Die Waffen nieder!

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Dieser Artikel behandelt das literarische Werk; zum Film siehe Die Waffen nieder! (Film).
Die Waffen nieder!
Briefmarke: 100 Jahre Friedensnobelpreis.
Bertha von Suttner.
Deutschland 2005.

Der Roman „Die Waffen nieder!“ ist das bekannteste Werk der österreichischen Autorin und Friedensaktivistin Bertha von Suttner. Das Buch erschien 1889 im Verlag Edgar Pierson in Dresden und erreichte innerhalb kurzer Zeit eine überragende Bekanntheit und Verbreitung. Bis zur Veröffentlichung des Romans „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque im Jahr 1929 galt „Die Waffen nieder!“ als das wichtigste Werk der Antikriegsliteratur.

Handlung[Bearbeiten]

Das Buch schildert aus der Ich-Perspektive das Leben der aus Wien stammenden Gräfin Martha Althaus im Kontext von vier Kriegen. Im Sardinischen Krieg von 1859 zwischen Österreich und Sardinien sowie Frankreich verliert Martha im Alter von 19 Jahren ihren ersten Mann Graf Arno Dotzky. Sie wird daraufhin zur überzeugten Pazifistin. Ihr zweiter Mann Baron Friedrich Tilling teilt ihre Ansichten, obwohl er selbst Offizier in der Armee Österreichs ist. Er nimmt mit der Österreichischen Armee am Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 und am Deutschen Krieg (Preußen gegen den Deutschen Bund) im Jahr 1866 teil.

Marthas Schwestern und ihr Bruder sterben an den Folgen der durch den Krieg bedingten Cholera, auch ihr Vater stirbt im Gram über den Verlust seiner Kinder. Ihr Mann zieht sich daraufhin aus der Armee zurück, um Marthas Friedensaktivitäten zu unterstützen. Als sie sich 1870 bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges in Paris aufhalten, wird ihr Mann wegen des Verdachts, ein preußischer Spion zu sein, standrechtlich erschossen. Ihr Sohn Rudolf aus erster Ehe beginnt daraufhin, sich für die Ziele seiner Mutter einzusetzen.

Bertha von Suttner wählte für ihr Anliegen bewusst die Romanform anstelle eines Sachbuchs, da sie der Meinung war, auf diese Weise ein breiteres Publikum erreichen zu können. Die große Popularität des Buches resultiert zum Teil auch aus der Tatsache, dass sie neben der Frage von Krieg und Frieden auch das Selbstverständnis und die Rolle der Frauen in der Gesellschaft thematisierte.

Weitere Ausgaben[Bearbeiten]

Drei Jahre nach der deutschen Erstveröffentlichung folgte 1892 eine englische Ausgabe („Lay Down Your Arms“), 1897 eine italienische („Abbasso le Armi!“), 1899 eine französische („Bas les armes!“) und 1905 eine spanische („¡Abajo las armas!“). Der Roman wurde bis 1905 in 37 deutschsprachigen Auflagen verschiedener Verlage gedruckt und bisher in insgesamt 16 Sprachen übersetzt, darunter Finnisch, Dänisch („Ned med Vaabnene!“), Norwegisch („Ned med Vaabnene!“), Schwedisch („Ned med vapnen!“, 1890) und Tschechisch („Odzbrojte!“).

Von 1892 bis 1899 veröffentlichte Bertha von Suttner unter dem Titel „Die Waffen nieder!“ auch eine Monatszeitschrift. Der 1903 unter dem Titel „Marthas Kinder“ erschienene Nachfolger erreichte nicht die Popularität des ersten Buches. In den Jahren 1914 und 1952 wurde der Roman verfilmt.

Stimmen über Die Waffen nieder![Bearbeiten]

„Der Abschaffung der Sklaverei ist das berühmte Buch einer Frau vorausgegangen, Madame Beecher-Stowe; gebe Gott, daß das Ihre das gleiche bewirke für die Abschaffung des Krieges.“

Leo Tolstoi: Brief an Bertha von Suttner, aus dem Französischen in: Bertha von Suttner: Memoiren. Stuttgart und Leipzig 1909, S. 210.[1]

„Dieses Buch ist eine Tat! Es war ein Ereignis in meinem Leben.“

Peter Rosegger: Brief vom 9. Oktober 1891.[2]

„Der primitiv, aber schlagend wirksam gemachte Tendenzroman hinterließ mir gewaltigen Eindruck. Viele Einzelheiten der Handlung sind mir ganz unvergeßlich...“

Klaus Mann: Kind dieser Zeit, 1932.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Ausgaben[Bearbeiten]

  • Erstausgabe: Verlag Edgar Pierson, Dresden und Leipzig 1889; 2 Bände, 317 beziehungsweise 327 Seiten (Band1 und Band 2 als E-Book bei Austria-Forum)
  • Zeitungsausgabe: Gratisbeilage der Magdeburger Volksstimme. Leipziger Buchdruckerei & Verlagsanstalt der Leipziger Volkszeitung G. Heinrich, Leipzig 1895; 300 Seiten. Der Text erschien als Beilage auf Zeitungspapier und konnte wahlweise in eine extra bereitgestellte Decke eingebunden werden.
  • Volksausgabe:
    • Verlag Edgar Pierson, Dresden und Leipzig um 1900; 300 Seiten. Der Text endet auf Seite 300. In unterschiedlichen Auflagen folgte in wechselndem Umfang noch Werbematerial.
    • Verlag „Berlin-Wien“, Berlin 1914, DNB.
  • Taschenbuch: Droemer Knaur, München 1983, ISBN 3-426-01017-8.
  • Neuausgabe: Verlag der Nation, Berlin 1990, ISBN 3-373-00328-8.
  • Deutsche Literaturgesellschaft, Berlin 2008, ISBN 978-3-940490-45-2.

Bearbeitungen als Drama[Bearbeiten]

  • Carl Theodor Dreyer (Drehbuch), Holger-Madsen (Regie): Ned med vaabnene. Dänischer Film von 1914, Premiere am 14. August 1924 in den USA.
  • Hans Engler: Die Waffen nieder! Ein Drama in vier Akten. Nach dem gleichnamigen Roman von Bertha von Suttner. Richters Mehrakter, Band 5. (2. Auflage). Richter, Leipzig (um 1916), DNB.

Übersetzungen[Bearbeiten]

  • “Ground arms!” The Story of a Life. Übersetzung ins Englische von Alice Asbury Abbott. A. C. McClurg & Co., Chicago 1892, LOC.
  • For la batalilojn! Übersetzung ins Esperanto von Armand Caumont. Ader & Borel, Dresden 1914, OBV.
  • Abajo las armas! Übersetzung ins Portugiesische von Rigerio Z. Falguera. Ramon Sopena, Barcelona 1961, DNB.

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Brigitte Hamann: Bertha von Suttner. Ein Leben für den Frieden. Piper, München (u.a.) 1986, ISBN 3-492-03037-8.
  • Anne C. Nagel: Fanfare der Friedensbewegung. „Die Waffen nieder!“ von Bertha von Suttner (1889). In: Dirk van Laak (Hrsg.): Literatur, die Geschichte schrieb. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, ISBN 978-3-525-30015-2, S. 72–85.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Harald Steffahn: Bertha von Suttner. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1998, ISBN 3-499-50604-1, S. 83.
  2. Harald Steffahn: Bertha von Suttner. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1998, ISBN 3-499-50604-1, S. 147.
  3. Harald Steffahn: Bertha von Suttner. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1998, ISBN 3-499-50604-1, S. 149.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Die Waffen nieder! – Quellen und Volltexte