Krieglach

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Krieglach
Wappen von Krieglach
Krieglach (Österreich)
Krieglach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Bruck-Mürzzuschlag
Kfz-Kennzeichen: BM (ab 1.7.2013; alt: MZ)
Fläche: 93,74 km²
Koordinaten: 47° 33′ N, 15° 34′ O47.54555555555615.559444444444612Koordinaten: 47° 32′ 44″ N, 15° 33′ 34″ O
Höhe: 612 m ü. A.
Einwohner: 5.198 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 8670, 8671, 8662
Vorwahl: 03855
Gemeindekennziffer: 6 21 15
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Waldheimatstraße 1
8670 Krieglach
Website: www.krieglach.at
Politik
Bürgermeisterin: Regina Schrittwieser (NL[1])
Gemeinderat: (2010)
(25 Mitglieder)
17
5
1
1
1
17 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Krieglach im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag
Aflenz Kurort Aflenz Land Breitenau am Hochlantsch Bruck an der Mur Etmißl Frauenberg Gußwerk Halltal Kapfenberg Mariazell Oberaich Parschlug Pernegg an der Mur Sankt Ilgen Sankt Katharein an der Laming Sankt Marein im Mürztal Sankt Lorenzen im Mürztal Sankt Sebastian Thörl Tragöß Turnau Allerheiligen im Mürztal Altenberg an der Rax Ganz Ganz Kapellen Kindberg Krieglach Langenwang Mitterdorf im Mürztal Mürzhofen Mürzsteg Mürzzuschlag Neuberg an der Mürz Stanz im Mürztal Veitsch Spital am Semmering Wartberg im Mürztal SteiermarkLage der Gemeinde Krieglach im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Roseggers Geburtshaus
Leuchterengel aus 1780 auf Vortragestange - um 1915

Krieglach ist eine Marktgemeinde mit 5198 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Mürztal in der Steiermark in Österreich. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Mürzzuschlag und im politischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag.

Bekannt ist die Gemeinde als Heimatort von Peter Rosegger. Der Ort ist das Herz von Roseggers Waldheimat – ein Begriff, der maßgeblich von Peter Rosegger geprägt wurde.

Geografie[Bearbeiten]

Krieglach liegt am Fluss Mürz im Mürztal.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[2]):

  • Alpl (79)
  • Freßnitz (881)
  • Freßnitzgraben (0)
  • Krieglach (2990)
  • Krieglach-Schwöbing (76)
  • Malleisten (120)
  • Massing (93)
  • Sommer (924)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Alpl, Freßnitz, Freßnitzgraben, Krieglach, Krieglach-Schwöbing, Malleisten, Massing und Sommer.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Krieglach geht wahrscheinlich auf den slawischen Personennamen Krongulu zurück [3].

Krieglach wurde urkundlich 1148 erstmals erwähnt. Krieglach blieb vom Dreißigjährigen Krieg zwar verschont, es gab jedoch im 17. Jahrhundert Seuchen. Als im 18. Jahrhundert die Türkengefahr endlich vorbei war, wütete die Pest zum letzten Mal in Krieglach.

Auch eine Überschwemmung, die weite Teile unter Wasser setzte und somit größere Zerstörungen anrichtete, dürfte Grund für einen in der Pfarrkirche verzeichneten Bevölkerungsrückgang sein. Krieglach erholte sich jedoch auch davon und wurde um 1780 ein wichtiger Rastplatz für Reisende zwischen Triest und Wien. Zeuge dieser Zeit ist die noch gut erhaltene „Alte Poststation“ in der Grazer Straße.

Unter Maria Theresia und ihrem Sohn Josef wurden viele Reformen durchgeführt, so wurden z. B. in dieser Zeit die Vulgonamen der Bauernhöfe festgeschrieben, auch wurden Ämter und Behörden errichtet.

Die wohl bedeutendste Zeit für Krieglach war aber wohl die Industrialisierung im 19. Jahrhundert, während der Hammer- und Walzwerke sowie die Eisenbahn errichtet wurden. 1848 wurden die Bauern infolge der Revolution befreit. Der aus Krieglach stammende Vertreter im Landtag, Franz Ritter von Kalchberg, wirkte hier besonders zum Wohle der Bauern mit. 1850 wurden die Ortsgemeinden gegründet und Krieglach wurde aus dem bisherigen Werbe- und Steuerbezirk Hohenwang ausgegliedert.

Zur eigenständigen Gemeinde wurde Krieglach 1864 erhoben und somit auch die Katastralgemeinden Alpl, Freßnitzgraben, Freßnitz, Sommer, Massing, Malleisten und Schwöbing eingemeindet. Ab sofort übernahmen die Bürgermeister und Gemeinderäte die Grundherrschaft in den Gemeinden und waren somit für die Erhaltung und Betreuung ihrer Gemeinden verantwortlich. Durch die folgende Einführung der freien Marktwirtschaft und die Einfuhr billiger Agrarprodukte begann vor allem für die Bauern ein harter Kampf ums Überleben. Die Zahl der Industriearbeiter stieg enorm, und bereits 1900 notierte man in Krieglach einen Anstieg von 2884 auf 3384 Einwohner, und auch das Leben im kulturellen, wie auch gesellschaftlichen Bereich erlebte zu dieser Zeit eine Blütezeit.

Auch die darauf folgenden Jahre brachten für Krieglach einige Veränderungen mit sich. So wurde erstmals eine Ortsbeleuchtung installiert, zahlreiche Restaurierungen durchgeführt und viele Neubauten, darunter ein Schulhaus, ein Feuerwehrhaus und ein Schwimmbad, errichtet – ebenso wurde eine Verbreiterung der Bahntrasse durchgeführt. Vieles davon wurde jedoch im Ersten Weltkrieg zerstört oder beschädigt. Abermals beherrschte eine Hungersnot und Armut Krieglach. Aufgrund der Hyperinflation und der ständig steigenden Arbeitslosenzahlen wurde ein Krieglacher Notgeld eingeführt, was zu einer großen Budget-Belastung für die Gemeinde führte. Durch die Einführung des Schillings konnte zwar der Staatshaushalt wieder saniert werden, jedoch musste man eine stetig steigende Arbeitslosigkeit hinnehmen.

Am 11. Juli 1929 wurde Krieglach schließlich zur Marktgemeinde erhoben – das Marktwappen zeigt einen weißen Krug auf dunkelblauem Grund. Im Oktober wurde Krieglach die Markterhebungsurkunde übergeben, an dieser Stelle würdigte man auch die Bedeutung Peter Roseggers für den Ort. Andenken an dieses Ereignis ist die „Denkschrift über die Markterhebungsfeier“ in Krieglach. Nach der Annexion Österreichs 1938 kam die Gemeinde zum Reichsgau Steiermark, 1945 bis 1955 war sie Teil der britischen Besatzungszone in Österreich. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann auch in Krieglach wieder er Wiederaufbau – wichtige Schritte in diese Richtung waren der Auf- und Ausbau zahlreicher öffentlicher Einrichtungen wie Schule, Bibliothek, Altersheim, Kindergarten sowie die Renovierung der Gedenkstätten Peter Roseggers. All dies führte zu einer wesentlichen Verbesserung des Lebensstandards in Krieglach. Auch der Bau des Volkshauses war ein wichtiger Moment im kulturellen und gesellschaftlichen Leben des Ortes.

Im Jahre 1993 fand in Krieglach die Landesausstellung zum Thema „Peter Rosegger und seine Zeit“ in und um Krieglach statt, was der Gemeinde mehr Besucher denn je bescherte. Das eigens für die Ausstellung errichtete Gebäude am Hauptplatz beherbergt heute die Musikschule, die Gemeindebücherei, sowie ein Gastronomielokal.

In den letzten Jahren führten ständige Bauvorhaben und Projekte im Bereich Wohnen und Freizeit sowie zahlreiche Veranstaltungen dazu, dass der Ort, im Gegensatz zu den meisten Nachbargemeinden, einen Bevölkerungszuwachs verzeichnen kann.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Schild der Städtepartnerschaft

Verkehr[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Am Alpl befindet sich auch ein kleines Schigebiet, in dem immer wieder FIS- und Europacup-Rennen stattfanden, zuletzt im Jahr 2000.[4]

Von Krieglach hoch auf den Alpl wurden in den 1970er Jahren mehrere Bergrennen veranstaltet, die teilweise zur Europa-Bergmeisterschaft zählten. Mit über 6 km Streckenlänge war es die längste Strecke in Österreich.

Krieglach besitzt in der Werkstraße ein Sportzentrum, das über einen Rasenfußballplatz, einen Kunstrasenfußballplatz mit Flutlicht, eine Stocksportbahn, mehrere Tennisplätze sowie eine Sporthalle verfügt.

Der örtliche Fußballverein, der TUS Krieglach, spielt in der Sparkassen-Oberliga.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Krieglach
Peter Roseggers Geburtshaus
Peter Roseggers Denkmal im Roseggerpark
  • Kluppeneggerhof: Peter Roseggers Geburtshaus (am Alpl)
  • Peter Roseggers Sterbehaus/Landhaus: in der Roseggerstraße
  • Roseggers Studierstüberl mit Heimatmuseum: befindet sich gleich hinter dem Sterbehaus von Rosegger
  • Peter Rosegger Denkmal: im Roseggerpark
  • Roseggers Waldschule mit Wandermuseum (am Alpl)
  • Roseggers Grabstätte: auf dem Krieglacher Friedhof
  • Pfarrkirche zum Hl. Jakobus: spätgotisch mit barocker Einrichtung, Kirchturm mit typischem Mürztaler Keildach

Personen, die in Krieglach geboren wurden[Bearbeiten]

  • Matthias Tendler (1753–1825), Holzschnitzer, Mechaniker, Erfinder und Schausteller
  • Peter Rosegger (1843–1918), Schriftsteller
  • Hans Ludwig Rosegger (1880–1929), Schriftsteller
  • Sepp Hainzl (1888–1960), stellvertretender Landeshauptmann der Steiermark, NSDAP-Politiker und SS-Führer
  • Leopold Temmel (1913–2000), evangelisch-lutherischer Theologe
  • Hans Täubl (1914–2001), Komponist, initiierte die Musikschule in Krieglach und war Ehrenbürger der Marktgemeinde

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krieglach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nl-schrittwieser.at
  2. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  3. B. Mader, Die Alpenslawen in der Steiermark, Wien 1986, 45
  4. Statistik auf der Website der FIS (Wettkämpfe vor 1994/1995 sind darin nicht enthalten)