Die Russen kommen! Die Russen kommen!

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Russen kommen! Die Russen kommen!
Originaltitel The Russians Are Coming, the Russians Are Coming
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1966
Länge 125 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Norman Jewison
Drehbuch William Rose
Produktion Norman Jewison
Musik Johnny Mandel
Kamera Joseph Biroc
Schnitt Hal Ashby
J. Terry Williams
Besetzung

Die Russen kommen! Die Russen kommen! ist eine Filmsatire von Norman Jewison. Der 1966 entstandene Film basiert auf dem gleichnamigen Roman (Originaltitel: The Off-Islanders, 1961) von Nathaniel Benchley. Die Produktion der Mirisch Corporation wurde von United Artists verliehen. In Deutschland kam der Film am 29. September 1966 in die Kinos.

Handlung[Bearbeiten]

Ein russisches U-Boot kreuzt vor der Ostküste der USA. Als sich dessen Kapitän Amerika näher ansehen will, strandet sein U-Boot auf einer Sandbank vor der Küste Neuenglands.

Der Erste Offizier Rozanow erhält den Auftrag, ein Boot zu besorgen, das in der Lage ist, das U-Boot wieder freizuschleppen. Dies muss heimlich geschehen, da ansonsten eine internationale Krise provoziert werden könnte – von der Peinlichkeit ganz abgesehen.

Rozanow und seine Männer gehen an Land. Sie erreichen ein alleinstehendes Haus, das der Schriftsteller Walt Whittaker für den Urlaub mit seiner Familie angemietet hat. Die russischen Seeleute, von denen nur Rozanov Englisch spricht, geben sich als Norweger aus.

Als Whittaker den Trick durchschaut, zwingen ihn die Russen mit Waffengewalt zur Herausgabe seines Autos, um im nächsten Hafen eine Motorjacht in ihre Gewalt zu bringen. Vorerst wollen die Soldaten eine Eskalation der Situation verhindern, daher kappen sie die Telefonverbindung der Westinsel zum Festland. Während Offizier Rozanov und acht Matrosen das Boot besorgen wollen, soll der eher sanftmütige Matrose Alexei Kolchin Whittakers Frau und die hinzugekommene hübsche Nachbarin Alison Palmer bewachen.

Als die Gruppe in der Stadt ankommt, muss sie jedoch feststellen, dass die Nachricht über ihre Anwesenheit sich bereits herumgesprochen hat. Allerdings geht die Bevölkerung davon aus, dass es sich um russische Fallschirmjäger handele. Am Hafen hat sich bereits ein bewaffneter Mob versammelt, weshalb Rozanovs Männern vorerst unmöglich ein Boot besorgen können.

Der Matrose Kolchin wird währenddessen vom Familienvater der Whittakers überwältigt. In Panik flieht der Matrose, der seine Waffe verloren hat, und versteckt sich in der Nähe des Hauses. Vater Whittaker macht sich mit dem Fahrrad auf den Weg zum Büro des Sheriffs.

In der Zwischenzeit breitet sich Panik auf der Insel aus. Immer mehr Meldungen über angebliche russische Militäraktionen gehen bei den Einwohnern ein. Als sich das Gerücht verbreitet, die Russen hätten den einzigen Flugplatz der Insel eingenommen, machen sich der Sheriff und seine Leute mit der Mehrzahl der Einwohner bewaffnet auf den Weg dorthin.

Die Soldaten um Rozanov starten derweil ein Ablenkungsmanöver und stehlen ein Boot. Offizier Rozanov ist sich sicher, dass das U-Boot so freigeschleppt werden kann und macht sich mit einem gestohlenen Auto auf den Weg, Kolchin abzuholen. Völlig unerwartet ist aber das U-Boot durch Bemühungen der Besatzung schon freigekommen und läuft in den Hafen der Stadt ein. Rozanovs Männer fahren weit ab von der Küste, damit die Bevölkerung das U-Boot nicht entdecken kann; zudem wurden sie von dem wütenden Mob beschossen. So fahren die beiden Gruppen aneinander vorbei.

Die Sache gerät aus den Fugen, als Sheriff Mattocks und der Patriot Fendall Hawkins mit den bewaffneten Stadtbewohnern vom Flugplatz zurückkehren und das russische U-Boot im Hafen entdecken. Der Kapitän wiederum vermutet, die Einwohner würden seine abgängigen Matrosen gefangenhalten. Er bedroht Stadt und Einwohner mit dem Bordgeschütz des U-Boots, um seine Männer freizupressen. Davon unbeeindruckt erklärt ihn der sture Sheriff für verhaftet. So stehen sich Russen und Amerikaner im Zentrum der Stadt gegenüber, bis an die Zähne bewaffnet und bereit zum finalen Showdown.

Der Dritte Weltkrieg wird jedoch gerade noch einmal abgewendet. Ein kleiner Junge droht vom Kirchturm zu stürzen, er hängt an seinen Hosenträgern an der Dachrinne. Amerikaner und Russen tun sich nun zusammen, um den Kleinen zu retten. Nachdem sie mittels einer menschlichen Pyramide den Jungen schließlich geborgen haben, ist alle Feindschaft vergessen, und die Bürger helfen den Russen sogar mit einer Eskorte, ihr inzwischen flottgemachtes U-Boot vor sich nähernden Marine-Flugzeugen in Sicherheit zu bringen.

Details[Bearbeiten]

Die Handlung spielt eigentlich auf der Neuengland vorgelagerten fiktiven Insel "Gloucester Island". Der Film wurde tatsächlich aber an der kalifornischen Küste in Mendocino gedreht und die Hafenszenen in einer kleinen Ortschaft südlich von Fort Bragg (Kalifornien). Durch die vertauschten Schauplätze (Ostküste/Westküste) musste der Sonnenaufgang (wird zu Beginn des Films gezeigt) daher zur Zeit des Sonnenuntergangs aufgenommen werden.

Das im Film verwendete U-Boot ist nur eine Attrappe. Die US Navy hatte sich geweigert, ein eigenes Boot zur Verfügung zu stellen und darüber hinaus verhindert, dass ein U-Boot sowjetischer Bauart zu den Filmaufnahmen gebracht werden konnte. So war das Filmstudio gezwungen, ein eigenes Boot zu "erfinden": Dieses war in vier Teile geteilt, wobei jedes Teil einen eigenen Antriebsmotor hatte.

Kritiken[Bearbeiten]

Obwohl er dem Anschein nach nur routinierten Sitcom-Humor bietet, war der Film bei seinem Erscheinen enorm populär. Die hervorragend gespielte Satire ist in weiten Teilen auf naive Weise um den Abbau von Vorurteilen in Bezug auf Ost-West-Feindbilder bemüht.

(Zusammengefasst aus Filmdienst und All Movie Guide)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Trotz zahlreicher Nominierungen gewann Die Russen kommen! Die Russen kommen! nur zwei Auszeichnungen:

  • 1966: Golden Globe Award in der Kategorie Beste Komödie/Bestes Musical
  • 1966: Golden Globe Award für Alan Arkin in der Kategorie Bester Darsteller Komödie/Musical
Nominierungen 1966
  • New York Film Critics Circle – Bester Darsteller: Alan Arkin
  • Directors Guild of America – Beste Regie: Norman Jewison
  • Golden Globe – Newcomer des Jahres, männlich: Alan Arkin, John Phillip Law
  • Golden Globe – Bestes Drehbuch: William Rose
  • OscarBester Hauptdarsteller: Alan Arkin
  • OscarBestes adaptiertes Drehbuch: William Rose
  • OscarBester Schnitt: Hal Ashby, J. Terry Williams
  • OscarBester Film
  • National Board of Review – Bester Film

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]