Deutsches Sportabzeichen
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Das Deutsche Sportabzeichen (DSA) ist ein Abzeichen für bestimmte sportliche Leistungen, das vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) (bis 2006: Deutscher Sportbund (DSB) ) verliehen wird. Die für den Erwerb zu bringenden Leistungen sind nach Altersstufen gestaffelt. Für einmaligen Erwerb wird es in Bronze, für dreimaligen Erwerb in Silber, und für fünfmaligen Erwerb in Gold vergeben. Ab der neunten Wiederholung wird das Abzeichen in Gold mit Wiederholungszahl in Fünferschritten vergeben. Der Erwerb ist für Jedermann möglich. Die Einteilung erfolgt in weibliche oder männliche Jugendliche und weibliche oder männliche Erwachsene. Auskünfte über die Erlangungsmöglichkeiten teilt der jeweilige Landessportbund (LSB) mit. Die Verleihung erfolgt mit der Aushändigung einer Urkunde. Auch Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung können das Deutsche Sportabzeichen ablegen. Die Gruppen sind dabei nach Alter und Behinderung eingeteilt. Die Disziplinen sind den Einschränkungen durch die jeweilige Behinderung angepasst.
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[Bearbeiten] Geschichte
Das Deutsche Sportabzeichen wurde 1912 unter dem Namen Auszeichnung für vielfältige Leistung auf dem Gebiet der Leibesübungen geschaffen. Erwerben konnten es anfangs nur deutsche Männer, die einem Sportverein angehörten, diese Vorschrift wurde jedoch später aufgehoben, ab ca. 1921 wurden auch Frauen zugelassen. Vorbild war das Schwedische Sportabzeichen (Idrottsmärke), das der Begründer des Sportabzeichens, Carl Diem, 1912 während der Olympischen Spiele in Stockholm kennen gelernt hatte.
Die Bedingungen wurden von dem schwedischen Vorbild übernommen, damals wie heute waren fünf Bedingungen aus fünf Gruppen zu absolvieren, Schwimmen war (und ist heute noch) obligatorisch. Einige Anforderungen (Kugelstoßen 8,00 Meter) sind bis heute unverändert. Die Einteilung in verschiedene Altersgruppen erfolgte erst nach dem Zweiten Weltkrieg, bis dahin musste jeder, unabhängig von seinem Alter, die gleichen Bedingungen erfüllen.
In der Zeit des Nationalsozialismus trug es von 1934 bis 1945 den Namen Reichssportabzeichen.
Das Sportabzeichen der DDR in Silber ist als gleichwertig anerkannt.
Nach der Fusion des Deutschen Sportbundes und des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland zum neuen Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ergaben sich seit 2007 eine Reihe von Veränderungen. Nicht zuletzt erhalten die Abzeichen eine neue Form. Sie zeigen jetzt in einem gebundenen Lorbeerkranz den unverschnörkelten Schriftzug DOSB.
[Bearbeiten] Anerkennung durch den Bundespräsidenten
Das Deutsche Sportabzeichen wurde mit Ordenerlaß vom 4. Juli 1958 durch Bundespräsident Theodor Heuss staatlich anerkannt und ist durch das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen ein geschütztes Ehrenzeichen. Das Deutsche Sportabzeichen darf grundsätzlich an allen Uniformen des öffentlichen Dienstes in Deutschland getragen werden.
[Bearbeiten] Ausführungen
Das Abzeichen zeigte bis 2006 das Logo des Deutschen Sportbundes ("DSB"), seitdem den Schriftzug des DOSB und wird von Eichenlaub (ab 2007 von einem Lorbeerkranz) umgeben. Unten befindet sich ggfs. die Wiederholungszahl (in 5er-Quotienten). Die Abzeichen sind textil (Aufnäher), metallisch (Großabzeichen und Anstecknadel) oder textil-metallisch (blau-gelb-schwarz-grün-rote Bandschnalle). Für Prüfer existiert ein Textilabzeichen in grün.
[Bearbeiten] Jugend- und Schülersportabzeichen
Neben der Erwachsenen-Auszeichnung gibt es das Deutsche Sportabzeichen Jugend für Jugendliche ab 8 Jahren. Sechs- und siebenjährige müssen die Bedingungen der achtjährigen erfüllen.
Vor 2007 gab es ein separates Deutsches Schülersportabzeichen für Kinder unter 13 Jahren, und ein Deutsches Jugendsportabzeichen für Jugendliche bis 18 Jahre. Hier erwirbt man mit der ersten Verleihung ein Abzeichen in Bronze, mit der zweiten eines in Silber, mit der dritten eines in Gold, und mit der fünften eines in Gold mit der Stufe 5. Der Erwerb des Sportabzeichens in dem Jahr, in dem der 17. Geburtstag erreicht wird, berechtigt zum Tragen des Europäischen Jugendsportabzeichens. Natürlich gibt es auch das Abzeichen Stufe 5 für Kinder unter 13 und für die Erwachsenen ein Stufe 10 Abzeichen.
Nach 2007 gehen das Schüler- und das Jugendsportabzeichen im neuen Deutschen Sportabzeichen Jugend auf. Dabei ändern sich Details der Verleihung. In Zukunft werden alle vor 2007 abgelegten Schüler- bzw. Jugendsportabzeichen zusammengerechnet. Die neue Verleihungsfolge ist also: Bronze, Silber, Gold, Gold 4 - 12 (jeweils auch mit Abzeichen). Für den Nachweis der abgelegten Schülersportabzeichen vor 2007 muss mit der zu beurkundenden Prüfkarte die Kopie der letzten Urkunde oder der letzten bestätigten Prüfkarte eingereicht werden.
Im Bereich des früheren Jugendsportabzeichens (13 - 17 Jahre) muss zumindest bei der ersten Verleihung in diesen Altersklassen eine Kopie der letzten Schülerurkunde bzw. bestätigten Prüfkarte (Schüler) mit eingereicht werden, sowie desgleichen eine eventuell frühere Prüfung als Jugendlicher, um die richtige Verleihungszahl ermitteln zu können.
[Bearbeiten] Disziplinen
Das Deutsche Sportabzeichen enthält hauptsächlich Disziplinen aus der Leichtathletik, dem Turnen, dem Schwimmsport und dem Radfahren. Außerdem gibt es verschiedene Zusatzangebote, die Anfang 2005 mit Disziplinen aus dem Sportschießen erweitert wurden. Die Disziplinen sind eingeteilt in fünf Gruppen, aus jeder dieser Gruppen kann sich der Sportler eine Disziplin aussuchen, die er erfüllen muss. Eine Zielerfüllung über das geforderte Maß hinaus in der einen Gruppe gleicht ein Nichterfüllen der Disziplin in einer anderen Gruppe nicht aus.
[Bearbeiten] Disziplingruppen für das Deutsche Sportabzeichen
| Gruppe | Anforderung | Disziplinen | Zusatzangebote |
|---|---|---|---|
| 1 | Allgemeine Schwimmfähigkeit | 50 oder 200 Meter-Schwimmen | keine |
| 2 | Sprungkraft | Hoch-, Weit-, Standweit- oder Bock-/Pferd-/Kastensprung als Hocke/Grätsche | keine |
| 3 | Schnelligkeit | 50/75/100/400/1.000 Meter-Lauf, 300/500 Meter Radfahren oder 300/500 Meter Inline-Skating | Eislaufen |
| 4 | Schnellkraft | Kugel-/Steinstoß, Schlag-/Wurf-/Schleuder-/Medizinball, 100 Meter Schwimmen oder Geräteturnen Reck-Boden/Boden-Barren | Sportschießen, Gewichtheben/Bankdrücken, Kanufahren oder Rudern |
| 5 | Ausdauer | 800/1.000/2.000/3.000/5.000 Meter-Lauf, 5.000/10.000 Meter Inline-Skating, 10 Kilometer Wandern, 7 Kilometer Walking/Nordic Walking, 20 Kilometer Radfahren, 600/1.000 Meter Schwimmen oder Skilanglauf | Kanufahren, Rudern, Kegeln/Bowling oder Eislaufen |
[Bearbeiten] Kritik
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Obwohl die Disziplinen vor allem den Breitensportler ansprechen sollen, sind die Leitstunganforderungen beim Deutschen Sportabzeichen nicht kritiklos. Vor allem im Bereich der Gruppe 5 (Ausdauer) gibt es zum Teil eklatante Unterschiede in den Tabellen zwischen Männern und Frauen. So muss ein 18-29 jähriger Mann in 13:00 min die 3000 m Strecke laufen. Dies entspricht 4:20 min pro Kilometer, ein Wert, der für untrainierte Läufer kaum möglich ist. Eine Frau der gleichen Altersgruppe hat dagegen mit 18:30 min für jeden Kilometer 6:10 min Zeit. Dies entspricht nicht dem üblichen Leistungsunterschied zwischen Männern und Frauen.
[Bearbeiten] Veränderungen in der Leistungstabelle seit 2007
Bei den Männern ändern sich in der Gruppe 2 die Anforderungen für den Weitsprung. Waren bisher für 30-39 Jahre alte Männer 4,50 Meter gefordert, so sind es ab 2007 nur noch 4,30 Meter. Auch die Männer im Alter von 40-44 Jahre müssen statt 4,25 Meter nur noch 4,20 Meter weit springen.
Die männliche Jugend hat es ab dem Jahre 2007 auch etwas leichter, allerdings nicht beim Weitsprung, sondern beim 2.000-Meter-Lauf. Waren bisher dafür bei den 12 jährigen höchstens 10:30 Minuten erlaubt, so sind es künftig glatte 11 Minuten. Die ein Jahr älteren dürfen künftig höchstens 10:10 Minuten über diese Distanz brauchen, bisher waren es genau 10 Minuten.
Doch auch bei den Frauen ändert sich etwas beim Schwimmen in der Gruppe vier über die 100 Meter. Alle Altersklassen bis auf die der 18-29 Jahre alten Frauen dürfen künftig mindestens zehn Sekunden mehr brauchen als bisher.
[Bearbeiten] Änderungen beim Prüfungswegweiser
Die Regelungen für die Verwendung des Prüferausweises wurden folgendermaßen verändert:
- Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. Nach Ausscheiden aus der Bundeswehr kann ein Bundeswehr-Prüferausweis von den LSB verlängert bzw. in einen zivilen umgeschrieben werden. Eine Mitgliedschaft im Verband der Reservisten der Bundeswehr e.V. (VdRBw) ist erforderlich, eine Mitgliedschaft in einem Sportverein ist wünschenswert. Die Ausstellung neuer Prüferausweise an aktive Angehörige des VdRBw, die Prüfer für das Deutsche Sportabzeichen werden möchten, erfolgt durch die LSB bei Nachweis einer entsprechenden Ausbildung bei der Bundeswehr oder einem LSB. Der Prüferausweis ist 4 Jahre gültig und hat auch bei Wehrübungen Gültigkeit.

