glauben konvertierter - Sohn Maximilian musste sich seiner Gattin gegenüber verpflichten, auf ewige Zeiten einen Priester zu unterhalten, der in der Schlosskapelle wöchentlich vier heilige Messen zu lesen hatte. Aus einem von Ulrich Christoph in Auftrag gegebenen Urbar geht hervor, dass die Herrschaft Hohenwang zur damaligen Zeit jährlich um die 10.205 Gulden an Einkünften abwarf und ihr Gesamtwert auf ca. 150.000 Gulden geschätzt wurde. Ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts hielten sich die Scherffenberger nur noch gelegentlich auf der Burg auf. Im Türkenkrieg von 1683 wurden von der Herrschaft Hohenwang 300 Bewaffnete zur Verteidigung der Verschanzungen am Semmeringpass aufgeboten. Die Burg selbst, in der auch Nonnen aus Kirchberg am Wechsel Zuflucht gefunden hatten, war aber nicht bedroht.

Da die Feste im 18. Jahrhundert nur mehr von Bediensteten bewohnt war, vernachlässigte man zunehmend deren Erhaltung. Beim Erdbeben von 1770 wurde sie so stark beschädigt, dass man sie nicht wieder aufbaute und schließlich ganz dem Verfall überließ. Der Herrschaftssitz wurde zehn Jahre später offiziell ins Tal zum Krottenhof verlegt, auf dessen Grund mittlerweile das Schloss Neu-Hohenwang erbaut worden war. Um Verwechslungen zu vermeiden, wurde die Burg nun als Alt-Hohenwang bezeichnet. Aus steuerlichen Gründen trug man schließlich auch noch die Dachstühle ab wodurch ihr Ruin noch erheblich beschleunigt wurde. Der letzte bekannte Bewohner von Hohenwang soll ein Einsiedler gewesen sein, dessen Aufgabe es war durch Läuten der Glocke im Kapellenturm die Bevölkerung vor aufziehenden Unwettern zu warnen. Ironischerweise wurde er dabei vom Blitz getroffen und getötet.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges zerstörte die Explosion einer Fliegerbombe etliche Mauerteile der Burg der auch die letzten Reste der gotischen Burgkapelle zum Opfer fielen. 1961 wurde in Langenwang ein Burgverein gegründet, der seither vorbildlich für eine gründliche und fachkundige Sanierung bzw. Konservierung der noch vorhandenen Mauersubstanz sorgt. Einzelne Sektionen wurden auch tw. wieder aufgebaut bzw. rekonstruiert.

Gebäude[Bearbeiten]

Die Anlage zählt zum Bautyp Hochburg, ist von Südwesten nach Nordosten ausgerichtet und erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 90 Metern. Ein Hauptturm oder Bergfried war nicht vorhanden. Vom 13. bis zum 17. Jahrhundert wurde das Kernwerk nach Osten um den Palas, eine Wehrgalerie, einem Zwinger, eine Bastion und einem Torbau mit Vorwerk noch wesentlich erweitert. In einem im 15. Jahrhundert verfassten Urbar findet sich auch eine etwas detailreichere Beschreibung des Innenbereichs der Burg, in der u.a. von der Kapelle, einer Gesindestube, einige Zimmer, einem großen Saal, vier Keller, vier Getreidekästen, einer Badstube, einer Küche und Ställe für insgesamt zwölf Pferde die Rede ist. Die drei Tore, davon zwei mit einer kleinen Schlupfpforte, ein tiefer Graben und schließlich der nach Süden, Westen und Norden sehr steil abfallende Felsen machten eine Erstürmung der Feste zu einem enormen Risiko.

Bering[Bearbeiten]

Die massive Ringmauer war mit zahlreichen Schießscharten versehen die aber noch nicht für Feuerwaffen ausgelegt waren. Ein noch vorhandener Mauerabsatz könnte ein Überrest des Wehrgangs sein. Zwischen dem zweiten und dritten Tor führte eine Schlupfpforte nach außen. Die Mauer wurde besonders durch den Bombentreffer von 1945 schwer beschädigt, ihr südwestlicher Teil dabei sogar vollkommen zerstört.

Torbauten[Bearbeiten]

Die Festung verfügte insgesamt über drei gut gesicherte Zugangstore.

Die Ostseite des Burgfelsens wurde durch einen bis zu 25 m breiten Halsgraben gesichert, der nur über die Zugbrücke des Haupttores (Tor 1) passiert werden konnte. An dieser Stelle überspannt heute ein Straßendamm den Wehrgraben. Vom Vorwerk des Haupttores ist heute nichts mehr zu sehen. Es ist neben der Durchfahrt auch mit einem Mannloch ausgestattet. Darüber befanden sich einst zwei Schießscharten, sog. Schlüsselscharten, von denen heute nur mehr eine vorhanden ist. Es stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert, ist der bauhistorisch jüngste Teil des heute noch vorhandenen Mauerbestandes und dank seines massiven Mauerwerks noch sehr gut erhalten. Auf der Darstellung Georg Matthäus Vischers von 1681 ist erkennbar, dass der Torturm zu dieser Zeit einen zwiebelförmigen Helm trug. Der Torbau wurde in den vergangenen Jahren vom Burgverein teilweise wieder aufgebaut. Seine Durchfahrt führt direkt in den dahinterliegenden, langestreckten Zwinger der Vorburg. Das ihn umgebende Mauerwerk stammt noch aus dem Mittelalter.

Das flachbogige Tor 2 ist der Zugang zu der der Schildmauer vorgelagerten Wehrgalerie und war ursprünglich ebenfalls nur über eine Zugbrücke zu ereichen. Sie überspannte eine 4 m breite und etwa 7 m tiefe Felsspalte, wurde jedoch alsbald durch eine feste Holzbrücke ersetzt. Die Schlitze der Wippbäume wurden mit Ziegeln zugemauert. Es ist neben der Durchfahrt auch mit einem Mannloch ausgestattet.

Tor 3 ist der Zugang zu eigentlichen Hochschloss bzw. Palas. 1998 wurde bei Restaurierungsarbeiten über ihm ein dreiteiliges, ursprünglich mit roter Farbe bemaltes Kreuz freigelegt, das wohl die Heilige Dreifaltigkeit symbolisieren soll.

Vorburg und Bastei[Bearbeiten]

Die ca. 60 Meter lange Vorburg wurde erst im 17. Jahrhundert im frühbarocken Stil fertiggestellt. An ihrer Südseite befand sich eine - zum Teil auf aufgeschütteten Grund errichtete – in ihrer Form unregelmäßige Bastei mit abgerundeter Südostecke. Ihre Mauer reichte bis zum Oberstock des Haupttores. Dahinter stand ein Stallgebäude von dem nur noch wenige Reste zu sehen sind. Rechts der Vorburg führt eine lange, einst abschnittsweise überdachte Rampe zur etwas höher gelegenen Wehrgalerie hinauf.

Wohnburg/Palas[Bearbeiten]

In ihr waren die Herrschaftsquartiere der Burg untergebracht. Sie umschloß einen ca. 65 m langen Hof. Die oberen Stockwerke des Palas (Haus 1) hatten vermutlich bis zu zehn Zimmer. Nur die über 20 m hohe und 2 m starke, mit rechteckigen Zinnen gekrönte Schildmauer ist fast unversehrt erhalten. Bei Belagerungen sollte sie diesen Bereich der Festung vor den Geschossen der Steinschleudermaschinen schützen. Sie war die östliche Außenmauer des Palas, der sich ca. 34 m entlang der nördlichen Ringmauer erstreckte. An der Innenseite der Schildmauer kann man an einer Stelle noch heute ockerfarbene Streifen als Reste des Wandanstriches erkennen. Knapp unterhalb der Zinnen befinden sich drei große Fensteröffnungen. Bedeckt wurde der Palas wohl von einem hofseitig abfallenden Pultdach.

Hauptburg[Bearbeiten]

Die relativ schmale, ca. 70 m lange Hauptburg im Westen stammt noch aus dem 11. Jahrhundert und ist der älteste Teil der Festungsanlage (Kernwerk). Sie ist sehr stark zerstört, sodass die ursprüngliche Einteilung ihrer Innenräume nicht mehr erkennbar ist. Ihr Wohngebäude war direkt an die Ringmauer angebaut und im Norden mit dem Palas durch einen zinnenbewehrten Laufgang verbunden.

Burgkapelle[Bearbeiten]

Schon beim Bau der Burg im 12. Jahrhundert wurde im Süden der Hauptburg eine Kapelle im gotischen Stil eingerichtet. Sie war der Maria Heimsuchung geweiht. Das Gotteshaus entwickelte sich bald zu einer beliebten Wallfahrtsstätte und wurde deswegen mehrmals umgebaut bzw. erweitert. Die Kapelle verfügte auch über einen Glockenturm. Dieser wurde im Jahr 1700 durch einen – von einem Blitzschlag ausgelösten - Brand weitgehend zerstört. Sein oberer Teil wurde danach nicht mehr aufgebaut. 1776 musste die Kapelle - gemeinsam mit einem bereits einsturzgefährdeten Flügel des Hochschlosses – abgerissen werden. Das aus spätgotischer Zeit stammende Gnadenbild wurde vorher abgenommen und - gemeinsam mit dem gotischen Flügelaltar - 1859 in einer vor der Burgruine neu errichteten Kapelle untergebracht. Der Altar wurde später in die Pfarrkirche von Langenwang überführt. Als 1950 ein Teil der südlichen Ringmauer abrutschte, wurde der einstige Chor der Kapelle wieder freigelegt. Er zeigte in seinem 5/8-Schluss zwei schön gearbeitete romanische Rundbogenfenster. Von der Burgkapelle blieb ansonsten nur eine Doppelkonsole an der Südostmauer erhalten. Seine Ruine ist heute vollkommen verschüttet.

Wasserversorgung[Bearbeiten]

Die Burg konnte über einen Ziehbrunnen, eine Zisterne und eine Rohrleitung mit Frischwasser versorgt werden.

Wann der Ziehbrunnen angelegt wurde ist unbekannt. Er befindet sich nordöstlich der Marienkapelle in einem Holzbau. Über seinen 45 m tiefen Schacht stand ein hölzernes Hebewerk dessen Triebrad einen Durchmesser von 4 m und einen 100 cm breiten Radkranz hatte. Innerhalb des Radkranzes konnte ein erwachsener Mann aufrecht stehen und mit seiner Muskelkraft das Rad antreiben. Pro Hub, d.s. 34 Umdrehungen (Dauer ca. 10 Min.), konnten mit ca. 100 l Wasser gefördert werden. Der Brunnen wird heute noch zur Wasserversorgung genutzt.[1]

Im o.e. Urbar des 15. Jahrhunderts wird auch eine Zisterne erwähnt. Vermutlich reichte ihr Fassungsvermögen aber nicht aus, oder ihr Wasser hatte eine zu schlechte Qualität worauf man sich zum Bau einer Wasserleitung entschloss.[2]

Die ca. 4-5 km lange Holzrohrleitung (oder Rohrbrunnen) wurde vermutlich um 1630 angelegt und fasste eine ergiebige Quelle beim Brunnsteig/Wetterkreuz. Hier fanden Waldarbeiter in den 1960er Jahren eiserne Steckmuffen die für Rohrverbindungen verwendet wurden. 1994 fand man auch innerhalb der Ruine einige Exemplare. Ende der 1980er Jahre entdeckte man beim Bau einer Forststraße am Brunnensteig auch Reste der Holzrohre.[3]

Turnierplatz[Bearbeiten]

Am Fuß des Burgberges liegt eine weitgehend ebene Fläche, die ursprünglich als Turnier- und Festplatz diente.

Besitzverhältnisse und Verwaltung[Bearbeiten]

Im Lauf der Jahrhunderte wechselten sich mehrere Adelsgeschlechter als Herren auf der Burg ab. Den Landesere folgten die Fladnitzer und die Montfort. Am längsten beherrschten die Schärffenberger, über 300 Jahre, Hohenwang.

Zeitstellung Bemerkung
12. Jhdt. Für das Jahr 1171 ist ein gewisser Gewolf als Verwalter von Hohenwang bekannt.
13. Jhdt. Für 1222 wird ein Wulfing von Hohenwang genannt. 1286 starb die Familie Landesere im Mannesstamm aus. Hohenwang fiel damit wieder an den Landesfürsten zurück und wurde nun von dessen Burggrafen verwaltet.
14. Jhdt. Wegen der Dotierung des 1327 gegründeten Zisterzienserstiftes Neuberg wurde der Herrschaftsbereich Hohenwangs damals massiv verkleinert. Der Rest wurde weiter von den Burggrafen auf Hohenwang verwaltet. Erster namentlich bekannter, vom Landesfürsten bestellter Burggraf war Ulrich der Schenk von Hohenwang, der um 1332 sein Amt ausübte. 1354 wurde Hohenwang durch Herzog Albrecht für kurze Zeit an Ulrich von Graben als Pfand vergeben. Danach wurde die Herrschaft wieder an die landesfürstlichen Burggrafen überantwortet.
15. Jhdt. 1406 belehnte Herzog Leopold den Feldhauptmann Friedrich von Fladnitz mit Hohenwang. Friedrich war Anführer des Steirischen Ritterbundes und stieg später bis zum Landeshauptmann auf. 1434 teilten sich die Brüder Friedrich und Wilfing von Fladnitz sowie Hermann und Hans von Montfort die Herrschaft. Die Burg selbst verblieb aber bei den Fladnitzern. Diese konnten durch Neuerwerbungen ihren Herrschaftsbereich ausweiten, doch kam es durch Erbteilungen bald zu einer neuerlichen Zersplitterung. Zwischen den Jahren 1480 und 1490 war die Burg von den Ungarn besetzt.
16. Jhdt. 1512 erwarb die Familie Scherffenberg den Anteil der Fladnitzer an der Herrschaft Hohenwang. Auch ihr wurde das landesfürstliche Lehen bestätigt, allerdings erst ab 1525. Siegmund Ludwig von Scherffenberg musste sich Hohenwang ab 1577 mit seinen fünf Brüdern teilen. Bis 1589 konnte sie auch die Anteile der Montforter an sich bringen. Da auch diese Familie zahlreiche Mitglieder hatte, wurde die Burg zeitweise von mehreren Familienzweigen bewohnt. Durch die erbedingte Zerstückelung des Familienvermögens mussten auf Grund von Steuerschulden aber immer wieder einzelne Ämter und Güter verkauft werden.
17. Jhdt. 1602 übernahm Ulrich Christoph von Scherffenberg die Herrschaft und errichtete ein Familienfideikommiss in das auch Hohenwang miteinbezogen wurde. Er konnte ab 1617 seine Herrschaft noch weiter ausbauen. U.a. erwarb er von Johann Mailgraber den Krottenhof, der später zum Schloss Neu-Hohenwang ausgebaut wurde. 1606 hatte er den Freiherren von Teufenbach ein Landgut im Mürztal abgekauft. 1628 kam noch die Herrschaft Oberkindberg hinzu. Seine Gattin Elisabeth geb. Gräfin Thurn brachte die Herrschaft Rabenstein an der Mur in die Ehe mit.
18. Jhdt. 1711 fungierte Hans Wilhelm Kundschäck als Burgpfleger auf Hohenwang. Er war auch für die Kontrolle der herrschaftseigenen Hammerwerke im Mürztal verantwortlich, die für die Einkünfte der Scherffenberger immer mehr an Bedeutung gewannen.
19. Jhdt. 1803 erwarb Johann von Scherffenberg den Pammer-Sensenhammer. Um das notwendige Brennmaterial sicher zu stellen, wurden auch neue Waldflächen hinzugekauft. Die Herrschaft verfügte zu diesem Zeitpunkt über einen Grundbesitz von mehr als 26 km², Mehr als drei Viertel von diesen entfielen dabei auf Waldland. Johann von Scherffenberg war der erste in seiner Familie, der in den Grafenstand erhoben wurde. Da er sechs erbberechtigte Kinder hatte, ergab sich nach seinem Tod eine neuerliche Aufteilung der Herrschaftsgüter. Die Scherffenberger starben schließlich mit dem Tod des Hans Graf von Scherffenberg 1849 aus. Die Herrschaft Hohenwang ging daher 1838 durch Verkauf an Alfred Fürst von Schönburg-Hartenstein über, der ebenfalls einige benachbarte Eisenwerke und Bergbaugetriebe besaß. Nach dessen Tod übernahm 1840 der k. k. Rittmeister Christian Heinrich Gottfried Plattensteiner den gesamten Besitz. Bereits fünf Jahre später veräußerte er ihn an den Gewerken Josef Ritter von Wachtler.
20. Jhdt. Die Ruine blieb bis 1961 im Besitz seiner Nachkommen. Als das Familienvermögen schließlich auf 27 Erben aufgeteilt werden musste, kam es zum Verkauf. Danach erwarb die Industriellenfamilie Schrack von der Genossenschaftlichen Zentralbank in Wien die Ruine mitsamt den umliegenden Waldbesitz.

Hinweis[Bearbeiten]

Auf Anfrage können die Grabmäler der Burgherren und der spätgotische Flügelaltar der Burgkapelle, die sich mittlerweile in der St. Andreas Pfarrkirche in Langenwang befinden, besichtigt werden. Weiters kann im Zuge einer Führung durch die Ruine, die vom Burgverein Hohenwang angeboten wird, ein maßstabgetreues Modell der Burg besichtigt werden, welches die Burg im Bauzustand des 16. Jahrhundert darstellt. Anfahrt: Von der Pfarrkirche Langenwang der Hochschloßstraße bis zum Ende folgen. Direkt zur Burgruine besteht Fahrverbot, dennoch bietet sich eine Parkmöglichkeit bei der Autobahnauffahrt. Von der Waldrandsiedlung führt ein markierter Wanderweg zuerst über eine Wiese und setzt sich als Forststraße fort. Nach der Kreuzung gelangt man auf einer weiteren Forststraße zu einem steilen Wanderweg zur Ruine, die Gehzeit beträgt ca. 20 Minuten. Der Zugang zur Anlage ist ganzjährig und entgeltfrei möglich. Infotafeln vor Ort.

Literatur[Bearbeiten]

  • Othmar Pickl, Gerhard Wresounig (1997): Chronik der Marktgemeinde Langenwang.
  •  Kurt Woisetschläger, Peter Krenn (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). Schroll, Wien 1982, ISBN 3-7031-0532-1, S. 244.
  • Robert Baravalle: Burgen und Schlösser der Steiermark. Eine enzyklopädische Sammlung der steirischen Wehrbauten und Liegenschaften, die mit den verschiedensten Privilegien ausgestattet waren. Mit 100 Darstellungen nach Vischer aus dem "Schlösserbuch" von 1681, Stiasny, Graz 1961.
  • Herwig Ebner: Burgen und Schlösser Mürztal und Leoben, Birken Verlag, Wien 1965.
  • Werner Murgg: Burgruinen der Steiermark. Mit Plänen von Martin Aigner sowie archäologischen Beiträgen von Manfred Lehner, Verlag Berger, Horn 2009.
  • Franz Rauch: Hochschloss bei Langenwang in Steiermark einst und jetzt, Verlag U. Moser, Graz 1928.
  • Mitteilungen des Steirischen Burgenvereines 1952, Band 5, Graz 1952.
  • Otto Piper: Österreichische Burgen, Band 4, Verlag Friedrich Hölder, Wien 1905.
  • Georg Clam Martinic: Österreichisches Burgenlexikon: Burgen und Ruinen, Ansitze, Schlösser und Palais, Landesverlag, Linz 1992, ISBN 3-85214-559-7.
  • Gerhard Stenzel: Von Burg zu Burg in Österreich, Verlag Kremayr & Scheriau, Wien 1973, ISBN 3-218002-29-X.

Weblinks[Bearbeiten]

  1. Infotafeltext aus "Heimat erzählt", Heft 3, Leykam Verlag 1950
  2. Infotafeltext aus "Hochschloss einst und jetzt", S. 11
  3. Infotafel vor Ort