Dario Franceschini

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Dario Franceschini, 2013

Dario Franceschini (* 19. Oktober 1958 in Ferrara) ist ein italienischer Politiker und Autor. Vom 21. Februar bis zum 7. November 2009 hatte er das Amt des Vorsitzenden (Segretario) des im Oktober 2007 gegründeten Partito Democratico inne. Seit dem 22. Februar 2014 ist er Minister für Kulturgüter in der Regierung Renzi. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Politische Karriere[Bearbeiten]

Als gelernter Rechtsanwalt übte Franceschini zunächst diverse Funktionen in der Jugendorganisation der Democrazia Cristiana (DC) aus. 1980 wurde er in den Stadtrat seiner Heimatstadt Ferrara gewählt und übernahm in diesem Gremium 1983 das Amt des Fraktionsvorsitzenden seiner Partei. Seit 1984 beteiligte er sich an verschiedenen Periodika und Schriftenreihen der DC, deren Leitung er auch zeitweise innehatte (Nuova Politica, Settantasei, Il Confronto und La Discussione). Den historischen Wurzeln der Christdemokratie in Ferrara widmete er 1985 ein lokalgeschichtliches Buch (Il Partito Popolare a Ferrara. Cattolici, socialisti e fascisti nella terra di Grosoli e Don Minzoni).

Schon früh trat Franceschini für ein Mitte-links-Bündnis ein, so dass er beim Übergang der DC zum zentristisch ausgerichteten Partito Popolare Italiano (PPI) die Partei 1994 verließ und sich den Cristiano Sociali anschloss, für die er in Ferrara als Bürgermeisterkandidat antrat und 20 % der Stimmen erhielt. Erst mit dem Beitritt des PPI zur Wahlallianz L’Ulivo kehrte er in dessen Reihen zurück und wurde stellvertretender Parteivorsitzender (1997–1999). In den Regierungen Massimo D’Alemas und Giuliano Amatos (1998–2001) übernahm er dazu das Amt eines Staatssekretärs beim Ministerpräsidenten mit der Zuständigkeit für die institutionellen Reformen.

Bei den Parlamentswahlen 2001 wurde er für den Wahlkreis Ferrara in die Abgeordnetenkammer gewählt, wo er als Mitglied des Wahlausschusses und der Ständigen Kommission für Verfassungsangelegenheiten aktiv war. Im Juli 2001 gehörte er zu den Gründern der neuen christdemokratischen Partei La Margherita - Democrazia è Libertà, in deren Exekutivausschuss er bis 2006 Koordinator war. Nach seiner Wiederwahl als Parlamentarier wurde er 2006 zum Fraktionsvorsitzenden des Ulivo in der Abgeordnetenkammer bestimmt. Darüber hinaus vertritt er Italien in den Parlamentarischen Versammlungen des Europarats und der WEU und ist Vorstandsmitglied der Europäischen Demokratischen Partei (EDP). Mit dem Aufgehen seiner Partei im Partito Democratico (PD) wurde Franceschini am 27. Oktober 2007 von dessen Gründungsparteitag zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt und gab daraufhin den Fraktionsvorsitz im Parlament an Antonello Soro ab. Am 21. Februar 2009 wurde er auf dem nationalen Parteikongress des PD zum Vorsitzenden der Partei gewählt. Er trat damit die Nachfolge des zurückgetretenen Walter Veltroni an. Im Kabinett Letta war Franceschini als Minister ohne Geschäftsbereich für die Beziehungen zum Parlament zuständig, in der folgenden Regierung Renzi wurde er Kulturminister.

Auch als Schriftsteller machte Franceschini auf sich aufmerksam, als er 2006 und 2007 jeweils einen Roman im Bompiani-Verlag veröffentlichte: Nelle vene quell’acqua d’argento (Dieses Silberwasser in den Venen) und La follia improvvisa di Ignazio Rando (Der plötzliche Wahnsinn des Ignazio Rando).

Werke[Bearbeiten]

  • Il Partito Popolare a Ferrara. Cattolici, socialisti e fascisti nella terra di Grosoli e Don Minzoni. (1985)
  • Nelle vene quell’acqua d’argento. (2006)
  • La follia improvvisa di Ignazio Rando. (2007)

Weblinks[Bearbeiten]