James Franco

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
James Franco im Oktober 2011

James Edward Franco (* 19. April 1978 in Palo Alto, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur, Schriftsteller, Drehbuchautor, Filmproduzent und bildender Künstler.

Biografie[Bearbeiten]

Anfänge, Ausbildung, Privates[Bearbeiten]

Franco wurde 1978 als Sohn von Betsy und Doug Franco geboren. Zusammen mit seinen beiden Brüdern, Tom und Dave, wuchs er in Palo Alto, Kalifornien auf. Er schrieb sich 1996 an der University of California in Los Angeles (UCLA) ein, um Englisch zu studieren. Nebenbei belegte er Schauspielkurse. Er gab das Studium nach einem Jahr auf, entschloss sich, Schauspieler zu werden, und nahm fortan am Playhouse West von Robert Carnegie Schauspielunterricht. Im Herbst 2006 schrieb er sich – mit Schwerpunkt auf Kreativem Schreiben – wieder an der UCLA ein, an der er im Juni 2008 mit einem Notendurchschnitt von 3,5 (Grade Point Average) einen Bachelor of Arts erwarb.[1] Seine von Mona Simpson betreute Abschlussarbeit war ein Roman.[2]

Nach einem Umzug nach New York war Franco gleichzeitig Student an der Columbia University und der New York University[3][4][5][6] sowie am Brooklyn College eingeschrieben. An der Columbia machte er 2010 seinen Master of Fine Arts.[7] Derzeit ist er im Ph.D.-Programm der Yale University eingeschrieben.[8]

Franco widmet sich neben seiner Arbeit als Schauspieler und Regisseur der Malerei. Außerdem veröffentlichte er 2010 eine Sammlung von Kurzgeschichten mit dem Titel Palo Alto: Stories.

Laufbahn als Schauspieler[Bearbeiten]

Franco spielte 1999 in dem Fernsehmehrteiler Tage voller Blut – Die Bestie von Dallas, in dem drei Generationen von Polizisten versuchen, den gefährlichsten Serienkiller Texas' zu stellen, eine erste Nebenrolle. Darauf folgte, an der Seite von Drew Barrymore, Michael Vartan und David Arquette, eine Nebenrolle in Raja Gosnells romantischer Komödie Ungeküsst. Den ersten großen Erfolg seiner Karriere feierte Franco im gleichen Jahr mit seiner Rolle in der Fernsehserie Voll daneben, voll im Leben.

Nach Voll daneben, voll im Leben gab Franco im Jahe 2000 in If Tomorrow Comes mit einer ersten Hauptrolle sein Kinodebüt. In dem Thriller von Garrit Steenhagen verliert ein junger Mann sich in der Suche nach seiner Mutter, die er niemals kennengelernt hat, und seinem Vater, einem Kleinkriminellen. Es folgte Hoffnungslos verliebt von David Raynr und der Fernsehfilm At Any Coast, in dem zwei Brüder beschließen, in Los Angeles eine Rockband zu gründen.

Franco wurde für die Hauptrolle in Mark Rydells biografischem Fernsehfilm James Dean gecastet. Mit der Rolle des berühmten Schauspielers, der mit nur drei Filmen und seinem frühen Tod im Jahr 1955 zu einer Ikone wurde, hatte Franco großen Erfolg – u.a. 2002 einen Golden Globe Award sowie eine Nominierung für einen Emmy und einen Screen Actors Guild Award. Die Arbeit war für Franco ein prägendes Erlebnis: „James Dean zu porträtieren, war unglaublich“; „Ich war zuerst besorgt, als ich an das Projekt heranging, aber ich fühlte, dass ich seine Tiefe gut würde schildern können.“

Nachdem er durch seine Rolle als James Dean an Popularität gewonnen hatte, wurde Franco 2002 für Sam Raimis Comic-Verfilmung Spider-Man verpflichtet. Er hatte ursprünglich für die Hauptrolle des Peter Parker/Spider-Man vorgesprochen, wurde letzten Endes aber für den Part des Harry Osborne ausgewählt, da Tobey Maguire die Hauptrolle erhielt. In dem Film spielte Franco den Sohn eines vermögenden Unternehmers, der nach einem Unfall in einem Laboratorium zum Bösewicht mutiert. Der Film startete in den USA zur selben Zeit wie Scott Kalverts Actionfilm Deuces Wild – Wild in den Straßen, in dem Franco in einer Nebenrolle an der Seite von Brad Renfro und Stephen Dorff spielte. Es folgte das Krimi-Drama City by the Sea, für den Franco persönlich durch den Hauptdarsteller Robert De Niro verpflichtet wurde. Für die Independent-Produktion errang Franco 2003 eine Nominierung als bester Nebendarsteller bei den Chlotrudis Awards. Franco spielte in dem Kurzfilm The Car Kid neben Meat Loaf sowie an der Seite von Neve Campbell und Malcolm McDowell eine Nebenrolle in Robert Altmans Drama The Company – Das Ensemble.

Franco (links) in einem Flugzeug der Blue Angels (2006)

2004 folgte erneut unter der Regie Sam Raimis Spider-Man 2. Hier wurde die Figur Harry Osbornes weiter ausgebaut. Dieser gibt Spider-Man die Schuld am Tod seines Vaters und versucht sich durch Intrigen an ihm zu rächen. Auch dieser Film war weltweit erfolgreich und wurde 2005 mit einem Oscar ausgezeichnet.

Franco arbeitete bis 2007 an sieben Filmprojekten – darunter John Dahls Kriegsdrama The Great Raid – Tag der Befreiung und Spider-Man 3.

Nach der Hauptrolle in Kevin ReynoldsTristan & Isolde (2006), Spider-Man 3 oder Paul Haggis’ Oscar-nominiertem Drama Im Tal von Elah (beide 2007) erreichte James Franco 2008 durch die Filme Ananas Express und Milk den bisherigen Höhepunkt seiner Laufbahn als Schauspieler. In der Komödie Ananas Express schlüpfte er in die Rolle des durchgeknallten, hyperaktiven Drogendealers Saul, mit dem es ihm laut Film-Dienst gelang, sein Bild in der Öffentlichkeit grundsätzlich zu verwandeln.[9] In Gus Van Sants Filmbiografie Milk war er als Liebhaber von Sean Penn zu sehen, der mit Harvey Milk den ersten offen homosexuell lebenden US-Politiker darstellte. Die Rollen in Ananas Express und Milk brachten Franco unter anderem eine weitere Golden-Globe-Nominierung als bester Hauptdarsteller in einer Komödie bzw. in einem Musical sowie den Independent Spirit Award ein. 2009 wurde er an der Harvard University mit dem Hasty Pudding Award als „Mann des Jahres“ (Man of the Year) geehrt.

Auf der Berlinale 2010 stellte Franco den Film Howl vor, in dem er unter der Regie von Rob Epstein und Jeffrey Friedman den Dichter Allen Ginsberg verkörpert. Im selben Jahr spielte er unter der Regie von Danny Boyle in 127 Hours. In dem Drama porträtiert er den Bergsteiger Aron Ralston, der 2003 bei einer Canyon-Wanderung in Utah verunglückte und nur überlebte, weil er sich selbst einen Arm amputierte. Franco erreichte durch seine Darstellung 2011 erneut eine Golden-Globe-Nominierung, gewann den Independent Spirit Award sowie seine erste Oscar-Nominierung. Im selben Jahr moderierte er gemeinsam mit Anne Hathaway die 83. Oscarverleihung.

Am 7. März 2013 erhielt Franco in einer Zeremonie den 2492. Stern auf dem Hollywood Walk of Fame, in der Kategorie Film.[10]

Tätigkeit als Regisseur[Bearbeiten]

Franco lieferte mit seiner Filmproduktionsfirma Rabbit Bandini Production 2004 die Komödie The Ape – Auf diesem Planeten laust dich der Affe ..., bei der er Regie führte und für die er gemeinsam mit Merriwether Williams auch das Drehbuch schrieb. In The Ape – Auf diesem Planeten laust dich der Affe ... spielte er auch die Hauptrolle – Harry Walker, einen jungen Schriftsteller, der in seiner Wohnung plötzlich auf einen Gorilla im Hawaiihemd trifft, der meint, mit Harry seine Ansichten über das Leben, über die Liebe und über animalischen Magnetismus teilen zu müssen. Dem auf 1000 US-Dollar Produktionskosten geschätzten Film war nur wenig Erfolg beschieden.

James Franco führte 2005 wieder Regie und produzierte die Komödie Fool’s Gold, für die er erneut mit Merriwether Williams das Drehbuch verfasste und auch die Hauptrolle übernahm.

2010 stellte er auf der Berlinale zwei unter eigener Regie entstandene Kurzfilme mit homosexueller Thematik, The Feast of Stephen und Herbert White, vor.[11]

Franco betrachtet seine Arbeit als Regisseur als Nebentätigkeit und wird mit den Worten zitiert: „Das [die Arbeit als Regisseur] ist nur eine Art Spaß“; „Sie [die Filme] basieren auf Stücken, die ich mit einem Freund geschrieben habe, und ich benutze Leute aus der Theatergruppe, die in dem Stück mitspielten, das ist ein Interesse, das ich langsam entwickle.“

In den Jahren 2011 und 2012 produzierte Franco die Filme Idaho und My Own Private River, die beide auf dem Film My Private Idaho von Gus van Sant basieren, einem Film, den Franco als seine größte Inspirationsquelle seines filmischen Schaffens bezeichnet.[12]

Andere Aktivitäten[Bearbeiten]

Des Weiteren ist Franco auch als bildender Künstler tätig. Im Juni 2010 wurde seine erste Solo-Ausstellung in der New Yorker Clocktower Gallery eröffnet. Es folgten weitere Ausstellungen, unter anderem im MoMA PS1, wo 2011 eine Kollaboration zwischen ihm und dem ähnlich vielseitig begabten Gus Van Sant gezeigt wurde, und 2013 im Rahmen des Peres Projects in Berlin, das eine weitere Solo-Ausstellung mit dem Titel Gay Town zeigte. In seinen künstlerischen Arbeiten beschäftigt sich Franco unter anderem mit Fragen der Männlichkeit, Homophobie (mit der er dank seiner homosexuellen Rollen selbst häufig konfrontiert wurde), aber auch mit Hollywood, der Filmindustrie und seiner eigenen Berühmtheit.

Filmografie[Bearbeiten]

Schauspieler (Auswahl)[Bearbeiten]

Regisseur[Bearbeiten]

  • 2005: The Ape – Auf diesem Planeten laust dich der Affe … (The Ape)
  • 2005: Fool’s Gold
  • 2007: Good Time Max
  • 2009: Herbert White
  • 2009: The Feast of Stephen
  • 2010: Saturday Night
  • 2010: The Clerk’s Tale
  • 2010: Masculinity & Me
  • 2011: Rebel (Kurzfilm)
  • 2011: The Broken Tower
  • 2011: Sal
  • 2012: Francophrenia (Or Don’t Kill Me, I Know Where the Baby Is) (Kurzfilm)
  • 2012: My Own Private River
  • 2013: As I Lay Dying

Drehbuchautor[Bearbeiten]

  • 2005: The Ape – Auf diesem Planeten laust dich der Affe … (The Ape)
  • 2005: Fool’s Gold
  • 2007: Good Time Max
  • 2009: Herbert White
  • 2009: The Feast of Stephen
  • 2010: The Clerk’s Tale
  • 2010: Masculinity & Me
  • 2011: Rebel (Kurzfilm)
  • 2011: The Broken Tower
  • 2011: Sal
  • 2013: As I Lay Dying

Produzent[Bearbeiten]

  • 2005: The Ape – Auf diesem Planeten laust dich der Affe … (The Ape)
  • 2011: The Broken Tower
  • 2011: Undergrads: South (Dokumentar-Fernsehserie)
  • 2013: kink (Dokumentarfilm)
  • 2013: The Director (Dokumentarfilm über Frida Giannini)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

James Franco auf der Premiere von Spider-Man 3 in New York am 30. April 2007

Gewonnene Preise[Bearbeiten]

Golden Globe Award

  • 2002: Bester Darsteller in einem TV-Mehrteiler oder Fernsehfilm für James Dean

Emmy

  • 2002: Bester Hauptdarsteller in einem TV-Mehrteiler oder Fernsehfilm für James Dean

Broadcast Film Critics Association Awards

  • 2009: Bestes Schauspielensemble (gemeinsam mit unter anderem Sean Penn und Josh Brolin) (und nominiert als Bester Nebendarsteller für Milk)
  • 2002: Bester Darsteller in einem Fernsehfilm für James Dean

Independent Spirit Awards

  • 2009: Bester Nebendarsteller für Milk
  • 2011: Bester Hauptdarsteller für 127 Hours

Hollywood Film Festival

  • 2008: Hollywood Breakthrough Award als Actor of the Year

Teddy Award

  • 2010: Bester Kurzfilm für The Feast of Stephen

Nominierungen[Bearbeiten]

Oscar

  • 2011: nominiert als Bester Hauptdarsteller für 127 Hours

BAFTA Award

  • 2011: nominiert als Bester Hauptdarsteller für 127 Hours

Golden Globe Award

  • 2011: nominiert als Bester Hauptdarsteller in einem Drama für 127 Hours
  • 2009: nominiert als Bester Hauptdarsteller in einer Komödie oder Musical für Ananas Express

Broadcast Film Critics Association Awards

  • 2009: nominiert als Bester Nebendarsteller für Milk (und Auszeichnung als Bestes Schauspielensemble (gemeinsam mit unter anderem Sean Penn und Josh Brolin) )

Chlotrudis Awards

  • 2003: nominiert als Bester Nebendarsteller für City by the Sea

MTV Movie Awards

  • 2009: nominiert in den Kategorien Bester Komödiendarsteller und Bester Filmkampf (gemeinsam mit Seth Rogen und Danny McBride) für Ananas Express
  • 2009: nominiert in der Kategorie Bester Filmkuss für Milk
  • 2008: nominiert in der Kategorie Bester Filmkampf (gemeinsam mit Tobey Maguire) für Spider-Man 3

Satellite Awards

  • 2008: nominiert als Bester Nebendarsteller für Milk

Saturn Award

  • 2008: nominiert als Bester Nebendarsteller für Spider-Man 3

Screen Actors Guild Awards

  • 2009: nominiert in der Kategorie Bestes Schauspielensemble (gemeinsam mit unter anderem Sean Penn und Josh Brolin) für Milk
  • 2002: nominiert als Bester Hauptdarsteller in einem TV-Mehrteiler oder Fernsehfilm für James Dean

Young Artist Awards

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rosemary Black: Brad Pitt explores other options. In: Daily News (New York). 27. August 2008, abgerufen am 3. März 2009.
  2. Randi Schmelzer: Smart Set. In: ucla.edu, UCLA Magazine Online, 1. Januar 2009. Abgerufen am 15. Januar 2010. 
  3. David Kamp: Franco cum Laude. In: Vanity Fair, December 2008. Abgerufen am 2. Dezember 2008. 
  4. Sean Evans, Shallon Lester: Side Dish: Write on, James Franco. In: New York Daily News, 6. August 2008. Abgerufen am 21. September 2008. 
  5. Paula Froelich, Bill Hoffmann: No Ogling!. In: New York Post, 10. September 2008. Abgerufen am 21. September 2008. 
  6. Academia: James Franco To Sexify Morningside Heights, Gawker.com. Abgerufen am 21. September 2008. 
  7. James Franco To Get Yet Another Degree At Yale? The Huffington Post, 29. März 2010, überarbeitet am 29. Mai 2010, aufgerufen am 13. Februar 2011
  8. Esther Zuckerman: Now He Can Fall Asleep in LC Too. In: Yale Daily News. 28. März 2010. Abgerufen am 31. März 2010.
  9. Vgl. Kritik von Jörg Gerle in Film-Dienst 22/2008 (aufgerufen via Munzinger Online)
  10. CBS-News: "James Franco honored with Hollywood Walk of Fame star" (engl.) abgerufen am 31. März 2013
  11. Jada Yuan: James Franco’s Anti-Self. New York News & Features, 24. April 2009, aufgerufen am 13. Februar 2011
  12. Sven Hauberg: James Francos eigenes Idaho. In: ZEITjUNG.de. 3. Juli 2012, abgerufen am 3. Juli 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: James Franco – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien