Danny Boyle

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Dieser Artikel behandelt den britischen Regisseur Danny Boyle, für den gleichnamigen kanadischen Eishockeyspieler siehe Dan Boyle.
Danny Boyle (2008)

Daniel „Danny“ Boyle (* 20. Oktober 1956 in Radcliffe, England) ist ein britischer Regisseur, Golden-Globe- und Oscar-Preisträger.

Leben[Bearbeiten]

Danny Boyle begann seine Karriere als Regisseur im Londoner Theaterhaus der Joint Stock Theatre Company. 1982 wurde er Intendant des renommierten Royal Court Theatre. Ende der 1980er wandte er sich dem Fernsehen zu und wirkte bei verschiedenen Serien als Regisseur und Produzent mit.

Mit zwei langjährigen Freunden, dem Produzenten Andrew Macdonald und dem Drehbuchautor John Hodge, brachte er 1994 die schwarze Komödie Kleine Morde unter Freunden in die Kinos. Der Film, mit einem verhältnismäßig kleinen Budget von 1,5 Millionen Pfund gedreht, konnte bereits nach einem Monat allein in Großbritannien das Doppelte dieses Betrages einnehmen.

Das Trio verfilmte anschließend den Roman Trainspotting von Irvine Welsh unter dem deutschen Titel Trainspotting – Neue Helden. Der Film über Süchtige in allen Variationen wurde zu einem der kommerziell erfolgreichsten britischen Filme der 1990er Jahre. Die sehr freizügige Darstellung von Heroin- und Drogenkonsum führte zu einer heftigen Diskussion darüber, inwieweit der Film Drogenkonsum verharmlose.

1997 drehte Boyle seinen ersten Film in den Vereinigten Staaten. Die Komödie Lebe lieber ungewöhnlich, mit Ewan McGregor, Cameron Diaz und Holly Hunter in den Hauptrollen, erwies sich jedoch als Flop bei Publikum und Kritikern. Sein nächster Film The Beach (2000), die Verfilmung von Alex Garlands Roman Der Strand aus dem Jahr 1996, in dem Boyle erstmals auf Ewan McGregor verzichtete und Leonardo DiCaprio seine erste Rolle nach Celebrity (1998) spielte, teilte dieses Schicksal.

Einen Hit landete er jedoch 2002 mit dem Horrorfilm 28 Days Later, dessen Drehbuch Alex Garland verfasste. Für Aufsehen sorgte die Tatsache, dass Boyle diesen Film bis auf wenige Szenen mit digitalen MiniDV-Kameras drehte, um einen möglichst realistischen Effekt zu erreichen. Nach der Verfilmung des erfolgreichen Jugendbuchs Millionen von Frank Cottrell Boyce war der Science-Fiction-Film Sunshine, der am 19. April 2007 ins Kino kam, die dritte Kooperation mit Garland. Sunshine errang bei Kritikern Achtungserfolge, fiel aber an den Kassen durch.

Im August 2008 hatte sein Film Slumdog Millionär mit Dev Patel in der Titelrolle seine erfolgreiche Premiere auf dem Telluride Film Festival und lief anschließend auf dem Toronto International Film Festival. Der Film gewann zahlreiche Kritikerpreise und brachte Boyle bei der Golden-Globe-, BAFTA- und Oscarverleihung 2009 die Preise als bester Regisseur ein. 2010 folgte der Spielfilm 127 Hours. In dem Drama nahm sich Boyle der Geschichte des Bergsteigers Aron Ralston (gespielt von James Franco) an, der 2003 bei einer Canyon-Wanderung in Utah verunglückte und nur durch die Selbstamputation seines rechten Arms überlebte. Die Produktion, bei der der Brite erneut auf Drehbuchautor Simon Beaufoy, Filmkomponist A. R. Rahman und Kameramann Anthony Dod Mantle vertraute, brachte ihm 2011 Oscar-Nominierungen in den Kategorien Film und Drehbuch ein. Boyle produzierte und führte Regie für die Live-Theaterversion von Mary Shelleys Frankenstein, die am 6. Juni 2012 im Rahmen des National Theater Live in verschiedenen Kinos übertragen wird.[1]

Danny Boyle hat die Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 2012 in London als Produzent und künstlerischer Leiter umgesetzt.[2]

Filmografie[Bearbeiten]

Boyle in Toronto (2008)

Als Regisseur

Als Produzent

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ein Gespräch mit dem Regisseur Danny Boyle zu seinem heute anlaufenden Kinothriller "Trance". Solch ein Film braucht ein Herz. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. August 2013, Seite 29. (Interview: Bert Rebhandl)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Danny Boyle's Frankenstein Returning to American Movie Screens for Two Nights Only in June, Zugriff am 9. Mai 2012
  2. Danny Boyle bei Olympia 2012, 19. Juni 2010