Carta Marina
Die Carta Marina ist die früheste (nach heutigem Standard einigermaßen korrekte) Landkarte Nordeuropas, die zahlreiche Details und Ortsangaben enthält. Sie hat die Maße 1,70 × 1,25 m (Höhe × Breite) und wurde von dem schwedischen Bischof Olaus Magnus in zwölf Jahren Arbeit angefertigt. Die ersten Kopien wurden 1539 in Venedig hergestellt.
Es gab lediglich neun Kopien, und da Papst Paul III. die Karte mit einer Art frühem, zehn Jahre währenden Copyright belegte, das die Weiterverbreitung verhinderte, geriet sie in Vergessenheit, nachdem sie 1574 von Josias Simler letztmals erwähnt wurde.
Erst 1886 entdeckte der Historiker Oscar Brenner eine Ausgabe der Karte in der Münchner Hof- und Staatsbibliothek. Eine zweite Karte wurde 1961 in der Schweiz entdeckt und 1962 in die Sammlung Carolina Rediviva der schwedischen Universität Uppsala eingegliedert.
Die ebenfalls von Olaus Magnus verfasste „Historia de gentibus septentrionalibus“ stellt eine Landesbeschreibung Skandinaviens dar und entstand als Kommentarwerk zur Karte. Die Karte ist hierzu in 9 Felder eingeteilt, die die Buchstaben A bis I tragen.
Es sind nur wenige Karten Skandinaviens früheren Datums bekannt, wie die des Claudius Claussön Swart um 1427, und die des Jacob Ziegler aus dem Jahre 1532.
Literatur [Bearbeiten]
- Olaus Magnus: Die Wunder des Nordens (Die Andere Bibliothek, Bd. 261). Erschlossen von Elena Balzamo und Reinhard Kaiser. Eichborn, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-8218-4571-6.