Datça

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Vorlage:Infobox Ort in der Türkei/Wartung/Landkreis

Datça
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Datça (Türkei)
Red pog.svg
Basisdaten
Provinz (il): Muğla
Koordinaten: 36° 44′ N, 27° 41′ O36.72833333333327.686944444444Koordinaten: 36° 43′ 42″ N, 27° 41′ 13″ O
Einwohner: 10.034[1] (2008)
Telefonvorwahl: (+90) 252
Postleitzahl: 48 xxx
Kfz-Kennzeichen: 48
Struktur und Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Mustafa Şener Tokcan (CHP)
Webpräsenz:
Landkreis Datça
Einwohner: 16.008[1] (2008)
Fläche: 476 km²
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner je km²
Kaymakam: Mustafa Kaya
Webpräsenz (Kaymakam):

Datça [ˈdatʃa] ist eine Stadt in der türkischen Provinz Muğla.

Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt an einer etwa fünf Kilometer breiten Engstelle der gleichnamigen Halbinsel, die eine Gesamtfläche von 459 km² umfasst. Landeinwärts liegt Alt-Datça (Eski Datça) mit traditionellen Häusern.

Administration[Bearbeiten]

Die Stadt ist Hauptort des gleichnamigen Landkreises. Der Bürgermeister heißt M. Şener Tokcan.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Region Datça war bereits in der Antike besiedelt. Davon zeugen die Ruinen der antiken Stadt Knidos im Westen der Halbinsel, die ins 7. Jahrhundert v.Chr. datiert werden. Knidos war über seinen Hafen mit der östlichen Mittelmeerregion verbunden.

In seldjukischer Zeit begann die türkische Besiedlung der Insel, wahrscheinlich über den Seeweg.

Zunächst gehörte die Halbinsel zum Herrschaftsbereich der Menteşeoğulları. 1390 wurden diese von Sultan Bayezid besiegt, die Region fiel damit dem Osmanischen Reich zu.

Der türkische Reisende Evliya Çelebi durchquerte die Region im Jahr 1670 und erwähnt den Ortsnamen „Dacca“, welcher der heutigen Bezeichnung sehr ähnlich ist. Von Evliya Çelebi wissen wir außerdem, dass die Halbinsel im 17. Jahrhundert zwischen 7,000 und 8,000 Bewohnern zählte.[2]

Seit dem 17. Jahrhundert stand Datça unter dem Einfluss der Lokaldynastie der Tuhfezades.

Durch einen Gebirgszug war die Region vom anatolischen Hinterland abgeschnitten und orientierte sich bis ins frühe 20. Jahrhundert eher in Richtung der ägäischen Inseln Rhodos, Kos und Symi. Das änderte sich jedoch im Jahr 1911, als das Osmanische Reich die der Halbinsel Datça vorgelagerten Inseln an Italien verlor.

Im Ersten Weltkrieg und im Zuge des griechisch-türkischen Bevölkerungsaustausches im Jahr 1923 ging die Bevölkerung Datças zurück. In den 1950er Jahren sanken die Einwohnerzahlen weiter, viele Bewohner wanderten in die umliegenden Städte ab. Seit den 1970ern entwickelte sich Datça als ein Zentrum des Tourismus, damit stiegen die Bevölkerungszahlen wieder an.[3]

Verkehr[Bearbeiten]

Datça wird durch eine Hauptstraße mit Marmaris verbunden. Des Weiteren bestehen Fährverbindungen nach Bodrum vom circa fünf Kilometer nördlich der Stadt gelegenen Fährhafen Körmen. Auch zu der gegenüberliegenden griechischen Insel Symi besteht eine wöchentliche Fährverbindung.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Datça – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 23. November 2009
  2. Evliya Çelebi, Seyahatname (Istanbul, Devlet Matbaası, 1935 [1671/72], S. 226.)
  3. Horst Unbehaun, Klientelismus und politische Partizipation in der ländlichen Türkei. Der Kreis Datça (1923-1992) (Hamburg: Deutsches Orient-Institut, 1994), S. 65-85.