Cronenberg (Wuppertal)

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Wappen von Cronenberg (4)
Wappen von Wuppertal
Cronenberg (4)
Stadtbezirk von Wuppertal
Lage des Bezirks Cronenberg  in Wuppertal
Koordinaten 51° 12′ 21″ N, 7° 7′ 44″ O51.2058333333337.1288888888889Koordinaten: 51° 12′ 21″ N, 7° 7′ 44″ O.
Höhe 100–325 m ü. NHN
Fläche 21,50 km²
Einwohner 20.987 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 976 Einwohner/km²
Ausländeranteil 6,0 % (31. Dez. 2013)
Vorwahl 0202
Politik
Sitzverteilung (Bezirksvertretung)
CDU SPD Grüne FDP Linke WFW
6 3 3 1 1 1
Quelle: Wuppertaler Statistik – Raumbezogene Daten

Cronenberg (wahrscheinliche Bedeutung: „Krähenberg“ oder „Kranich(en)berg“) ist ein Stadtteil von Wuppertal und verwaltungsrechtlich einer der zehn Bezirke der Stadt. Bis zur Vereinigung mit anderen Städten und Ortsteilen zu Wuppertal im Jahr 1929 war Cronenberg eine eigenständige Stadt und Bürgermeisterei im Kreis Mettmann.

Geographie[Bearbeiten]

Blick von Westen auf das Zentrum von Cronenberg (von Solingen-Gräfrath aus)

Cronenberg liegt auf einem von Norden nach Süden leicht abfallenden Höhenrücken, der im Osten von den Bächen Gelpe und Morsbach und im Westen und Süden von dem Fluss Wupper begrenzt wird. Der Stadtbezirk liegt auf einer Höhe von 335 m über NN (Hahnerberg) bis 100 m (Wuppersohle bei Müngsten), hat eine Fläche von 2151,45 ha und ist zu ca. 53 % bewaldet. Seit 2006 gehört Cronenberg zum Naturpark Bergisches Land.

Gliederung im Bezirk[Bearbeiten]

Einteilung in Quartiere

Geschichte[Bearbeiten]

950 Jahre Cronenberg
Cronenberg Mitte mit „Krings-Eck“ (links) und reformierter Kirche von 1771

Erstmals erwähnt wurde Cronenberg als „Cronberga“ um 1050 in einer Urkunde des Klosters Werden. Etwa 1220 tauchte es als „Croyaberge“ in einem Heberegister des Stiftes Gerresheim auf. Dort wurde 1312 die „parochia (= Kirchspiel) Cromberg“ genannt. Sie gehörte zur Burg Elberfeld und war damit im Besitz der Erzbischöfe von Köln. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde Cronenberg seit 1427 gemeinsam mit Elberfeld Teil des Herzogtums Berg. 1453 wurde Cronenberg als „Dorf“ erwähnt, in dem gutbesuchte Märkte stattfinden.

Das Herzogtum ging 1806 in französische Herrschaft über. Im französischen Verwaltungssystem nach der Niederlage Preußens erhielt Cronenberg – nach einer kurzen Zugehörigkeit zum Arrondissement Elberfeld im Kanton Ronsdorf – 1808 den Status einer selbständigen „Commune“. Johann Abraham von den Steinen wurde ihr Bürgermeister („Directeur“).

In den Jahren nach der Niederlage Napoleons und der Eingliederung des Großherzogtums Berg in das Königreich Preußen (Rheinprovinz) im Jahr 1815 gab es häufig verwaltungstechnische Wechsel. Bis 1820 gehörte Cronenberg zum Landkreis Solingen und wurde dann dem Landkreis Mettmann zugewiesen. Dieser wurde im gleichen Jahr schon wieder aufgelöst und Cronenberg kam zum Landkreis Elberfeld. Mit Verordnung des preußischen Königs vom 13. Juli 1827 wurde die Gemeinde Cronenberg in den Stand der Städte erhoben[1] indem es in einem Städteverband zusammen mit anderen Orten einen Abgeordneten im rheinischen Provinziallandtag stellte. De facto wurde damit Cronenberg als Stadt anerkannt und durfte sich als solche nennen. In einer Katasterkarte vom 1. März 1830 wurden die Flurstücke Burgholz, Küllenhahn, Vohwinkel, Dohr, Kuchhausen, Berghausen, Heidt, Sudberg, Wüsterhaus, Kollfurth, Herighausen, Evertsau und Kronenberg selbst als der Bürgermeisterei Kronenberg zugehörig bezeichnet.[2] Am 23. Oktober 1856 wurden der Gemeinde Cronenberg die Stadtrechte verliehen. 1857 wurde die Sparkasse eröffnet und 1863 eine Telegraphenstation eingerichtet.[3] Nach Ernennung von Elberfeld und Barmen zu kreisfreien Städten am 21. September 1860 wurde der Landkreis Elberfeld aufgelöst und Cronenberg kam erneut zum zeitgleich wieder neu gegründeten Landkreis Mettmann. Am 1. Juli 1869 erschien die erste Kronenberger Zeitung.

Am 1. April 1891 wurde Cronenberg durch den Bau der Burgholzbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Noch im gleichen Jahr beteiligte sich Cronenberg an der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn. 1900 wurde der Straßenbahnbetrieb nach Elberfeld und Remscheid-Hasten aufgenommen, die Strecke über die Kohlfurt nach Solingen folgte 1914.[4] In den Jahren 1899 und 1900 entstand als Ersatz für das 1876 gebaute und bereits zu klein gewordene Rathaus ein neues, repräsentatives Verwaltungsgebäude, das mit großen Teilen der Altstadt am 24. Juni 1943 bei einem Bombenangriff zerstört wurde.

Cronenberg und das 1929 gegründete Wuppertal (rot umrandet)

Seit 1929 ist Cronenberg Teil von Wuppertal, das damals im Rahmen der kommunalen Neugliederung neu entstand. Ein kleiner Teil musste dabei an Remscheid abgegeben werden. Viele Cronenberger waren mit dieser Eingliederung nicht zufrieden, aber auch Alternativen (etwa die gesamte Eingliederung in das benachbarte Remscheid) wurden abgelehnt. 1933 plädiert der „Haus- und Grundbesitzerverein Cronenberg“ für eine Wiedererlangung der Selbstständigkeit; dieses Vorhaben scheitert.

Konfessionen[Bearbeiten]

Emmauskirche
Kirche Heilige Ewalde

2003 schlossen sich die lutherische (die sich „evangelische“ nannte) und die reformierte Gemeinde zusammen. Die Reformierte Kirche ist heute die Hauptkirche, ein markanter Punkt Cronenbergs und Wahrzeichen des Stadtteils. Die ehemals zur lutherischen Gemeinde gehörende Emmauskirche, ebenfalls im Zentrum, ist heute ein Gemeindezentrum mit Café.

Außerdem werden Gottesdienste in der Nikodemuskirche in Sudberg und in der Friedenskirche an der Hahnerberger Straße gefeiert.

Die katholische Kirchengemeinde trägt den Namen „Heilige Ewalde“ (Mehrzahl) – nach den beiden missionierenden Mönchen aus dem 7. Jahrhundert n. Chr., die den Märtyrertod starben. Die Kirche mit Gemeindezentrum liegt nordöstlich vom Ortskern an der Hauptstraße. In der Gemeinde gibt es einen nennenswerten Anteil von italienischen Gemeindegliedern.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1808: 3.810
  • 1834: 5.838
  • 1861: 7.613
  • 1871: 7.901
  • 1880: 8.214
  • 1900: 10.210
  • 1910: 12.869
  • 1925: 14.051
  • 2003: 22.370
  • 2004: 22.170
  • 2005: 22.057
  • 2006: 21.994

Politik[Bearbeiten]

Die politischen Diskussionen im Stadtbezirk zeichnen sich einerseits dadurch aus, dass – ungeachtet der Differenzen – meist sachbezogen und nicht parteipolitisch argumentiert und entschieden wird. Andererseits hat man mit einem Küllenhahner als Oberbürgermeister einen sehr guten „Draht“ zur Stadtspitze. Die Arbeit der Bezirksvertretung wird ergänzt durch das Engagement der Bürgervereine, von dem Cronenberg profitiert.

Bezirksvertretung[Bearbeiten]

Entsprechend der NRW-Gemeindeordnung gibt es in jedem Stadtbezirk eine Bezirksvertretung, deren Mitglieder auf fünf Jahre gewählt werden. Die BV hat verschiedene Entscheidungs-, Anhörungs- und Mitbestimmungsrechte, soweit es um Cronenberger Belange geht. Die Sitzungen finden in der Regel monatlich statt (außer in den Ferien). Die Sitzverteilung:

CDU SPD GRÜNE FDP WfW Die Linke Gesamt
2009 6 3 3 1 1 1 15

Sowohl in der Wahlperiode 1999–2004 als auch in der laufenden Periode 2004–2009 stellt die CDU die stärkste Fraktion in der Bezirksvertretung.

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1808–1828 Johann Abraham von den Steinen
  • 1828–1834 Friedrich Wilhelm Ernst (Vertreter)
  • 1834–1835 Wilhelm Wortmann
  • 1835–1846 Ludwig Döring
  • 1847–1853 Wilhelm Händeler
  • 1853–1857 Jacob Cronenberg
  • 1857–1867 Eduard Theobald de Leuw (* 4. Dezember 1820; † 2. Juli 1872)
  • 1867–1869 (Verwaltung)
  • 1869–1873 Otto Bock
  • 1873–1885 Otto Paulussen
  • 1885–1920 Albert Kemmann (* 1858; † 1931)
  • 1920–1929 Maximilian Reifarth
  • 1945–1945 Alfred Hamm (* 1899; † 1961; am 16. April 1945 von der US-Militärbehörde in Unkenntnis der Städtevereinigung eingesetzt und bis zum 4. Mai 1945 im Amt)

Wappen[Bearbeiten]

Historisches Wappen Cronenbergs

Das – auch als Cronenberg Stadt war nicht amtlich genehmigte – Wappen zeigt den Bergischen Löwen auf einem grünen Berg stehend. In der Pranke hält er ein schwarzes Sensenblatt, das die ausgeprägte Werkzeugindustrie in Cronenberg symbolisiert und auf das ehemalige Sensenprivileg Cronenbergs hinweist. Unter dem mittleren Rundbogen ist eine Krähe zu sehen, in Anspielung auf die mutmaßliche Herkunft des Namens „Cronenberg“ von „Krähenberg“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Cronenberg von der Nordseite; Zeichnung von Johann Müller (1856)

Theater[Bearbeiten]

  • TiC (Theater in Cronenberg)
    Kleines, aber erfolgreiches Cronenberger Privattheater mit Haupt-Spielstätte direkt über der Stadtteilbibliothek. In der Spielstätte in Unterkirchen werden musikalische Produktionen gezeigt.

Museen[Bearbeiten]

  • Bergisches Straßenbahnmuseum e. V.
    Der kleinste Straßenbahnbetrieb Deutschlands! Das Teilstück der ehemaligen Wuppertaler Straßenbahnlinie 5 (Dönberg – Elberfeld Bf. – Cronenberg – Solingen-Mühlenhof) zwischen Cronenberg-Lenzhaus und Kohlfurther Brücke konnte als Museumsbahn erhalten werden. Die Strecke schlängelt sich hier durch den Wald des malerischen Kaltenbachtals auf etwa drei Kilometer Länge. Sie wird von ehrenamtlichen Straßenbahnern unterhalten und betrieben. Zudem kann man die Fahrzeugsammlung aus Meterspur-Straßenbahnen der Region Rhein-Ruhr-Wupper und Westfalen besichtigen.

Zeugen der Industriekultur[Bearbeiten]

  • Manuelskotten
    Auf halber Höhe zwischen Cronenberg-Mitte und dem Ortsteil Kohlfurt im Kaltenbachtal gelegen ist der Manuelskotten, der einzige wasserkraftgetriebene Betrieb in Wuppertal. Hier werden noch heute große Cuttermesser für die Lebensmittelindustrie geschliffen. Der Manuelskotten kann als „lebendiges Industriedenkmal“ auch besichtigt werden.

Denkmäler[Bearbeiten]

Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs
Ehrenmal, Detailansicht
  • Cronenberger Ehrenmal
    Das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges wurde 1927 anlässlich der Jahrhundertfeier der damals noch selbständigen Stadt Cronenberg errichtet. Am höchsten Punkt wurde auf drei Seiten aufgeteilt „Cronenberg seinen Helden“ in Stein gehauen, was heute eher unreflektiert wirkt. Das Denkmal erhielt später zusätzlich eine Gedenktafel für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges, die zurückhaltender gestaltet ist. Das Ehrenmal befindet sich in einem Park hinter der evangelischen Emmauskirche.

Musik[Bearbeiten]

  • Cronenberger Männerchor e. V.
    Traditionsreicher Chor mit über 100 Sängern
  • Gesangverein MGV „Sängerhain“ 1893 Wuppertal-Sudberg
  • PosaunenChor Cronenberg
    Blasorchester mit ca. 40 Mitspielern und Mitspielerinnen
  • Spell '88 – Gospels und Musicals aus Cronenberg
    Seit der Gründung im Jahr 1988 wurden elf Musicals auf die Bühne gebracht, die in eigenen Aufführungen, bei Gottesdiensten, auf Hochzeiten, Taufen und Stadtfesten aufgeführt werden. Höhepunkte sind jeweils die Auftritte beim Evangelischen Kirchentag. Spell'88 wird vom Cronenberger evangelischen Kantor Martin Ribbe geleitet.

Sport[Bearbeiten]

  • Cronenberger SC
    Seit 1902 steht der Cronenberger SC für Fußball auf den Südhöhen. Die erste Mannschaft spielt derzeit in der Niederrheinliga (Verbandsliga) und ist nach dem Wuppertaler SV die „Nummer 2“ im Tal. Mit zurzeit 14 gemeldeten Jugendteams stellt der CSC eine der größten Jugendabteilungen im Kreis. Der im Februar 2006 verstorbene langjährige 2. Vorsitzende und Manager Horst Neuhoff zog nahezu 30 Jahre die Fäden beim CSC und half die erste Mannschaft bis an die Spitze der Verbandsliga zu bringen. Der Sportplatz Hauptstraße wurde deshalb in „Horst-Neuhoff-Sportplatz“ umbenannt.
    2006 wurde der CSC vom Deutschen Fußballbund für seine besonders bemerkenswerte Jugendarbeit mit einer Urkunde der Sepp-Herberger-Stiftung ausgezeichnet.
    Der CSC war 1921 Westdeutscher Vizemeister und 1952 Deutscher Amateur-Vizemeister. Im Endspiel um die Deutsche Amateurmeisterschaft unterlag der CSC im Ludwigshafener Stadion vor über 80.000 Zuschauern dem VfR Schwenningen mit 2:5. Trotz der Niederlage gilt dies bis heute als größter Erfolg in der Vereinsgeschichte. In der Endspielelf spielten Herbert Jäger, Paul Wansel, Helmut Bogkmann, Edmund Dapprich, Reinhold Dyckers, Karl Rauhaus, Erich Streup, Siegfried Wellner, Willi Kunze, Günter Görts und Edwin Schulz.
    Werner Görts, ein Cronenberger Gewächs, schlug erfolgreich die Profilaufbahn ein und spielte von 1966 bis 1978 für Werder Bremen in der Bundesliga. In 391 Bundesligaeinsätzen schoss er 74 Tore. Von 1993 bis 1996 war der ehemalige Nationalspieler Holger Fach Trainer der ersten Mannschaft des Cronenberger SC.
  • Cronenberger Schützenverein 1836 e. V., Lenzhaus
  • Cronenberger Turngemeinde 1880 e. V.
    Die Cronenberger Turngemeinde wurde am 30. Juni 1880 gegründet. Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:
    Gemeindewart (1. Vorsitzender): Dr. Holzschneider;Stellvertreter: E. Klapproth;Turnwart: K. Grüber;Stellvertreter: E. Stolz;Zeugwart: E. Leihener;Schriftwart: C. Dörken jr.;Stellvertreter: J. Holtmanns;Geldwart: R. Peters; Stellvertreter: O. Bauer
    Da es keine öffentlichen Turnhallen gab, wurde in Sälen von Gaststätten oder bei gutem Wetter auch draußen auf dem „Turnplatz“ der Turnbetrieb abgehalten. Der Lehrer Karl Grübner, der auch erster Geschäftsführer des neu gegründeten Wuppertaler Turngaus war und später auch Gauturnwart des Bergischen Gaus wurde, leitete die Turnstunden in Cronenberg. Bevor 1890 ein neuer Vorstand benannt wurde, waren viele Schwierigkeiten und Probleme zu überwinden. Mit dem neuen Vorstand Hugo und Robert Wallbrecher kam noch einmal ein kurzer Aufschwung in den Turnbetrieb bevor dieser zum Erliegen kam und die Mitgliedschaft im Wuppertaler Turngau und DT erlosch. Erst im Jahre 1900 lebte der Turnbetrieb unter Franz Neth, Otto Wiegand und August Beyer wieder auf. Erst 1908 trat der Verein wieder dem Wuppertaler Gau und der Deutschen Turnerschaft bei. Ab 1909 wurden dann auch mit durchgängigen Aufzeichnungen von wesentlichen Ereignissen begonnen. So stellte man 1909 fest, dass der Verein 112 aktive und passive Mitglieder hatte. Im März 1920 trat der Cronenberger SC zwecks Zusammenschluss beider Vereine an die CTG heran. Dieser kam aber nicht zustande, da den meisten CTG-Mitgliedern der damals genutzte Hahnerberger Sportplatz zu weit entfernt war. So war der Verein lange Jahre durch das reine Turnen geprägt, bis im März 1932 12 neue Mitglieder eintraten und unter der Leitung von Alfred Henkels eine Abteilung für Eis- und Rollschuhlauf bildeten. Aus dieser Abteilung entsprang dann der bis heute sehr erfolgreiche Rollschuhclub Cronenberg. Ab 1946 wurde auch der Faust- und Handball betrieb aufgenommen und drei Senioren- und eine Jugendmannschaft gemeldet. Im Juni 1951 fand das wahrscheinlich erste Damenhandballspiel in Cronenberg anlässlich des 25-jährigen Bestehens der CTG-Handballabteilung statt. Ab 1960 fand dann ein großer Umbruch in der Vereinsarbeit des CTG statt. Man hatte erkannt, dass der Sport sich nicht nur auf das Turnen beschränken durfte, sondern eine verstärkte Breitenarbeit – „Turnen für Jedermann“ – nötig war. Hier tat sich besonders die heutige 1. Vorsitzende Bärbel Vitt hervor, in dem sie sogar Gymnastik Sendungen im Fernsehen hatte und 2014 mit dem Lebenswerk-Preis des Landessportbundes NRW ausgezeichnet wurde. So befasste man sich immer wieder mit „angesagten“ Sportarten und bringt sie schon den kleinsten in sogenannten Sportkindergärten nahe. So zählen heute ca. 700 Mitglieder zum Verein.
  • Gartenhallenbad
    Das Gartenhallenbad Cronenberg (Zum Tal 27) besitzt ein Schwimmbecken in der Größe 12,5 x 25,0 m und ein Nichtschwimmerbecken in der Größe 12,5 x 8,0 m. Das Bad ist behindertengerecht mit für Rollstuhlfahrer geeigneten Zugängen in die Sauna und ins Schwimmbad ausgestattet. Ein Lifter ermöglicht Schwimmern, die nicht über die Leiter oder die Treppe ins Becken gelangen können, das Schwimmen.
  • Waldschwimmbad Neuenhof, ganzjährig 28° Grad Wassertemperatur; auch im Winter geöffnet
  • RSC Cronenberg
    Seit seinem Bundesliga-Aufstieg in den 1980er Jahren gehört der Verein zu den erfolgreichsten Rollhockey-Teams Deutschlands. Bisher konnten 13 Meisterschaften und mehrere Pokalsiege gefeiert werden, zudem nimmt der Verein seit Jahren regelmäßig an europäischen Mannschaftswettbewerben teil. Auch andere Sparten wie Rollkunstlauf sind breit besetzt und überregional erfolgreich.
  • Schachfreunde Vonkeln 1931
    Der Verein gehört zu den größeren Vereinen im Schachbezirk Bergisch-Land. 1941 nahm ein Mitglied an den Deutschen Einzelmeisterschaften teil.
  • Schützenbund Kohlfurther Brücke 1891 e. V.
  • Ski-Club Cronenberg
    Der Ski-Club Cronenberg bietet eine Reihe von Sportaktivitäten rund um den Wintersport (Ski alpin, Ski nordisch, Snowboard) und ergänzende Angebote (Inline-Alpin, Roller-Ski, Radfahren MTB, Laufen, Hallentraining) sowie regelmäßige Ski-Trainingsfahrten im Winter.
  • Neuenhauser Turnverein 1877 e. V.
    Der Neuenhauser Turnverein, der seit mehr als 130 Jahren existiert, ist ein gemeinnütziger Sportverein mit ca. 390 Mitgliedern. Das Angebot des Mehrspartenvereins zielauf den Breiten- und Gesundheitssport für alle Altersgruppen. Das Vereinmotto lautet: Wir bewegen euch!
Fußballplatz an der Riedelstraße in Wuppertal-Sudberg
  • SSV 07 Sudberg
    Fußballverein auf den Wuppertaler Südhöhen. Erste Mannschaft = Landesliga
    In den Jugendmannschaften finden Kinder und Junioren von 4 bis 18 Jahren sportliche Betätigung.
  • SVC – Schwimmverein Cronenberg e. V.
    Der traditionelle Schwimmverein in Wuppertal Cronenberg seit 1932. Hier können Kinder und Jugendliche Schwimmen lernen, ihre Schwimmabzeichen machen und bei Wettkämpfen teilnehmen.
  • Uni – Dojo Wuppertal e. V.
    Shōtōkan-Karate, seit 1984 in Wuppertal. Seit 2012 im neu erbauten Dōjō am Kaisergarten.

Schulen[Bearbeiten]

  • Gemeinschaftsgrundschule Hütterbusch, entstanden aus der Fusion der Grundschulen „Am Hofe“ und „Kampstraße“ (früher „Kuchhauser Schule“)
  • Gemeinschaftsgrundschule Hermann-Herberts-Schule (früher „Dohrer Schule“)
  • Gemeinschaftsgrundschule Rottsieper Höhe
  • Gemeinschaftsgrundschule Küllenhahn
  • Friedrich-Bayer-Realschule (im „Schulzentrum Süd“)
  • Carl-Fuhlrott-Gymnasium (im „Schulzentrum Süd“)
  • Temporäre Außenstelle des Berufskollegs am Haspel im Gebäude der ehemaligen Hauptschule Cronenberg, Berghauser Straße[5]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Cronenberger Werkzeugkiste (alle zwei Jahre)
  • Cronenberger Benefizkonzert „Cronenberg hilft“: Benefizveranstaltung mit großem Musikprogramm (jeweils im 1. Halbjahr in der „Alten Schmiede“ der Firma Knipex, Oberkamperstr.)
  • Feuerwehrfest der Freiwilligen Feuerwehr Cronenberg
  • Feuerwehrfest der Freiwilligen Feuerwehr Hahnerberg
  • Waldfest der Naturfreunde Cronenberg
  • Kirmes in der Kemmannstraße (jährlich am ersten September-Wochenende)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Historische Entwicklung[Bearbeiten]

Seit Jahrhunderten hat in Cronenberg die Eisenverarbeitung (ausgehend von Eisenerzvorkommen, Holzreichtum und Wasserkraft – ermöglicht durch Niederschläge und eine gefällereiche Landschaft) eine hohe Bedeutung. Schon früh wurden Eisenerze mit Hilfe von Holzkohle und Sauerstoffzufuhr vor allem in sogenannten Rennöfen erschmolzen. Dies hat sich in Straßennamen erhalten: Schorfer Straße (von „schürfen“), An der Hütte, Am Hütter Busch und Hütter Straße von „verhütten“. Die lokalen Erzfunde wurden zunehmend durch Einfuhr aus dem Siegerland ersetzt, als die Vorkommen zu unergiebig wurden. An die Verhüttung schloss sich die Weiterverarbeitung in häufig mit Wasserkraft angetriebenen Schmieden und Schleifbetrieben („Schleifkotten“) an.

Lange Zeit lag der Schwerpunkt auf der Herstellung von Sensen; für das Gebiet der Ämter Elberfeld, Beyenburg und Bornefeld besaß man seit dem 16. Jahrhundert ein Schmiedeprivileg (= Monopol). Auch das Zunftgericht hatte seinen Sitz in Cronenberg.

Das bis zum Ende des 18. Jahrhunderts existierende Zunftwesen erwies sich jedoch immer deutlicher als Hemmnis für den technischen Fortschritt. So war etwa zeitweise das Schmieden mit Hilfe von Wasserhämmern verboten, was gegenüber Betrieben in der benachbarten Grafschaft Mark ein deutlicher Produktivitätsnachteil war. Das Sensengewerbe nahm an Bedeutung ab und der Schwerpunkt der Produktion verlagerte sich auf andere, nicht den Zunftregeln unterliegende Produkte wie Werkzeuge und Kleineisenwaren (Nägel, Pfannen etc.). 1861 kamen auf 777 Wohnhäuser „349 Fabriken und einzeln stehende Schmieden“ (Holtmanns, S. 78) Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Industriebetriebe der Metallverarbeitung. 1928 hatte Cronenberg 221 metallverarbeitende Unternehmen mit 3821 Personen. Das waren ca. 80 % aller Beschäftigten.

Heutiger Stand – Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Noch heute ist die Metallverarbeitung der wichtigste Industriezweig. Cronenberg ist Sitz von bekannten Werkzeugherstellern (z. B. Knipex (Zangen), Picard (Hämmer), Stahlwille (Schraubwerkzeuge), Wera (Schraubwerkzeuge), P. Hermann Jung (Maurerkellen)) und anderen metallverarbeitenden Unternehmen (z. B. Walter Klein Wuppertal und Schmittenberg Metallwerke). Auch der Werkzeughandel ist etwa mit der Firma Meister-Werkzeuge in Cronenberg zu Hause.

Mit den Firmen Tigges GmbH und Co KG, J. vom Cleff A. Sohn GmbH & Co KG und Hein GmbH & Co KG sind auch Produzenten von Verbindungselementen (Schrauben etc.) im Stadtteil vertreten. Auch Hersteller von Spezialfedern, wie die Gebrüder Schmidt, Maschinenbauer oder Hersteller von Räumwerkzeugen (Räumnadeln), wie die Fa. Gustav Christians GmbH & Co. KG, sind hier ansässig.

Die Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Wuppertal e. V. wurde 1960 gegründet, hat ihren Sitz in der Heidestraße und ist eine der größten Institutionen im Behindertenbereich im Bergischen Land. Sie betreibt für Menschen mit geistiger Behinderung oder Mehrfachbehinderung zwei Werkstätten und sechs Wohnheime und auf Norderney ein Hotel. Zu den Leistungen der Werkstätten zählen unter anderem Garten-, Montage- und Verpackungsarbeiten.

Verkehr[Bearbeiten]

Neuer Radweg auf der Strecke der Burgholzbahn (Brücke an der Kaisereiche)
Burgholztunnel: Eingang Ostportal

ÖPNV[Bearbeiten]

In Cronenberg lagen früher mehrere Bahnhöfe der Burgholzbahn, auch „Samba“ genannt, die von 1891 bis 1988 fuhr. Ebenso war Cronenberg seit 1900 an das Straßenbahnnetz angeschlossen. Die Straßenbahn wurde durch Busverkehr ersetzt, der Zugverkehr stillgelegt. Aus der Bahnstrecke ist heute ein Rad- und Wanderweg, der sanft ansteigend von der Hindenburgstraße über den Zoo und vorbei an der Kaisereiche und dem Bahnhof Küllenhahn bis zum Bahnhof Cronenberg führt. Seit Pfingsten 1992 betreibt der Verein Bergische Museumsbahnen e. V. wieder eine Straßenbahn zwischen Kohlfurth und Cronenberg.

Die Cronenberger Ortsmitte ist von Wuppertal Hbf aus werktags im 10-Minuten-Takt durch die Schnellbuslinien CE64 (Richtung Solingen) und CE65 (Richtung Sudberg) zu erreichen, parallel dazu mit der Linie 625 (Richtung Berghausen/Sudberg). Von Remscheid Mitte aus verkehrt die Linie 615 (Richtung Wuppertal Hbf) und berührt dabei auch Cronenberg. Von Solingen Mitte bedient tagsüber die Linie CE64 (Richtung Wuppertal Hbf) Cronenberg. Innerhalb Cronenbergs werden die meisten Randlagen durch die Linie 633 angefahren (Richtung Am Burgholz respektive Am Hofe)

Seit dem 5. Oktober 2009 verfügt Cronenberg außerdem über einen Bürgerbus. Dieser verbindet entlegene Ortsteile mit dem Zentrum. Gefahren wird mit einem Kleinbus (Mercedes Sprinter) der anders als die Ringlinie 633 auch in die engen Hofschaften fahren kann. Betrieben wird der Bus in Kooperation mit der Wuppertaler Stadtwerke AG vom Dörper Bus e. V.

Individualverkehr[Bearbeiten]

Schon immer galt: Wer Cronenberg erreichen will, muss Steigungen überwinden. Vor dem Beginn des systematischen Straßenbaus, also bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, führten Wege für Menschen, Packpferde und die weitverbreiteten zweirädrigen Karren mit Zugtieren über die Höhenrücken, meist entlang der Wasserscheiden, weil dort Schnee und Wasser schneller verschwanden. Besonders an Steigungen war das Gelände den starken Belastungen schlecht gewachsen, so dass sich über die Jahre eindrucksvolle Hohlwege bildeten. Dies ist heute noch an vielen Stellen, beispielsweise im Bereich des Kaltenbachtals und im Wald hinter der Heidestraße erkennbar. Ein weiterer, sehr schöner Hohlweg führt von Clemenshammer aus in nordwestlicher Richtung den Hang hinauf und endet unterhalb der Wohnanlagen der Lebenshilfe am Mastweg.

Von Elberfeld aus ist Cronenberg durch die Südstadt über die Cronenberger Straße erreichbar, von Barmen über Lichtscheid, von Remscheid aus über die Hastener Straße. Vom Sonnborner Kreuz, Solingen und den westlichen Stadtteilen Remscheids führt der Weg durch die Kohlfurth über die Wupper dann über die Wahlert ins Cronenberger Zentrum. Ein erster Ausbau dieser Straße, der heutigen Solinger Straße, erfolgte zwischen 1796 und 1810.[6]

Da sich die Hauptstraßen allesamt im Ortszentrum treffen, leidet dieses stark unter dem Verkehr; eine Lösung ist nicht in Sicht, da für eine Ortskernumfahrung kein Platz vorhanden ist.

Die größte Veränderung ergab sich für die Bürger und die Industrie Cronenbergs mit der Eröffnung des Burgholztunnels im März 2006. Nach jahrelangen Diskussionen und Bürgerprotesten wurde für den Lückenschluss der Landesstraße 418 zur A 46 eine Tunnellösung realisiert, die den Staatsforst Burgholz und den Stadtteil Küllenhahn weitgehend schont. Die A 46 und die Stadtteile Vohwinkel und Sonnborn sind nun leicht zu erreichen.

Zeitungen[Bearbeiten]

  • Cronenberger Woche in der Kemmannstraße 6 (erscheint wöchentlich freitags und ist mit 16.000 Exemplaren die auflagenstärkste Zeitung in Cronenberg und der oberen Elberfelder Südstadt)
  • Cronenberger Anzeiger in der Hauptstraße 15 (erscheint wöchentlich am Dienstagnachmittag und hat eine Auflage von rund 6000 Exemplaren)

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Im Bürgerbüro Cronenberg (Rathausplatz 4, Cronenberg-Mitte) werden folgende Dienstleistungen angeboten: Einwohnermeldeangelegenheiten, Verwaltungsangelegenheiten, Rentenversicherungsangelegenheiten. Die Stadtbibliothek Wuppertal unterhält in der Ortsmitte eine an zwei Tagen in der Woche geöffnete Zweigstelle.

Am Ende der Friedensstraße liegt am Rand des Staatsforstes Burgholz das Waldpädagogische Zentrum.

Die Freiwillige Feuerwehr Wuppertal-Cronenberg als südlichster Löschzug Wuppertals in der Kemmannstraße hält neben den normalen Aufgaben Brandschutz, Hilfeleistung und Umweltschutz auch eine Ersthelfer-vor-Ort-Gruppe vor, die bei Abwesenheit des nächsten Rettungswagens im medizinischen Notfall alarmiert wird.

Die Freiwillige Feuerwehr Hahnerberg hat ihr Quartier nahe der Hofschaft Korzert am Theishahner Kreuz. Sie ist die einzige Freiwillige Feuerwehr in Wuppertal, die eine Drehleiter besitzt. Im gleichen Gebäude ist auch die Rettungswache Süd stationiert.

Bekannte Persönlichkeiten, die mit Cronenberg in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Peter Jung, der amtierende Oberbürgermeister von Wuppertal, stammt aus Küllenhahn.
  • Hans Kremendahl, der Vorgänger Jungs als Oberbürgermeister, ist in Cronenberg geboren.
  • Hermann Herberts war von 1956 bis 1961 sowie von 1964 bis 1969 Oberbürgermeister Wuppertals.
  • Robert Daum war von 1946–1948 und von 1949 bis 1951 Oberbürgermeister von Wuppertal. Er
stammt aus dem heute zu Cronenberg gehörenden Wohnquartier Hahnerberg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Holtmanns et al. (Hg.): Chronik der Bürgermeisterei Kronenberg (sic!), Remscheid, 1877
  • J. Holtmanns: Beiträge zur Geschichte der Stadt Cronenberg, Remscheid, 1898
  • Wilhelm Engels/Paul Legers: Aus der Geschichte der Remscheider und Bergischen Werkzeug- und Eisen-Industrie, Remscheid, 1928
  • Peter Bockemühl: Cronenberg – Geschichte und Eigenart, o. O., o. J. (Wuppertal 1954); zweite, um Beiträge von Jürgen Eschmann erweiterte Neuauflage, Wuppertal, 2009
  • Cronenberger Fabrikanten Verein (Hg.): Cronenberg – Aus Geschichte und Wirtschaft, Wuppertal, 1970
  • Siegfried Horstmann/Ernst Haas: Das alte Cronenberg in Bildern, Kierdorf-Verlag, Remscheid, 1981, ISBN 3-922055-45-1
  • Egon Viebahn: Hämmer und Schleifkotten im Gelpetal, Wuppertal, 1983
  • Cronenberger Heimat- und Bürgerverein e. V. (Hg.): Cronenberg – Blick in die Vergangenheit, Wuppertal o. J.
  • Cronenberger Heimat- und Bürgerverein e. V. et al. (Hg.): 950 Jahre Cronenberg, Wuppertal, 2000

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurt Kaiß, Michael Peplies: Der Samba, Die Stichbahn Elberfeld – Cronenberg, Rheinisch-Bergische Eisenbahngeschichte, Heft 6, Astrid Kaiß, Leichlingen, 2007, ISBN 978-3-9806103-6-0, S. 6
  2. Horstmann/Haas: Das alte Cronenberg in Bildern, 1981, Reprographie S. 37–39
  3. Horstmann/Haas: Das alte Cronenberg in Bildern, 1981, S. 164
  4. Horstmann/Haas: Das alte Cronenberg in Bildern, 1981, S. 165
  5. Adé, Hauptschule Cronenberg! Zeitungsartikel über die Schließung der Hauptschule und die Nachfolgenutzung
  6. Horstmann/Haas: Das alte Cronenberg in Bildern, 1981, S. 162