Die Glenn Miller Story

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Glenn Miller Story
Originaltitel The Glenn Miller Story
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1954
Länge 115 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Anthony Mann
Drehbuch Valentine Davies,
Oscar Brodney
Produktion Aaron Rosenberg
Musik Henry Mancini
Kamera William H. Daniels
Schnitt Russell F. Schoengarth
Besetzung

Die Glenn Miller Story ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahre 1953, der das Leben von Glenn Miller nachzeichnet. Es war der Höhepunkt der Zusammenarbeit des Regisseurs Anthony Mann mit James Stewart, die 1950 mit dem Western Winchester '73 begonnen hatte. James Stewart und June Allyson in den Hauptrollen verkörpern das Ideal eines amerikanischen Paares in jener Zeit.[1]
Der Film beeindruckt vor allem durch seinen Soundtrack, der die populärsten Swing-Melodien der Glenn Miller Band enthält. Die Glenn Miller Story war eine der kommerziell erfolgreichsten Hollywood-Produktionen des Jahres 1954 [2] und veranlasste die Universal International Pictures mit The Benny Goodman Story 1955 eine weitere Bandleader-Filmbiografie herauszubringen.
Zahlreiche bekannte Musiker hatten Cameo-Auftritte: Louis Armstrong, Barney Bigard, Cozy Cole, Gene Krupa, Frances Langford, Marty Napoleon, Ben Pollack, Trummy Young, Babe Russin, Arvell Shaw, The Modernaires und James Young (IV). Den Part Stewarts als Posaunist Glenn Miller spielte Joe Yukl, der den Schauspieler auch bei den Dreharbeiten beriet.

Handlung[Bearbeiten]

Die USA zur Zeit der großen Big-Band-Ära und der Weltwirtschaftskrise: Der junge Posaunist und Arrangeur Glenn Miller sieht seine Posaune öfter im Pfandleihhaus, als dass er auf ihr spielen könnte. Als er mit seinem Freund, dem Pianisten Chummy MacGregor, für eine Amerika-Tournee in einer Big Band engagiert wird und durch Denver kommt, besucht er seine alte Freundin Helen, die er zwei Jahre nicht gesehen hat. Er ignoriert, dass sie mittlerweile mit einem anderen Mann zusammen ist, und kündigt ihr an, dass sie bald heiraten würden. Als die Band nach New York kommt, steigt Glenn aus der Band aus, um sich wieder um seine Arrangements zu kümmern. Er telefoniert mit Helen und überredet sie, nach New York zu kommen. Als sie tatsächlich kommt, führt er sie gleich aufs Standesamt. Glenn arbeitet am Broadway in einer Musicalproduktion (Gershwins Girl Crazy) und Helen gibt ihrem Ehemann ihr Erspartes, damit er seine eigene Band gründen kann. Das Unternehmen misslingt jedoch und Helen wird schwer krank. Im Krankenhaus wendet sich das Blatt wieder und sie lernen den Manager Si Schribman kennen, der an die Arbeit Glenns glaubt und ihm die Möglichkeit einer neuen Band gibt. Einen Tag vor der Premiere in Boston erkrankt jedoch der Trompeter und Glenn muss ihn durch einen Klarinettisten ersetzen. Damit wird der Glenn-Miller-Sound geboren und die Weltkarriere Glenn Millers kann beginnen.

Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, meldet sich Glenn zur Armee, um für die Soldaten zu spielen. Im Dezember 1944 fliegt Glenn Miller von London zu einem Weihnachtskonzert ins befreite Paris. Das Flugzeug kommt jedoch nie in Paris an. Helen sitzt zu Hause vor dem Radio und erwartet das Konzert aus Frankreich, als sie von General Arnold die Nachricht vom vermissten Flugzeug erhält. Die Band spielt das Konzert in Andenken an ihren Bandleader.

Deutsche Fassungen[Bearbeiten]

Für diesen Film existieren zwei verschiedene deutsche Synchronbearbeitungen. Die erste entstand 1954 in den Ateliers der Berliner Synchron GmbH Wenzel Lüdecke in Berlin. Das Dialogbuch stammte von Fritz A. Koeniger, Synchronregie führte Rolf von Sydow.[3] Die zweite Fassung aus Anlass der Wiederaufführung 1985 fertigte ebenfalls die Berliner Synchron GmbH an.[4] Diese Neufassung wird seither gezeigt, allerdings ist auf der 2006 von Universal Germany herausgebrachten DVD die alte Fassung zu hören. In beiden Versionen ist James Stewarts deutscher Stammsprecher Siegmar Schneider in der Titelrolle zu hören.

Rolle Darsteller Synchronsprecher (Fassung 1954) Synchronsprecher (Fassung 1985)
Glenn Miller James Stewart Siegmar Schneider Siegmar Schneider
Helen Berger Miller June Allyson Gisela Trowe Sonja Deutsch
Chummy MacGregor Harry Morgan Paul Edwin Roth Friedrich Georg Beckhaus
Don Haynes Charles Drake Gert Günther Hoffmann Joachim Kerzel
Si Schribman George Tobias Alfred Balthoff Wolfgang Völz
General Hap Arnold Barton MacLane ?? Friedrich Schoenfelder
Kranz, der Pfandleiher Sig Ruman Kurt Vespermann ??
Col. Spaulding Dayton Lummis Martin Held ??
Ben Pollack Ben Pollack Hans Emons Joachim Nottke
Louis Armstrong Louis Armstrong ?? Helmut Krauss
Adjutant General Carleton Young Rolf von Nauckhoff ??
Arzt im Krankenhaus Harry Harvey Robert Klupp Manfred Grote
Mr. Miller Irving Bacon Paul Wagner Eric Vaessen
Mrs. Miller Kathleen Lockhart ?? Tilly Lauenstein
Automechaniker Dick Ryan Herbert Weissbach ??

Kritiken[Bearbeiten]

  • „Vorzüglich inszenierter biografischer Film über den amerikanischen Big-Band-Leader (…) Nicht die sehr gefühlsbetonte, pathetische Handlung macht den Film bemerkenswert, sondern die sympathischen Schauspieler und authentische Interpretationen sämtlicher Evergreens im unverwechselbaren Glenn-Miller-Sound (…)“Lexikon des internationalen Films. CD-ROM-Ausgabe. Systhema, München 1997.
  • „(…); überzeugend in der Titelrolle James Stewart; hinreißender Jazz mit bekannten Stars, Bands und Solisten (…)“ (Wertung: 2½ Sterne = überdurchschnittlich)Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz in: Lexikon „Filme im Fernsehen“. Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 308.
  • „Vorzüglicher biographischer Film (…) sehr sympathisch und warmherzig, vorbildliches Ethos, ausgezeichnet dargestellt. Sehenswert nicht nur für Freunde des Jazz, ab 14.“6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958. Handbuch V der katholischen Filmkritik. 3. Auflage, Haus Altenberg, Düsseldorf 1963, S. 160.
  • „Hervorragend gespielt von Stewart und mit allen Miller-Hits.“Heyne Filmlexikon.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt 1955 einen Oscar für den „besten Ton“ sowie zwei weitere Nominierungen in den Kategorien „Beste Musik“ und „Bestes Drehbuch“.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Turner Classic Movies Biopics: The Glenn Miller Story von Richard Steiner, abgerufen am 8. Oktober 2007
  2. The LDS Filmography Pages American Movies: Top 5 Box Office Hits, 1939 to 1988, abgerufen am 4. November 2007
  3. Die Glenn Miller Story in der Synchrondatenbank von Arne Kaul; abgerufen am 2. Dezember 2007
  4. Die Glenn Miller Story, 2. Synchro (Wiederaufführung 1985), in der Deutschen Synchronkartei; abgerufen am 2. Dezember 2007

Weblinks[Bearbeiten]