Dietrich Schwarzkopf

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Dietrich Schwarzkopf (* 4. April 1927 in Stolp, Pommern) ist ein deutscher Journalist, Medienpolitiker, Hochschullehrer und Autor. Er war Programmdirektor des NDR und des Deutschen Fernsehens.

Leben[Bearbeiten]

Schul- und Studienjahre[Bearbeiten]

Dietrich Schwarzkopf, Sohn eines pommerschen Tierarztes, erlebte seine Schulzeit in Potsdam, Babelsberg, Berlin-Wilmersdorf und Cottbus (Kriegsabitur). Nach Kriegsende arbeitete er als Volontär im Preußischen Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem, von 1946 bis 1950 als Archivar beim Berliner „Tagesspiegel“. 1948-1954 studierte er Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin bis zum Abschluss: Erstes Juristisches Staatsexamen. Für 1 Jahr unterbrach Schwarzkopf sein Studium in Berlin für ein Studium der Politischen Wissenschaft und der Zeitungswissenschaft an der Staatsuniversität von Minnesota (USA) mit dem Abschluss: M.A.

Presse- und Rundfunkarbeit[Bearbeiten]

Schwarzkopfs Karriere begann im Printmedienbereich. Noch vor Beendigung seines Studiums, ab dem Jahre 1952, arbeitete er als Redakteur beim „Tagesspiegel“ in Berlin. 1955 wurde er Bonner Korrespondent des Tagesspiegels, später auch anderer Zeitungen und übernahm Aufgaben für Rundfunkanstalten, vor allem beim NDR und beim WDR. In den Jahren 1962 bis 1966 war er Leiter des Bonner Büros des Deutschlandfunks in Köln.

1966 wurde er in Hamburg Programmdirektor Fernsehen beim Norddeutschen Rundfunk (NDR), 1974 Stellvertretender Intendant. Zum 1. Juli 1978 bestellten ihn die Intendanten der ARD als Nachfolger von Hans Abich zum Programmdirektor Deutsches Fernsehen mit Sitz in München. Dieses Amt übte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1992 aus.

Schwarzkopf war während seiner aktiven Zeit als Programmdirektor des seit 1984 unter der Bezeichnung Erstes Deutsches Fernsehen firmierenden ARD-Gemeinschaftsprogramms auch ein vielgesuchter und bekannter Interviewpartner, Medien-Kommentator, Teilnehmer an Fachtagungen, Debattenredner, Lehrer und Organisator. 1979 - 2009 Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Journalistenschule DJS in München. 1984-1990 war er Senator der Max-Planck-Gesellschaft. Am 30. April 1991 wurde er Vizepräsident des Kulturkanals ARTE. Lange Jahre leitete er die Historische Kommission der ARD.

Weitere Funktionen:

  • 1985-1986 Chairman of the Board, Europa-TV, Hilversum
  • 1992-2010 Vorsitzender der Historischen Kommission der ARD
  • ARD-Koordinator für kirchliche Sendungen
  • Vorsitzender der Kommission ARD-aktuell
  • Vertreter der ARD in der Fernsehprogrammkommission der Europäischen Rundfunkunion UER
  • Mitglied des Kuratoriums beim Adolf-Grimme-Institut und beim Adolf-Grimme-Preis
  • Mitglied des ARD/ZDF-Koordinierungsausschusses
  • Mitglied des International Council, seit 1996 of the National Academy of Television Arts and Sciences, New York

Tätigkeiten im Ruhestand[Bearbeiten]

Nach seinem Eintritt in den Ruhestand 1992 blieb Schwarzkopf als Kenner der Medienszene ein weiterhin gesuchter Teilnehmer an Podiumsdiskussionen und Fachtagungen. Eine Vielzahl von Publikationen erweisen ihn als erfahrenen Rundfunkspezialisten und erfolgreichen Autor.

Schriften[Bearbeiten]

  • Chancen für Deutschland (mit Olaf von Wrangel), Verlag Hoffmann & Campe, Hamburg 1964
  • Atomherrschaft - Politik und Völkerrecht im Nuklearzeitalter, Seewald Verlag, Stuttgart 1969 Hg.: Rundfunkpolitik in Deutschland. 2 Bände, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1999
  • Zwischen Anspruch und Akzeptanz. Der öffentliche Rundfunk im Wandel. Beiträge aus dreißig Jahren. LIT Verlag 2006. ISBN 3-8258-0027-X
  • Die ZEIT-Welt- und Kulturgeschichte in 20 Bänden. 5.Band: Spätantike und Völkerwanderungszeit von Dietrich Schwarzkopf, Bettina Gartner, Manfred Clauss
  • Zahlreiche Beiträge zu medienpolitischen Themen in Sammelwerken und Fachzeitschriften

Weblinks[Bearbeiten]