Dennis Banks

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Dennis Banks (links), September 2011

Dennis Banks (* 12. April 1937 im Leech-Lake-Reservat, Minnesota), auch Nowa Cumig genannt, ist Mitgründer der Widerstandsorganisation American Indian Movement (AIM).

Biographie[Bearbeiten]

Dennis Banks ist Anishinabe-Indianer. Er hat an zahlreichen Protestaktionen teilgenommen. 1969–1971 nahm er an der Besetzung von Alcatraz teil und 1972 beteiligte er sich an der Organisation des Trail of Broken Treaties, der mit der Besetzung des Bureau of Indian Affairs endete. Er war ebenfalls einer der Anführer der Protestbewegung im Pine-Ridge-Reservat in South Dakota gegen dessen korrupten Vorstand Dick Wilson im Jahre 1973 und der 71 Tage dauernden Besetzung von Wounded Knee im selben Jahr.

Unter Banks' Führung protestierte AIM 1973 in Custer, South Dakota, gegen ein Gerichtsurteil, das einen Weißen vom Mord an einem Indianer freisprach. In der Folge wurde Banks 1975 zusammen mit 300 indianischen Aktivisten verhaftet und vor Gericht gestellt. Er wurde wegen Anstiftung zu Unruhen in Custer verurteilt, und um dem Gefängnis und den Nachstellungen des FBI zu entgehen, tauchte er unter.

In Kalifornien stand Banks unter den Schutz des damaligen Gouverneurs Jerry Brown, der sich weigerte, ihn nach South Dakota auszuliefern. Von 1976 bis 1983 studierte er an der kalifornischen Universität von Davis und lehrte nach seinem Abschluss an der Deganawida Quetzecoatl University (DQU). Als Brown 1984 vom Republikaner George Deukmejian abgelöst wurde, flüchtete Banks zur Onondaga-Reservation im Staate New York, wo er und seine Familie Asyl fanden, bis er sich einige Monate später den Behörden von South Dakota auslieferte. Während seiner Zeit bei den Onondaga organisierte er den Great Jim Thorpe Longest Run von New York nach Los Angeles, um die Rückgabe der an der Olympiade von 1912 gewonnenen Goldmedaillen an die Familie von Jim Thorpe zu erreichen. Am 9. Oktober 1984 wurde Banks zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und am 6. August des Folgejahres auf Bewährung entlassen.

1987 wurde Dennis Banks nach Uniontown, Kentucky, gerufen, wo man Grabschänder erwischt hatte, die Schätze aus indianischen Gräber entwendeten. Er organisierte Zeremonien zur Wiederbestattung. Seiner Tätigkeit ist es zu verdanken, dass in Kentucky und Indiana strenge Gesetze gegen die Entweihung von Gräbern erlassen wurden. 2006 organisierte Dennis Banks den Sacred Run von Alcatraz nach Washington, an dem sich auch Läufer aus Japan, Australien, Irland und Kanada beteiligten. Dennis Banks gründete die Non-Profit-Organisation Nowa Cumig Institute, die Erträge seiner Musikproduktionen (CD Still Strong und Benefizkonzerte) zugunsten von Jugendprogrammen in indianischen Gemeinden verwaltet.

Banks spielte in dem Film Thunderheart (1992, deutsch Halbblut) in einer Nebenrolle sich selbst. Im gleichen Jahr trat er auch in einer kleinen Nebenrolle neben seinem politischen Weggefährten Russell Means in der Michael Mann-Verfilmung von Der letzte Mohikaner auf.

Literatur[Bearbeiten]

Dokumentation[Bearbeiten]

  • A Good Day to Die - The Life of Dennis Banks. Dokumentarfilm USA 2010, Regie: David Mueller und Lynn Salt (Choctaw)

Weblinks[Bearbeiten]


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